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  • Fragen über Fragen 05 Nov 2009, 12:51 pm

    Hallo liebe Gruppenmitglieder,

    da ich sehr gute Erfahrungen mit Ratschlägen in dieser Gruppe gemacht habe, stelle ich nochmals eine Frage (ich hoffe das trifft mitunter denn Sinn dieser Gruppe.)

    Wenn ich mir ein Ziel stecke und diese vor meinem geistigen Auge zu Leben erwachen lasse und das mit allen Sinnen, weiß ich ja, dass ich damit meine "unterbewussten Entscheidungen" maßgeblich positiv beeinflusse (gemäß zielerfüllender Handlungen).
    Ist es sinnvoll, um dieses Ziel dann auch zu erreichen, sich "Etappenbilder" zu schaffen oder "amputiere" ich damit die Selbstständigkeit meiner "unterbewussten Zielführung"?
    Viele Anführungszeichen, ich weiß, aber die Sache ist ja, dass das Ganze eine sehr individuelle Geschichte ist und damit wohl auch individuelle Vokabeln braucht (glaube ich)

    Grüße aus dem schönen Süddeutschland
    Christoph Knöll
    This article was modified on 06 Nov 2009 at 10:07 pm.
  • Re: Fragen über Fragen 05 Nov 2009, 2:19 pm

    Hallo,

    sinn-voll ist es auf jeden Fall, das Ganze dann mal sacken zu lassen, die Verbissenheit und den inneren Kontrollfreak in Pause zu schicken - und mit voller Zuversicht und ganzem Vertrauen (fast hätte ich "mit Hingabe"
    geschrieben) das Unbewußte mal machen lassen. Es ist ja schließlich sein Job, "das machen" - wer möchte schon gerne die Etappen und Einzelheiten vorgeschrieben bebkommen und ständig Zwischenbescheide
    "nach oben" senden müssen?

    Und dann -einige Zeit später- die Verblüffung g e n i e ß e n !

    Liebe Grüße
    Karin Zickler
  • Re^2: Fragen über Fragen 05 Nov 2009, 3:47 pm

    Karin Zickler schrieb:
    wer möchte schon gerne die Etappen und Einzelheiten vorgeschrieben bebkommen und ständig Zwischenbescheide "nach oben" senden müssen?
    Ich denke einige Stationen zuvor können nicht schaden. Nicht im Sinne von "erst A, dann B, dann C und dann Z - Ziel erreicht", aber einer groben Route und/oder eines Idealverlaufs. Ein "Endziel" ist zwar schön und gut, aber eine grobe Richtung und "Marker", dass man "auf dem richtigen Weg" ist wohl auch. Dass man dabei nicht in einen Tunnelblick verfallen sollte, da stimme ich Ihnen zu, nur vollkommen orientierungslos durch die Welt zu laufen wäre wohl genauso einseitig.

    Es kommt, wie wohl bei allen Dingen im Leben, auf die Balance an. Ich für meinen Teil simuliere für mich wichtige Situationen vor dem Eintreten durch. Angefangen von dem "Wo möchte ich hin?" zu "Wie komme ich dorthin?". Vom Anfangspunkt wandere ich dann ein paar Pfade ab, gehe verschiedene Verläufe durch und sehe mich dann der Situation gewappnet. Flexibel, habe ich doch die wichtigsten Routen abgesteckt und weiß, dass ich sie falls nötig verlassen und situativ neue Wege einschlagen kann. Kommen lassen.

    Im Zuge eines Seminars am Wochenende, und daran habe ich mich gleich erinnert gefühlt, habe ich zudem etwas kennen gelernt, das schimpft sich - soweit ich das richtig in Erinnerung behalten habe - progressive Zieltrance (oder war's Zeit~?!). Anyway springt man dort hinter das erfolgreich erreichte Ziel und geht dann von dort aus rückwärts in verschiedene Situationen, die vor der Erreichung absolviert wurden und erlebt diese unter dem Gesichtspunkt, dass ja alles perfekt läuft. Nun ja, beides kann man theoretisch sogar kombinieren.

    An sich kann ich aber nur sagen: Kommen lassen. "Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen." (John Lennon)

    [Ursprünglich dachte ich ja auf die Eingangsfragen nur mit "Ja." zu antworten ;) :D]
  • Re: Fragen über Fragen 05 Nov 2009, 3:52 pm

    Hallo lieber Christoph,


    Ein Konzept hast Du doch sicher, oder?

    Dein Ziel sollte klar sein, Dein Geist offen, Dein Wesen flexibel, damit sich noch ungeahnte Möglichkeiten auftun können. Wenn Du Etappenbilder nutzt, merkst Du eventuell nicht das der Weg längst veraltet ist und es neue schnellere Wege gibt, die in das Konzept passen und zum erwünschten Ziel führen.

    Somit könnten sich Etappenbilder wie Scheuklappen erweisen, denke ich.

    Aber da gibt es sicher noch andere Denkanstöße. Bin mal gespannt und lerne gerne dazu.

    Ich finde die Frage gut!
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  • Re: Fragen über Fragen 06 Nov 2009, 06:44 am

    Christoph Manuel Knöll schrieb:

    Ist es sinnvoll, um dieses Ziel dann auch zu erreichen, sich "Etappenbilder" zu schaffen

    Das ist sogar sehr sinnvoll, lieber Christoph Knöll. Und umso sinnvoller, je anspruchsvoller und komplexer das Ziel.

    Manchmal liegt zwischen dem, was wir tun wollen, und dem tatsächlichen Tun eine riesige Kluft namens „Akrasia“ (lateinisch für Willensschwäche, Handeln wider besseres Wissen). So nennen Philosophen den Zustand, wenn ein Mensch eine Handlung ausführt (auf der Couch liegen), obwohl er die Alternative (endlich anfangen) für besser hält. Ergebnis: Die Arbeit bleibt liegen, das Ziel schweift in immer größere Ferne.

    Viele Menschen sehen einen riesigen Berg vor sich, wenn sie vor einer komplexen Aufgabe stehen, und wissen gar nicht, wo sie beginnen sollen. Teile in einem solchen Fall die Aufgabe in mehrere kleine, überschaubare Einheiten auf. Am besten benutzt Du dazu Karten, auf denen Du ganz genau festhältst, was in dem jeweiligen Schritt zu tun ist. Versehe jeden Schritt mit einem Termin. So behältst Du stets den Gesamtüberblick, konzentrierst Dich aber für den Moment nur auf die vor Dir liegende (Teil-)Aufgabe. Jedesmal, wenn Du einen Schritt planst bzw. gehst, der Dich Deinem Ziel näherführt, erlebe Dich erneut mit allen Sinnen im Ziel (als-ob-Technik, also als ob es jetzt wahr ist). Und motiviere Dich mit einer kleinen Belohnung nach jedem "Meilenstein"!

    Durchhalten in dieser Situation: Weil Dir das Vorgehen in Schritt drei noch unklar ist, bleibt auch Schritt eins liegen. Der Anspruch, jede erdenkliche Schwierigkeit im Vorfeld zu lösen, kann demotivieren. Lasse das nicht zu und fange einfach an. Viele Probleme lösen sich im Laufe der Zeit von ganz alleine – und wenn nicht, fällt Dir bestimmt etwas ein, wenn Du tatsächlich auf ein Hindernis stößt.

    Viel Spaß und Erfolg - was immer Du auch vorhast: Lebe Deinen Traum!

    Herzlich,

    Ralf Dannemeyer

    P. S.: Ich glaube, Deine Fragen nützen vielen hier. Gib uns mehr davon!
    This article was modified on 06 Nov 2009 at 06:50 am.
  • Re^2: Fragen über Fragen 06 Nov 2009, 6:18 pm

    Lieber Ralf, geht es nicht in unserem ganzen Leben darum Antworten zu finden?
    Ich bin überzeugt, dass die Grundvorraussetzung dafür ist, die richtigen Fragen zu stellen! ;) (m.Ü.)

    Nun, nach diesen Antworten schlussfolger ich für mich:
    Meinen Lebenstraum, das was ich will, wofür ich lebe stelle ich mir täglich vor. Habe ich ständig als großes Bild mit allen Sinnen gemalt vor Augen. Dazu brauch Ich keine Etappenbilder, da jedes u.g. Projekt nach diesem Bild gesteuert wird.
    In alltäglichen Projekten, sowohl privaten als auch geschäftlichen, bilde ich mir Etappenziele und lass der evolutorischen Entwicklung ihren Lauf nehmen; aber immer mit einer Vorstellung vom angestrebten Endergebnis und in abhängigkeit meines Lebenstraum.

    Danke für Ihre aufschlussreichen Antworten. Das macht mir richtig Spass hier!

    Ein wunderschönes wochenende Ihnen allen

    Beste Grüße
    Christoph Knöll
    This article was modified on 06 Nov 2009 at 06:36 pm.

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