Hallo an alle,
eigentlich ist dies eine Antwort auf alle Kommentare.
Mir fällt an dieser Diskussion folgendes auf (jetzt aus dem Gedächtnis, ohne individuelle Zuordnung):
- es wird hier sehr unterschiedlich der Respekt vor dem anderen Menschen bekundet
- es wird auch sehr unterschiedlich der Respekt vor dem Weltmodell des Nächsten bekundet
- ich nehme eine Tendenz wahr - zumindest bei einigen - das eigene Weltmodell absolut zu setzen
Ein Freund von mir sagt gern: Lieber eine stramme Behauptung als ein schwacher Beweis.
Er meint das selbstironisch, denn er neigt dazu.
Zum inhaltlichen:
Über die Quantenphysik endgültige Aussagen zu treffen oder gar über die Auswirkungen der bisherigen Erkenntnisse erscheint mir vermessen angesichts der Tatsache, dass die Fachleute (Quantenphysiker) sich in dieser Frage uneins sind - weil sie es selbst noch nicht wissen.
ALLES, was also hier oder andernorts darüber gesagt resp. geschrieben wird, ist Glaube (auch der Nicht-Glaube ist ein Glaube).
In der Quantenphysik gibt es ein Paradoxon (hier verkürzt von einem Laien):
Vorüberlegungen:
1. nach den Gesetzen der Quantenmechanik sollte alles im Universum sich entsprechend der Gesetze der Quantenmechanik verhalten
2. alles, was ist, besteht aus Quanten, also gelten die Gesetze der Quantenmechanik in allem (auch in Bäumen)
3. jedes Quantum, das unbeobachtet ist, befindet sich in einer Superposition, wo mehrere sich ausschließende Zustände gleichzeitig bestehen
4. erst, wenn das Teilchen beobachtet wird, "fällt" es in einen der Zustände
5. da makroskopische Dinge aus Teilchen zusammengesetzt sind, müsste dies also auch für diese makroskopischen Dinge gelten
Das Paradoxon:
Diese Annahmen der Quantenmechanik führen zu folgendem Paradoxon
Wenn ein Beobachter, vulgus ein Mensch, einen Garten beobachtet und dann in einen Raum ohne Fenster geht und die Türen schließt, müsste der Garten sich in einer Art Superposition befinden.
Dies müsste auch gelten, wenn ein anderer Mensch weiterhin den Garten betrachtet, da er aus der Sicht des erstgenannten Menschen ebenfalls ein beobachtetes Objekt ist (er müsste sich quasi in einer Art schizophrenen Zustand befinden).
Dies ist nicht der Fall; das würde zumindest der Mensch, der fortgesetzt den Garten beobachtet, vehement von sich behaupten.
Wie kann man das Paradoxon lösen?
Erste mögliche Erklärung: die Gesetze der Quantenmechanik gelten nicht in der makroskopischen Welt.
Kommentar: Die Gesetze erklären gut die Beobachtungen in Versuchen zur Erkenntnis der subatomaren Welt. Die makroskopische Welt ist aus der subatomaren zusammengesetzt. Also ist diese Behauptung nicht logisch (d.h. nicht folgerichtig)
Zweite mögliche Erklärung: Die Gesetze der Quantenmechanik sind falsch.
Kommentar: Wahr und falsch sind in der Q. keine gültigen Kategorien. Die Quantenmechanik und ihre Gesetze sind ein Erklärungsmodell, um die Beobachtungen in Versuchen zu beschreiben. Das tun sie gut. Nicht alle Schlussfolgerungen, die daraus generiert wurden, konnten bisher bewiesen werden (deshalb der neue Teilchenbeschleuniger in Cern). Es sind höchstwahrscheinlich nicht mal alle Implikationen zur Zeit bekannt.
Dritte mögliche Erklärung: Die in dem Paradoxon befindlichen Menschen sind keine voneinander getrennten Beobachter.
Kommentar: Unter der Voraussetzung, dass 1. die qm-Gesetze ausreichend gut die Vorgänge beschreiben und der folgerichtige Schluss angenommen wird, dass Auswirkungen auf die Teile auch Auswirkungen auf das Ganze haben müssen (d.h. die makroskopische Welt) ist diese Erklärung folgerichtig.
Das bedeutet nicht, dass es so ist, dass wir alle eins sind (was man durch die Jahrtausende in allen spirituellen Schulen behauptet). Aber es ist eine folgerichtige Schlussfolgerung.
Was also in letzter Konsequenz unter dem Begriff "Beobachter" zu verstehen ist, ist in der Quantenmechanik letztlich ebenfalls nicht geklärt.
Zum LoA:
Ich bin damit nur ansatzweise vertraut. Daher gilt das Folgende nur unter Vorbehalt:
Ich verstehe die Grundannahme im LoA so, dass das Bewusstsein - was immer genau darunter zu verstehen ist - als der "ultimative Beobachter" gilt.
Da der Beobachter das Beobachtete beeinflusst (s.o.), wird eine Art von Strahlung angenommen, die darauf einwirkt; im Allgemeinen als Elektromagnetismus bezeichnet. Dies hat eine wissenschaftliche Basis (siehe: "Die Biologie der Transzendenz", Joseph Chilton Pearce)
Aufgrund der Art der Ausstrahlung generiere man resonante Ereignisse - man "zieht" sie an.
Meine Schlussfolgerungen und meine Bitten zum Umgang damit in diesem Forum:
1. Eine Diskussion über wahr oder falsch ist unsinnig.
2. Da selbst Fachleute (Quentenphysiker) alle Hände voll zu tun haben, mit den Entwicklungen ihres Fachgebiets Schritt zu halten, sollten wir in einer Diskussion immer eingedenk der Tatsache sein, dass unser Kenntnisstand zur Materie bestenfalls veraltet ist.
3. Es ist dem NLP - also damit auch uns selbst gegenüber - unwürdig, dass eigene Weltmodell als wahr zu behaupten. Dies ganz besonders, wenn das zu Angriffen gegenüber Andersdenkender führt. Wollten wir nicht dem anderen in seinem Weltmodell begegnen?
4. Die Details der Hypothesen zum LoA als eine mögliche Implikation der Quantenmechanik sollte an anderer Stelle geführt werden, da dies nicht in den Themenbereich dieses NLP-Forums gehört (hier stimme ich Nico zu).
5. Interessant hingegen ist die Auseinandersetzung, inwieweit die Hypothese des LoA mit Annahmen des NLP korreliert. Ebenfalls interessant wäre, wie z.B. ein LoA-Format aussehen könnte und wie dies nutzbringend angewendet werden könnte. Immerhin gilt es m.E. als unumstritten, dass ein Fokusshift vom Problemraum zum Lösungsraum im Coaching als sinnvoll.
Ich persönlich habe die Erfahrungen gemacht, dass die Annahme, zu einem Problem für mich käme Unterstützung auch von außen, mich in einen Suchprozess bringt, der mir hilft, diese mögliche Unterstützung auch zu finden - teilweise auf erstaunlichen Wegen.
Herzliche Grüße, Michael Schippel