NLP – The World of Neuro-Linguistic Programming

NLP – The World of Neuro-Linguistic Programming

Posts 1-10 of 15
  • Robert Wegner
    Robert Wegner
    The company name is only visible to registered members.
    Kalibrierung und Liebe
    'n Abend,

    viele von euch kennen sicherlich (/hoffentlich) diese "unbeschreiblichen" Begegnungen mit gewissen Menschen. Schon auf den ersten Blick ist einem klar, dass ihr euch wunderbar verstehen werdet und (im Idealfall) das auch beide wisst. Die Basis großartiger Männerfreundschaften und dramatischer Frauengeschichten *lach* (zumindest in meiner Welt)

    Gestern Abend stellte sich mir ausgehend von dieser natürlichen Passung und "Auto-Kalibrierung" die Frage, wie das denn bei jenen ist, die das gezielt, bewusst und professionell (mittels NLP) machen. Ich meine, das tun wir alle irgendwo (zumindest, wenn wir uns vernünftig unterhalten wollen - auch ohne NLP :p), aber gibt es da meiner Meinung nach graduelle Unterschiede (im Verstehen, Verständnis und Teilen der Weltsicht/Landkarte).

    Voraussetzung dafür ist - vermutlich - die Kenntnis der eigenen entsprechenden Anteile in sich/der Welt und das "Ausspielen" bzw. Aktivieren können/wollen dieser. Die Frage, die sich mir stellte: Begibt man sich mit (extrem) guter Kalibrierung nicht in den Sog der Anziehung? Sei es ausgehend vom anderen oder gar von einem selbst, weil sich das zu Nutze machen des Chamäleoneffekts rekursiv niederschlägt. Quasi: Kalibrierung --> Rapport --> noch mehr Kalibrierung...

    Davon ausgehend die Überlegung:
    Kalibriert ihr automatisch (unbewusste Kompetenz, ihr seht jemanden und "passt euch an") oder habt einen On-/Off-Schalter, sprich Sicherungskreislauf, der das - ebenfalls automatische ablaufende - Adaptieren kontrolliert, so dass es kein Selbstläufer wird und euch durch entstehende Sympathie und Attraktivität potentiellerweise übermannt.

    Aus professioneller Sicht "muss" es ja quasi die zweite Variante sein?!
    Naja, erweitere ich die Fragestellung ein wenig: Inwieweit habt ihr die Erfahrung gemacht, dass der gute Rapport dazu führt, dass der Gegenüber "mehr von euch möchte"?! Denn die Gefahr sollte ja zumindest bestehen, als Kehrseite. Zumindest, wenn man von einem professionellen Kontext ausgeht, wo ein gewisser Rahmen gewahrt bleiben sollte ;)

    Robert
  • Michael Schippel
    Michael Schippel    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Re: Kalibrierung und Liebe
    Hi,

    ich verstehe Deine Frage so: Wie geht man mit dem Kalibrieren, Pacen und Leaden usw. um, wenn man dieser Dinge erst einmal bewusst ist. (Richtig?)

    Bei mir verhält es sich so, dass ich da verschiedene Phasen durchlaufen habe. Faszination des Ausprobierens, zunehmend vertiefte sich mein Verstehen der Botschaften, auch meiner. Heute ist die Kommunikation viel komplexer, aber auch wieder einfacher, Stichwort: unbewusst kompetent. Ich verstehe andere einfach viel besser und dies gilt auch für mich, wenn ich mein Verhalten wahrnehme. Meistens lasse ich mein Verhalten weiterlaufen, weil es aus mir heraus kommt. Eigenes Verhalten kontrollieren um bestimmte Ziele zu erreichen, ist ein Sonderfall.

    Es geht um Liebe?
    Hmm, da ist doch genauso Kommunikation wie überall sonst.

    Was genau verstehst Du unter dem "Sog der Anziehung"?

    Wenn man die Fähigkeiten der Kommunikation in sich ausbaut, bekommt man auch die innere Kommunikation exakter mit: die eigenen Anteile. Die braucht man nicht zu aktivieren, aber mitbekommen, wie es in einem funktioniert erhöht das Verständnis für die Situation. z.B., wenn man sich von seinem Gegenüber angezogen fühlt.
    Ähnlich verhält es sich beim Kalibrieren, oder allgemeiner, in der Kunst, sein Gegenüber wahrzunehmen und zu verstehen.
    Den Sog der Anziehung kennt wohl jeder. Bekommt man sich und sein Gegenüber genauer mit. bemerkt man auch das (schneller).

    Dein skizziertes Problem erscheint mir zu dem zu passen, was ich bei mir in meiner "technischen Phase" hätte haben können.
    HInzu kommt folgendes: Kalibrieren ist nicht Pacen. Kalibrieren ist zu schauen, sie genau das Gegenüber die verschiedenen Aspekte der nonverbalen Kommunikation verwendet, z.B. die Augenzugangshinweise.
    Dann "hört" man seinem Gegenüber zu und versteht besser als wenn man das nicht könnte.
    Pacen ist nun das Spiegeln (in erster Näherung). Die Frage dabei, was willst Du damit erreichen?

    Zum Thema Liebe: wenn Du einem Menschen begegnest und Dich angezogen fühlst, begeistert bist, lass es laufen. Was Du mitbekommst, wie Du verstehen kannst, kann duch Dein NLP Training besser sein. Flirten ist ein ganz eigener Tanz und Kalibrieren und Pacen sind da nur Teile des Ganzen.

    Wie ist das bei mir:
    - ich höre genauer, ich sehe genauer, ich fühle genauer
    - mich selbst und andere
    - ich kalibriere automatisch (d.h. ich nehme ganz automatisch wahr, wie andere die nonverbalen Aspekte der Kommunikation genau genutzt werden)
    - ich pace nicht automatisch, verhindere es aber auch nicht, wenn ich bemerke, dass in mir ein Impuls dazu besteht. Ich weiß heute allerdings, was dieser Impuls bedeutet.

    Ich glaube nicht, dass man das Verständnis für Kommunikation abschaltbar ist. Nonverbale Kommunikation ist wie eine eigene Sprache. Wenn Du Englisch kannst, schaltest Du das ab?
    Automatisches Pacen als antrainierter Reflex wäre ein Hindernis für Verständnis. Als würde man zum Echo mutieren.

    Pacen, um der Auserwählten vorzugaukeln, man schwinge miteinander, ist nur für bestimmte Ziele sinnvoll. Was das für den derzeitigen Zustand des eigenen Charakters bedeutet, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

    Ich glaube, dass ein tiefes Verständnis für Kommunikation und für interne Prozesse einhergehen sollte mit einer vertieften Selbstwahrnehmung und dem authentischen Selbst.

    Forschungen über die Liebe (nicht NLP) belegen, dass werdende Paare beginnen, miteinander zu schwingen im Sinne der zunehmenden Parallelität der Bewegungen: z.B.: sie greifen zeitgleich zum Glas.

    Und nun beginne ich mit der Interpretation Deines Beitrags:
    Ich glaube, Deine Kernfrage ist diese:

    Robert Wegner schrieb:
    Inwieweit habt ihr die Erfahrung gemacht, dass der gute Rapport dazu führt, dass der Gegenüber "mehr von euch möchte"?!
    Also vermute ich, Du hast jemanden kennengelernt, den/die Du toll findest, Dich fasziniert...
    Du hast einige Kenntnisse von Kommunikation und hast einiges wahrgenommen.
    Nun fragst Du Dich, inwieweit dies zum Flirterfolg beitragen kann. Liege ich richtig?

    Nur für den Fall: Es gibt mehr Faktoren. Z.B. welche Metaprogramme hat sie/er? Macht Dominanz attraktiv oder unattraktiv? Ist Verständnis ein Zeichen von Schwäche oder Stärke? etc. pp.
    Und Du? Strebst Du einen One-Night-Stand an oder eine Beziehung?

    Meine Empfehlung: spür in Dich hinein, was ist authentisch Du? Das tu und sei.

    Und als Antwort auf die zitierte Frage: Ich bin authentischer geworden u.a. durch NLP und ich verstehe genauer, was andere meinen, wenn sie sagen. Dieses verständnisvolle Selbstbewusstsein wirkt und macht attraktiver. Bekomme ich damit "jede ins Bett"? a) nein; b) will ich gar nicht

    Falls Du diese Begegnung ganz technisch durchleben willst (im Sinne von Kommunikationstechnik), dann müsstest Du immer genau zuhören, wie Dein Verhalten bei ihr/ihm Faszination und Erregung steigert und was nicht. Wenn das dann noch authentisch Du bist, um so besser.

    Ich habe mich bemüht, auf das zu antworten, was ich als Deine eigentliche Frage verstehe. Undd mir sind Deine Motivation und Dein Wertekatalog unbekannt.
    Ich selbst bewerte das Authentisch sein, d.h. mit mir selbst kongruent zu bleiben höher als einen Flirterfolg.

    Lieben Gruß, Micha
  • Post visible to registered members
  • Robert Wegner
    Robert Wegner
    The company name is only visible to registered members.
    Re^2: Kalibrierung und Liebe
    Danke für deinen umfangreichen Beitrag, Micha.

    Wie geht man mit dem Kalibrieren, Pacen und Leaden usw. um, wenn man dieser Dinge erst einmal bewusst ist. > (Richtig?)
    Jein, eher mit den Folgen. Will heißen: Wenn ich lerne mich besser auf andere einzustellen/mit denen zu interagieren, ist (aufgrund "latenter Kontrolle") die Trennung zwischen "innerster Anziehung" und "Anziehung aufgrund der erworbenen Fähigkeiten" möglich oder drohen diese Teile miteinander zu verwischen (was aber ein mangelndes Bewusstsein bei aller unbewussten Kompetenz voraussetzen würde).

    Was genau verstehst Du unter dem "Sog der Anziehung"?
    Hmm, Craving?! *hehe* Zumindest im "schlimmsten" Fall.

    Zum Thema Liebe: wenn Du einem Menschen begegnest und Dich angezogen fühlst, begeistert bist, lass es laufen.
    Mache ich auch. Die Frage war eher in Bezug auf "künstlich evozierte Gefühle" aufgrund professioneller Kommunikationsabstimmung. Wobei man im Falle eines "Selbst-Verfalls" ja nicht mehr professionell wäre.

    Pacen, um der Auserwählten vorzugaukeln, man schwinge miteinander, ist nur für bestimmte Ziele sinnvoll. Was das für den derzeitigen Zustand des eigenen Charakters bedeutet, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
    Wenn wir hier von Pick Up reden: Davon halte ich nichts. Aber das ist wohl ein anderes Thema ;)


    Also vermute ich, Du hast jemanden kennengelernt, den/die Du toll findest, Dich fasziniert...
    Du hast einige Kenntnisse von Kommunikation und hast einiges wahrgenommen.
    Nun fragst Du Dich, inwieweit dies zum Flirterfolg beitragen kann. Liege ich richtig?

    Nein. Ich bin "flirttechnisch" (und kommunikativ) mittlerweile ganz gut aufgestellt, würde ich behaupten. Immer noch mit massivem Entwicklungsspielraum, ohne Frage, aber durchaus ganz gut dabei. Ausgangspunkt ist die "Beziehung" einer Frau und mir. Entsprang zu Beginn des Studiums (vor fast fünf Jahren), gab einige (komplexe) Höhen und Tiefen, aber wir lagen immer auf einer Wellenlänge, kamen nach zwei Jahren des Ignorierens in kürzester Zeit auf die alte Verständnisebene. Wir denken die selben Sachen, sprechen die selben Sätze, haben eine - ich möchte fast sagen - komplette Übereinstimmung in unseren Weltsichten. (Ich gerate zu sehr ins schwärmen *lach* Und wir haben uns auch schon oft genug ge-/zerfetzt *hehe*) Es gibt keinen Menschen, von dem ich mich so verstanden fühle, mit dem ich so im Einklang stehe und der mich persönlich und intellektuell beflügelt, wie sie. Mittlerweile kann auch sie mit dieser "Verbindung" offener und ehrlicher umgehen, jedenfalls ist die Kommunikation mit ihr... "perfekt". Wir gelangen absolut unfreiwillig in einen Flow-Zustand/Trance, in dem drei Stunden wie fünf Minuten vergehen und uns keinerlei Energie kosten, im Gegenteil..
    Da ich schon vom ersten Augenblick unserer Begegnung wusste, dass sie die Frau/Liebe meines Lebens ist (Hey, ich war damals 18 *lach*), habe ich "heute" die Querverbindung zwischen "absolutem Einklang" und Liebe gezogen, mit daraus resultierenden Fragen, wenn man "Einklang" im professionellen Kontext herstellt. In Grundzügen meine ich das auch zu können (und von der Resonanz ausgehend nicht mal unbedingt schlecht), wenngleich nicht in dem Maße, wie ich es mit einer fundierten NLP-Ausbildung wohl könnte. Daher mein Frage an jene mit mehr und professioneller Erfahrung.

    Hoffe jedenfalls, meine (Ausgangs-)Situation und Motivation damit etwas klären können. Wie gesagt, es geht mir nicht darum besser mit Frauen klar zu kommen - das hat sich im Laufe meiner Eigenentwicklung in den letzten Jahren dermaßen verbessert, dass es fast zu einfach ist -, sondern eine Verbindung zwischen/Erklärung für Liebe und Kommunikation zu finden ;)

    @Christian: Auch danke für dein Statement. Was

    Wenn du auf eine Frau stehst, die von dir nichts wissen will, kannst du pacen so viel du willst, du bekommst sie nicht rum. :-)
    anbetrifft, darum geht es nicht, wie gesagt ;)

    Robert
    This post was modified on 26 Aug 2010 at 10:22 pm.
  • Post visible to registered members
  • Michael Schippel
    Michael Schippel    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Re: Kalibrierung und Liebe
    Hallo Ilka,

    was genau erschreckt Dich? Ein wichtiger Faktor im NLP ist es, Kommunikation bewusst zu machen. Damit wird auch der Teil bewusst, den man selbst - bisher unbewusst - immer schon macht. Und damit ergeben sich Fragen, die u.a. auch den verantwortlichen Umgang mit der erweiterten bzw. vertieften Wahrnehmung ergeben sowie mit dem Einfluss, den man ubw. immer schon ausübt auf Menschen. Soweit muss ich sagen, finde ich es gut, denn die einfache Ausrede "das habe ich nicht gewollt" oder so verfängt dann nicht mehr. Wir stehen selbst in der Verantwortung.

    Wenn Du Manipulation negativ bewertest, kann ich nicht einsehen, warum sie in Verhandlungen, wo es auch um wichtige Dinge gehen mag, akzeptabler sein soll als bei einem Flirt auf einer Party.

    Meine Erfahrung mit Manipulation ist, dass sie beständig stattfindet. Wenn Du Dich erst einmal damit befasst hast, stellst Du fest, dass in jedem Gespräch unter FreundenInnen manipuliert wird, im TV, im Radio... einfach überall und rund um die Uhr. Übrigens ist das Bemerken von Manipulation eine Voraussetzung dafür, sich ihrer erwehren zu können. Das ist vielleicht der größte Segen am NLP.

    Ich arbeite - nebenbei bemerkt - u.a. als Heilpraktiker für Psychotherapie. Anders ausgedrückt bedeutet das, dass Menschen kommen und mir Geld geben, damit ich sie manipuliere. Manipulation ist an sich ein neutraler Begriff. Die Frage ist, ist die Motivation dahinter ethisch vertretbar.

    Wenn ich auf einer Party einer Frau begegnete, für die ich mich begeisterte, dann würde ich wie jeder andere auch mich dieser Frau nähern und ein Gespräch beginnen, vielleicht flirten und schauen, was sich ergibt. NLP würde mir dabei helfen, klarer zu sehen, wie sie auf mich und meine Gesprächsangebote reagiert. Und natürlich würden mir meine NLP Fähigkeiten helfen, in der Situation souverän zu sein. Aber meinst Du, man könnte im anderen manipulativ Gefühle wecken, wenn dieser Mensch das eigentlich nicht wollen würde? sozusagen ferngesteuert? Solltest du das meinen kann ich nur sagen, ich teile diese Befürchtung nicht. In meinem Fall kommt das Thema real nicht zum tragen, denn ich habe schon eine Familie. Und obwohl ich NLP Lehrtrainer bin, ist meine Tochter nicht immer so, wie ich sie mir wünsche und meine Frau hat auch immer noch einen eigenen Kopf - und hat gelegentlich durchaus das Bestreben, mich zu beeinflussen. Das läuft bei uns halt etwas bewusster ab, weil wir es uns bewusst machen. Aber prinzipiell ist jede Rose eine Manipulation! Und das ist nicht "unterste Schublade", sondern Teil des Werbeverhaltens. Ebenso das Hervorkehren der "Schokoladenseite".

    Liebe Ilka, ich ende mit der Frage, mit der ich begonnen habe: Was genau meinst Du mit "Manipulation"?
    ich wünsche Dir einen schönen Abend. Gruß Micha
  • Post visible to registered members
  • Ralf Dannemeyer
    Ralf Dannemeyer    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Re^2: Kalibrierung und Liebe
    Lieber Micha, liebe Ilka,

    diese Diskussion - ist Manipulation nun etwas böses oder nicht? - haben wir hier im Forum ja schon öfters geführt. Ich glaube, es liegt an dem Wort, welches ja in unserer Gesellschaft sehr negativ besetzt ist. Ilka beschreibt, was die meisten Menschen darunter verstehen:

    es sich zur Methode zu machen und unbedarfte Menschen so zu leiten, wie es einem gefällt, dass ist ethisch nicht vertretbar und unbedingt verwerflich. Und das solche Dinge mit Hilfe von NLP stattfinden, lässt sich zB in Pick-Up-Foren nachlesen
    So verstanden, stimme ich Dir, Ilka, vollständig zu. Allerdings ist NLP sehr wohl ein Modell, das lehrt, methodisch präzise zu manipulieren. Sorry, ist so. Nur wird im NLP darunter etwas anderes verstanden als die von Dir genannten Dinge.

    Wenn ich kommunziere, will ich etwas bewirken. Gelingt es mir, dass ein Mensch während einer Kommunikation mit mir seine Gedanken über irgendeinen Sachverhalt ändert - ja, sich nur mit meinen Gedanken beschäftigt - dann habe ich bereits etwas bewirkt und manipuliert. Das ist erst einmal wertfrei.

    Insofern können wir also Manipulation nutzen - z. B. in der Psychotherapie, in Seminaren, im Coaching, in der Verhandlung usw. - und Gutes bewirken. Oder mißbrauchen, z. B. im Neuromarketing ("Neuro Linguistic Selling"), in der Pick Up-Szene (kannte ich gar nicht, das Wort, musste ich erst googlen) und, ja auch das gibt es, im Rahmen von Mißbrauch in therapeutischen Kontexten.

    Ein Messer ist zunächst mal ein Messer. Man kann damit Gemüse schneiden und ein schönes Gericht für seine Lieben vorbereiten. Oder einen Menschen erstechen. Nicht das Instrument entscheidet über Gut oder Böse. Sondern der ethische Rahmen seines Nutzers.

    Herzliche Grüße

    Ralf Dannemeyer

    P. S.: Allerdings haben die NLP-Erfinder uns keinen guten Dienst erwiesen, als sie für Veränderungsarbeit das Wort "Manipulation" in die Welt setzten und es damit mit einer anderen als der landläufig üblichen Bedeutung belegten. Auch der Orthopäde schreibt: "Manipulation des 2. Halswirbels rechts" und meint damit einen therapeutischen Vorgang. Ich nutze das Wort daher im Kontakt mit meinen Kunden äußerst sparsam.
    This post was modified on 19 Feb 2012 at 08:39 am.
  • Post visible to registered members
  • Michael Schippel
    Michael Schippel    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Re: Kalibrierung und Liebe
    Hallo Ilka,

    ich stimme Dir in allen Punkten zu. Und genau deshalb finde ich es unverständlich, wenn sich Menschen nicht (!) mit solchen Themen beschäftigen wollen - m.a.W. also "unbedarft" bleiben wollen. Nur die Fähigkeit des Verstehens und Durchdringens schützt uns. Es gibt ja diesen Spruch: "Beziehungen schaden nur dem, der keine hat!" Dies gilt universal, glaube ich. Hier vielleicht: "Manipulationstechniken schaden nur dem, der sie nicht kennt!" oder so.

    Und ich glaube, niemand würde ernsthaft behaupten, man könne nicht negativ manipulieren. Die ausgeklügelten Pläne, die Rumsfeld zu den "Taliban-Stützpunkt" in Torabora vorgestellt hat, waren (mit) entscheidend für den Krieg in Afghanistan - ähnlich wie die ebenso falschen Pläne über die Biowaffen im Irak. Auch unser Bild vom Islam (meist gleichgesetzt mit dem Schleier) ist eine Manipulation; kaum jemand weiß, dass es in Westafrika Muslima gibt, die normalerweise mit nacktem Oberkörper herumlaufen - oft wissen das nicht mal Muslime.

    Liebe Grüße, Micha