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  • Spot.us: community-finanzierter Journalismus 16 Apr 2009, 6:02 pm

    Viele beklagen die gesellschaftliche Gefahr angesichts des Niedergangs der Presse. So fordert dieser Tage bspw. Bernd Buchholz, Vorstandschef von Gruner+Jahr, eine Mehrwertsteuerbefreiung für Printmedien. "Die Politik muss sich langsam klar darüber werden, wie groß ihr Interesse an unabhängigen Qualitätsmedien ist", so Buchholz vor ein paar Tagen gegenüber der W&V.

    Allerdings sollte es aus meiner Sicht bei der Diskussion nicht um die Zukunftssicherung von Zeitungen oder bestimmten Medienunternehmen und deren tradierten Geschäftsmodellen gehen, sondern einzig um den Journalismus. Für diesen wiederum entwickeln sich im vielgescholtenen Internet zarte Pflänzchen neuer Finanzierungsmodelle, die Beachtung verdienen. Ein solches innovatives Finanzierungsmodell wendet bspw. die noch junge Non-Profit-Plattform Spot.us an:

    "We are an open source project, to pioneer 'community funded reporting.' Through Spot.Us the public can commission journalists to do investigations on important and perhaps overlooked stories. All donations are tax deductible and if a news organization buys exclusive rights to the content, your donation will be reimbursed. Otherwise, all content is made available to all through a Creative Commons license. It’s a marketplace where independent reporters, community members and news organizations can come together and collaborate."

    Ein interessantes Interview mit dem Gründer David Cohn gibt es hier:
    http://leanderwattig.de/index.php/2009/04/10/spotus-communit...
  • Re: Spot.us: community-finanzierter Journalismus 17 Apr 2009, 10:30 pm

    Naja, es ist ein Experiment, ich bin da aber skeptisch. Solche Gemeinschafts-Finanzierungsideen hat es ja schon für Entwicklungshilfe oder soziale Projekte oder auch in einer Art "Ebay für Kreditvergabe" gegeben, ohne dass man davon noch viel gehört hätte. Laut: http://medienlese.com/2009/04/14/spotus-kauf-dir-einen-journ... sind in fünf Monaten gerade mal 19 gesponserte Artikel online gegangen. Nicht besonders viel, wenn man das mit dem Ausstoß einer "echten" Regionalredaktion oder auch nur eines einzelnen freien Journalisten vergleicht. Und das spielt sich in einer großstädtischen, bevölkerungsreichen, liberalen Gegend mit hohem Durchschnittseinkommen in den USA ab, wo ohnehin eine stärkere Stifter-Kultur als hierzulande herrscht. Aber beobachten sollte man die Geschichte weiter.

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