Medienpolitik
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Catrin Keil(not a XING member)Widerstand gegen Digitalisierungspläne von ARD/ZDF - Ihrer Meinung nach in Ordnung?
Die Pläne von ARD und ZDF, ihre Internetaktivitäten stark auszubauen, stoßen bei den privaten Rundfunkanbietern auf Ablehnung. "Es wird versucht, die Digitalisierung für eine Weichenstellung in eine elementar falsche und für die Legitimation der Gebühren gefährliche Richtung zu nutzen", kritisierte Jürgen Doetz, Präsident des Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT). Private Anbieter hätten dazu beigetragen, dass das Medienangebot weiter steige und Information und Unterhaltung auch über neue Wege die Nutzer erreiche. "In dieser Situation darf es keinen Ausbau des öffentlich-rechtlichen Angebotes mit der Konsequenz weiterer Gebührenerhöhungen geben. Der Gesetzgeber muss im Gegenteil den Auftrag der Anstalten klar definieren und das gebührenfinanzierte Angebot entsprechend begrenzen", verlangt Doetz.
Der VPRT spricht sich für eine Neugestaltung der digitalen Rundfunkordnung aus. Danach soll sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf die Erfüllung gesellschaftlich relevanter Funktionen beschränken. Hierzu sollte die Zahl der Programme verringert und bindend gesetzlich festgeschrieben werden, verlangt der Verband. Das Gleiche gelte für die Frequenzen und Übertragungswege, die von ARD und ZDF genutzt werden. Die Privaten sprechen sich zudem für ein werbefreies Fernsehprogramm von ARD und ZDF aus.
Dem widersprach der Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR), Fritz Raff, nach dessen Ansicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht von der technischen Entwicklung und den neuen Verbreitungswegen abgekoppelt werden darf. "Nur die Teilhabe an den vielfältigen digitalen Verbreitungsmöglichkeiten gewährleiste auf Dauer, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine verfassungsrechtlich gebotenen Auftrag für die Gesellschaft erfüllen kann", betonte der SR-Intendant.
- 22 May 2006, 10:34 am
