Model-Driven & Service-Oriented Architectures (MDA + SOA)

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  • Frank Egger
    Frank Egger    Premium Member
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    hallo zusammen!

    vor kurzem hatte ich ein interessantes gespräch mit einem kollegen. wir diskutierten darüber, ob mda / mdsd vornehmlich in europa in unternehmen zum einsatz kommt. er war der meinung, dass die amerikaner in bezug auf neue technologien/vorgehen eher den pragmatischen, "handwerksmäßigen", sehr agilen stömungen (z.b. ruby, groovy...) und weniger den formalen, "ingineursmäßigen" oder wissenschaftlich fundierten prinzipien (mda/mdsd, uml...) folgen.
    die europäer seien dagegen viel vorsichtiger bei pragmatischen ansätzen und würden konzepte lieber länger hinterfragen. nicht umsonst hätten die agilen ansätze (z.b. xp) ihren ursprung in den staaten und dinge wie das v-modell (xt) in europa oder sogar in deutschland. auch die meisten befürworter eines mda/mdsd-basierten ansatzes seien eher in europa zu finden.

    mich würde nun die meinung einer breiteren masse diesbezüglich interessieren. gibt es beispiele aus den staaten, in denen generatoren, wie wir sie mit andromda oder openarchitectureware kennen, eingesetzt werden? woran liegt es, dass bekannte entwicklungsumgebungen/case-tools von "big playern" moderne modellgetriebene ansätze (kein einfaches reverse-engineering) noch nicht von haus aus mitbringen?

    über kommentare zu dem thema würde ich mich sehr freuen.

    viele grüße,
    frank egger
  • Dr. Frank Gerhardt
    Dr. Frank Gerhardt    Premium Member   Group moderator
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    Das ist eine interessante Beobachtung, der ich sofort zustimmen würde.

    Natürlich haben alle Big Player aus den USA auch ein MDA-Angebot im Bauchladen. Mir ist jedenfalls noch kein außereuropäisches Framework über den Weg gelaufen, das eine ähnlich breite Anhängerschaft wie oAW hätte.
    Von der Eclipse-Seite gibt es EMF, mächtig und mühsam.

    Frank Gerhardt.
  • Klaus Moritz Peitzsch
    Klaus Moritz Peitzsch    Premium Member   Group moderator
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    Hallo zusammen,

    in der Telco-Welt gibt es die Firma tigerstripe (http://www.tigerstripesoftware.com) die eine Art Framework (Workbench) anbieten. Dieser rührigen Firma ist es gelungen, sich mit Ihrer Software im Bereich OSS/J, einer Initiative mittlerweile unter Führung des TeleManagementForums (http://www.tmforum.org), als Technologielieferant im Umfeld von Refernzimplementierungen zu positionieren.

    Wenn man auf der Webseite ein wenig stöbert, findet man ein Angebot, androMDA-Cartridges in die Workbench zu integrieren. Man unterstützt, so mein Verständnis, den Ansatz der verteilten Interface-orientierten Architektur (Distributed Interface Oriented Architecutre, DIOA) und generiert die erforderlichen Contracts.

    Einige meiner itemis-Kollegen haben sich die Software mal genauer angesehen, wer mehr wissen möchte, darf mich gerne kontaktieren.

    Viele Grüße,
    Klaus Moritz Peitzsch
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  • Frank Egger
    Frank Egger    Premium Member
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    hallo herr röttgers!

    danke für den sehr ausführlichen kommentar. haben sie verweise auf quellen, in denen ich zu dem thema etwas ausführlicher informieren kann?
    aus der eclipse-ecke kenne ich nur die beiden initiativen/projekte gmt und mddi. gmt nutzt soweit ich weiß oaw als generator. mich würde interessieren, ob es bereits größere referenzprojekte in den staaten gibt, die darauf basieren.

    viele grüße,
    frank egger
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  • Karsten Thoms
    Karsten Thoms
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    Wenn ich mal die Usergemeinde von openArchitectureWare (was sich mit meinem allgemeinen Eindruck deckt) nehme, dann kann man die These unterstreichen. Die meisten User sind dem deutschsprachigen und französischen Raum zuzuordnen. Man merkt so langsam eine Verbreiterung der Nutzung weltweit. Von der Bedeutung her würde ich das aber eindeutig unterordnen.

    Auch alle anderen relevanten Werkzeuge aus dem Umfeld (AndroMDA, MDWorkbench, AMMA (ATL), Acceleo, ArcStyler, Topcased) kommen aus dem europäischen Raum.

    Was man nicht unterschätzen darf (und wo ich derzeit keinen Überblick habe) sind die Aktivitäten von Microsoft, die domänenspezifische Modellierung (Software Factories) in ihre Entwicklungsumgebung stark integrieren. Hier kann ich mir gut vorstellen, dass diese Ansätze auch in den Staaten durchaus relevant sind. Weiß da jemand mehr dazu?

    Unter dem Strich sehe ich die (noch) eingegrenzte Verbreitung nicht kritisch, sondern eher positiv für die Innovativität europäischer Softwareherstellung und ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen, insbesondere gegenüber Offshoring. Wobei sich beides nicht ausschließt, sondern ergänzt.

    Gruß,
    ~Karsten
  • Steffen Nobis
    Steffen Nobis
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    Aus Gesprächen mit anderen Kollegen stellt sich für mich der Verdacht, daß sich durch die Open-Source-Projekte (ja, EMF ist ziemlich schwierig zu verwenden) der eigentliche Ansatz von MDA verschwimmt. Ob jetzt die Amerikaner mehr oder weniger MDA einsetzen, vermag ich nicht zu sagen.

    Betrachtet man allgemein SOA, so sollte sich ein Model auf genau ein Themengebiet beziehen und ein Service sich nach den Geschäftsprozessen richten, also idealerweise völlig losgelöst von technischen Gegebenheiten sein. Im Klartext heißt das für mich, es muß egal sein, welches Framework ich benutze und ob ich im Modul Java oder .Net einsetze. Für MDA heißt das dann, einen komplexen Abstrahierungsgrad vorzugeben, um eben nicht wieder von der Technik abhängig zu sein. Werden dann noch sinnvolle fachliche Module gebildet und mit rein fachlichen Schnittstellen versehen, die über wenige Konfiguratoren mit der Technik verbunden werden, erreicht man einen hohen Wiedereinsatzlevel. Leider muß auch ich immer wieder in den laufenden Projekten feststellen, daß sich unsere Services noch viel zu arg Frameworks aufbürden lassen. Gegenüber z.B. EJB 2.x hat da EJB 3.0 im Java-Umfeld klar die Nase vorn, also ein Schritt in die richtige Richtung.