NLP – The World of Neuro-Linguistic Programming

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  • Robert Wegner
    Robert Wegner
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    Wahlmöglichkeiten als Illusion?!
    Hallo,

    eine der Grundannahmen lautet ja

    Wahlmöglichkeiten sind besser als keine Wahlmöglichkeiten.
    sowie

    Jedes menschliche Verhalten ergibt einen Sinn, wenn es im Kontext der "geistigen Landkarte" der betreffenden Person gesehen wird. Die Schwierigkeit besteht i. d. R. nicht darin, dass Menschen die falsche Wahl treffen, sondern dass ihnen nicht genügend Möglichkeiten zur Verfügung stehen
    (Quelle: nlpedia)


    Geht man von einem kausalen Prinzip aus, (Wirkung) Ursache --> Wirkung (Ursache) --> Wirkung, klammert das "Problem" des Anfangs (rekursive Schleife) aus und akzeptiert, dass aufgrund der schier unendlichen Anzahl an Ursachen und Wirkungen und deren Wechselwirkungen eine Vorhersage nur begrenzt möglich ist, ist jede Wahlmöglichkeit nur eine Illusion.

    Oder um es mit Schopenhauer zu sagen:

    "Sind einem gegebenen Menschen, unter gegebenen Umständen, zwei Handlungen möglich, oder nur Eine? - Antwort aller Tiefdenkenden: Nur Eine."
    Will heißen, selbst, wenn ich (vermeintlich) die Wahl habe, ändert das nichts an meiner Entscheidung. Habe ich gewisse (kausal bedingte) Präferenzen und Gründe mich für eine der Möglichkeiten zu entscheiden und ist jede Wahl somit nur eine Scheinwahl. [Wie in der Politik *hehe*]

    Natürlich könnte ich jetzt einfach meinen geschriebenen Text mit Alt+F markieren, auf Entf drücken und "Tralala" schreiben. Oder einfach rechts oben auf das Kreuzchen drücken. Das habe ich in der Vergangenheit durchaus schon gemacht, mit dem Unterschied, dass es außer mir niemand mitbekommen hat. [Außer vielleicht der liebe Gott und das Universum.]

    Eine derartige Sicht der Dinge kann natürlich zu gewissen Komplikationen führen. "Freier Wille" auf Wiedersehen. Oder der Einzelne zerlegt mein Modell der Welt. Sei es nur für sich oder auch für mich. [Was wiederum die Landkartengeschichte arg verletzen würde.] Oder man hält die Spannung aus, die dadurch möglicherweise entsteht. Dass es absolut egal ist, was, wieso und warum man es tut, solange man es tut. Und dass es gleichzeitig absolut entscheidend ist.

    Wir hatten das auch mal in einer Kriminologie-Veranstaltung. Die Implikationen von - wenn man es so nennen will - "Vorherbestimmtheit". [Nur, weil wir es nicht vorhersagen können, heißt es nicht, dass es nicht vorherbestimmt ist.] Wenn ein (nach unseren gesellschaftlichen Normen und Werten) ein Straftäter sagt "Ich konnte ja nicht anders." und als Begründung Gene, Erziehung, frühkindlich indoktrinierte Muster, das Wechselspiel des Universums und die kausale Fügung heranführt, ändert das nichts am Ergebnis, sagt der Staat dann "Wir wissen das, und es tut uns leid, aber wir können nicht anders als dich zum Schutze der Gesellschaft einzusperren.", woraufhin der Gefangene mit einer gewissen Traurigkeit zustimmend nickt und, mit einem leichen Lächeln in den Augen, bestätigend sagt "Ich weiß.". [Hach, was für ein romantisch aufgeklärtes Bild...]

    Und sogesehen ist schon jetzt klar, wer auf diesen Thread hier antwortet. Wie und in welcher Form. Und das möglicherweise dieser Absatz hier dazu führt, dass jemand sich dagegen entscheidend zu antworten, weil er oder sie denkt "Das hast du dir so gedacht. Ich habe die Wahl und antworte nicht." [Das ist eine Entscheidung, aber ist es eine Wahl?] oder es als Anlass nehmen sich dafür zu entscheidend. Vielleicht aus den selben Gründen "Das hast du dir so gedacht. Ich habe die Wahl und antworte." [Und auch das ist eine Entscheidung, aber ist es eine Wahl?]

    Sogesehen würde ich behaupten: Menschen treffen Entscheidungen, aber haben keine Wahl. Ist das nicht mehr als eine Illusion. [Eine, die sehr brauchbar ist und der ich zweifelsohne auch anhänge. Gerade als internal kontrollüberzeugter Mensch.]

    „Es gibt kein Für und Wider, keine Gründe für rechts oder links. Die menschliche Entscheidung ist nichts weiter als ein vortrefflich einstudiertes Spiel.“
    (Juli Zeh - "Spieltrieb")

    Ich bin gespannt.

    Robert
  • Stefan Gros
    Stefan Gros    Premium Member   Group moderator
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    Re: Wahlmöglichkeiten als Illusion?!
    Die Frage nach dem freien Willen ist eine "nicht beantwortbare Frage" nach Heinz von Förster, also eine die wissenschaftlich grundlegend nicht beantwortet werden kann. (Wie etwa auch die Frage nach Gott). Man kann dementsprechend eine Entscheidung treffen was man glaubt. Manfred Spitzer hat in einem Gespräch mit mir dazu Folgendes gesagt: "Man kann die Frage aus Sicht der Neurobiologie nicht beantworten, was man aber weiß ist, dass die Idee es gäbe keinen dazu führt dass Menschen sich unverantwortlicher verhalten."

    Also entscheide ich mich dafür einen freien Willen zu haben und anderen einen zu unterstellen.

    Zu den Grundprämissen des NLP. Eine Erhöhung der Wahlmöglichkeit ist nicht identisch mit mehr Auswahl, möglicherweise sogar im Gegenteil. Es gibt ein Maß der "hinreichenden Auswahl". In diesem Sinne verstehe ich das Axiom.
  • Jochen Ulbing
    Jochen Ulbing    Group moderator
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    Re^2: Wahlmöglichkeiten als Illusion?!
    Stefan Gros schrieb:
    "Man kann die Frage aus Sicht der Neurobiologie nicht beantworten
    Es gibt da auch Hirnforscher, die anderes sagen. Wenn wir also davon ausgehen, dass, wie diverse Wissenschaftler behaupten, alle unsere Entscheidungen im limbischen System, und in Sekundenbruchteilen, getroffen werden, ohne dass uns Mechanismen und Gründe jemals bewusst werden, dann entspricht das zumindest nicht dem Freien Willen, an den ich immer geglaubt habe.

    Wenn ich mich beispielsweise dazu entscheide einen klugschwätzerischen Beitrag hier zu posten, ist das dann weil ich es WILL, oder weil irgendwelche unterbewussten Neurosen mich dazu bringen das zu tun, und mir vormachen es sei mein WILLE.

    was man aber weiß ist, dass die Idee es gäbe keinen dazu führt dass Menschen sich unverantwortlicher verhalten."
    Das glaube ich sofort.

    lg
    Jochen
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