NLP – The World of Neuro-Linguistic Programming

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  • Stefan Gros
    Stefan Gros    Premium Member   Group moderator
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    Re^7: Selektiv induzierte Amnesie
    hi Robert!

    Ich glaube nicht, dass das durch Hypnose möglich ist. Du schreibst von sehr emotional besetzten erinnerungen, diese werden im gehrin ja sehr intensiv vernetzt und ausserdem an unterschiedlichen Stellen abgelegt. Echtes Vergessen, also die Auslöschung der Erinnerung ist ja sowieso nicht möglich wenn sie einmal verspeichert ist. Es gibt tatsächlich ein Medikament, dass Erinnerungen, die nicht allzulange zurückliegen auslöscht. Meines Wissens wird das bei Traumata eingesetzt.
    Eine Amnesie die zum "Vergessen" eines bestimmten Menschen führt halte ich tatsächlich für unmöglich.
  • Robert Wegner
    Robert Wegner
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    Re^6: Selektiv induzierte Amnesie
    "Guten Morgen" Andrea,

    sagen wir, ich stehe auf "Ambivalenz", sie hat ohne Zweifel ihre Berechtigung, Reiz und macht das Leben erst interessant. Dennoch gibt es - zumindest in meinem Leben - Ambivalenzen, die es eher schwerer und komplizierter als angenehmer machen. Klar fordert das mich dazu mich weiter zu entwickeln. Das "Problem" liegt möglicherweise darin begründet, dass ich mir über die Zukunft zu viele Gedanken mache, Ahnungen, Befürchtungen und Wünsche habe, wie sie verlaufen mag und wird und daher zu viele Eventualitäten in der Gegenwart berücksichtige, die weder jetzt und vielleicht auch gar nicht später von Relevanz sind.

    Anyway hat mich das Ergründen der Option interessiert, hätte ja sein können, dass einem schon einmal ein derartiger Fall begegnet ist. Für den es - zweifelsohne - andere Lösungsmöglichkeiten gibt. Und wie gesagt, es geht nicht um Schwierigkeiten und schon gar nicht alle, sondern um klassische Überbewertungen. Denn zumindest im Film (und oft genug auch im Umfeld) hört man Geschichten, dass "die Liebe des Lebens" den Personen irgendwie nachhängt. Wenn sie dann aber mit anderen Personen zusammen, verheiratet, sich reproduzierend sind... nun ja, nicht "ich könnte das (die letzten beiden Punkte) nicht", aber "ich wöllte es nicht". Das wäre mir zu viel Selbstbetrug. Nun kann man das natürlich umbewerten, abgeklärter auf die Liebe schauen und mit verschiedensten Erklärungen beleuchten, versuchen anderweitig glücklich zu werden etc. pp., was vielleicht auch klappt, wenn man die Person "real" aus seinem Leben entfernt und damit nicht vergisst, aber sie in den Hintergrund treten lässt. Wenn allerdings die Gegebenheiten oder man selbst dafür sorgt, dass man mindestens sporadisch im Kontakt steht und Neubegegnungen nur das bestätigen, was einem vorher schon bewusst war (auch unter Berücksichtigung selbsterfüllender Prophezeihungen)... well.

    Ich meine, das macht es wie gesagt interessant und spannend, aber nicht unbedingt immer angenehm. Aber okay, ich bin noch jung und denke, auf lange, wenn nicht gar mittelfristige Sicht, wird sich das "von alleine" klären. Ein Hoch auf die Ambivalenz :D

    @Stefan: Danke, das ist die Antwort, die ich hören wollte. Vielleicht nicht inhaltlich (ich denke, eine derartige Erfahrung wäre ziemlich cool und interessant - zumindest temporär), aber klar und präzise auf den Punkt gebracht :)
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  • Stefan Gros
    Stefan Gros    Premium Member   Group moderator
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    Re^9: Selektiv induzierte Amnesie
    Hi Manuela!
    Das was du beschreibst ist das was die Tiefenpsychologen "Verdrängung" nennen. Also das Abschieben von erinnerungen die zu schmerzhaft sind um sich damit auseinanderzusetzen. Die werden nicht gelöscht sondern nur dem Bewußtsein verheimlicht. Die Tiefenpsychologen gehen allerdings davon aus dass diese Verdrängungen nagative konsequenzen in form von Symptomen haben. Dabei geht es ausserdem um einzelne Erfahrungen nicht um Erinnerungssets wie Beziehungen. Das würde ja bedeuten dass es massive Blackouts gibt.
  • Nico Appel
    Nico Appel
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    Re^10: Selektiv induzierte Amnesie
    Hallo Robert,

    Mal vorneweg: "Wir können nur wissen, was möglich ist, nicht aber, was unmöglich ist."

    Wenn ich Deine Frage richtig verstehe, geht es Dir ja um all die zusammenhängenden Aspekte, die beispielsweise zur Erinnerung an eine Person dazugehören. Und, ich kenne den Film, also halluziniere ich, ich weiß in etwa, worauf Du hinauswillst (Gedankenlesen ist ja im NLP/Hypnose-Forum ein offener Standard).

    Was ich bisher bei den Antworten nicht gesehen habe, ist folgender Aspekt:
    Wenn ein Hypnose-Subjekt beispielsweise eine Zahl vergisst (number block), wie es gerne von Show-Hypnotiseuren gezeigt wird, dann kannst Du den Subjekten oft ansehen, dass das Fehlen der Zahl bzw. das Abzählen der Finger (wo man dann ja mal bei 11 rauskommt), verwirrt bzw. leicht verstört. Der Hypnotiseur sagt dann gerne "Ich habe wohl mit dem falschen Daumen angefangen, lass uns noch mal zählen, diesmal von der anderen Seite."
    Die Aussage ist weder logisch, noch macht sie wirklich Sinn, aber das geht schon in eine bestimmte Richtung, nämlich die des Confusion State, der ja auch oft als Mittel zur Trance-Induktion genutzt wird.
    Ähnliches Beispiel: Du "weckst" ein Subjekt vom Hals aufwärts mit der Suggestion, dass der Rest des Körpers in Trance bleibt, und fragst, warum der Arm, der durch Arm-Levitation auf Augenhöhe hängt, so ist.
    Dann bekommst Du sehr interessante, meist plausible, Antworten, wie "Das ist bequemer so." (Und als Hypno-Therapeut stimmst Du dem zu und arbeitest unbeirrt weiter)
    Und hier findet sich das beeindruckende Phänomen:
    Ein Trance-Subjekt findet plausible Erklärungen für die seltsamsten Begebenheiten.
    Das findet sich auch in der Arbeit von Erickson, der seine Patienten gerne mit ählichen Fragen malträtiert hat, z.B. "Are/were you in a trance?" Je nachdem, was die Subjekte antworten, kann er beistimmen oder gegenargumentieren und sich die sich auftuende Ambivalenz zu Nutze machen.

    Ok, der Bogen zu Deiner Frage: Bei der selektiven Amnesie - insofern diese auf bewusster und unbewusster Ebene abgesegnet ist - gleicht quasi die Kreativität alle Ungereimtheiten aus, mit Ausreden sozusagen. Zumindest ist das meiner Erfahrung nach in hypnotischer Trance so.

    Im Gegensatz dazu ist es im Film ja so, dass die Protagonisten sich anscheinend aus großem Herz-Schmerz eher im Affekt entscheiden, den Liebespartner "löschen" zu lassen. Interessanterweise setzt sich die Liebe oder das Unbewusste aber durch: Die Spannungen werden immer größer, der Schleier der falschen Welt bröckelt und löst sich auf.

    Ich hoffe der Aspekt trägt etwas Nützliches zur Diskussion bei bzw. hilft Dir bei Deinen Überlegungen.

    Gruß

    Nico Appel
  • Robert Wegner
    Robert Wegner
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    Re^11: Selektiv induzierte Amnesie
    Guten Morgen Herr Appel,

    recht herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Mir kommen daraus gleich einige weiterführende Fragen/Überlegungen. (Wobei man das wohl einfach mal kontrolliert ausprobieren müsste. Wenn man temporär Zahlen vergessen kann, wieso nicht auch Personen. Wobei das möglicherweise zu einem - ich nenne das jetzt mal - neuronalen Overkill führen kann?! *Schulter zuck*)

    Erstens stellt sich mir die Frage, inwieweit eine Personen- bzw. Beziehungsrepräsentation nicht komplexer/verworrener/vielschichtiger ist als eine Zahl. Ich weiß jetzt nicht, wie genau diese abgespeichert wird und natürlich gibt es auch für selbige mit Sicherheit Beziehungsfaktoren (Wie steht/verhält sich die Zahl zu anderen. Größer, kleiner, Teilbarkeit, Primzahl, Zusammensetzung aus mehreren Ziffern usw.), jedoch sind diese - beim "Durchschnittsmenschen" - vermutlich eher überschaubar und emotional meist nicht übermäßig bedeutsam. Außer vielleicht, man formt daraus wichtige Tage oder trifft Lieblingszahlen oder dergleichen.
    Folglich: Ist eine Generalisierung/Abstraktion davon ausgehend "zulässig", oder werden dadurch (wichtige) Faktoren wie ein höherer Grad an Vernetzung, emotionale Bindung, Identitätseigenschaften etc. ignoriert bzw. übersehen?

    Zweitens: (Inwieweit) Kann man die Absegnung auf unbewusster Ebene erfassen? Trance-Induktion und mal nachfragen? Ich bin, was die Zugänglichkeit dessen anbetrifft, immer noch skeptisch. Kann aber auch meinem Mangel an Erfahrung in der Hinsicht geschuldet sein.

    Drittens und wohl am wichtigsten: Wenn einem ein Mensch wirklich derart wichtig ist, dass man ihn am liebsten aus seinem Leben verbannen möchte, wird das Unterbewusstsein dann dafür sein?! Ehrlich gesagt wage ich das zu bezweifeln, womit sich spätestens da der Punkt ja erledigt hat.


    Wobei mir - am Anfang dieses Postings - aufgefallen ist, dass ich eigentlich die falsche Frage gestellt habe *lach* Eigentlich hätte sie ja eher lauten müssen: "Was muss passieren, damit man einen Menschen aus seinem Gedächtnis löschen/versiegeln/verhüllen kann?". Ich glaube, das hätte die ganze Sache ein wenig vereinfacht - aber andererseits auch einiges vorenthalten.

    Zum Abschluss: Wenn das Unterbewusste mit einer "Entfernung" einverstanden wäre, wozu müsste man dann noch intervenieren? Ich meine, in dem Fall regelt es das doch von ganz alleine, oder?! (Durch Bedeutungs-/Bewertungsänderung oder wodurch auch immer.)

    Robert
  • Rolf Müller
    Rolf Müller    Premium Member
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    Re^12: Selektiv induzierte Amnesie
    Was man auch nicht vergessen darf ist folgendes:
    bei Anwendungen die zu einer (teilweisen) Amnesie des Klienten führen, sollte der Coach sich immer vorher bezahlen lassen.

    Im Ernst: die Vergangenheit macht uns zu dem, was wir heute sind.

    Auch wenn es durch Hypnose / Trance / NLP gelingen sollte, Erinnerungen aus dem Gedächtnis zu löschen, was ist dann mit unserer Lernerfahrung. Wir lernen in jeder Situation (bis zu einem gewissen Grad) und passen unser Bild von der Welt an.

    Ich vermute das es Teile (Personenanteile) in unserem Unterbewußtsein gibt, die sich gegen ein Clearing von unangenehmen Erfahrungen sperren würde. Wer sind wir dann, wenn wir diese Erinnerung gelöscht haben? Immer noch derselbe? Was war, das bleibt.

    Auf jeden Fall würde ich den Klienten vorher bezahlen lassen ;-))
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  • Robert Wegner
    Robert Wegner
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    Re^2: Selektiv induzierte Amnesie
    Hier ein interessanter Artikel zum Thema (http://www.ksta.de/html/artikel/1233584106010.shtml)
    Hallo Ingo *wink* :D

    Interessant, ohne Frage, aber Gesicht-/Wort-Paare sind (m.M.n.) ja von der emotionalen Intensität her weitaus weniger relevant als - nun ja - emotional relevante Erinnerungen. Sogesehen müsste man solche Versuche (was ethisch fragwürdig wäre) mit Traum-Klienten machen. Wobei sich da ja (meines Wissens) unter anderem narrative und "in den Lebenslauf einfügende" Therapien bewährt haben. Und selbst dort ist dann noch mal ein Unterschied, da der Ereignis negativ erlebt/bewertet wurde. Was aber, wenn man positive Erinnerungen aus dem Gedächtnis löschen wollen würde?!

    Well, alles nicht ganz so einfach, aber das wäre ja auch langweilig.