Krankenpflege

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  • Rolf Hertes
    Rolf Hertes    Premium Member   Group moderator
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    GBA erweitert Kompetenz der Pflege
    Ärzte-Zeitung online vom 24.10.2011

    Pflegekräfte könnten bald als Leistungerbringer gelten. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dafür die Weichen gestellt. Ärzte sehen diesen diese Übertragung allerdings mit gemischen Gefühlen.

    Vollständiger Artikel hier: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkass...
  • Ulrike Sasse-Eker
    Ulrike Sasse-Eker    Premium Member   Group moderator
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    Re: GBA erweitert Kompetenz der Pflege
    ENDLICH kommt Bewegung in das Umsetzen unserer Fähigkeiten. Deutsche Ärzte haben nach wie vor Probleme mit der PFLEGE auf Augenhöhe zu kommunizieren und zu arbeiten. Es wird Zeit, dass sich daran etwas ändert.

    Meine praktische Erfahrung zeigt, dass Ärzte einen Dekubitus von einer Mazeration nicht unterscheiden können. Unsere Wundfachkräfte sind in der Regel wesentlich qualifizeirter als sämtliche niedergelassene Ärzte. Immer noch stehen wir in den Arztpraxen und reden uns den Mund "fusselig". Wir kämpfen um sterile Kompressen und geeigenetes Verbandmaterial. Nicht immer mit Erfolg. Deutlich teilt man uns dort mit, dass wir den Anordnungen Folge zu leisten haben, egal wie widersinning sie auch sind. Unsterile Kompressen, Mercurocrom, Zinkpaste, Rivanol und Genzianaviolett nebst Eisen und Fönen sind keine Seltenheit. Diese ganze moderne Wundversorgung ist unnötig, teuer und total überflüssig, so die Meinung vieler Mediziner. -

    Leider werden sehr viele Wunden in den Arztpraxen, die von Hygiene noch nie etwas gehört haben, mehr als schlecht versorgt und die Ärzte rechnen dafür auch noch "hohe" Summen ab. - Wer kontrolliert eigentlich die Arbeit der Ärzte, wann kommt dort der MDK ?

    Wir, die PFLEGE müssen uns vor keiner Ärzteschaft verstecken, ganz im Gegenteil.


    Ulrike Sasse-Eker
  • Manfred Kunkel
    Manfred Kunkel
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    Re^2: GBA erweitert Kompetenz der Pflege
    Liebe Gruppe, liebe Moderatoren,

    danke für diesen netten Exkurs. Aber leider sind die Probleme viel komplexer als sie hier erscheinen mögen.

    Wir Professionell Pflegenden sind selbst Schuld! Wo ist die Organisation der Pflege in einem Sprachrohr? Wo ist die Zusammengehörigkeit?! Nur allzu lange haben wir uns im Schatten der Ärztschaft gestellt und nicht bewegt!

    Ein Beispiel? Ich habe kürzlich auf einer Fortbildungsveranstaltung 17 Pflegekräfte befragt in welcher Organisation sie Mitglied sind. Antworten: in keiner! Nicht in einer Fachgesellschaft, nicht in einem Pflegeverband, Gewerkschaft, nicht freiwillig registriert! Was wollen "Wir" denn?

    Die Pflege macht schon heute den Fehler, den die Ärzte seit Jahren machen: die Umsetzung pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse werden kaum bis garnicht in die Praxis implementiert, weil man sich nicht vorschreiben lassen will, was andere meinen, weil man ja Pflegeprofi ist und es eh besser weiß!

    Zu Ihrem Beispiel liebe Frau Sasse-Eker habe ich kürzlich ein Buch verfasst mit dem Thema: "Woran moderne Wundversorgung scheitert?" (Nur über meine Homepage zu beziehen - http://www.wunde-kunkel.de)

    Nun bin ich schon lange nicht mehr der Meinung, das die Ärzte Schuld sind. Es sind die Kostenträger die nach meiner Meinung mehr von Ihrem Einfluß auf die gesundheitsökonomischen Belange nehmen müssten.

    Ärztliche Heilkunst hin oder her, sind es die Kostenträger die abenteuerlichen Therapien auch noch bezahlen! Dafür dürften keine Gelder mehr ausgegeben werden, wenn eine Therapie nicht nach den aktuellen Erkenntnissen umgesetzt wird! Das würde bedeuten, dass die ärztliche Zunft sich viel stärker an die Leitlinien der Fachgesellschaften halten müßten was dann einer modernen Versorgung ( und das nicht nur in der Wundversorgung) entspräche. Somit müssen wir nicht nur nach der in unserer Hinsicht modernen Versorgung, sondern auch der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechenden Versorgung, fordern.

    Liebe Kollegen, ich kenne diese Probleme alle, mit der Versorgung, versuchen Sie vllt eines: Sie brauchen/ dürfen Therapien nicht umsetzen, wenn Ihnen die ausreichenden Erfahrung mit diesen fehlen! ( Zitat: Deutlich teilt man uns dort mit, dass wir den Anordnungen Folge zu leisten haben, egal wie widersinning sie auch sind.)

    (Zitat: Wer kontrolliert eigentlich die Arbeit der Ärzte, wann kommt dort der MDK ?) - Nie! Eine Krähe hackt der andern nicht die Augen aus!

    Kopf hoch und weiter voran!

    Mit freundlichen Grüßen aus Aidlingen

    Ihr Manfred Kunkel
  • Ulrike Sasse-Eker
    Ulrike Sasse-Eker    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: GBA erweitert Kompetenz der Pflege
    JA, Herr Kunkel, Sie haben recht.

    Wir PFLEGENDE müssen uns organiseren in unseren BERUFSVERBÄNDEN. Unsere Verbände müssen mehr politisches Gewicht bekommen. Warum die Kostenträger, sprich die Krankenkassen mit den Ärzten klüngeln, ist mir nicht klar. Denn gerade bei den Ärzten und ihrem Vorgehensweisen liegt so manches Sparpotential.

    Ulrike Sasse-Eker