Krankenpflege
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Sven StoeblingThe company name is only visible to registered members.bundesweiter Pflegebericht als Standard
Hallo zusammen
Ich habe schon länger das Problem, dass ich mich über die Ressourcenverschwendung im klinischen Bereich aufrege.
Wir kennen das alle, jede Klinik erfindet eigene Pflegestandards, bildet Arbeitsgruppen für dies und das...
Leider ist die Krankenpflege nicht verkammert und es haut keiner auf den Tisch.
Jetzt kam mir bei einer kürzlichen Lektüre eines Pflegeberichtes, die Idee, dass man diesen ja inhaltlich standardisieren könnte.
Der Vorteil wäre, dass die Inhalte den Bedürfnissen angepasst wären und man sich auf qualitativ hochwertige Information verlassen könnte.
Jetzt an Euch die Frage: Haltet Ihr so einen Standard für sinnvoll?
und
welche Informationen sollten darin stecken...?
Ich lege sich einmal ein paar Sachen vor:
Patientenname
Patientenadresse
Kontaktinformationen Angehörige
Diagnose
liegende Zugänge / Ableitungen
Zeitpunkt der letzten durchgeführten Pflegemassnahmen an Zugängen (Verbandwechsel,Reinigung)
Hilfebedarf bei Körperpflege
Infektiösität
Ich freue mich auf die Diskussion
- 31 May 2009, 12:52 am
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Jasmin Hallensleben-Moritz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: bundesweiter Pflegebericht als Standard
Diesen Standard gibt es bereits seit Jahren, nach ihm wird im Examen zur Gesundheits- und Krankenpflege, ehemals Krankenschwester geprüft.
Standard nach JUCHLI, es hält sich nur keiner daran. :-(
Viele Grüsse
Jasmin Hallensleben-Moritz
Ich bin Willi und Du?
http://www.williweise.de
- 31 May 2009, 09:05 am
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Peter Balandat Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^2: bundesweiter Pflegebericht als Standard
Kompliment, mein Reden seit "100 Jahren".
Herzliche Grüße aus dem Alten Land....
und da dachte ich seit Jahren, ich wäre der Einzige mit dieser Haltung.
Danke.
- 31 May 2009, 10:54 pm
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Roland Brühe Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^3: bundesweiter Pflegebericht als Standard
Hallo,
die Idee eines standardisierten Pflegeberichts wirft für mich die Frage auf, für wen der Bericht denn gedacht ist. Wenn er für Abrechnungszwecke angefertigt wird, ist einer standardisierten, d.h. floskelhaften Form etwas abzugewinnen. Dies dürfte insbesondere die Personen freuen, die mit digitalisierten Daten arbeiten und Vergleiche herstellen wollen (z.B. Controller). Zwar nicht als kontinuierlicher Bericht gedacht gibt es aber so etwas wie ein "Nursing Minimum Data Set" bereits seit vielen Jahren in anderen Ländern. Dort tauchen eben solche Daten wie Name, med. Diagnose, Pflegediagnosen, Pflegemaßnahmen, etc. auf. Diese werden für Abrechnungszwecke, Benchmarking und auch Forschung genutzt.
Meiner Meinung nach dient ein Pflegebericht allerdings vornehmlich eher der Information innerhalb des Pflegeteams. Um den individuellen Situationen der zu pflegenden Menschen gerecht zu werden und auch den immer unterschiedlichen Situationen innerhalb einer Schicht dürfte es schwierig sein, die Art eines Berichts zu standardisieren. Die gute alte Juchli mit ihren ATLs kann hier allenfalls als Strukturhilfe dienen. Allerdings sollte bedacht werden, dass Berichte auch gelesen werden sollten, weshalb sie kurz und präzise das Wichtigste benennen sollten.
Ich denke, dass die Verfassung eines Berichts (der ja in der Regel nicht länger sein muss als zwei bis drei Zeilen) über den Pflegeprozess innerhalb eines begrenzten Zeitraums - z.B. eines Dienstes - etwas von Pflegenden einfordert, das ihnen sehr schwer fällt: Das zu benennen, was sie erkennen und tun. Die Entwicklung einer Kompetenz, das eigene Denken und Tun in Worte zu fassen, wird m.E. im Alltag nicht sehr gefördert. Solange in Alltagssprache pflegerisches Handeln ausgedrückt wird, brauchen wir uns auch nicht über die Schwierigkeiten bei der Dokumentation desselben zu wundern. Von interdisziplinärer Akzeptanz ganz zu schweigen...
Und: Ein Bericht braucht auch Leser. Wenn es sowieso niemanden interessiert, was die KollegInnen aufgeschrieben haben, werden auch die Verfasser eines Berichts kein besonderes Engagement beim Schreiben hervorbringen. Meiner Erfahrung nach wird sich mehr auf das gesprochene Wort verlassen (was dann auf Notizzetteln oder in Heftchen notiert wird) als auf das geschriebene, das in der Pflegedokumentation zu finden ist - aber das ist nur meine persönliche Erfahrung.
Fazit: Standardisierung ist gut, wo sie sinnvoll ist. Zum Beispiel bei den "Stammdaten" eines Patienten (Name, Geburtsdatum, med. und pfleg. Diagnosen etc.). Für die Dokumentation des Verlaufs halte ich sie für problematisch, wenn sie wirklich eine Arbeitshilfe und -grundlage darstellen soll.
Beste Grüße,
Roland Brühe
- 01 Jun 2009, 01:24 am
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Jasmin Hallensleben-Moritz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^4: bundesweiter Pflegebericht als Standard
Stammdaten, Diagnose etc. gehören zur Anamneseerhebung und haben mit dem Pflegestandard und dem Pflegebericht nichts zu tun, außer das der Name und das Geburtsdatum auf jedem Blatt der Dokumentation stehen müssen um Verwechslungen zu vermeiden, hierzu gehört auch die in der Reihe laufende Seitenzahl.
Und hier beginnt bereits die Krucks. :-(
Ein Pflegestandard ist eine feste Richtlinie, ein roter Faden der sich durch die Pflegedokumentation zieht. Die Pflege selbst ist und bleibt individuell, wie die zu pflegende Person.
Eine Pflege läuft immer unter denselben Grundvoraussetzungen/Tätigkeiten statt. Hier greift der rote Faden sinnvoll, er dient dazu dass außergewöhnliche Tätigkeiten die den "normalen" Ablauf unterbrechen wichtige Handreichungen und seien sie noch so klein nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
In den Pflegebericht gehören NICHT die jeden Tag wiederkehrenden Tätigkeiten die dann zu Kontrollzwecken mit dem persönlichen Kürzel signiert werden. Bei entsprechend ausgebildetem Personal ist zu erwarten das Regelleistungen auch ohne Kürzel erbracht sind.!
Und hier haben wir den nächsten Punkt:
Die Ganzwaschung eines Pflegebdürftigen ist die wichtigste Aufgabe einer Pflegekraft und gehört in die Hände einer examinierten Schwester und nicht in die von Hilfskräften die eben mal ein paar Stunden Waschlappenquälen gelernt haben.
Die BEOBACHTUNG und BETRACHTUNG des gesamten Körpers ist von absoluter Wichtigkeit, die Pflegeperson für den Arzt und Kollegen Veränderungen im Hautbild, etc. wahrnimmt und im Pflegebericht festhält.
Bedauerlicherweise hat man den modernen Schwestern gelernt das diese grundlegend wichtige Aufgabe unter ihrer Würde ist und von Hilfskräften ausgeführt wird (ich bitte dieses nicht als Angriff auf die Kompetenz des Einzelnen zu werten, die Kollegen können hier nichts dafür, so es ist einfach). Hier wird versucht mit vermeintlich "günstigem" Personal Kosten zu sparen. Da jene Kräfte jedoch keinesfalls richtig geschult sein können explodieren die Kosten.
In den Pflegebericht gehören jene außergewöhnlichen Tätigkeiten und Vorkommnisse die für die Pflege und vor allem für die daran Beteiligten wichtig sind!
Ich stimme außnahmslos zu, dieses ist in zwei bis drei Sätzen erledigt.
WENN sich nicht ständig jemand darüber Gedanken machen würde ob das was er nun schreibt auch dem Standard entspricht, er nicht vielleicht wieder über seine vorgesetzte Leitung, die so überaus wichtigen Mentoren dafür gemaßregelt wird ob denn die Formulierung den medizinischen Gutachter Dienst befriedigen wird.
Der ehemalige Standard hat ordentlich und sinnvoll angewandt bewiesen dass eine Pflegedienstleitung und eine Stellvertretung vollkommen ausreichend sind um qualitativ hochwertige Pflege mit ihrem professionel geführtenTeam zu sichern.
Um ein altes Sprichwort zu zitieren:
Viele Köche verderben den Brei.
Oder anders ausgedrückt, viele Verantwortungsträger, viel Information-Verlust, viel Image-Frust.
Von persönlichen Rangeleien und Geltungsbedarf in den heutigen Teamstrukturen mal geschwiegen.
Und bedauerlicheweise wird der Pflegestandard für allerlei mißbraucht. So dient er z.B. auch als Instrument des Zeitmanagements und Kontrolle für die Abrechnung.
Meine Erfahrung, die vorhandene Ausmerksamkeit richtet sich zu sehr auf die "Mappenpflege" denn auf den zu Pflegenden und das schon seit Jahren. Dazu kommen die ständigen Einsparungen bei entsprechend qualifizierten Personal und brauchbarem Pflegematerial.
Apropo qualifiziertes Personal, gelegentlich macht es Sinn die täglich erbrachten Leistungen, egal wie alltäglich sie sind einfach mal duch die leitenden Personen anzuerkennen, meist liegt die Schwierigkeit schon in der Wahrnehmung der einzelnen Persönlichkeiten des pflegenden Personals.
Hier gereicht schon ein freundliches, ehrlich gemeintes Wort. :-))))
Zurück zum Standard.
Der Standard nach JUCHLI lehrt hier nur ein Beispiel:
Eine Aufziehkanüle ist nicht gleich die Injektionskanüle!!
Und dann kamen die integrierten Nadeln, mit der Nadel durch den Gummistopfen, Lösung aufgezogen und mit der nun angestumpften Nadel auf den Patienten los. Da half dann manchmal auch kein gelehrter Standard mehr, Stelle entzündet weil auch die Standarddesinfektion (Alkohol braucht zu lange) zwischenzeitlich ausgedient hatte und wegrationalisiert wurde (weil bringt nix und ist zu teuer) und ganz klar, die Pflegeperson hat hier den Standard verletzt, durch das perönliche Kürzel ihre Inkompetenz gezeichnet und somit haben wir gleich den verantwortlichen Saboteur.
Viele neigen leider dazu den Pflegebericht mit den Pflegestandards zu verwechseln.
Der Pflegestandard gilt der Angeleichung der Pflege an ein leicht nachvollziehbares Pflegesystem und der Pflegebericht dient der schriftlichen Übergabe unter den pflegenden Personen und enthält die wichtigsten Anhaltspunkte außer der Reihe und nicht dem täglichen verbotenen Abhaken hinter der erbrachten Leistung.
Herzliche Grüsse
Jasmin Hallensleben-Moritz
Ich bin Willi und Du?
http://www.williweise.de
This post was modified on 01 Jun 2009 at 09:12 am.- 01 Jun 2009, 08:50 am
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Sven StoeblingThe company name is only visible to registered members.Re^5: bundesweiter Pflegebericht als Standard
Die ursprüngliche Idee des von mir gemeinten Pflegeberichtes dient der Übermittlung wichtiger Informationen bei der Verlegung eines Patienten (innerhalb oder ausserhalb einer Einrichtung).
Ich beabsichtige eine Kurzübersicht über den Bedarf an Hilfe und die zuletzt durchgeführten (zeitkritischen) Massnahmen, wie Verbandwechsel an Wunden und Zugängen. Und schon hier drängt sich für mich eben die Frage nach den Anforderungen für den Inhalt auf....
Sollte ein solches Dokument zum Beispiel Wundverbände und -beobachtung beinhalten? Oder erwarten wir dies im ärztlichen Bericht?
Ich möchte erreichen, das ich als Pflegekraft einen Patienten einer anderen Einrichtung bekomme und dazu ein informatives Dokument, bei welchem ich anhand eines Symbols (viell. ähnlich dem KTQ Symbol - deshalb versuche ich dies als Projekt innerhalb der DGPI ; Deutsche Gesellschaft für Pflegeinformatik, umzusetzen) erkenne, das ich hier der Informationsqualität vertrauen kann, weil von vielen Pflegekräften die grundlegenden Inhalte festgelegt wurden.
Ich meine das man mit einem solchen Dokument Arbeitszeit sparen kann. Über die tatsäschliche Qualität der Durchführung der Pflege kann eine Dokumentation nichts aussagen.
Ein solches Dokument würde die "Mappenpflege" bei der Aufnahme möglicherweise reduzieren. Wobei es sicher nicht den Pflegekräften anzulasten ist, dass wir derzeit einen grossen Teil unserer Arbeit mit der Dokumentation eben dieser verbringen (müssen).
This post was modified on 01 Jun 2009 at 11:22 pm.- 01 Jun 2009, 11:17 pm
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Jasmin Hallensleben-Moritz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^6: bundesweiter Pflegebericht als Standard
Diese Pflegedverlegungsberichte gibt es bereits seit dem alten Krankenpflegegesetz welches 1986/87 durch ein Neue, welches wiederum unzählige Male nachgebessert worden ist, abgelöst worden ist.
Herzliche Grüsse
Jasmin Hallensleben-Moritz
Ich bin Willi und Du?
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- 02 Jun 2009, 07:30 am
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Sven StoeblingThe company name is only visible to registered members.Re^7: bundesweiter Pflegebericht als Standard
wie man sieht geben Gesetze eben nicht immer die Bedürfnisse der Anwender wieder.Deshalb möchte ich von der Basis her ein sinnvolles Instrument schaffen, welches dann genutzt wird weil die Inhalte zusammen erarbeitet wurden....
- 07 Jun 2009, 8:33 pm
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Jasmin Hallensleben-Moritz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^8: bundesweiter Pflegebericht als Standard
Auf die Gefahr das ich mich wiederhole, die Pflegeverlegungsberichte sind funktionell existend, sie werden jedoch nicht angewandt bis mißachtet.
Ich persönlich kann mir nicht vorstellen das Neuerungen egal wie gut diese sein mögen beachtet werden, sorry.
Gleichwohl viel Erfolg.
Liebe Grüsse
Jasmin
- 07 Jun 2009, 11:44 pm
