NLP – The World of Neuro-Linguistic Programming

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  • Robert Wegner
    Robert Wegner
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    Geist vs. Körper
    Guten Morgen,

    aus gegebenem Anlass entstand heute Morgen die Frage bezüglich der "mentalen Kontrolle über den Körper". Da in einem anderen Thread hier letztens die Negierung möglicher Alkoholeffekte angerissen wurde, dachte ich, mein (laienhafter) Selbstversuch und damit verbundene technische wie persönliche Fragen passen hier ganz gut rein.

    Ich skizziere einfach mal umfassend und flechte interessierte Nach- und Verständnisfragen einfach mit ein:

    Ausgangspunkt war inadäquater Alkoholkonsum, der mich über meine persönliche Grenze gekickt hat. Kein Blackout, aber auch nicht nur der "Ich bin ein wenig angetrunken und kann auf Knopfdruck gerade laufen und mich kontrollieren."-Zustand. Der Versuch mich mental zu fangen, die Ahnung bzw. das Wissen, dass mein Körper das physisch alleine regulieren wird, was er dann auch (in bewusster und kontrollierter Form) tat, die Rettung ins Bett und nach bereits nach vier Stunden Schlaf wach geworden und über die Regenerationsfähigkeit meines Organismus überrascht/begeistert gewesen. Nun ja, Vorgeplänkel, uninteressant, Blabla, kommen wir zu dem Spannenden.

    Ich lag dann im Halbschlaf wach und war insgesamt recht gut auf der Höhe, was dann aber schätzungsweise zwei, drei Stunden später kippen sollte. Kopfschmerzen waren vernachlässigbar, der leere Magen und das latente Schwindel-/Übelkeitsgefühl (in Bewegung) waren weitaus einschränkender.

    "Alles klar, fängst du dich.", gefolgt von dem Versuch mich mental zu beeinflussen. Gezielt durchatmen, die Effekte bei Seite schieben, "Fokus" usw. usf.. War wenig hilfreich, aber mir kam dankenswerterweise der Gedanke "Konstruierst du dich einfach nüchtern.". So lag ich also im Bett und habe versucht visuell und kinästhetisch mein "nüchternes Ich" zu evozieren. Mir vorzustellen (und zu fühlen), wie ich ganz einfach nüchtern da liege/aufwache/aufstehe... was, Überraschung, nicht funktioniert hat.

    Die (meine) Erklärung dafür ist ganz einfach, waren die Signale meines Körpers zu interferierend (--> keine Plausibilität/Stimmigkeit/Kongruenz), was mich wiederum neugierig gemacht und zu dem Thread inspiriert hat. Daher folgende Gedanken/Überlegungen:

    1. Ich habe kurzzeitig angefangen einen alternativen Samstagabend zu generieren bzw. Fragmente auszutauschen, der es plausibel machen würde am nächsten morgen nüchtern zu sein. Hat dummerweise nicht funktioniert, hat mir mein Körper mehr als deutlich signalisiert "Junge, du hast einfach zu viel getrunken.", und sollte im Zuge einer "Lösungsorientierung" auch irrelevant sein (woher es kommt)?

    2. Die Interferenz meines Körpers war zu stark. Folglich wäre es notwendig gewesen an diesen vorbeizugehen, meine Aufmerksamkeit auf mich beziehungsweise den Zielzustand zu fokussieren, was mich zu "Flow" bzw. "Trance" geführt hat, der (gefühlten) Loslösung vom Körper, um dort (ungestört) den Schalter umzulegen, auf den der Körper dann adäquat reagiert: Nüchtern, tada.
    Korrekt? Falls ja, weiß ich, was ich mir auf meinen Lehrplan schreibe.

    3. Sofern zweitens mit "Ja." beantwortet wurde: Habt ihr unter diesen und/oder ähnlichen Bedingungen ("Affektierung"/Unkontrolliertheit oder zumindest Einschränkung in irgendeiner Art und Weise) Probleme gehabt in Trance zu kommen oder klappt das immer?

    4. Konditionierung? (Gerne auch "Ankern?")

    5. Eine "Ich stehe jetzt einfach auf und bin nüchtern."-Vorgehensweise alleine wäre unsinnig gewesen, zumindest, wenn der Körper weiterhin entgegengesetzte Signale in eklatanter Form aussendet, oder? [Wenngleich es im Extrem sehr witzig wäre, wenn man sich aufschwingt und gleich wieder umfällt *haha* Owned.]


    Und die alles entscheidende Frage: Wenn ihr (mit Sicherheit nicht alle auf höchstem Niveau, aber manche wohl durchaus) in der Lage seit derlei "Störungen" - ich nenne es mal - wegzudrücken: Wie verhält es sich bei Dingen wie Liebeskummer, Trennungsschmerz, Trauer und derlei "negativen" Affekten. Ungeachtet der Tatsache, dass ich diese Gefühle (und den Umgang/das Erlernen mit diesen umzugehen) für (grundlegend) funktional und wichtig halte, hat man manchmal einfach kein Bock auf die (selbe alte) Leier. Ich meine, es ist auch gut, dass man im Umgang mit Alkohol seine Grenzen kennt und sich im Normalfall in diesen bewegt, um von den positiven Effekten zu profitieren, ohne die negativen zu provozieren, aber manchmal... BÄM - säbelt es einen selbst bei Kenntnis, Selbstbeobachtung/-referenz und -kontrolle drüber. Situative Effekte, die sich nicht immer unbedingt einschätzen lassen: Nahrungsmenge im Magen, Alkoholgehalt des Getränks, Gruppendynamik im Sinne von "Letzte Runde, einer geht noch." oder dergleichen, wo es hilfreich wäre sich zu sagen "Herzlichen Glückwunsch, du bist über das Ziel hinaus geschossen, aber da du die Erfahrung schon gemacht und es so übelst drauf hast: Abra Kadabra und dein Körper verspürt nicht mehr das Bedürfnis zu kotzen.". Mentale Meisterung in Reinform, würde ich sagen.

    Wer kann's? [Ob man's macht, ist ja eine andere Frage. Aber wie war das: Wahlfreiheit.] "Per se" oder "in den meisten Fällen". Und ich rede vom "Schalterumlegen", nicht von Emotionsregulation, weder "nackt" noch unter Zuhilfenahme von Dingen wie Aspirin, einem Tee und einem Stück Brot. Das ist auch funktional (sonst würde ich nicht jetzt hier schon schreiben und wieder meinen Normalzustand weitestgehend erreicht haben), aber bezieht sich die Frage der rein mentalen Beeinflussung. Oder um es mit Barney Stinson zu sagen: "If I'm sad I stop being sad and be awesome instead. True Story.". Wobei ich das wiederum einfacher umzulegen oder zu regulieren finde ("Zack, bumm, du bist jetzt nicht mehr traurig." und fertig, vereinfacht gesagt) als "Dein Gleichgewichtssinn ist hinüber, du hast den latenten Impuls zu kotzen und am besten legst du dich wieder hin und stirbst weiter, bis dein Körper sich von alleine reguliert hat.". Gefühle sind dagegen ja fast Kindergarten *lach* [Oder ist das dann eher eine Frage der "Erfahrung", habe ich mit meinen Gefühlen mehr Zeit verbracht als mit Alkohol?! *hehe*]

    Der Vollständigkeit halber:

    6. Prävention? Sich vor dem Trinken gehen darauf einstimmen, dass man nicht betrunken wird, nicht kotzen muss und am nächsten Tag keine Nachwirkungen aufweist. Visualisierung und Erleben des morgendlichen Aufwachens, was kein Freifahrtschein soll um sich dann hirnlos die Rübe zuzukippen, aber eventuell das Bewusstsein für situative Effekte/die Selbstwahrnehmung schärft (= Grenze wird nicht überschritten) und/oder die Grenzüberschreitung abpuffert und Konsequenzen mindert.

    Hmm, das klingt zumindest recht plausibel und wird in Zukunft auf jeden Fall ausprobiert *hehe*

    Ich wünsche noch einen schönen Sonntag.

    Robert
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  • Robert Wegner
    Robert Wegner
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    Re^2: Geist vs. Körper
    Hallo Annette,

    A.H. schrieb:
    Beachte bitte den Wechsel von "ich" zu "man" im letzten Satz dieses Abschnitts.
    Die Frage könnte hier lauten: "Wer hat keinen Bock auf die selbe alte Leier, wenn 'ich' sie für wichtig hält?"
    Oder umgekehrt: "Wenn 'man' keinen Bock darauf hat, wer ist dann 'ich' und wofür sorgt es?

    man selbst - ich. War nur eine Generalisierung und Distanzierung. Ich kann es aber auch greifbar machen, wenn auch auf anderer Ebene. Dann gehen wir zu "Mustern" in Interaktionen. Wobei ich (bzw. die Dame und ich) mittlerweile so weit sind, dass wir aus entsprechenden Geschichten (vergleichsweise) schnell rauskommen bzw. sie nicht mehr spielen. Zumindest nicht mehr wie früher. Das ist (mitunter) ein Kraftakt, gilt es erstmal den "Musterimpuls" abzufangen, auszuhalten, umzudrehen und ist es damit noch nicht am Ziel, hängt die (korrigierte) Wechselwirkung auch von der Anpassung des Gegenübers ab. Das führt aber mehr in systemische Kreise, wenngleich es auch da Überschneidungen gibt im Sinne von "aussteigen zu können". Die Dissonanz und Gefühle in den Griff kriegen, das ist Emotionsregulation at its best, mit dem Ziel, dass sie irgendwann nicht mehr nötig ist, sondern man die Sache gedreht hat. [Gerne auch - bezogen auf die Dame und mich - "sondern wir die Sache gedreht haben" *fg*]

    Nach meinem Empfinden könnte ein klares und ehrliches Future Pace den scheinbaren Widerspruch auflösen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir immer in der Lage sind, diesen Schritt in einem Selbstcoaching überlagerungsfrei hinzubekommen.
    Das spräche ja wiederum für Punkt 6, oder? "Prävention". Im Sinne von "wenn man in der Lage ist, die Zukunftsvision anzusteuern". Sich mitten in der Situation rauszuholen... nicht so einfach, see above. Wobei ich (überraschenderweise, möchte ich fast sagen) das einfacher finde als mit den Nebenwirkungen von Alkohol klarzukommen.

    Ich vermute, es wird Teile in Dir geben, die strikt darauf pochen, dass Alkoholgenuss einen Kater hervorruft und eine Trennung mit Schmerz verbunden ist - auch wenn "man" diese Leier zeitweilig ausgesprochen doof findet.
    Bei Gefühlen kann ich das ja nachvollziehen und eine Reflektion dessen ermöglicht einen besseren Umgang, wobei ich da auch noch bei "Regulation" stehe und nicht bei "On/Off". Das sehe ich auch besser so und sehe ich selbst im Moment des Leidens die Schmerzen mittel- bis langfristig als gut, funktional, passend an, wenn es eben manchmal auch die selbe Leier (bzw. einfach übertrieben) ist und ich mir sage "Ist gut jetzt.", was - nun ja - sukzessive sogar mehr und mehr hilft (siehe Mustergeschichte). Mir ist schon klar, dass das alles mal funktional und notwendig war, aber irgendwann gehen einem [mir :p] diese alten Geschichten auf die Eier, mal ganz plump gesagt. Trotzdem verschwinden sie nicht von heute auf morgen, brechen immer wieder durch, wenngleich sie sich schneller regulieren lassen etc. pp.. Gut, man [:p] kann die auch professionell und fokussiert angehen, aber das ist zumindest für mich (momentan) zu einfach und zu langweilig, birgt die Eigenbearbeitung und längerfristige Auseinandersetzung damit zumindest für mich ein enormes Entwicklungs- und Erkenntnispotential. Aber gut, das ist eine andere Geschichte.

    Zum Alkohol: Klar kann ich sagen: Es ist gut, dass es mir (vergleichsweise) dreckig geht, weil mich das dazu veranlasst beim nächsten Mal (wieder) besser aufzupassen und mehr auf das eigene Limit zu achten respektive für ordentlich Puffer zu sorgen. Und von einem "Kater" war ich weit entfernt, habe die Konsequenzen bewusst wahrgenommen und - so weit möglich - kontrolliert und beeinflusst und bin trotz Überdosis und ("objektivem") Schlafmangel im Großen und Ganzen im Normalzustand unterwegs. Nicht zuletzt sage ich mir deswegen: "Meine Fresse, jetzt musst du hier'ne Aspirin nehmen und'n Brot essen, nur, damit dein dummer Körper mal wieder halbwegs klar kommt." - Ja, es geht um die Einheit von Körper und Geist, ein bisschen mehr Wertschätzung ersterem Gegenüber wäre angebracht, aber... "Lessons learnt, jetzt können die Konsequenzen auch aufhören.". Gerne nach zwei bis fünf Minuten, nicht Stunden ;)

    Naja, schauen wir mal :D

    Robert
  • Michael Match Luther
    Michael Match Luther    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Geist vs. Körper
    A.H. schrieb:
    Geist vs. Körper
    ist schon ohne langen Text eine Menge Überlegungen wert.
    Ich glaube, die ITler unter uns lachten sich schlapp. läsen sie:
    Software vs. Hardware
    Da gab's mal einen alten Buchtitel: "Unterwegs zur Vollkommenheit - NLP und Rolfing". Geist und Körper lassen grüßen. Und da tauchte das Thema "Software vs. Hardware" auch schon auf.

    Nach meinem Empfinden könnte ein klares und ehrliches Future Pace den scheinbaren Widerspruch auflösen. ...
    Ich vermute, es wird Teile in Dir geben, die strikt darauf pochen, dass Alkoholgenuss einen Kater hervorruft und eine Trennung mit Schmerz verbunden ist - auch wenn "man" diese Leier zeitweilig ausgesprochen doof findet.
    Da könnte ein Verhandlungsreframing helfen (Geist) - nur: der (Geist) hat ja gerade (in dem beschriebenen Selbstversuch seine Aussetzer ;-). Grundsätzlich finde ich den Teile-Hinweis aber sehr gut, weil hier kommt m.E. eine der wichtigsten Punkte für Veränderungsarbeit, die "Ökologie", in's Spiel. Und "ökologisch" gesehen, versucht der Organismus als System seit der Urzeit in die Homöostase (sein Gleichgewicht) zu kommen; aus NLP-Perspektive übernehmen die "Teile" dabei eine wichtige (von Satir vermutete schützende) Rolle.

    Ich find den Selbstversuch - und die (dahinterliegende? / entstandene?) Intention, die Balance Körper-Geist, die durch den Körper dys-eingetreten ist (mal vereinfacht gesprochen), über den Geist wieder "einregeln" (neu kalibrieren ;-) ) zu wollen, Klasse! Willkommen im Club - der Vorgänger gab's schon einige ("Der alte Mann und das Meer" lassen grüßen ;-) ).

    Ok, zurück zum Ernst der Sache.
    Meine Interpretation des alten griechischen Ganzheits-Balance-Dreiecks "Körper-Geist-Seele" ist einerseits auch, dass sich Ungleichgewichte auf der einen Seite (manchmal!) durch die andere Seite ausgleichen lassen. Andererseits: Manchmal - aber eben nicht immer! Sportler kennen hier das Prinzip (1.) der "autonom geschützten Reserve". Die kann man zwar überschreiten (z.B. durch Psychopharmaka), aber man muss einkalkulkieren, dafür einen Preis zu bezahlen (der evtl. höher/ heftiger ist, als das Ergebnis, das man erhält).
    Möglicherweise (dünnes Eis für mich, daher im "as if-Sinne" formuliert) gibt es so etwas wie ein somatisches Gedächtnis; heißt hier: der "Körper" (eher: der Organismus) kennt seinen Idealzustand, seinen Ausgangszustand und seinen Survival-Zustand. Und weiß evtl. auch, dass zur Erhaltung gerade des letzteren (wobei ich gestern gelesen hab, dass in Polen jmd. mit 10,.. Promille überlebt hat - und hoffe, Du warst noch nicht an dieser Grenze angelangt ;-)) in diesem konkreten Fall eben nicht der Geist ausreicht, sondern es einfach einer körperlichen (!) Regulation bedarf. Als Prinzip: Eine Balance von Aktivation und Regulation (2.). Was ja selbst im NLP-(geistigen)-Sinne unterstützt wird, speziell durch die "Teileannahme": Weil, möglicherweise gibt's ja da einen Teil (geistig), der einfach ausschlafen oder dem Körper seine Regeneration gönnen (sprich: schützen) möchte.
    Das, weiterhin, auch deswegen, weil er (der Körper) im Sinne des im Sport bekannten Superkompensationsprinzips (3.) vorbaut, um wieder in die Homöostase zu kommen; als ahnte er, dass evtl. ein weiteres Saufgelage (sorry, wollte sagen: eine weitere Flüssigkeitshaushaltsregulation ;-)) folgen könnte. Und hier braucht es (zumindest ist mir nix anderes bekannt) eine (Super-)Kompensation auf dem gleichen Level (sprich in diesem Fall: Körper), um wieder in Balance zu kommen.

    Aber die dahinterliegende Frage finde ich schon spannend! Führt sie doch, wenn man sie weiterdenkt, zu den (Un-)Tiefen des NLP (und seiner Vorannahmen): Inwieweit gibt es bzw. reichen Überkreuz-Beeinflussungen. Ich wäre neugierig, ob es z.B. im Sport (vor allem im Hochleistungssport) Untersuchungen darüber gibt; evtl. gibt auch Csikszentmihalyis Buch "Flow" was darüber her.

    Noch eine Idee: Könnte auch ein spannendes Thema für ein (Master-) Modelling-Projekt sein (durchaus ernst gemeint - wenn man die "Selbsterfahrungskomponente" mal außen vor lässt ;-) ): "Einfach" mal 5-20 "Trinker" finden, (würdigen!), erst-befragen und dann den spannendsten Fall für ein implizites (hoffentlich nicht ;-) ) und explizites Modelling hernehmen. Und vor einer Übertragung: Einen Öko-Check machen.

    Und noch ein Gedanke für diesen wunderschönen Sonntag und dieses spannende Thema - der von jemandem stammt, die auch Erfahrungen in unserem "(Selbst-)Forschungsgebiet hatte:
    "When I'm good
    I'm very good.
    When I'm bad
    I'm better"
    Mae West

    Herzliche Grüße
    Michael

    P.S.: Hier für den Nachmittag noch (m)ein kleiner NLP-geist/körper-verbindender Übungs-Tipp (witzig-ernst gemeint): "Walk in grace and power" - idealerweise mit einem/r, auf der Höhe der körperlichen Befindlichkeit seienden PartnerIn ... in der wunderbaren frischen Luft eines Park-Spaziergangs. Go west!
  • Michael Match Luther
    Michael Match Luther    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: Geist vs. Körper
    Hallo Robert,

    da war ja noch ein Post zwischendrin ...
    Robert Wegner schrieb:
    Zum Alkohol: Klar kann ich sagen: Es ist gut, dass es mir (vergleichsweise) dreckig geht, weil mich das dazu veranlasst beim nächsten Mal (wieder) besser aufzupassen und mehr auf das eigene Limit zu achten respektive für ordentlich Puffer zu sorgen. Möglich. Möglich aber auch - und fernab jeder NLP oder tiefenpsychologischen Überlegung - dass der Körper registriert: Vergiftung (weil nix anderes ist besoffen sein). Und weil der Organismus / Metabolismus (Körper) keinen Bock hat, weiter/ wieder vergiftet zu werden bzw. seine Regeneration braucht, macht er ein "override" des Systems Geist. Und signalisiert (die NLP-Teile-"Lehre" würde jetzt sagen: teilt einem mit): No go, Auszeit. Input(zeit) gleich Output(zeit). Aus Sicht des Körpers (und möglicherweise noch etlicher Teile) eine reine Schutzfunktion.
    Na ja, und wer keinen Bock auf Schutz hat, der schmeisst sich halt ne Aspirin rein (wirkt ja auch auf der körperlichen Ebene) Wobei es hier wieder spannend werden könnte (Idee für Deinen nächsten Feldversuch ;-) ): Was wäre hier (as if) mit einem Placebo (Geist); sprich bei einer gezielten/ (fremd-)gesteuerten Placebo-Gabe. Das wäre eine weitere Untersuchung wert.
    Sag mir Bescheid, wenn's soweit ist,

    herzliche Grüße
    - und im "ganzheitlichen Sinne": Alles Gute -

    Michael
  • Robert Wegner
    Robert Wegner
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    Re^4: Geist vs. Körper
    Hallo Michael,

    Michael Match Luther schrieb:
    Möglich. Möglich aber auch - und fernab jeder NLP oder tiefenpsychologischen Überlegung - dass der Körper registriert: Vergiftung (weil nix anderes ist besoffen sein). Und weil der Organismus / Metabolismus (Körper) keinen Bock hat, weiter/ wieder vergiftet zu werden bzw. seine Regeneration braucht, macht er ein "override" des Systems Geist. Und signalisiert (die NLP-Teile-"Lehre" würde jetzt sagen: teilt einem mit): No go, Auszeit. Input(zeit) gleich Output(zeit). Aus Sicht des Körpers (und möglicherweise noch etlicher Teile) eine reine Schutzfunktion.
    Klar, so habe ich das auch gesehen und (zumindest) gemeint. Im Sinne von "Wenn du es beim nächsten Mal wieder übertreibst, schalte ich mich (/dich/uns) aus. So wie Work-Life-Balance und das von dir angesprochene Prinzip der Homöostase, ich stehe da voll auf deiner Seite. Aber zumindest mein Geist verlangt meinem Körper da einfach etwas mehr ab. Vielleicht zu viel, aber nun ja... Eigenanspruch und so *zwinker*

    Soll ja auch wie gesagt nicht dazu dienen mir zu ermöglichen bis zum geht nicht mehr zu betrinken, sondern nur ungeplante Fehltritte/Übertretungen abzupuffern/aufzufangen. "Backup" quasi.

    Wobei es hier wieder spannend werden könnte (Idee für Deinen nächsten Feldversuch ;-) )
    In trinke vielleicht drei, vier mal im Jahr was, mittlerweile vielleicht auch zwei, drei mal mehr und bewege mich dabei üblicherweise vollends in meinen Grenzen. Ich bin ein Freund von verantwortungsvollem und kontrolliertem Umgang, Genuss, nur manchmal schießt man (ich @ Annette :p) eben dran vorbei, nicht zuletzt, wenn man sich nicht ständig betrinkt. Aber ich sag Bescheid - in drei Monaten oder so *lach*


    Wie gesagt, ich kann die Funktion der Übelkeit und der anschließenden Regenerationsnotwendigkeit absolut verstehen. Gleichzeitig sage ich mir aber auch, wie oben angeführt, "Lesson learnt - krieg dich mal schneller wieder ein.", wobei die nächste Lektion vielleicht einfach die ist, etwas mehr auf meinen Körper zu hören und nachsichtig(er) zu sein und nicht an seine Grenzen zu führen. Womit wir bei "gesunder Körper und Geist" und ebenfalls wieder der Balancegeschichte sind.

    Aber die dahinterliegende Frage finde ich schon spannend! Führt sie doch, wenn man sie weiterdenkt, zu den (Un-)Tiefen des NLP (und seiner Vorannahmen): Inwieweit gibt es bzw. reichen Überkreuz-Beeinflussungen.
    Das war der Gedanke. Weniger auf NLP bezogen, als generell auf die "Macht des Geistes". Geht gewissermaßen auch in die Richtung meines "Reicht Überzeugung?"-Threads, der körperliche Aspekte ja auch vernachlässigt. Was mitunter ja suggeriert wird, wenn es in Richtung Modelling und "Copy & Paste" geht, was ich im 1:1-Maßstab für schwierig bis unmöglich halte. Bis zu einem Grad auf jeden Fall, vermutlich auch absolut ausreichend, aber das "Non-Plus-Ultra" wird wohl nicht jeder erreichen. Einfach aufgrund mangelnder (gerne auch Körper-) Erfahrungen (bzw. "anderer") oder Gene, die sich nicht einfach so nachholen oder ersetzen lassen. Mit meinem leptosomen Körperbau werde ich nie einen Bodybuilderkörper hinkriegen, oder wenn, dann nur zu einem immensen Preis, den ich nicht bereit zu zahlen bin. Das nur als Beispiel, wo sich tausend (*hust* viele *hust*) andere weitere finden würden.

    Nun ja, vielleicht sollte ich meinem Körper mehr Aufmerksamkeit bzw. Rücksicht widmen, dann lässt er vielleicht auch meinen Geist weiter/besser spielen *hehe* (Wobei das umgekehrt durchaus der Fall ist. Zu wenig gegessen oder geschlafen --> *zack* *wumm* geht sofort meine "psychische Anfälligkeit/Vulnerabilität" nach oben. Spannend :D)

    Robert

    edit: In dem Sinne ist die Frage, inwieweit man mittels Geist den Metabolismus beeinflussen kann. Geistige Querverbindung zu Imaginationsverfahren/Autogenes Training. Mittels Biofeedback kann man ja auch gezielt seine Körperreaktionen beeinflussen/kontrollieren lernen und mitunter lässt der Geist den Körper ja auch Höchstleistungen vollbringen (Sieges-/Überlebenswillen). Wobei das natürlich im Gegenzug den Geist beanspruchen würde, der dann im Gegenzug Ruhe einfordert oder Nahrung (im Sinne von physischer) verlangt.

    So ein "Trade off" wäre aber ganz praktisch. Ich sorge lieber dafür, dass mein Organismus das Gift schneller abbaut (Wobei mein Stoffwechsel eh ziemlich zügig arbeitet, habe ich den Eindruck...) und futtere dann hinterher nüchtern und "kontrolliert" zwei Stullen bzw. chill'ne Runde zur Musik, als dass ich in einem desolaten Zustand darauf warte, dass es besser wird. (Bzw. in einem suboptimalen Zustand anderweitig interveniere.)

    [Die Aspirin war übrigens schon mein Placebo :p War die Zweite meines Lebens, einfach so zum Spaß/der Form halber, normal reguliere ich die Kopfschmerzen so weg/akzeptiere sie ;)]
    This post was modified on 30 Jan 2011 at 04:27 pm.
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  • Robert Wegner
    Robert Wegner
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    Re^6: Geist vs. Körper
    Hallo Christian,

    D.C.S.E. schrieb:
    Alkohol wirkt nicht nur "geistig", sondern auch chemisch. Diese chemische Wirkung verursacht die Probleme. Die wegzu-Trancen ist wahrscheinlich ein bisschen schwierig, ausser man ist ein indischer Top-Guru. Das ist so ähnlich, als wenn man sich in den Finger schneidet und dann versucht, den intakten Zustand wieder herzu-trancen. Kann klappen, ist aber eher selten.
    Zweifelsohne plausibel, weswegen ich gerade per edit hinzugefügt hatte, dass man ja zumindest die Geschwindigkeit beeinflussen kann. Und meines Wissens nach hat die psychische Einstellung/Überzeugung einen Einfluss auf die Wundheilung, im Gutem wie im Schlechten. Nicht im Sinne von "Ich stelle mir jetzt vor, dass die Wunde verheilt und *zack*", aber im Sinne von "Ich bin zuversichtlich, dass sie schnell verheilt.". Hat nicht die Mutter von irgendjemandem (Dilts?!) den Krebs mittels Hypnose "besiegt"?

    Abgesehen davon ist eine physische Veränderung wohl einschneidender bzw. langwieriger als eine chemische, oder? Ich meine, man kann vernähen bzw. einfach so "heilen" lassen, was im Schnitt meines Wissens nach zwei Wochen dauert, aber gegen chemische Effekte kann ich doch quasi "instant" was einwerfen. Aspirin zum Beispiel. (Wobei es natürlich auch Substanzen gibt, die erst über einen längeren Zeitraum ihre Wirkung entfalten *grübel*) Und ich denke, dass man chemische Disbalancen auch eher geistig beeinflussen kann als physische. Zumindest würde ich behaupten, mittels Vorstellungskraft ziemlich schnell Endorphine und/oder Adrenalin von meinem Körper herstellen lassen zu können.

    Du bist übrigens nicht der einzige, der solche Versuche macht. Gestern nacht in der Berliner S-Bahn konnte ich auch wieder recht viele Leute beobachten, die Alkohol-Selbst-Test unternahmen, teilweise sogar mit recht hohen Dosen. Scheint Mode zu sein. :-)
    Ich denke, der Ausmaß meines Versuchs war eher unfreiwillig und keinem Trend folgend. Sollte einfach nur ein entspannter Abend werden (Nicht, dass man dafür Alkohol braucht, aber in dem Fall war er gegeben.), der bei mir entsprechend überkippte. [Ja, Rechtfertigungsbedürfnis *fg* Weder trinke ich Alkohol in Massen noch aus/in hohen Dosen - oder zumindest nicht in der Absicht, wie das bei manche nötig zu haben scheinen.]

    Robert
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  • Michael Match Luther
    Michael Match Luther    Premium Member   Group moderator
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    Re^8: Geist vs. Körper
    Hallo Heike,

    H.D. schrieb:
    Da ist zum einen das limbische System und tiefere Hirnschichten, die aus Jahrmillionen der Erfahrung ein Überlebensprogramm modelliert haben, um auf lebensbedrohliche Eindringlinge und Situationen spontan reagieren zu können.
     
    Und da ist der Verstand, der präfontale Cortex, das jüngste Hirnareal, das mit manch körperlichen Reaktionen nicht einverstanden ist, die die älteren Areale steuern. Gerade bei lebensbedrohlichen Situationen schaltet das Gehirn den Verstand gerne ab,
    Vielleicht so: Gewinnen manche anderen Teile des Gehirns die (temporäre) Oberhand?

    ... weil dieser komplexe Überbau viel zu lange braucht, um spontan von Nutzen zu sein. Guter und spannender Hinweis auf das McLeansche "Dreieinige Gehirn". Wobei ich keine Untersuchung kenne, die angibt, auf welches "Gehirnareal" (von diesen dreien) Alkohol (bevorzugt) wirkt. Kennst Du welche?

    Meine Hypo-These: Alkohol benebelt alle 3; was man übrigens bei Betrunkenen immer wieder "schön" merkt, wo nicht nur verstandesgemäße, sondern auch andere Funktionen, die eher lymbisch und stammhirngesteuert sind, in Mitleidenschaft gezogen und ausgesetzt werden. An der Stelle wirkt Alkohol nicht anders als ein Opiat oder eine andere Droge - und die haben ja mitunter ganz kuriose Auswirkungen (im Guten wie im Schlechten), selbst (oder gerade) auf originärste, jahrmillionenalte Gehirnfunktionen (ich stelle mir gerade einen betrunkenen Tyrannosaurus Rex in "Jurassic Park" vor ;-) ).

    Diese Überlebensmechanismen (mit all den körperlichen Reaktionen) haben sich tief in das Gehirn eingeprägt, weil sie sich in Jahrmillionen der Erfahrung als elementar nützlich erwiesen haben und sollen daher nicht einfach so überschreibbar sein. Können sie "in der Regel" auch nicht (Ausnahmen beweisen die Regel und legen immer wieder von erstaunlichen Beispielen Zeugnis ab), weil die älteren Hirnteile, zumindest in sicherheitsrelevanten Situationen (z.B. Streß) eine dominante Funktion haben.

    Wobei ich hier die Fragen spannend fände (und m.W. gibt's hierzu (noch) keine Untersuchungen):
    1. Auf welche/n Gehirnteil/e wirken denn (wahrscheinlich bevorzugt) Mechanismen wie Yoga, Hypnose, Mentales Training u.Ä.?
    2. Welche/r Gehirnteile steuert (wieweit mit?) die autonom geschützte Reserve?
    3. Welche/r Gehirnteil/e ist/ sind an einem Flow-Erleben beteilgt?
    4. Vergleichbar mit 1., aber eher chemisch fokussiert: Auf welche/n Gehirnteil/e wirken denn Drogen?
    5. Und in diesem Zusammenhang auch noch: Das Großhirn kennt verschiedene "Erregungszustände" (wie z.B. Alpha-, Theta-, ...-Wellen/ Zustände); wie steht es mit den anderen Gehirnteilen - oder umgekehrt: Welche Gehirnareal verhalten sich wie, wenn sich "das Gehirn" im Theta-Zustand befindet?
    Alle 5 haben mittel- oder unmittelbar auch etwas mit Alkohol zu tun.

    Dafür ist das „Küken“ ja mit da. Muster und Zusammenhänge zu erkennen und ein Gefühl von Überschaubarkeit zu geben, das beruhigend wirken kann :-) Das "Küken" ;-) unterscheidet uns von nahezu allen anderen Säugern, Primaten, Mehrbeinern und Organismen und hat sich beim "sapiens" eine dominante "Verstandes-Rolle" erobert. Was nicht ausschließt, das in manchen Fällen (s.o.) die beiden älteren Hirnteile (im McLeans vereinfachender Darstellung; in der Gesamtheit gibt's schon noch ein paar mehr ;-) ) eben zum Mittel des "override" greifen und das Großhirn in die Warteschleife schicken.

    Aber, wenn ich Roberts Anliegen richtig verstehe, macht die Frage schon Sinn. Weil, um mal ein anderes Beispiel zu nehmen: Streß; in der akuten Situation übernehmen Lymbik und Stammhirn häufig das Zepter, beim Cool down kann allerdings (zumindest heute, in der Säbelzahntiger-befreiten-Zeit ;-) ) das Großhirn oft entscheidende Impulse liefern und das "Runterkommen" beschleunigen (unabhängig davon, dass die körperlichen Mechanismen oft diese Zeit - und die aktive Auseinandersetzung - brauchen/ bräuchten, um z.B. aufgebaute Schadstoffe wieder abzubauen). In dem Sinne leistet das "Küken" oft Erstaunliches und die Frage/ der Wunsch dahinter macht schon Sinn, inwieweit auch hier (beim "Alkohol-cool down") ein Großhirneinsatz "denk-"bar wäre.

    Physiologisch bin ich wieder dabei, wenn das Thema "Entgiftung" (körperlich) angesprochen würde. Weil da leisten in der Tat die "älteren Hirnanteile" schutzwürdige, meist reflexhafte Arbeit, die der Sicherung des Überlebens dient. Der Impuls "ich schmeiß mir mal ne Pille ein, das wird schon" kommt nun mal seltenst aus dem Stammhirn, da drängelt sich der Cortex in den Vordergrund.

    Wobei mir hier noch eine Frage in den Sinn kommt:
    6. Inwieweit spielt denn hier das, erst jüngst "entdeckte" / erkannte "Darm-Gehirn" eine Rolle? Weil das wird doch zuallererst mit den Schadstoffen konfrontiert. Inwieweit gibt's denn hier eine Beeinflussungsmöglichkeit (wobei sich hier der Kreis zwischen psychisch und chemisch schließen würde)?

    Ich bin mir übrigens sicher (ganz ernst gemeint), dass man zu diesem Thema in Japan z.B. gute Hinweise bekommen könnte; gehört es doch im japanischen Businessleben zur Kultur, erst zu (heftigst) "trinken", und dann Geschäfte zu machen. Und da bin ich mir fast sicher, dass sich (neben möglichen evolutionären Anpassungen von Körperteilen wie z.B. der Leber ;-) auch) Strategien entwickelt haben, um akut wie langfristig damit umzugehen. Und im Sinne eines "emergency cases" fände ich das schon spannend zu wissen: Wie machen die das?

    Mit neugierigen Grüßen - und nach einem herrlichen Sonntags-Sonnen-Park-Tag reif für einen Selbstversuch ;-)
    Michael