Model-Driven & Service-Oriented Architectures (MDA + SOA)
Posts 11-17 of 17
- Back
- Next
-
Michael Kunz Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^8: MDA und SOA
Hallo,
man muß mit der bis vor 1-2 Jahren tatsächlich zutreffenden idealtypischen Abgrenzung zwischen MDA und MDSD heute einigermaßen vorsichtig sein. Bei dem letzten Vortrag von Mark Soley/OMG, den ich gehört habe, konnte ich praktisch keinen inhaltlichen Unterschied mehr erkennen. Das ist auch einigermaßen sinnvoll, denn alle "vernünftigen" Menschen in praktischen Projekten machen ohnehin alles, was Ihnen praktisch hilft. Und Denkverbote über nicht-UML-basierte, aber hilfreiche Modelle gehören nicht gerade dazu, zumal sich aktuell immer neue Anwendungsgebiete in dem nicht-UML-Bereich erschließen, wohingegen der UML-Bereich ein wenig ausgereizt zu sein scheint.
Schließt man sich dieser Begriffsdefinition an, so gelten die hier diskutierten Unterschiede bezogen auf SOA nicht, bei unterschiedlicher Definition gilt das bereits diskutierte.
Aber Begriffe sind natürlich Schall und Rauch, so lange man nur definiert, was man jeweils damit meint.
Gruß
Michael Kunz
This post was modified on 15 Dec 2006 at 07:50 pm.- 15 Dec 2006, 7:49 pm
-
Post visible to registered members
-
Michael Kunz Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^10: MDA und SOA
Hallo,
nur zur Sicherheit noch einmal idealtypisch die beiden Welten (Achtung: Gilt wie bereits gesagt heute nicht mehr so ohne weiteres):
MDA =
Modellierung "fachlicher Inhalte" mit UML
mit dem hauptsächlichen Ziel von Standardisierung und Plattformunabhängigkeit (u. a. daher der Ansatz mit PIM und PSM und der zweifachen Transformation)
MDSD =
Modellierung von "irgendetwas Relevantem" (Domäne) "irgendwie sinnvoll" (s. Ziele)
mit den hauptsächlichen Zielen der Erhöhung von Qualität, Effizienz, Durchsetzung von Architektur usw.
Weitere Details: S. Modellgetriebene Softwareentwicklung
Gruß
Michael Kunz
- 20 Dec 2006, 4:53 pm
-
Post visible to registered members
-
Andy Wolf Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^12: MDA und SOA
Hallo,
nachdem in den bisherigen Beiträgen das Augenmerk stark auf MDA lag, möchte ich gerne ein wenig auf den Betreff und damit auf den Zusammenhang zwischen SOA und MDA eingehen.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei SOA um einen Management- und Architektur-Ansatz, dessen Ziel darin besteht, eine Enterprise Architecture auf Basis von Business Services zu realisieren. Die Herausforderung für alle SOA-Projekte besteht damit nur zu einem kleinen Teil aus der Technik und zum größten Teil aus der Steuerung des iterativ-inkrementellen Umbaus der gewachsenen IT-Landschaft eines Unternehmens.
Natürlich kommt dem Thema MDA auf der technischen Seite hierbei eine besondere Bedeutung zu, wenn es darum geht, eine durchgängige Tool-Kette und damit einen hohen Automatisierungsgrad bei der Entwicklung zu realisieren. Insbesondere das generative Erzeugen der Business Objects und der Service Interfaces aus einem fachlichen Architektur-Modell heraus führt einerseits zu dem erwünschten Contract-First Vorgehen und andererseits zu der Möglichkeit eine SOA-Governance effektiv ausüben zu können.
Jedenfalls sind SOA und MDA meiner Ansicht nach keinesfalls zwei Seiten ein und der selben Medallie :)
Viele Grüße
Andy Wolf
- 20 Dec 2006, 9:20 pm
-
Kurt Seebauer Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^13: MDA und SOA
Hallo Herr Wolf,
sehe ich ähnlich. Gewachsene Softwaresysteme neigen mit der Zeit dazu, groß und unwartbar zu werden. SOA bietet hier die Möglichkeit, unabhängige Module auszulagern und in wiederverwendbare Einheiten zu verpacken. Früher nannte man den Prozess "Sanierung" oder Refactoring, man hat sich hier wohl einen marketing-tauglicheren Begriff einfallen lassen. SOA treibt die Modularisierung/Wiederverwendbarkeit nach Prozeduren, Klassen, Bibliotheken und Prozessen einfach eine Ebene höher. Durch Standardprotokolle wie SOAP bekommt man noch Unabhängigkeit von der verwendeten Programmiersprache.
Viele Grüße,
Kurt Seebauer
- 21 Dec 2006, 11:35 am
-
Michael Kunz Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^14: MDA und SOA
Hallo Hr. Seebauer,
"landläufig" wird mit SOA einerseits - wie von Ihnen bereits genannt - die Sichtweise einer fachlichen Modularisierung, andererseits technologische "Verbesserungen" verbunden. Der landläufigen Sichtweise auf die fachliche Modularisierungsseite würde ich ohne größere Diskussion folgen wollen, wenn auch nicht immer klar die damit verbundenen Nachteile mitgenannt werden (die hierdurch drastisch erhöhten Abhängigkeiten müssen auch sinnvoll gehandhabt werden und hierzu sind einige Anstrengungen notwendig (monolithische Systeme haben aus lokaler Projektsicht auch ihr Gutes - sie haben nämlich aus Sicht des einzelnen Projekts minimale Abhängigkeiten/Schnittstellen)). Der positiven Sichtweise auf die technologischen Aspekte würde ich ohne Einsatz vom MDSD/MDA nur sehr eingeschränkt folgen wollen - aber da sollten wir dann in 3-5 Jahren noch einmal fundiert drüber diskutieren, die bisherige Entwicklung gibt meiner Ansicht jedenfalls überhaupt keinen Anlaß zu Optimismus in diesem Bereich, wenn ich mir anschaue, wie wechselvoll und auch heute noch offen die bisherige technologische Entwicklung sich darstellt.
Für eine Gesamtbetrachtung des Verhältnisses zwischen MDA/MDSD und SOA würde ich noch einmal eine weitere Definition für SOA in die Runde werfen: Danach ist "sinnvolles" SOA ein Konglomerat aus
a) Fachlicher Architektur
b) Unternehmensarchitektur
c) Projektportfoliomanagement
unter Berücksichtigung von IT- und Business-Aspekten
a) führt zu technisch umgesetzter fachlicher Modularisierung ("Services"), b) zu architektureller Standardisierung nach heutigem Kenntnisstand und c) ist zentrales Steuerungsinstrument, um vom Status-Quo Projekt für Projekt in inkrementellen Schritten in die schöne neue SOA-Welt zu finden. Dem Punkt c) und seiner methodischen Ausprägung wird meist nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl er zentrale Bedeutung hat, damit die notwendigen Veränderungen überhaupt im Projektalltag in Gang kommen.
Folgt man dieser Sichtweise, kann man leicht feststellen, daß MDA/MDSD höchstens im Bereich b) wirken kann. Dort ist es meiner Meinung nach aber sehr wichtig - insbesondere zur Handhabung der mit einer SOA einhergehenden Probleme.
Gruß
Michael Kunz
- 21 Dec 2006, 12:23 pm
- Back
- Next
