Medienpolitik
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Otto Kettmann Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Mattscheibe ... oder warum die TV-Landschaft verflacht
Salut,
heute habe ich das Buch von Jürgen Bertram "Mattscheibe" zu Ende gelesen, dass aus meiner Sicht einige interessante Aspekte des modernen Fernsehen beleuchtet. Auch wenn ich sicherlich nicht jede seiner Meinungen teile, habe ich doch einige gute Gedanken für mich mitnehmen können. Einige Thesen als Stichworte für die weitere Diskussion:
1. TV verflacht, weil die Professionalität der Mitarbeiter darunter leidet, dass aus dem politischen Raum Einfluss auf die Personalpolitik genommen wird und dabei Parteienproporz vor Prodessionalität geht.
2. (Öffentlich-rechtliches) TV verflacht, weil die Sender dem Druck der Quote willfährig nachgeben.
3. TV verflacht, weil Aktualität vor die Hintergrundberichterstattung gesetzt wird.
Gut - auch für andere Bereich meiner Arbeit - hat mir das Zitat gefallen: "Das entscheidende Kriterium für Qualitätsarbeit ist: Habe ich Zeit?".
Wie seht Ihr das?
Grüße
Otto Kettmann
- 12 Apr 2006, 10:01 am
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Catrin Keil(not a XING member)Re: Mattscheibe ... oder warum die TV-Landschaft verflacht
Hallo Herr Kettmann,
das sind wirklich interessante Thesen, die meiner Meinung nach wirklich alle zutreffen auch das Zitat am Ende Ihres Beitrages. Es ist leider heutzutage oft so, dass Schnelligkeit vor Qualität steht. Hierbei muss man nur aufpassen, dass man die 'Schuld' hierfür nicht dem einzelnen Redaktuer zuweist, denn dieser befindet sich in einem System, das auf ihn diesen Druck aufbaut. Es ist doch z.B. auch bei den Zeitungsredaktionen nicht anders: Mitarbeiter werden weg-rationalisiert, d.h. der jeweilige Journalist ist jetzt vom text bis zur Seitengestaltung selbst verantwortlich - zu Lasten der Qualität der Beiträge, auch gibt es keine Lektoren mehr....
die ist einfach ein Problem unserer Zeit - und eist dringend nötig, dass die Weichen hierfür anders gestellt werden
Lieben Gruß, Catrin Keil
- 13 Apr 2006, 09:20 am
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MATTHIAS THÜRLING Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^2: Mattscheibe ... oder warum die TV-Landschaft verflacht
Punkt 4: Redakteure werden eingespart, müssen in immer weniger Zeit mehr Sendeminuten produzieren oder wurden schon lange durch Praktikanten ersetzt.
Bin schon lange nicht mehr in diesem Geschäft, habe die Anfänge dieser Entwicklung aber selbst gesehen und beobachte das Ergebnis zunehmend deutlich in Radio und TV.
Schöne Grüße,
Matthias Thürling
- 19 Apr 2006, 09:22 am
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Dr. Torsten Milsch Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re: Mattscheibe ... oder warum die TV-Landschaft verflacht
Guten Tag Herr Kettmann,
vielen Dank für Ihren anregenden Beitrag, den ich als Beziehungs-Berater,
auch tätig in Politik, Medien und Gesellschaft insgesamt unterstützen kann.
Aus eigener Erfahrung muß ich Ihrem Punkt 1 aber widersprechen, bzw. ihn ergänzen: Die Öffentlich-Rechtlichen verflachen,
weil sie von der Politik zu wenig qualitativ-inhaltiche Vorgaben bekommen, bzw. einhalten müssen.
So gibt es zwar einen Programmauftrag zu Information, Bildung und Beratung,
aber was darunter zu verstehen ist, definieren die Sender selbst, denn:
"Die Politiker haben 'vergessen' wirksame Kontrollmaßnahmen für z. B. den WDR ins WDR-Gesetz zu schreiben."
So der O-Ton einer Kölner Medien-Anwältin.
Sie haben Recht, gerade das gebührenfinanzierte ÖRR müßte auf Qualität statt Quote achten
und notfalls dazu verpflichtet werden können.
Aber eine Medienaufsicht gibt es nur für die Privatsender.
Gruß aus Neuss
Torsten Milsch
- 28 Aug 2006, 6:54 pm
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Martin Bobowsky Premium MemberThe company name is only visible to registered members.tradierte Politkruste aufbrechen
Meines Erachtens hat die Politik schon viel zu sehr sich ungefragt sich in die Belange TV eingemischt.
Ungefragt meine ich in dem Sinne, dass alle Macht vom Volke zwar formal ausgeht ... aber wer bestimmt die Medienwächter (ZDF Fernsehrat, Besetzung Landesmedienanstalten ... )?
Echte Mitbestimmung durch plebiszitäre Elemente sehe ich da nirgends. Und das bei der 4ten Gewalt laut GG.
Qualität ist so schon lange nicht mehr sichergestellt im Öffentlichen TV. Quote wird zunehmend auch bei den Öffentlich Rechtlichen als Grund herangezogen zu bestimmten TV-Formaten.
Statt sich den Luxus zu gönnen auch mal strategisch TV-Formate sich langsam entwickeln zu lassen, wird dem Beispiel der Privaten nachgehechelt.
Was ich ganz persönlich bedeauerlich finde ist mein Liebingsbeispiel Technologiebereichterstattung. Die bleibt irgendwo stehen zwischen tagesaktuellen Events (die wenig Hintergrund hat) und aufgekauften BBC Serien, die lediglich phonetisch germanisiert werden.
Das TV könnte meiner Meinung nach alte Klassiker wie Computerclub
http://www.wolfgang-back.com/aktuell_home.php
http://www.wolfgangrudolph.de/
und noch mehr Moderatoren wie Ranga Yogeshwar vertragen ...
Und da sind wir plötzlich bei einer weiteren "Schwäche" vom Öffentlich Rechtlichen TV. Es gib mannigfaltige Experten, Lehrer, Didaktiker, die sich verständlicher Naturwissensschaft verschrieben hanen ... Bildbestimmend sind aber viel mehr Kulturwissenschaftler, Germanisten, Historiker ...
Und dementsprechend fällt auch die redaktionelle "Tiefe" dann aus. Am eigentlichen Know-How in Deutschland liegt das nicht ... wo wir wieder bei dem Proportz und dem eigentlichen "Rundfunkauftrag" sind.
Plebiszitäre Elemente könnten immerhin die tradierte Politkruste aufbrechen ...
MFG Bobo(2006)
- 28 Aug 2006, 8:46 pm
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