mountainbike and road bike

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  • Markus A. Wössner
    Markus A. Wössner
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    ...wenn's ein bisserl Luxus sein darf...: Südafrika - Biking am Kap.
    Südafrika: Biking am Kap und im Land der BIG 5

    Ein Besuch Südafrikas ist wie eine Reise der Sinne...! Ein Wort bleibt mir da ganz besonders in Erinnerung: „Lecker...!“ – der afrikaanse Name für „klasse, wunderbar, großartig“. Genau der trifft die Bedeutung „Geschmack“ auf vielfältigste Art: denn Südafrika fasziniert Gaumen und Erinnerungsvermögen auf verschiedenste Weise!
    Natürlich in kulinarischer Hinsicht: exquisite Leckereien, vom südafrikanischem Kochkünstler mit erstaunlichem Einfallsreichtum gezaubert, meist süßlich abgerundet. Komponiert mit den jeweils landestypischen Zutaten. Kreativ angerichtet. Begleitet von einer vollmundig vielfältigen Weinkarte. Dabei nicht zu vergessen: das leckere Potpourri an Kaffeesorten aus vielen Coffee-Shops, wo neben einem Cappu allerlei liebenswerter Krimskrams und somit eine Fülle an Mitbringsel verlockt, sofort ins Rückreisegepäck zu wandern.

    „South Africa“, gelegen am südlichsten Rand des afrikanischen Kontinents mit einer Küstenlinie, die sich an endloslangen weißen Sandstränden über mehr als 2.500 km ausdehnt. Umschlossen von gleich zwei Ozeanen: dem warmen Indischen und dem kühlen Atlantischen Ozean. Südafrika – noch schimmern die Eindrücke der vergangenen Fußball-Weltmeisterschaft in Erinnerungen.
    Vielleicht ist es das Tageslicht, das dieses Land sichtlich so markant von anderen abzeichnet: man sagt, die Sonne scheint hier heller als anderswo. Und tatsächlich: das dem blauen Meer angrenzende Land glänzt geradezu, die Sonne leuchtet hier jeden noch so versteckten Winkel aus! Das Wasser wirkt blauer, die Landschaft satter und bunter, als man es gewöhnlich kennt. Kein Wunder, dass viele der großen Firmen ihre Kreativzentralen ans südliche Ende der Afrika-Welt verlegt haben.

    Was für ein Vergnügen, Südafrika aus sportlicher Sicht zu entdecken! So konnte ich innerhalb eines üppigen Monats sprichwörtlich die halbe Welt in einem Land wahrnehmen: Südafrika ähnelt oft genug Kontinenten wie Neuseeland und Südamerika, auch Europa in Form von Irland und der Schweiz scheint die ganze Region in sich zu vereinen.
    Was für eine Abwechslung, diese Welt mit Bike und Stollenreifen zu erobern! Vorbei an Bergen, die über die Ebene wachen, vom Hochplateau des Tafelberges bis zur endlosen Halbwüste der kleinen und großen Karoo, wo sich Höhlen mit Millionen Jahre alter Gesteinsformation finden. Vorbei an tiefdunklen Flüssen, die durch uralte Wälder rauschen. Abtauchen in die Einzigartigkeit eines Landes, in dem ein Zehntel aller Pflanzen der Erde zuhause sind. Zu gern erinnere ich mich an die Momente, an denen wir über alte Farmweiden in schroffen Felsgebilden von unendlicher Weite pilotierten.

    Südafrika ist XXL. Diese landschaftliche Weite erstaunt und überrascht das europäisch gewohnte, räumliche Denken. Und so verwundert es nicht, in so manchem Landstrich über weite Bergrücken hinweg plötzlich ein Schmalpfad-Labyrinth vorzufinden, das extra für Mountainbiker kilometerweit konstruiert wurde. Künstliche, „lecker“ Trailparadiese – was für eine Arbeit! Farmer und Weinbauer, zugleich Bikefreaks, haben teils sogar ihre Weinberge und Rebenlandschaften mit speziellen Bike-Pfaden nur für die Bike-Freaks ausgekleidet. Und so erfreut Essen und Trinken gleichermaßen im angrenzenden Chateau-Restaurant den Sportler nach seinen bis dahin unvorstellbaren Pedalritten durch Paarl, Stellenbosch oder Franschhoek.

    Die Begeisterung für den Radsport ist hier enorm. In Kapstadt findet sich in der „Argus“-Tour mit das größte Eintages-Straßenrennen der Welt mit bis zu 35.000 Teilnehmern. Hier fahren alle mit: Profis, Amateure und Hobbyradler. Ähnlich auch beim Cape Epic-Etappenrennen, das seit 2004 jährlich limitiert ca. 1.200 Mountainbiker als 2er-Teams auf 800 Rennkilometer zusammenschweißt und mit rund 16.000 Hm fasziniert: Acht Tage höchst anspruchsvolles Mountainbiking durch Halbwüste und Bergpässe: Höhenmeterfressen und Staubschlucken auf bizarren Busch-, Sand- und Kiespisten. Dort, wo die Farmer einmal im Jahr ihre privaten Landgüter öffnen und einer Karawane von mountainbikesüchtigen Marathonisti und ihren Betreuern Durchlass gewähren.
    Ein bedeutendes Etappenrennen, mit wachsender Begeisterung von Aktiven, Betrachtern, auch Sponsoren - stets im Visier: das Ziel der Region um Kapstadt, wovon nicht wenige behaupten, dies sei die schönste Hafenstadt der Welt. In der Tat beeindruckt jeden frisch gelandeten Besucher bereits am Airport die in der Bucht gelegene Stadt mit ihrer dominanten Bergsilhouette. Mit ihrem unverwechselbaren Wahrzeichen, dem „Table Mountain“. Mit einer Berg-Skyline, die das gesamte Stadtbild überragt. Und einer Fels-Formation, bestehend aus so klangvollen Namen wie „Signal Hill“, „Lion's Head“ oder „Devils Peak“. Erhalten haben sie ihre Namen aus gruseligen Geschichten spannender Sagen.
    Sagen aus der Zeit, in der die Seefahrer den Cape-Point zu umschiffen versuchten. In der Hoffnung, nicht gegen einen Felsen zu fahren. Eine Hoffnung, die für mehr als 3000 Schiffe, die nun als Wrack den Meeresgrund zieren, nicht in Erfüllung ging. Als Biker findet man heute im „Kap der guten Hoffnung“ einen guten Trainingspartner mit stetig steifer Brise. An einem Ort, wo sich in Lagunennähe Brillenpinguine tummeln. In einer Region, wo man oft genug Wale beobachten kann: bis zum südlichsten Western Point, wo der massive Leuchtturm seine Bedeutung peu à peu verloren hat.

    Capetown, die Stadt am Kap: hier findet man mit der Long Street eine der belebtesten Straßen angefüllt mit Kneipen, Restaurants und Nachtclubs. Dies ist die Vergnügungsmeile. Ein bisschen weiter, an der Waterfront entdeckt man dann eine unmittelbar am Wasser gelegene, außergewöhnliche Shoppingmeile. Aber auch eine Vielzahl von historischen Museen und Gebäuden, wie das „Castle of Good Hope“: das älteste erhaltene Gebäude Südafrikas aus dem Jahre 1666.

    Nicht ganz so alt, doch umso historischer: eine Fahrt mit dem Outeniqua Choo-Tjoe-Train – eine Dampflok-Fahrt auf einer 68 km langen, eingleisigen Strecke. Eine Zugfahrt mit einer alten Lokomotive, die sich genauso schreibt, wie sie tutend klingt. Die zwischen 1924 und 1928 gebaute Route galt damals wegen der schwierigen topografischen Bedingungen als teuerster Streckenabschnitt der Welt. Bis 2010 bildete die spektakuläre Streckenführung entlang der Küste der Garden Route nicht nur ein beliebtes Ziel für Touristen und Eisenbahnfreunde, sondern auch Gelegenheit für den Biker als nostalgische Kurztransferstrecke: hier wurde man durch die malerische Küstenlandschaft transportiert, vorbei an farnbedeckten Hügeln, durch Wälder und Tunnel. In Überquerung von Seen, Flüssen und der Lagune von Knysna, über Brücken und Schienensträngen, die dicht über der Wasseroberfläche verlaufen. 2006 zerstörten heftige Regenfälle, Erdrutsche und Überschwemmungen wichtige Teilstrecken zwischen George und Knysna. Da deren Instandsetzung zu teuer waren, wurde dieses Teilstück leider außer Betrieb genommen. Wo sich einst die letzte, planmäßig von Dampflokomotiven bediente Strecke in ganz Südafrika fand, ist nun verheißungsvoll geplant, jene Route als reine Bikestrecke den Mountainbikern zu überlassen - was für ein Plan!

    Etwas nördlicher, in Prince Albert steuern wir unsere edlen Carbon- STORCK-Bikes zum landschaftlichen Höhepunkt: wir klettern zum höchsten Punkt der Tour. Unweit vom beschaulichen Ortsausgang biked man entlang einer Schotterpiste über den Swartbergpass in die Klein Karoo. Die canyonartige, wilde Strecke durch das vielfarbig gefaltete Sandsteingebirge, Mitte des 19. Jahrhunderts von Sträflingen bis in knapp 1600 m Höhe erbaut, war seinerzeit ebenfalls eine grandiose Ingenieursleistung. Nichts hat sich seitdem verändert: mit herzklopfenden Kurven und Blicken hinab, als gucke man mitten in die Schöpfungsgeschichte. Links und rechts unserer Pfade auf dem Weg zur abgelegenen Hütte sind Tausende von Proteen und viele Erika-Arten, inmitten eines unbeschreiblichen Kräuterdufts.
    In knapp 2000 m über Meeresspiegel blickt man auf eine dichte Vegetation, die aus der Distanz wie eine endlos grüne Matte aussieht und sich erst beim näheren Betrachten als Ansammlung aberhunderter, unterschiedlicher Pflanzen in allen Grüntönen dieser Welt entpuppt.

    „Lecker!“ Doch was wäre (Süd)Afrika ohne seine Tierwelt? Hier erlebt man, wie Paviane, „Baboons“ zunehmend neugieriger auf Menschen werden. Wie Jahrzehnte alte, riesige Schildkröten gemächlich über die Straße kriechen, oder wie die vielen Strauße, die in Südafrika allgegenwärtig sind, ihre Hälse nicht in den Sand, sondern in die Höh’ stecken.
    Was wäre Südafrika ohne wilde Tierwelt der „Big Five”: dazu zählt man hier den Löwen, Leopard, Elefant, Büffel und das Nashorn. Als 2006 der Cape Epic-Tross das Wild Life-Ressort von Botlierskorp durchquerte, konnte man manchen Teilnehmer zusammen mit dem illustren Reich der Tierwelt knipsen. Wir dagegen genießen auf Tour wie auf Safari die eindrucksvollen Impressionen mit den Big Five und vielen anderen – für den Afrika-Neuling praktisch die Big Fifty. Gänsehaut-Begegnungen in einem multikulturellen Land, das von manchem viel zu lange auf seine Vergangenheit reduziert wurde. Nun wissen wir: Südafrika ist wesentlich mehr. Wenn mir nur ein Wort zur Verfügung stünde, es treffend zu beschreiben, welches würde ich wohl wählen...?

    Zusatzinfo:
    Bebilderter Artikel im pdf-Download unter:
    http://www.chiemgau-biking.de/wp-content/files/urlaub/Mounta...
    Bildergalerie auf facebook:
    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150254436655869....
    Veranstalter & Reiseinformationen: Chiemgau Biking; http://www.chiemgau-biking.de
  • Alexander Böhler
    Alexander Böhler    Premium Member
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    Re: ...wenn's ein bisserl Luxus sein darf...: Südafrika - Biking am Kap.
    .... tolle Trails gibt's auch westlich von Johannesburg, Richtung Cradle of Humankind und Magaliesberg (Breedtsnek Pass, Buffelspoort Dam). Dazu technical trails auf privaten Farmen gegen eine kleine entry fee (Kingskloof, Van Gaalen's).
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