XING Community Salzburg

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  • Katharina Novoselov
    Katharina Novoselov    Group moderator
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    Kunstobjekte in Salzburg: Die Salzburg Foundation
    Seit 2002 realisiert die Salzburg Foundation – eine private Initiative, die ohne Steuergelder zeitgenössische Kunst in der Stadt Salzburg im öffentlichen Raum präsentiert – jährlich ein Kunstprojekt eines namhaften Künstlers in der Stadt Salzburg. Ziel dieses Projektes ist es, Kunst und Kultur zu fördern und das Weltkulturerbe der Salzburger Altstadt weiterzuentwickeln. Es ist ein Dialog zwischen Kunst und Wirtschaft und die Kunstwerke werden von internationalen Wirtschaftstreibenden finanziert. Die Kunstobjekte werden als Dauerleihgabe für die Stadt Salzburg und somit für den öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt und sind ohne Steuergelder finanziert. 2010 wurde eine Arbeit von Jaume Plensa gezeigt.

    Das Kuratorenteam besteht aus internationalen Kuratoren wie z.B. Walter Smerling, Michael Auping, Danilo Eccer, Dr. Ulrike Godler und Dr. Lórànd Hegyi. Alljährlich wird von diesem Team ein internationaler Künstler ausgewählt.

    2002 realisierte als erster Künstler Anselm Kiefer das Kunstprojekt „A.E.I.O.U.“ ein begehbares Kunstwerk. Es birgt in seinem Inneren ein großformatiges Bild, ein Regal mit Bleibüchern und eine Wandaufschrift. Das Gemälde zitiert eine Strophe aus Ingeborg Bachmanns Gedicht „Das Spiel ist aus“. Der Standort des Kunstwerkes befindet sich gegenüber dem Festspielhaus. 2003 wurde der renommierte italienische Künstler Mario Merz von den Kuratoren ausgewählt. Der Künstler hat gezielt für seine Skulptur den Mönchsberg ausgesucht: Sie versteckt sich halb hinter Bäumen und Büschen und schafft einen besonderen Bezug zum Aussichtspunkt über die Stadt. Die Konstruktion wirkt überraschend und geheimnisvoll. Die „Ziffern im Wald“, so der Titel des Objektes, ist ein Werk, welches auf sensible Weise die Widersprüchlichkeit von Lebenswelt, Arbeitswelt, Empfindung und Rationalität symbiotisch vernetzt.

    2004 schuf die Performance- und Videokünstlerin Marina Abramovic eine „interaktive Skulptur“ mit dem Titel „Spirit of Mozart“. Dieses Kunstprojekt besteht aus einem Ensemble von Stühlen und einem fünfzehn Meter hohen Stuhl, der von acht Stühlen umgeben wird. Es symbolisiert den Geist Mozarts. Das Objekt findet man auf der Stadtsbrücke. 2005 kreierte der Markus Lüpertz die Statue „Mozart – Eine Hommage“ an Salzburgs größtes Genie Mozart. Diese Skulptur sorgte in der Stadt für sehr viel Aufregung und wurde sogar von einem Bürger, der seinen Ärger Luft machen wollte, geteert und gefedert. Ort der Skulptur ist der Ursulinenplatz, welcher begrenzt ist von der Mönchsbergwand, dem Klausentor und der Salzach.

    2006 wurde als fünftes Kunstobjekt von dem amerikanischen Künstler James Turrell eine Licht-Installation mit dem Titel „SKY-SPACE“ in unmittelbarer Nähe des Museum der Moderne installiert. Es handelt sich hier um einen Bau in Form eines elliptischen Zylinders. Im Innenraum befinden sich Sitzflächen für den Betrachter, nach oben hin ist eine zylinderförmige Öffnung. 2007 wurde von Stephan Balkenhol die Skulptur „Sphaera“ geschaffen, die auf dem Kapitelplatz plaziert wurde. Der Mann auf der Kugel überblickt das Geschehen und Treiben dieses von Touristen umgebenen Platz. Die Figur zeigt keine Emotionen und wirkt trotzdem seltsam, rätselhaft und anonym.

    2008 hat der englische Bildhauer Anthony Cragg, dessen Skulpturen zum genauen Hinschauen auffordern, das siebte Kunstobjekt geschaffen. „Caldera“ ist der Titel dieser Skulptur, ein Begriff aus der Geologie, der einen Kraterkessel vulkanischen Ursprungs bezeichnet. Installiert wurde die Skulptur am Makartplatz, in unmittelbarer Nähe von Mozarts Wohnhaus und der Dreifaltigkeitskirche. Ein vom Verkehr geprägter Platz mit Straßen, Gehwegen und Beschilderungen und vor allem vielen Autos. Es handelt sich hier um eine Skulptur, deren Erscheinungsbild den Makartplatz mit dem ursprünglichen Anspruch des geistigen Denkens und der Formensprache konfrontiert. 2009 nimmt das Kunstobjekt „Vanitas“ des Künstlers Christian Boltanski eine besondere Stellung ein. In der Chorkrypta des spätromanischen Salzburger Doms hat er ein Schattenspiel inszeniert, ein Objekt, das sich präzise auf den Ort einlässt. Es besteht aus feingliederigen Figuren aus Metallblech, die von Kerzen angeleuchtet werden und Schattenbilder an die Wand werfen und so die Spiritualität der kirchlichen Aura dieses geschichtsträchtigen Raum – die Chorkrypta, einst ein geweihter Raum – preisgeben.


    2010 wurde das neunte Kunstprojekt von dem katalanischen Künstler Jaume Plensa mit dem Titel „AWILDA“ geschaffen. Platziert wurde das Objekt auf der „Dietrichsruh“, ein Platz an der juristischen Fakultät der Universität Salzburg. Hier handelt es sich um einen 5m hohen Kopf eines jungen Mädchens mit karibischen Geschichtszügen und besteht aus weißem spanischem Marmor. Die Figur wurde schichtweise erarbeitet: Die Schichtung der Marmorscheiben, nicht nur formale Gründe, sondern soll auch auf die „Schichtung der Menschheit“ hinweisen. Für Jaume Plensa hat diese folgende Bedeutung:

    „Awilda kommt aus Santo Domingo. Sie ist einer dieser Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben nach Europa gekommen sind. Mein Ziel ist es, mit ihrem Gesicht eine Portion Zukunft inmitten unserer alten Traditionen einzubringen. Die außergewöhnliche Geschichte der Stadt Salzburg besteht aus zeitlich übereinander liegenden Schichten von Menschlichkeit.“ (J. Plensa)

    2011 wird das Finale des 10 Kunstprojektes in Salzburg eingeläutet. Hierzu werden drei österreichische Künstler eingeladen, sozusagen als Hommage an das Gastgeberland. Folgende Künstler wurden vorgeschlagen, sich am letzten Projekt zu beteiligen: Brigitte Kowanz, Erwin Wurm und Manfred Wakolbinger. Wir dürfen gespannt sein, welches Kunstobjekt das gesamte Projekt abschließen wird.

    Die Credit Suisse Deutschland AG, die vom Anfang an mit großzügigem Einsatz und Engagement die Kunstprojekte begleitet hat, ist als Hauptsponsor hervorzuheben.

    Originalartikel auf: http://artandevents.mediaquell.com/2010/11/08/kunstobjekte-i...