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Markus A. WössnerThe company name is only visible to registered members.Besuch "uns'rer" Schule im Rahmen der Dezember-MTB-Reise Nepal
Einmal mehr waren wir mit den MTBikes in Nepal... - einmal mehr haben wir wieder unsere Schule besucht...
Den bebilderten Artikel mit umfangreicher Projektinfo findet ihr direkt hier:
Artikel als pdf:
http://www.chiemgau-biking.de/wp-content/files/charity/Artik...
Facebook-Bilderalbum:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150426048765869....
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Eine Schule für Kristi
Nun stehe ich da!
Am Pausenhof im entfernten Nepal, Kristi Nachnechour. Mit drei Freunden zusammen im abgelegenen Bergdorf, das Annapurna-Massiv sichtbar. Eine lange Reise liegt hinter uns. Vor mir links und rechts ein Spalier aus je gut 30 kleinen Nepali-Kindern. In unglaublicher Kulisse den Tränen nah, sammle ich die vielen Blümlein ein, die mir entgegengestreckt werden. In diesem Moment überwältigt mich Freude und Glück, pure klatschende Dankbarkeit um mich nehme ich wie im Sinnesrausch wahr. Wie kam’s dazu?
Nicht wenige nennen es Schicksal. Ich stehe da in ca. 1300 m Höhe und versuche den verhängnisvollen Berggrat zu erahnen, an dem am 22.August vor gut 9 Jahren eine Twin Otter der Shangri-La Air zerschellte. Lediglich 17 Meter zu tief, nur 800 m entfernt. Mein Leben hat sich sehr verändert, seitdem mein Schwesterlein hier ihrer eigenen Schulgemeinde Prien am Chiemsee jäh, plötzlich und für immer entrissen wurde. Und es scheint, als hätte ich im Himalayastaat einen Teil ihres Jobs übernommen, wenngleich ich kein Lehrer bin. Nie sein wollte. Und doch irgendwie bin. Auch und vor allem infolge Übernahme von Verantwortung für viele Kinder.
Ich hatte unseren Besuch mit Ralf, Michael und Bhai Krishna in Kristi angekündigt. Bisher hatte ich stets auf Kontrolle gesetzt und Überraschungsbesuche gepflegt. Ein ums andere Mal wurde so die kleine Dorfgemeinschaft von mir geprüft. Immer wieder konnte ich mich vor Ort überzeugen: die Grundschule, die ohne deutsche Spendenhilfe nicht existieren könnte, wird sehr gut geführt. Die Bücher sind vorbildlich, die Kinder strahlen Neugierde und Zuversicht aus. Der Ort ist mystisch. Der Gedenkchörten für die Opfer des Flugzeugunglücks ist mit Gebetsfahnen gepflegt.
Nach einer Ansprache des Pricipals und des Chairmans, in der immerzu für unsere Hilfe gedankt wird, erhalte ich selbst das Wort. Ich erzähle den Kindern, dass ich einst ebenfalls Schulkind war; von meinen Eltern, beide Lehrer, viel gelernt habe. Dass man mit Lernen weiterkommt im Leben. Sogar bis nach Nepal, aus dem weit entfernten Europa...
Wir haben Bonbons mitgebracht, die Bhai Krishna, mein Freund und Guide verteilt. „Achtet auf eure Natur“, schärfe ich den Kindern ein. „Ihretwegen kommen die Touristen ins Land. Also dürft ihr die Bonbon-Verpackung nie achtlos wegwerfen!“. Meine Worte werden übersetzt, von großen Kulleraugen wahrgenommen, und von den Älteren nickend verstanden.
Von einem Sponsor hatten wir 100 Zahnbürsten bekommen. Diese werden jetzt im Anschluss verteilt, zusammen mit je einer Packung Zahnpasta. „Wie oft putzt ihr eure Zähne?“ will ich wissen. Die prompten Antworten erstaunen, weiß ich doch, dass das Thema Zahnpflege bis vor wenigen Jahren in Nepal eine extrem untergeordnete Rolle spielte. Doch die Arbeit unseres Stiftungspartners [die Stiftung «Zahnärzte ohne Grenzen» / «Dentists without Limits»], wobei das Schuldorf auch schon 2 mal im Rahmen von Auslands-Dentalcamps bereist wurde, hat offenbar nachhaltigen Erfolg bewirkt. Noch eine kurze Demonstration mit einem der älteren Mädchen vor Ort, wie man in 3 Minuten richtig die Zähne putzt, dann ziehen wir uns zurück und bereden die Zukunft unseres Hilfsprojektes.
Zwar können wir mit 6.500 EUR in 2011 die größte Ausschüttung an gesammelten Spendengeldern vornehmen, dennoch sind die Nöte nach wie vor groß. Fast zu groß. Die Schülerzahl schwindet, Reparaturmaßnahmen drohen, da Wasser in den Monsunmonaten in die Klassenzimmer läuft! Die Betondecke, die endlich über das gesamte Schulgebäude errichtet werden soll, verschlingt zu viel Geld – deutlich mehr als wir überreichen können. Die Lehrer haben einen hohen Wechsel, zumal das System in Kristi nicht nach dem Geschmack der externen Lehrer ist: den Verzicht fast der Hälfte des Gehalts zum Investment-Wohle der Schule nehmen nur die ortsansässigen Lehrkräfte dauerhaft auf sich. Und doch sind die Erfolge offenkundig, selbst wenn noch immer (nur) ein Wellblech das Dach der Klassenzimmer schützt, was bei Regen Lärm pur im Inneren verursachen muss: denn jüngst haben die Lehrer gerade aufgrund ihres Engagements für die „New Social English School“ im Wettbewerb mit den anderen Schulen einen Preis gewonnen: gerade wegen ihres Gehaltsverzichts verbunden mit ihren guten qualitativen Leistungen.
Zwei Tage wird der Mitteleinsatz besprochen, eine Marathonsitzung zum status quo erfolgt. Wir beschließen gemeinsam Marketingmaßnahmen vor Ort. Denn auch die Familien in den umliegenden Wards müssen wissen, dass sich vor allem für ihre Kinder ein Schulbesuch in Kristi lohnt.
Was bei uns völlig normal ist, ist im Entwicklungsland Nepal zu oft pures Abenteuer und beginnt schon mit dem täglichen Weg in den Unterricht. Nun haben wir ein weiteres Jahr diesen Unterricht gesichert. Auch meine Arbeit beginnt erneut: und zu gerne sage auch ich schon jetzt Dank für jede Hilfe & Unterstützung in dieses Projekt....
Namaste und herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit... (:
Markus Wössner
- 19 Dec 2011, 1:58 pm
