Nutrition Network

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  • Dr. Mathias Schwarz
    Dr. Mathias Schwarz    Premium Member   Group moderator
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    Tierische Lebensmittel oder Supplemente: B12: Manchmal wird es knapp
    Hallo liebe Forengemeinde,

    im aktuellen UGB-Forum ist ein interessanter Artikel über Cobalamin erschienen.
    Vielleicht ist er für den einen oder die andere von Interesse.

    Einen schönen Sonntag wünscht

    Mathias Schwarz

    Vitamin B12: Manchmal wird es knapp
    Dr. oec. troph. Markus Keller

    Vitamin B12 (Cobalamin) spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung, der Blutbildung und der Funktionsfähigkeit des Nervensystems. Dabei ist der Cobalaminstoffwechsel eng mit dem des Vitamins Folat verbunden. Bei einem Mangel sind nahezu alle Zellen des Organismus beeinträchtigt. Ein Mangel entwickelt sich in drei Stufen: Zunächst entleeren sich die Speicher, bevor es zu metabolisch-funktionellen Störungen kommt. Erst dann zeigen sich klinische Symptome. Ein schwerer Mangel an Vitamin B12 kommt in unseren Breiten nur selten vor. Ein latenter Mangel, bei dem noch keine klinischen Symptome erkennbar, aber die biochemischen Marker bereits verändert sind, ist jedoch viel häufiger als bisher gedacht. Die größte Risikogruppe sind ältere Menschen.

    Ferner können Vegetarier, insbesondere Veganer häufiger betroffen sein. Denn Vitamin B12 kommt nahezu ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Pflanzliche Lebensmittel enthalten allenfalls Spuren von Cobalamin. Auch Lupinenprodukte, Sanddorn, Bierhefe und die meisten Meeresalgen sind keine verlässlichen Quellen. Veganer sollten deshalb eine sichere Vitamin-B12-Quelle in ihre Ernährung einbauen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist dies nur durch Supplemente und/oder angereicherte Lebensmittel möglich. Alle Personen, die einer Risikogruppe angehören, sollten ihre Vitamin-B12-Versorgung alle zwei bis drei Jahre überprüfen lassen.
    Quelle: Keller, M.: UGB-Forum 2/2008, S. 58-61

    http://www.ugb.de/zentraleElemente/pdf/F92-F03.pdf
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  • Dr. Mathias Schwarz
    Dr. Mathias Schwarz    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Tierische Lebensmittel oder Supplemente: B12: Manchmal wird es knapp
    Guten Abend,

    Eigentlich klar: Je eingeschränkter ein Ernährungsstil (vegetarisch, vegan, rohköstlich) und je höher der Bedarf (Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum) bzw. je höher Resorptionsstörungen (Alter, Krankheit) desto kritischer wird die Versorgung mit vielen Nährstoffen.

    Mir gefällt das zwar nicht, denn im Prinzip halte ich einiges auf die vegetarische Ernährung. Aber Fakten sind auch Fakten. Es ist außerdem nicht so, dass tierische Lebensmittel frei von Makel sind.

    Aber man muss halt schauen, dass man gut versorgt ist, v.a. wenn man verantwortungsbewusst mit seinem Körper und u.U. dem seines Kindes umgehen will. Vor allem heißt das für mich, dass man Kontrolluntersuchungen macht, wenn man zu den Risikogruppen gehört. Alten Menschen würde ich generell Supplemente empfehlen. Da könnte man vermutlich so manchen Dekubitus mit ein wenig Zink und B-Vitaminen verhindern.

    Aber was muss man denn nicht schon alles supplementieren? Jod, Folsäure, B12, Zink ... wo hört es auf?

    Viele Grüße

    Mathias Schwarz
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  • Dr. Mathias Schwarz
    Dr. Mathias Schwarz    Premium Member   Group moderator
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    Re^4: Tierische Lebensmittel oder Supplemente: B12: Manchmal wird es knapp
    Moin moin,

    Bioverfügbarkeit von pflanzlichem Eisen
    Die Bioverfügbarkeit hängt von einigen Faktoren ab, das lässt sich schlecht verallgemeinern. Steigt der Bedarf, z.B. in der Schwangerschaft, dann steigt auch die Resorption um - ich glaube - den Faktor 3, wenn ich mich recht entsinne. Und andere Nahrungskomponenten beeinflussen die Verfügbarkeit auch: z.B. organische Säuren erhöhen die Resorption (z.B.Vit C), während bestimmte Komplexverbindungen (z.B. Polyphenole aus Tee, Kaffee) die Resorption hemmen.

    Als vorwiegend vegetarisch Lebender gehe ich regelmäßig zum Blutspenden. Hatte noch nie ein Problem mit Eisen. Im Gegenteil meinte einmal ein Prof im Studium, dass Blutspenden eine gute Gelegenheit für Männer sei, ihren Eisenbestand im Körper abzubauen (seit sie sich nicht mehr gegenseitig die Köpfe einschlagen). Eisen steht ja möglicherweise auch in Zusammenhang mit Herzerkrankungen.

    viele Grüße

    Mathias
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  • Dr. Mathias Schwarz
    Dr. Mathias Schwarz    Premium Member   Group moderator
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    Re^7: Tierische Lebensmittel oder Supplemente: B12: Manchmal wird es knapp
    Moin moin,


    Eisenverwertungsstörung im Darm, die mit Sicherheit das ihrige dazugetan hat.
    Zum Thema Eisen noch eine vielleicht wichtige Info: Man muss höllisch aufpassen mit Supplementen. Die WHO (ich meine es was die WHO) hat gegen Eisenmangelanämie bei Kindern vor Jahrzehnten eine große Kampagne in Entwicklungsländern gemacht. Der Effekt war, dass viel mehr an einem Eisensupplemente-bedingten Infekt starben. Die Ursache war offensichtlich, dass es Fe-abhängige pathogene Darmbakterien gab, die sich durch die Supplemente sprunghaft vermehrt haben. Insofern ist möglicherweise schon große Vorsicht angebracht mit Fe-haltigen Supplementen.


    Übrigens hat mir eine Bekannte ganz begeistert von den Goji Beeren erzählt, die haben angeblich 4000x mehr Antioxidantien und mehr B-Vitamine als jede andere Frucht, kennt ihr die Beerchen?
    Alle paar Monate wird wieder eine Wundermittelsau durchs Internet gejagt! Jedes Beerchen hat eine Unmenge an Phytochemikalien! Ist nur die Frage, was grad untersucht wird und wie es medial vermarktet wird.

    viele Grüße

    Mathias
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