Allgemein Medizin

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Posts 1-10 of 14
  • Klaus Düll
    Klaus Düll    Premium Member   Group moderator
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    Revolution in der Herztherapie
    Durch einen Mitstreiter im Krankenhaus wurde ich auf das Buch "Revolution in der Herztherapie" aufmerksam gemacht, weitere Hinweise finden Sie hier:

    http://herz-blog.com/?p=47

    Ein Schelm, wer Böses denkt, warum dieses Buch nicht wieder publiziert wurde und warum die meisten Ärzte im Herzzentrum es nicht kennen. Will man sich etwa nicht wegrationalisieren?

    HERZliche Grüße

    Klaus Düll
  • Carola Bartz
    Carola Bartz
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    Re: Revolution in der Herztherapie
    @ Klaus Düll!

     
     
    Ein Schelm, wer Böses denkt, warum dieses Buch nicht wieder publiziert wurde und warum die meisten Ärzte im Herzzentrum es nicht kennen. Will man sich etwa nicht wegrationalisieren?
     
    >

    So könnte man meinen.... Schade, dass es nicht wieder aufgelegt worden ist.
    Herzen öffnen heißt für mich: sich von der Angst befreien und der Zuversicht Einzug gebieten!

    In diesem Sinne einen schönen Spätsommertag
    wünscht
    Carola bARTz
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  • Dr. Frank Reinke
    Dr. Frank Reinke
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    Re^2: Revolution in der Herztherapie
    Hallo,

    nur eine kleine Anmerkung: Ich halte es für höchstgradig unwahrscheinlich, dass Patienten mit KHK (koronarer Herzkrankheit) von einer solchen Therapie im Hinblick auf die (zumindest physische) Ursache ihrer Erkrankung profitieren können - das dürfte ein für den Patienten tödlicher Trugschluss sein!
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  • Dr. Frank Reinke
    Dr. Frank Reinke
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    Re^4: Revolution in der Herztherapie
    Liebe Frau Kollegin Hofmann,

    sie haben nicht zu unrecht auf die NNT hingewiesen, die sollte man immer im Hinterkopf haben. Es sei mir jedoch gestattet darauf hinzuweisen, dass diese Zahl für die Statine deutlich günstiger ausfällt als von Ihnen geschätzt: Die NNT um einen Todesfall pro Jahr zu verhindern liegt je nach Studie und Statin zwischen 6 und 20. Dabei ist allerdings streng genommen betrachtet immer zu berücksichtigen, dass zum einen die NNT eigentlich immer nur auf den Studienzeitraum (follow-up) betrachtet werden darf und eigentlich nicht auf das Einzeljahr runtergerechnet werden darf. Zudem ist eine Studienpopulation so gut wie nie mit der üblichen Klientel vergleichbar. Die NNT um ein kardiales Ereignis zu verhindern liegt bei ca. 2-6. Diese Zahlen sind meiner Meinung nach unter Berücksichtigung der Verträglichkeit, des Nebenwirkungsprofils und der Kostenstruktur (Atorvastatin einmal vernachlässigt ;-)) sehr gut vertretbar.

    Zum Thema KHK und Depression: Dass Patienten mit Depressionen überdurchschnittlich häufig an einer KHK leiden ist seit langem bekannt. Leider ist meines Wissens nach bisher weitestgehend unklar geblieben, ob es sich dabei um Koinzidenz oder einen echten und v.a. unabhängigen „Risikofaktor“ handelt. Und um es klar zu sagen: Auch ich glaube an Zusammenhänge zwischen herz und Psyche, eines der beeindruckendsten Beispiele hierfür ist sicher die (wohl noch nicht allgemein bekannte) Tako-Tsubo-Kardiomyopathie (auch „broken heart-syndrome“ genannt).

    2. Ist es je nach Risikoprofil für viele Patienten sinnvoll, Medikamente einzunehmen. Für den Fall der KHK-Patienten (genauer gesagt: Patienten mit signifikanter KHK, d.h. mehr als 50%igen Stenosen) bin ich sogar davon überzeugt, dass es für alle Patienten sinnvoll ist.

    1. Man(n) ändert nicht mal eben so sein Leben. Das sind tiefgreifende, oft schmerzhafte Prozesse, die professionell begleitet sein wollen. Dazu ist nicht jeder bereit, und an der Begleitung haperts auch oft genug. Leute ändern ihre Ernährung ja nicht nicht, weil sie´s nicht besser wissen - oder nicht nur, sondern weil sie Widerstände haben, die freundlich zur Mitarbeit aufgefordert werden wollen - z.B. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen!

    Ob eine „einfache“ Hypercholesterinämie (d.h. ohne weitere Risikofaktoren)– auch bei fehlendem Effekt von Diät und Sport – mit Statinen behandelt werden sollte sehe ich auch sehr kritisch, wenn ich richtig orientiert bin, dann suggeriert die aktuelle Studienlage sogar einen fehlenden Nutzen in diesem Falle.

    Natürlich muß auch betont werden, dass Statine (möglicherweise sogar mehr aufgrund pleiotroper Effekte als aufgrund der Lipidsenkung) nur ein Mosaiksteinchen in der Behandlung der signifikanten KHK sind, Thrombozytenaggregationshemmer, ACE-Hemmer oder AT1-Blocker sowie Betablocker gehören unbedingt auch dazu. Und dass in vielen Fällen ein Stenting oder gar eine Bypass-OP unumgänglich sind, ist ja auch hinlänglich bekannt.

    Letztlich bleibt es jedoch eine große Aufgabe (und das scheint ja auch ein wenig Thema des Buches zu sein, um das es hier am Threadstart eigentlich mal ging) die Patienten mit Ihren Ängsten nicht alleine zu lassen, sondern Ihnen im Bedarfsfalle professionelle Hilfe (Psychologen etc.) anzubieten, denn über die Möglichkeiten eines niedergelassenen Arztes kann das sehr schnell hinausgehen.

    Beste Grüße

    Frank Reinke
  • Sibylle Dapp
    Sibylle Dapp    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: Revolution in der Herztherapie
    Ist es nicht Herr Dr. Reinke. Da irren Sie ganz gewaltig.
    Ich kenne Ornishs Arbeit sehr gut, ich bin ausgebildet als Yogalehrerin nach seiner Weise in der Herztherapie, Herzpatienten zu begleiten. Das Problem ist, dass gerade Aerzte, nicht wahrhaben wollen, dass Liebe heilt. Sie ist die stärkste Kraft und die grösste Heilkraft die jeder Mensch besitzt. Doch nicht jeder Mensch ist zugänglich dafür. Dass ist aber dessen Entscheidung.
    Sie kennen die Pranayama Techniken nicht aus der Ornish Therapie, die gerade die Zuversicht und Liebe fördert. Sie kennen seine Arbeit nicht.
    Pranayama ist die höchste Kraft, die wir in uns fördern können.

    Aber manchmal kann gerade der Tot die Heilung sein. Wenn ein Mensch stirbt an einer Krankheit, dann hat gerade dieser Mensch die Krankheit besiegt.

    Sibylle Dapp
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