Metakulinarik
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Christian Rothwangl Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Als Kunstprodukt aus unausgegorenen Gedankenabfällen?
Unausgegorene Gedankenabfälle
Beim Gault Millau scheint ohnehin etwas Verwirrung zu herrschen. Xanthan im Tapetenkleister? Ist das nicht Methylzellulose? Und ist Xanthan nicht als Bio-Zusatzstoff zugelassen? Stolz spielt der Chefredakteur im Vorwort darauf an, dass man Jean Claude Bourgueil vom Düsseldorfer „Im Schiffchen“ wegen Glutamat-Gebrauchs zeitweise ganz aus der Bewertung genommen hatte. Im selben Vorwort wird als Chef einer erwünschten Vereinigung deutscher Spitzenköche der Fernsehstarkoch Alfons Schuhbeck vorgeschlagen. Den haben die Verbraucherschützer von „Food-Watch“ gerade wegen seiner Werbung für Tütensuppen angeprangert, die voll von „Glutamat, Farbstoffen, Verdickungsmitteln und Stabilisatoren“ seien.
Und weil Schuhbeck in seinem Laden in München auch eigene Produkte mit Glutamatzusatz verkauft, kann man sich so einen Mann, am Montag unter den Gästen bei der Präsentation des Gault Millau im Münchner Hotel „Königshof“, wirklich nicht als Galionsfigur der deutschen Kochkunst vorstellen. Auch Harald Wohlfahrt von der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn, den der Chefredakteur Kohnke ganz besonders schätzt, benutzt den genannten Heringskaviar – wird aber merkwürdigerweise nicht abgewertet. Das hat dann nun endgültig „Geschmäckle“. Harald Wohlfahrt: 18,5 Punkte! Was wäre das für eine Meldung gewesen? Und wie sollen wir nun eigentlich die sonstigen Bewertungen des Gault Millau einschätzen? Als Kunstprodukt aus unausgegorenen Gedankenabfällen?
Quelle: Foodwach, FAZ
- 22 Nov 2009, 12:46 am
