NLP – The World of Neuro-Linguistic Programming
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Ralf Dannemeyer Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Motiviert durch mehr Geld?
Hallo, zusammen,
viele von uns beraten Unternehmen und Organisationen, coachen deren Mitarbeiter, wirken an Change-Projekten bzw. Motivationsprogrammen mit. Andere suchen gerade nach einem Job, oder haben eine Jobsuche hinter sich. Diese - und alle anderen, die eine Meinung dazu haben - lade ich zu einer Diskussion ein. Meine These:
Wenn Arbeit Spaß macht und Sinn gibt, sind Menschen motiviert. Geld für Leistung und mehr Geld für mehr Leistung – das wirkt eher demotivierend.
Klar, das Gehalt muss stimmen, denn es liefert Ihnen die materielle Grundlage für ein sorgenfreies Leben. Die Betonung liegt auf „materiell“. Die Basis für Selbstmotivation und Zufriedenheit schafft der Inhalt der Arbeit – und der muss vor allem eines: Sinn geben.
Sinngebende Arbeit macht Spaß, gibt Dir viel Eigenverantwortung und fordert Dein kreatives Potential. Du gehörst dazu und wirst gebraucht. Der „gefühlte“ Unterschied zwischen Arbeits- und Freizeitsphäre ist relativ klein.
Wenn Menschen dagegen behandelt werden wie Spielautomaten – Münze hinein, Du blinkst bunt, Leistung kommt heraus – dann funktionieren sie auch wie eine Maschine. Und sie fühlen sich so. Arbeitgeber, die überdurchschnittliche Leistung kaufen wollen, setzen auf Fremdmotivation - und bauen damit auf Sand. Denn Motivation lässt sich nicht kaufen.
Auf „Spiegel online“ habe ich dazu heute ein interessantes Interview mit einem Kollegen aus der Beraterbranche gelesen. Er rät Jobsuchenden u. a.: „Sie sollten zögern, wenn das hohe Gehalt der einzige Mehrwert ist. Möglicherweise ist das eine Art Risikoprämie, weil Sie schnell wieder gefeuert werden könnten. Oder das Unternehmen braucht Sie, weil es sonst nichts zu bieten hat. Oder es kümmert sich selbst nicht ausreichend um sein Personal und muss Sie entsprechend teuer anwerben, weil sonst niemand zur Verfügung steht. Wenn ich Kandidaten eine neue Stelle anbiete, dann bemühe ich mich, einen tatsächlichen Mehrwert herauszuarbeiten.“
Wie seht Ihr das? Und - an die Kolleginnen und Kollegen Business-Trainer und -Coaches: Wie beratet Ihr, wendet Ihr zu solchen Themen NLP an? Und wie?
Herzliche Grüße, und dieser Tag wird wunderbar, voller bunter Motivation ...
Ralf Dannemeyer
Das Interview auf Spiegel online steht hier:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,747103,00.ht...
This post was modified on 25 Feb 2011 at 06:34 am.- 25 Feb 2011, 06:33 am
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Stefan Gros Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^3: Motiviert durch mehr Geld?
Wir arbeiten in Unternehmen zum Thema "subjektives Wohlbefinden" und Arbeitszufriedenheit. Kaum etwas ist so gut erforscht wie der Zusammenhang von geld und Glück. Wesentlich ist auseinanderzuhalten was Menschen sagen und wie sie sich verhalten. Über 70% von Topmanagern haben angegeben vor allem durch Geld zu motivieren zu sein. Ihr Verhalten sagt aber genau das Gegenteil Ist jemand tatsächlich (nur oder hauptsächlich) durch ein hohes Einkommen zu motivieren ist fraglich ob das Unternehmen gut beraten ist, wenn es diesen Mitarbeiter hält. Bonuszahlungen wirken nur sehr kurzfritig motivierend und durch die Rigidität der Gehälter entsteht schnell ein Anspruchsdenken. Wirkung kurz- Schaden (Kosten) lang.
Die Grundidee dass ein hohes Gehaltsangebot auch oft Abgeltung für negative andere Aspekte ist, ist selbstverständlich nicht zwingend allerdings auch nicht völlig unplausibel. Wenn ein Unternehmen andere Vorteile hat, warum sollte es höhere Kosten akzeptieren?
Zum Schluß muss ich anmerken, dass wenn ein Mensch tatsächlich Geld einen realen (im Gegensatz zu einem übertragenen) Wert beimisst ist die Chance tatsächlich glücklich zu werden gering. Zahlreiche Forschungen legen nahe dass das Streben und der besitz von Geld nicht zum persönlichen Glück beiträgt (ab einer gewissen Einkommensschwelle). Es macht ängstlich, weniger hilfsbereit und neidisch. Gels ist nur ein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmittel. Wie Sprache an sich hat Geld nur den Wert den man ihm gibt, also das was kommuniziert wird,.
(Mehr dazu in unserem Vortag: Wie Geld glücklich macht, fast egal wieviel man davon hat)
- 25 Feb 2011, 10:45 am
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Ralf Dannemeyer Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^3: Motiviert durch mehr Geld?
D.C.S.E. schrieb:
HIer spielen so viele Faktoren mit, dass ich niemals Patenzrezepte geben würde. Falls hier NLP eingesetzt werden sollten, wären sicher Entscheidungsformate hilfreich, um dem Klienten einen besseren Zugang zu seiner Intuition zu geben.
Hallo,
und danke für die wertvollen Beiträge und Gedanken. Ich denke mit Dir, Christian, das Patentrezepte ungeeignet sind, dieses Thema zu durchdringen. Den Hinweis mit den Entscheidungsformaten finde ich gut: Sie könnten angewandt werden, wenn ein Coachee vor der Frage steht: Mehr Geld, oder lieber mehr Selbstverwirklichung?
Und, klar, es kommt auf die Art der Tätigkeit an - in einigen Berufen steht die Höhe des Gehaltes in einem direkten Zusammenhang mit dem Image der betreffenden Person. In ohnehin schlechter bezahlten Berufen geht es um etwas anderes. Ein großer Wohlfahrtsverband, den wir hier coachen, hat z. B. Schwierigkeiten, engagiertes Pflegepersonal zu finden. Er wirbt so um Azubis:
"(...) Du bewirbst Dich auf eine Ausbildungsstelle als Altenpfleger beim Arbeitgeber mit Herz.
Es erwartet Dich eine interessante, abwechslungsreiche und spannende Tätigkeit. Du bist immer mit Menschen zusammen und hast täglich das gute Gefühl, wieder jemandem geholfen zu haben.
In unseren Teams bist Du gut aufgehoben. Hier gibt es Mentoren, die Dich während Deiner Ausbildung intensiv betreuen und anleiten. (...)"
Nese S. schrieb:
Fragen, die mich mit diesem Thema beschäftigen sind:
Wie können Unternehmen, Führungskräfte ihren Mitarbeitern den Sinn ihrer Tätigkeit vermitteln.
Ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Tätigkeit an Bildung, Alter, Qualifikation, Geschlecht, Kultur gebunden?
Das sind sehr komplexe Fragen. Ich will nur drei Aspekte nennen:
* Arbeitsbedingungen: Nicht Menschen für Jobs, sondern Jobs für Menschen: Dieser Slogan steht für einen Wertewandel in der Berufswelt. Untersuchungen haben ergeben, dass die große Mehrheit der Arbeitnehmer nicht mehr grundlegend zwischen Arbeits- und Freizeitsphäre unterschiedet. Diese Menschen leisten mehr, wenn sie sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit einbringen können. Dafür möchten sie Spaß, Wahlmöglichkeiten, Selbstbestimmung und Entscheidungsspielräume. Wozu, fragen sich diese Menschen, ist zum Beispiel eine strikte Kleiderordnung gut? Wer hat gesagt, dass der klassische Business-Dress den Umsatz erhöht? Flexible Arbeitszeiten kommen dem Wunsch nach Selbstbestimmung da schon eher entgegen. Wenn Mitarbeiter ihre Arbeitszeit entsprechend ihren Wünschen selbst gestalten können, wirkt das ausgesprochen motivierend. Belohnt werden die Unternehmen durch konzentriertere, effizientere Arbeit.
* "Verdientes" Vertrauen: Selbstverantwortung erfordert ein hohes Maß an Aufrichtigkeit, Vertrauen und Selbstdisziplin. Ich empfehle z. B. Coachees gerne, genau hinzuschauen, wenn Arbeitgeber eine so genannte Vertrauensarbeitszeit anbieten: Darf der Mitarbeiter wirklich selbst bestimmen, wann er die festgelegten Ziele erreicht? Oder fallen künftig nur seine Überstunden unter den Tisch, weil sie nicht mehr erfasst werden, während das Arbeitspensum viel zu hoch ist? Das wäre unaufrichtig. Und umgekehrt: Wenn sich ein Mitarbeiter bei vereinbarter zeitlicher Flexibilität vor der Arbeit drückt, wird der Betrieb übervorteilt. "Verdientes" Vertrauen wäre dies: Spielräume für Selbstbestimmung schaffen, in diesem Rahmen Leistung fordern und die Leistungsfähigkeit fördern. Das erhöht die Eigenmotivation und macht die instabile Fremdmotivation überflüssig.
*** Lobkultur: Der amerikanische Anthropologe Gregory Bateson beschäftigte sich in den 60er Jahren auf Hawaii mit der Kreativität und Lernmotivation von Delfinen. Bei jedem neuen Kunststück erhielten die Tiere einen Fisch zur Belohnung. Eines Abends jedoch erwischte Bateson einen Assistenten dabei, wie er die Delfine streichelte und ihnen einfach so Fische schenkte. Bateson war überzeugt, dass die Tiere nun kein Motiv mehr hätten zu lernen. Doch der Assistent sah das anders: „Die Delfine brauchen hin und wieder einen ’Fish for nothing’, damit sie sich bei uns wohl fühlen.“ Und tatsächlich, in den nächsten Wochen lernten die Delfine schneller, zeigten die tollsten Kunststücke und hatten viel Spaß dabei. Die Motivation ergab sich also weniger aus der Belohnung (Fremdmotivation), sondern vielmehr aus dem Wohlgefühl, das der „Fish for nothing“ auslöste (Eigenmotivation). Und diese Erkenntnis dürfen Chefs eins zu eins auf die menschliche Motivation übertragen.
So, und nun muss ich mich mental auf neue Menschen einstellen: Heute nachmittag kommen 14 Frauen und Männer einer großen Wohnungsbaugesellschaft zum Seminar "Konflikte lösen mit NLP". Sie möchten zweieinhalb Tage lang einen konstruktiveren Umgang mit "schwierigen" Mietern trainieren. Batesons "Fish for nothing" wird in dem Seminar eine gewisse Rolle spielen.
Ich freu mich riesig drauf.
Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,
Ralf Dannemeyer
P.S.: Stefan, ich denke auch manchmal: Die meisten wirklich Menschen mit großem Einkommen oder Reichtum, die ich kenne, wirken nicht glücklich. Aber das ist natürlich subjektiv von mir wahrgenommen, völlig unwissenschaftlich.
This post was modified on 25 Feb 2011 at 11:13 am.- 25 Feb 2011, 11:04 am
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Jörn Carstens Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^4: Motiviert durch mehr Geld?
Moin moin
interessante Diskussion !
Stefan Gros schrieb:
Die Grundidee dass ein hohes Gehaltsangebot auch oft Abgeltung für negative andere Aspekte ist, ist selbstverständlich nicht zwingend allerdings auch nicht völlig unplausibel. Wenn ein Unternehmen andere Vorteile hat, warum sollte es höhere Kosten akzeptieren?
neulich hörte ich in meinem Umfeld den Spruch:
(sinngemäß)
"Viel verdienen heißt vor allem viel Schmerzensgeld zu bekommen"
Ich denke da ist eine Menge dran.
Ich denke auch, dass man "neue Mitarbeiter" mit (viel) Geld locken kann.
Es ist ungleich schwerer, sie mit viel Geld zu halten (wenn sie ihre Fühler woanders hin ausstrecken).
Ich denke, "Geld" ist nur ein Teil der Würdigung der geleisteten Arbeit und Antriebsmotor / Engagement. Da sollte auch noch eine ganze Menge anderes sein, um langfristig zufrieden und effektiv zusammen arbeiten zu können.
Im Detail ist es vermutlich sehr diffizil, abhängig vom Kontext, den Persönlichkeitsstrukturen und anderem mehr.
Grüße
Jörn
This post was modified on 25 Feb 2011 at 01:14 pm.- 25 Feb 2011, 11:44 am
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Robert WegnerThe company name is only visible to registered members.Re: Motiviert durch mehr Geld?
Hallo,
wie haben wir im Studium gelernt: Geld ist ein Hygienefaktor, aber kein Motivator. Wenn Geld nicht oder nur unzureichend vorhanden ist, leidet die Arbeitsleistung. Ab einer gewissen Summe führt "mehr Geld" aber nicht mehr zu "mehr Leistung". Studien haben ja auch gezeigt, dass die (vermutlich durchschnittliche) Grenze bei 60.000€ im Jahr liegt. Mehr Geld macht nicht glücklicher.
Wo die individuelle Grenze liegt, ist wohl durch verschiedenste Faktoren beeinflusst. Relative Deprivation sei hier zum Beispiel genannt. Und ich möchte - in naher Zukunft - natürlich auch mehr verdienen (respektive bekommen) als ein Fleischer oder Bäcker. Wobei die a) ausreichend verdienen sollen und b) ich weder einen zwei- oder dreistelligen Faktor anstrebe. Manche Führungskräfte/Vorstände bekommen mitunter locker das 150fache eines normalen Mitarbeiters. Ob sie es verdienen... fraglich.
Ich für meinen Teil... nun ja, würde sogar kostenlos meine Fähigkeiten der Gesellschaft zur Verfügung stellen (bzw. habe das in Grundzügen schon getan/tue es), nur ist die Gesellschaft nicht so konzipiert und werde ich in "nächster Zukunft" mir das nicht mehr erlauben können. Vielleicht sollte ich einfach an meinen Glaubenssätzen arbeiten und das Maximum an Geld aus mir rauspressen *lach* [Neben der Tatsache, dass ich meine Fähigkeiten sowohl über- als auch unterschätze. Und Glaubenssätzen wie "Ich kann ja froh sein, dass ich jemandem etwas geben kann/darf." und "Wenn ich Forderungen/Ansprüche stelle/Bedürfnisse äußere, werde ich verstoßen.". Hahaha - großartig. Also nicht diese Muster in vivo, aber die Betrachtung von außen und sukzessive Bearbeitung dieser.]
Nun ja, das werde ich nicht tun. Ich für meinen Teil, der alsbald in die Berufswelt einzusteigen gedenkt, werde mir etwas "Passendes" suchen. Wo ich als Mensch gesehen werde, nicht nur als Rollenträger. Mich und meine Fähigkeiten entwickeln kann und meine "Schwächen" (eher dysfunktionalen Eigenschaften) durch andere kompensiert wird. Ich meine, dafür ist Arbeitsteilung da. Was das Geld angeht... solange die Vergütung in einem mir vorschwebenden Rahmen bleibt (Hygienefaktor ;)), nehme ich die Stelle, die persönlich besser zu mir passt. Und zu der ich besser passe. Das nutzt mir und dem Unternehmen mehr, ich bin weitaus besser (funktionaler) und letztendlich auch mehr Geld wert.
Geld ist nur ein Mittel, nicht der Zweck. Zumindest in meiner Welt. (Wenngleich eine gewisse Notwendigkeit - unsäglicherweise - nicht zu leugnen ist.)
Robert
This post was modified on 25 Feb 2011 at 03:47 pm.- 25 Feb 2011, 3:23 pm
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Ralf Dannemeyer Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^6: Motiviert durch mehr Geld?
A.H. schrieb:
Mmmmh ... als Angehörige eines helfenden Berufes sehe ich mich immer mal der (meist unausgesprochenen) Annahme ausgesetzt, das Leuchten in den Augen meiner geheilten Patienten sollte eigentlich Lohn genug für meine Arbeit sein. Künstler kennen das auch: Was, Du willst für etwas bezahlt werden, was Dir auch noch Spaß macht?
Ja, liebe Annette, das ist die andere Seite der Medaille: Dass Menschen manchmal Hochleistung erwarten und gar nichts geben wollen. Das ist nicht, was ich meinte. Menschen sollen gut, möglichst sehr gut verdienen. Die Frage, die ich aufwerfe, ist: Steigt durch die Höhe des Geldes die Motivation?
Und ich glaube: Nein.
Stell Dir vor, so ein Privatpatient würde Dir ganz viel Geld bezahlen. Er zahlt Dir nicht 2,3, sondern 7,8fachen GOÄ-Satz. Aber das Leuchten in seinen Augen würde völlig fehlen. Was wäre dann mit Deiner Motivation?
Nun trifft das Beispiel vielleicht nicht ganz, was ich sagen will. Denn das Leuchten in den Augen eines Klienten ist immer noch ein Impuls von außen. Der "interne Antreiber" heißt "ich will ...". Ist er stark genug, kann der Mensch Berge versetzen - unabhängig vom Geld. „Ich will…“, also die „intrinsische“ Motivation. Das Gegenteil davon ist die Motivation, die von außen kommt („extrinsisch“). Selbst- oder Fremdmotivation: Diese Unterscheidung hat es in sich.
Kinder sind die besten Lehrmeister für Selbstmotivation: Wie viel „Ich will…“ steckt in so einem Knirps, wenn er lernt, zu laufen, Worte richtig auszusprechen, wie der Blitz mit dem Fahrrad durch die Gegend zu düsen. Die Wunde auf dem Knie ist noch nicht verkrustet, die Tränchen sind noch nicht getrocknet – und schon geht’s wieder los. Das soll ein Erwachsener den Kindern erst mal nachmachen. Wem es gelingt, diese Neugier und Ausdauer in das Erwachsenenalter hinüber zu retten, nimmt zugleich die besten Bedingungen für Selbstmotivation mit.
Fremd motiviert ist das Kind, wenn es später in der Schule nicht aus Wissensdurst, sondern um der guten Noten willen lernt. Die Folgen sehen wir, wenn ein tolles Hobby oder die erste Liebe mit der Schule konkurrieren… Fremd motiviert ist, wer mehr Leistung aufgrund eines winkenden Bonus' erbringt und diese wieder einstellt, wenn der Bonus ausbleibt.
Die Grundzüge der beiden Motivationsarten einmal miteinander verglichen, bedeutet (modellhaft):
Typisch Selbstmotivation:
Der Mensch handelt selbst bestimmt, will eine Sache voll und ganz beherrschen und gut erledigen. Er ist neugierig, spontan, experimentierfreudig. Er hält auch bei Schwierigkeiten durch, braucht weder äußere Anreize noch die Drohung mit Nachteilen, um sich voll und ganz zu engagieren.
Typisch Fremdmotivation:
Der Mensch handelt weniger selbst bestimmt – sondern nach Aufforderung und in Erwartung einer Gegenleistung (Geld, Rangliste, Noten). Er ist wenig experimentierfreudig, sondern will Erwartungen erfüllen und Anerkennung bekommen. Ist die Gegenleistung nicht ausreichend, erlischt die Motivation.
Mit der Fremdmotivation ist es wie mit einem Kirmes-Luftballon: Erst ist er groß, bunt und wunderschön. Am nächsten Tag sieht er schon schlaffer aus. Und wenn jemand hineinsticht: Pfffffft – ist die Luft `raus.
Damit ich nicht mißverstanden werde: Eine Arbeit muss angemessen bezahlt werden, damit die materiellen Lebensgrundlagen sicher gestellt sind. Darauf aufbauend für mehr Leistung mehr zu geben, wirkt - so meine Auffassung - bei extrinsisch motivierten Menschen. Bei den anderen - den intrinsich motivierten - wirken Sinn, Berufung, Verwirklichung. Ist das nicht gegeben, suchen die nach Alternativen (hoffentlich) oder verzweifeln (was, leider, nicht selten passiert).
Herzliche Grüße in den anbrechenden Morgen, der Dich heute wieder vor großartige Herausforderungen stellen wird, ganz von allein ...
Ralf Dannemeyer
- 28 Feb 2011, 07:32 am
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