NLP – The World of Neuro-Linguistic Programming
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Robert WegnerThe company name is only visible to registered members.Das Richtige wissen vs. Das Richtige tun
Hallo in die Runde,
vorweg: Ich verstehe und benutze "richtig" nicht im Sinne von "richtig" und "falsch", sondern von "passend". Unter "passend" verstehe ich "der Situation am angemessensten/funktionalsten".
Hin und wieder öffnet das Leben Entscheidungsfenster. Sogesehen ständig, aber manche sind subjektiv bedeutsamer, relevanter und entscheidender als andere. Dabei kommt es mitunter vor, dass ich weiß, was ich tun müsste, aber es dennoch nicht tue. Ich durchschaue die Situation, sage mir "Junge, eigentlich musst du jetzt dieses oder jenes tun, wenn du es rumreißen [verändern] willst." und tue es dennoch nicht. Stehe innerlich daneben und lache über mich und die Ironie des Schicksals. Sehe die Welt untergehen und kann dennoch nichts dagegen tun. Kassandra-Komplex.
Systemisch gesehen lässt sich sagen: "Ich habe [allem Anschein nach] gute Gründe dafür es trotz des Wissens nicht zu tun." Der einzige, der mir spontan dazu einfällt - ohne zu sehr nach Nostradamus klingen zu wollen - ist, dass mein Innerstes davon ausgeht, dass eine andere Handlung "das Universum aus dem Gleichgewicht bringen würde". [Nicht, dass ich glauben würde die Existenz des Universums würde von mir und meinen Entscheidungen abhängen. Ein Bruchteil dessen mit Sicherheit (Wobei "Abhängigkeit" im Sinne von "Wechselwirkung" zu verstehen ist.), aber inwieweit der relevant ist... anyway.]
Und das scheint - zumindest auf den (meinen) ersten Blick - im Widerspruch zu stehen mit dem NLP-Axiom
Menschen treffen - innerhalb ihres Modells der Welt - zu jedem Zeitpunkt, die beste, ihnen mögliche Wahl aus den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und mit denen ihnen zur Verfügung stehenden Informationen.
(Quelle: nlpedia)
Denn bei vielen der beschrieben Konstellationen [Die insgesamt recht überschaubar sind.] wären andere Entscheidungen aus meiner (bewussten) Sicht (schon während des Geschehens) besser (im Sinne von zielführender/funktionaler/"passender") gewesen.
Setze ich das alles zueinander in Bezug - und ich kann nur spekulieren -, so geht mein Körper, Organsimus, mein Unterbewusstsein, ich allem Anschein nach davon aus, dass eine situativ "richtige" Handlung langfristig, beziehungsweise "am Ende", zum falschen Ergebnis führen würde. Was die eigentlich passende Handlung wiederum unpassend werden lässt und die unpassende passend. Weil sich - "am Ende" - alles ineinander fügt und erklärt. [Wobei das wohl nur eine menschliche Hoffnung und Illusion ist. /Zynismus]
Und das macht die als "situativ falsch" (unpassend) wahrgenommene (aber doch getätigte) Entscheidung doch zur "situativ richtigen" (passend). [Weird, gewissermaßen paradox. Aber interessant und spannend.]
Hmm.
Robert
This post was modified on 28 Mar 2011 at 03:38 pm.- 28 Mar 2011, 3:29 pm
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Robert WegnerThe company name is only visible to registered members.Re^2: Das Richtige wissen vs. Das Richtige tun
Hallo Julia,
Julia Krüger schrieb:
Manchmal sind mir Dinge auch einfach egal. In genau diesem Moment. Keiner weiteren Überlegung wert. Kurzes Abwägen der Möglichkeiten-Chancen-Risiken-Kosequenzen... keine negativen identifiziert? Keinen unmittelbaren Nutzen? O.K.. Dann eben nicht.
Zweifelsohne. Ich würde behaupten, die meisten Entscheidungen - wenn sie denn immer so bewusst getroffen werden würden - laufen so ab. In besagtem Fall geht es aber um:
Entscheidungssituation:
Möglichkeit A - Status Quo
Möglichkeit B - Veränderung
Die Entscheidung für Möglichkeit A hat zur Folge, dass sich nichts ändert, das ist mehrdimensional (Erfahrung, Wissen, Gefühl) zu antizipieren. Die Entscheidung und Durchführung von Möglichkeit B würde (höchstwahrscheinlich) den Verlauf in andere, wünschenswertere Richtung kippen.
Ich weiß, ich müsste mich für B entscheiden, kann es aber aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen nicht. Ist der Impuls für A zu stark, als dass ich mich zu B rüberschmeißen könnte. Entweder durch den emotionalen Overload in der entsprechenden Situation und/oder aus der (unbewussten?) Annahme (Hoffnung? Wissen?), dass A langfristig zielführender ist als B. Wobei ich letztens zu der Erkenntnis gekommen bin, dass im Einzelfall weder die Entscheidung für A noch B einen Unterschied machen würde, kann einem aus beidem einen Strick gedreht werden:
"Du hast dich für A entschieden, vergiss es."
"Du hast dich für B entschieden, vergiss es."
Unterschiedliche Wege, dasselbe Resultat. Jetzt kann natürlich ein NLPler daher kommen und sagen: "Dilemma, was ist mit C?". Dann sage ich C = (A+B)/2. Zumindest das, was ich momentan versuche.
Spannend ist, dass es ja auch Situationen gab, in denen ein Wechsel von A auf B möglich war. Wobei selbst ein Bleiben auf A in diesem Fall ("subjektiv positiv") nichts geändert hätte, nur ein wenig zeitlich hinausgezögert.
Bleibt die Frage, wie das auf lange Sicht verläuft. Wenn man in passenden Situationen tun und lassen kann, was man will, und es nichts ändert, und in unpassenden Situationen ebenso. Ob es grundlegend passend oder unpassend ist. Awesome.
Robert
This post was modified on 06 Apr 2011 at 05:07 pm.- 06 Apr 2011, 5:07 pm
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Robert WegnerThe company name is only visible to registered members.Re^4: Das Richtige wissen vs. Das Richtige tun
Hallo Mel,
M.L. schrieb:
Robert Wegner schrieb:
Denn letztendlich kann man es seinem Ego nie rechtmachen. Entschiedet man sich für A und das geht schief "Hättest Du mal besser B genommen, ich habs ja gleich gesagt!"...nähme man B und es würde scheitern, gäbe es den Vorwurf "in grün".
Das mag prinzipiell sein, aber ist es a) im Endeffekt eh egal und geht es mir b) um das Empfinden INNERHALB der Situation. Dass man hinterher möglicherweise sagt "Hätte ich doch nur...", sich (vor sich selbst) rechtfertigt und erklärt, oder es zumindest versucht. Nun ja, so ist das halt und ist die Grenze dazwischen und dem "Verstehen" schmal. Abgesehen davon bin zumindest ich insofern selbstehrlich - oder versuche es zumindest zu sein -, dass ich mich revidieren (und damals getroffene Entscheidungen akzeptieren und zu ihnen stehen) kann. Das mag im Einzelfall als Wankelmütigkeit ausgelegt werden, mag es mitunter vielleicht auch sein, kann aber genauso als Korrektur- bzw. Neuentscheidung aufgrund neuer/zusätzlicher Informationen (vom Innen/Außen) gewertet werden. Wer A sagt, muss nicht B sagen, er kann auch erkennen, dass A falsch war.
Ich formuliere es mal an einem allgemeinen Beispiel: Im Systemischen gibt es eine schöne Metapher. Es geht darum einen Esel in den Stall zu ziehen. Also zieht man an seinem Halfter, das Tier widersetzt und sträubt sich. Man zieht weiter, muss der mürrische Esel doch in den Stall zu kriegen sein. Ohne Erfolg. Also holt man noch ein paar mehr und zieht und zieht und... Wie kriegt man den Esel problemlos in den Stall? Man zieht an seinem Schwanz. [Freie Nacherzählung, kann man das bestimmt schöner und runder aufschreiben.]
Auf die Situation bezogen: Man - in dem Fall ich - weiß, dass man (auch der Selbstachtung und einem selbst zu Liebe) eigentlich an dem Schwanz ziehen müsste, knallt sich innerlich die Hand vor den Kopf und verpasst trotzdem die Gelegenheit und zieht weiter am Halfter. Was nichts ändert. Und das eigentliche Ziel ja die Veränderung war - und gleichzeitig allem Anschein auch nicht, sonst hätte man (ich) es ja anders getan.
Nicht, dass das unbedingt im Außen etwas geändert hätte, aber wäre es wahrscheinlicher und nicht zuletzt weitaus passender gewesen.
Nun ja, ich arbeite dran :)
Robert
This post was modified on 06 Apr 2011 at 08:12 pm.- 06 Apr 2011, 8:10 pm
