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Markus A. WössnerThe company name is only visible to registered members....nach Nepal reisen - Eintauchen in eine besondere MTB-Welt
Nepal – Himalayastaat der Superlative
„Namasté!“ schallt es mir kehlig entgegen. Ich bin sofort in Nepal angekommen: markant wohliger Räucherstäbchen-Duft in der Nase, orangerote Tagetesblumen vor Augen, Meditationsmusik im Ohr. Dem Himmel, dem Göttlichen so nah. Andersorten dauert es immer ein wenig länger, bis ich wirklich angekommen bin. Dies gegrüßte „Göttliche in mir“ erfolgte typisch, ich spüre starke Wertschätzung, hierzulande ungewohnt. Mystisch, weit eindrucksvoller als unser abgepflegtes „Grüssgott“.
Nepal – ich habe dieses Land lieben gelernt!
Göttlich! Vielleicht liegt es wirklich daran, dass ich mich im durchschnittlich höchstgelegenen Land der Welt befinde? Immerhin 40 Prozent dieses Landes liegen oberhalb von 3000 m. Bei uns wäre das sprichwörtlich die „Freiheit über den Wolken“... Nepal: es macht einen fast demütig. Man merkt sofort, die Zeit ist hier eine andere. Man befindet sich in eigener Welt. Das autarke Land, süd-/ost-westlich von Indien umsäumt, nördlich von China über Tibet und das massive Gebirge getrennt, strahlt eine Ruhe, Friedfertigkeit und Gelassenheit aus, wie man sie im hektischen Europa nicht kennt. Hier trifft man überall auf Bewunderung und Anerkennung, man verweilt in seltsamer Zeitlosigkeit. Immer in Wahrnehmung des Stolzes des asiatischen Gesprächs-Gegenübers.
Meine Reise führt in ein Land voller Superlative:
Nepal ist ein ethnologischem Kaleidoskop: hier finden sich mehr als 100 Gruppen und Kasten mit 120 Sprachen und Dialekten bei verschiedensten Volksstämmen. In ein Land mit den höchsten Bergen der Welt: die meisten, nämlich 8 von allen 14 Achttausendern finden sich hier. Unzählige 7000er und 6000er thronen vor dem tibetischen Hochland im stattlichen Himalaya-Massiv. Der längsgezogene Binnenstaat, vergleichbar mit der Größe von Bayern und Österreich zusammen, ist geografisch auch das vielschichtigste Land der Welt: der Querschnitt reicht von 70 m über Meeresnull bei Kencha Kalan im südlichen Terai, steil ansteigend bis hin zum Mount Everest. Während man hierbei wohl sofort an die Namen Hillary, Norgay, Messner denkt und sich an viele Bergsteigermythen rund um „Sagarmatha“– dem höchsten Berg der Welt in der Sprache Nepali – erinnert, rutscht der Süden das Landes fast in den Hintergrund: hier findet man das Herz des nepalesischen Dschungels, mit einigen Wildreservaten und Nationalparks. Man kann dort auf Safari gehen und die nepalesische Tierwelt beobachten: Elefanten, Tiger, Leoparden oder Panzernashörner bestaunen.
„Namasté“! Das Göttliche ist hier allgegenwärtig. Vielgottglauben scheint es zu geben. Shiva, Vishnu, Ganesh, Hanuman und viele mehr werden als Schutzgötter verehrt, egal welcher Glaube vom Bittenden ausgeübt wird. Doch das ehemalige und letzte Hindukönigreich der Erde ist geprägt vom Hinduismus. Es passt ins Bild, dass das Volk seinen ungeliebten Monarchen mit weit überwiegend friedlichen Mitteln, Demonstrationen und Generalstreiks losgeworden ist. Nur jeder zehnte Nepali ist Buddhist, obwohl der historische Buddha Mitte des 6. Jhdt v. Chr. in Lumbini am Fuße des Himalayas geboren wurde. Das Kastenwesen Nepals beruht auf indischer Tradition. Der Besucher Nepals wird freilich die streng hierarchischen Strukturen dieser Kasten kaum erkennen, auch weil allerorten religiöse Toleranz pur zu finden ist. Gut erkennbar dagegen als schillernde Paradiesvögel die Sadhus, die sich einem Leben in völliger Askese unter Abkehr von weltlichen Genüssen verschrieben haben. Sie findet man meist an Tempelstätten, gesichtsbemalt, im Lotussitz, oft genug ein Pfeifchen rauchend...
Genügsamkeit ist insgesamt eine typische Eigenschaft der Nepali. Nicht zu verwechseln mit Armut, worauf bei einem durchschnittlichen Erwerbseinkommen von jährlich knapp über 300 EUR p.P. primär zu schließen wäre. Natürlich ist Nepal ein Entwicklungsland mit denkbar schlechter Industrie, umso stärker von Landwirtschaft geprägt. Infolge reicher Ernten und funktionierender Grundversorgung wird man Nepal nie mit Hungerarmut gleichsetzen. Im Gegenteil: oft wird man den Eindruck nicht los, dass vielmals ärmer derjenige ist, wer mehr bedarf...
Tourismus ist die Haupteinnahmequelle dieses Landes, das nur so strotzt vor üppiger Natur: die weißen Bergriesen von Annapurna, Langtang, Everest & Co – eingebunden in die tiefsten Schluchten der Welt, gepaart mit subtropischen Klimazonen. Der aktive Naturmensch findet hier ein absolutes El-Dorado für Betätigung jeglicher Art vor. Neben Trekking als Bergsport fasziniert mehr und mehr Kajak & Rafting nicht nur am Kali Gandaki Fluss, einer von vier mächtigen Wasseradern des Himalayastaates. Im Gegensatz zu den Alpen sind die befahrbaren Distanzen hier erheblich größer, das Wildwassererlebnis ist bis auf die Monsunmonate auf mehreren Hundert Kilometern am Stück möglich.
Noch spektakulärer bleibt das Bergerlebnis: angesichts der allgewaltigen Größe der unmittelbar aufragenden Bergriesen. Das gemäßigte Mittelland im Höhenkorridor von 500m bis 2500m bietet bei phantastischen Gänsehaut- Ausblicken auf den Himalaya-Thron auch in der Streckenvielfalt alles, was man sich als Mountainbiker nur wünschen kann: steile Kletterrampen im Mix mit Bergrückenpfaden, Regenwaldpassagen angrenzend an unberührten Flusstälern, mündend am malerischen See. Stets ein besonderes Highlight ist, die Flüsse mit überspannten Stahl-Schmalbrücken zu überqueren, um nach knackigen Uphill in einem weiteren Dorf ausgespuckt zu werden. Dort freue ich mich einmal mehr auf eines der vielen Nepali-Kinder, das mich mit großen Kulleraugen ehrfürchtig fragt: „why do you come to Nepal“ ? Spätestens dann kommt mein Part. Ich falte die Hände, beginne wohlwissend der überirdischen Höflichkeit respektvoll mit: „ Namasté! “...
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Buchungstipp: Himalaya-Panorama-Tour per Mountainbike, 16 Tage entlang einer wiederentdeckten alten Handelsroute von Kathmandu nach Pokhara. Zzgl. Flug, 26.11.-11.12.2011 ab EUR 1590,-
- 20 Sep 2011, 10:17 am
