NLP – The World of Neuro-Linguistic Programming

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  • Frederik Beyer
    Frederik Beyer    Premium Member
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    Welche Wirkungen haben animistische Sprachmuster?
    Seit langem schon nutze ich in meinen Einzel- und Gruppentrainings Formulierungen, die man als animistisch bezeichnen könnte: Statt "das Zwerchfell senkt sich" rede ich beispielsweise vom "Zwerchfell, das sich senken will". Oder ich frage "Wie will dieser Ton gesungen werden?" statt "Wie willst Du diesen Ton singen?"

    Ich bin davon überzeugt, dass derlei animistische Sprachmuster im pädagogischen Prozess hocheffektiv sein können. Sie doggen an unsere kindliche Erlebniswelt an und bieten eine wunderbare Möglichkeit, mit besonderer Achtsamkeit Dinge aus völlig anderen Perspektiven zu sehen. Was vormals ein unbelebtes Etwas war, wird kraft der Sprache zu einem belebten Phänomen mit eigenem Denken, Fühlen und Wollen.

    Welche Erkenntnisse gibt es bislang über animistische Sprache? Wer weiß von Publikationen darüber? Gibt es vielleicht gar Untersuchungen über die spezifischen Wirkungen animistischer Sprachmuster?

    In diesem Sinne: Diese Fragen wollen beantwortet werden! :-) Ich freue mich auf jegliche Art von Hinweisen, Anregungen, Erfahrungsberichten...

    Beste Grüße,
    Frederik Beyer.
  • Dr. Nico Rose
    Dr. Nico Rose    Premium Member   Group moderator
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    Re: Welche Wirkungen haben animistische Sprachmuster?
    Hallo Frederik,

    Frederik Beyer schrieb:
    Seit langem schon nutze ich in meinen Einzel- und Gruppentrainings Formulierungen, die man als animistisch bezeichnen könnte: Statt "das Zwerchfell senkt sich" rede ich beispielsweise vom "Zwerchfell, das sich senken will". Oder ich frage "Wie will dieser Ton gesungen werden?" statt "Wie willst Du diesen Ton singen?"
    da befinden wir uns im Bereich der Meta-Modell-Verletzungen - oder andersrum betrachtet: Milton-Muster.

    Aus dem Satz "Zwerchfell, das sich senken will" kann man z.B. durch analoges Markieren einen eingebetteten Befehl machen.

    Je nach "Geschlossenheitsbedürfnis" des Gegenüber, kann es selbigen auch auf die "transderivationale Suche" schicken, platt gesagt, eine leichte Suchtrance auslösen, weil der Satz nach rationalen Gesichtspunkten "sinnlos" ist.

    Außerdem impliziert der Satz eine Dissoziation des Klienten von seiner Zwerchfellaktivität - was z.B. Entspannung fördern kann, weil das Atmen meistens dann am besten funktioniert, wenn der Mensch sich nicht bewusst einmischt.

    Fazit: Ich wundere mich nicht über die Wirkung... :-)

    Nachtgrüße,

    Nico
  • Pascal Bassler
    Pascal Bassler    Premium Member
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    Re^2: Welche Wirkungen haben animistische Sprachmuster?
    Hallo,
    ich habe auch schon erfahrungen mit diesem animitische Sprachmuster gemacht. (glaube ich zumindest, da ich in NLP noch nicht so bewandert bin)
    Ich bin im Winter als Skilehrer aktiv und wenn ich einen Erwachsenenkurs gebe. Dann gebe ich nicht dierekte Befehle, sondern formuliere es wie folgt:
    -"Skier, die so gefahren werden wollen."
    -"Druck, der so aufgebaut werden will."
    oder ähnliche Sätze.

    Ich habe dann einen Erwachsenenkurs gegeben und auf diese "kindliche" Sprache verzichtet. Am Ende habe ich dann erfahren, dass sie mich unfreundlicher und weniger sympathisch fanden.
    Daraus habe ich gelernt, dass diese Sprache (zumindest im Lehrwesen) besser Rapport aufbaut.

    Mit freundlichen Grüßen
    Pascal Bassler
  • Frederik Beyer
    Frederik Beyer    Premium Member
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    Re^3: Welche Wirkungen haben animistische Sprachmuster?
    Guten Abend Pascal,

    das glaube ich gerne, dass animistische Sprachmuster helfen, Rapport aufzubauen. In jedem Fall wird die Kommunikation spielerischer, leichter, naiver, wenn "die Skier gefahren werden wollen". Offenbar freuen sich auch Erwachsene über solche (scheinbar) kindlichen Formulierungen.

    Was genau implizieren eigentlich diese Sprachmuster? Das Verhältnis von "Akteur" und "Reakteur" kehrt sich um: Die Aussage "Ich fahre Ski" beinhaltet, dass das Subjekt agiert, es ist aktiv, es benutzt die Ski. Die Aussage jedoch "Die Skier wollen gefahren werden" dreht den Spieß um. Hier sind es die Skier, von denen die Initiative ausgeht. Sie bekommen ein Eigenleben zugesprochen, die Skier haben einen aktiven Willen, während der Skifahrer, das Subjekt, lediglich reagiert.

    Ich vermute, dass dieses Beleben von eigentlich unbelebten Dingen ein anderes, intensiveres Erleben ermöglicht. Die animistischen Sprachmuster verändern die Wahrnehmung, die subjektive Einstellung zur situativen Wirklichkeit, was gerade in Lern- bzw. Veränderungsprozessen äußerst wichtig ist. Außerdem kann es erleichternd sein, zu realisieren, dass ich um zu lernen nicht die Initiative ergreifen muss, sondern auch gewissermaßen "gelernt werden kann". Dabei kann ich ein Stück weit meine Verantwortung für das "aktive" Moment am Lernen abgeben. Aus einem rigiden "Ich muss agieren" wird ein flexibles "Ich erlaube mir zu reagieren". Was gibt es besseres fürs Lernen als kindlichen Spieltrieb und große Lust am Experimentieren?

    Liebe Grüße,
    Frederik