Lieber Harald B.,
mit NLP das 10-Finger-Blindsystem in sechs Stunden lernen? Kann ich mir kaum vorstellen. Aber NLP-Kenntnisse helfen.
Ich habe das Blindschreiben in den 1970ern auf einer Handelsschule gelernt. Damals war das eine üble Rackerei auf einer alten mechanischen Schreibmaschine. Da hat die Lehrerin uns zeitweise einen Holzkasten über Tastatur und Hände gestellt, damit man wirklich nicht schaute, wo man hintippt.
Mit NLP-Kenntnissen hätte meine Lehrerin gewusst, dass es darum geht, die gesamte standardisierte Tastatur entweder kinästhetisch oder visuell - am besten beides - zu ankern, und zwar so, dass der Anker eine die Reaktion in den Fingerspitzen bzw. an den Außenkanten der Daumen auslöst.
Also: Ankern kannst Du. Dein bevorzugtes Leitsystem kennst Du auch. Mit diesen Kenntnissen lege Deine Finger auf
rechts: a s d f
links: j k l ö
und ankere. Kannst Du sicher asdf, jklö blind schreiben, steigere das Tempo. Dann mache bewusst Kombinationen, also z. B.
ajskdlfö ajskdlfö usw. usw.
Und dann mache Ausflüge, zunächst von a auf q und y (kleiner Finger links) und von j auf u und n (Zeigefinger rechts). Übe mit allen Fingern, die nächst erreichbare Taste oben und unten zu tippen, also
swx edc tfv wobei der
kleine Finger links für die Umschalttaste
der Zeigefinger links für tgb
der Zeigefinger rechts für zhn
und der kleine Finger rechts für üä#+ und Zeilenumbruchtaste zuständig ist.
zuständig ist,
Der Daumen drückt die Leertaste. Die Zahlenzeile übst Du erst später, wenn Du schon einige Sicherheit hast, weil Du dafür mit dem jeweiligen Finger gleich zwei Reihen hoch musst - aber das Prinzip ist das gleiche.
Ankere jedesmal, bis die Tastatur geankert ist. Und dann fang an, Worte und Sätze zu schreiben.
Das dürfte schneller gehen, als damals auf meiner Handelsschule. Aber sechs Stunden, also, das halte ich doch für übertrieben. Sagen wir, nach ca. 30 Stunden dürftest Du einigermaßen schnell und sicher schreiben, z. B. 50 Anschläge die Minute.
Berichtest Du mir, ob es hinhaut? Vielleicht machen wir ein Format daraus.
Herzlich,
Ralf Dannemeyer
This article was modified on 06 Nov 2009 at 06:31 am.

-
Ralf Dannemeyer Premium Member Group moderator
The company name is only visible to registered members.
Mit NLP-Kenntnissen hätte meine Lehrerin gewusst, dass es darum geht, die gesamte standardisierte Tastatur entweder kinästhetisch oder visuell - am besten beides - zu ankern, und zwar so, dass der Anker eine die Reaktion in den Fingerspitzen bzw. an den Außenkanten der Daumen auslöst.
Wenn man so gemeinsam in die Wolken schaut und darüber sinniert, wo wohl welches Tier (z.B. ein Löwe) zu sehen sei, findet man den Löwen überraschenderweise auch irgendwo ...
Kann es sein, dass wenn man die vielfältigsten Muster (von NLP) kennt, dass man wirklich bei jedem Blödsinn - und sei es 10-Finger-Schreiben - irgendwo da "NLP Muster" drin wiedererkennt und dann fest davon überzeugt ist, dass NLP wirklich das Heilmittel für alles und jedes sei?
Also so eine Art "kollektiver Wiedererkennungswahn" bei NLP'lern?
Ist das Phänomen bereits in NLP selber bekannt?

-
Guido Stepken
(not a XING member)