Krankenpflege

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  • Wolfgang Pasch
    Wolfgang Pasch    Premium Member
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    Pflegende 50+
    Hallo zusammen!

    Zuerst einmal wünsche ich allen einen richtig guten Tag.

    Durch meine Tätigkeit in der Fort- und Weiterbildung habe ich viele Kontakte zur pflegerischen "Basis". Immer häufiger schildern mir "ältere" Pflegende sehr nachdrücklich eine Problematik, die ich als sehr bedrohlich empfinde und die kurz schildern möchte:

    Die Arbeitsverdichtung im Bereich der Krankenpflege ist für alle Pflegenden spürbar. Die Patienten werden immer älter , kranker und pflegeintensiver bei gleichzeitiger Verkürzung der Verweildauer (im Krankenhaus) und schrumpfender personeller Besetzung.
    Mein Eindruck ist, dass vor allem die Kolleginnen und Kollegen, die im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt sind, damit enorme Schwierigkeiten haben. Rasante Entwicklungen (EDV im Pflegedienst) und hoher Arbeitsdruck, höchste Konzentration und enormes Arbeitstempo setzen geraden diesen Kollegen sehr zu - bis hin zu gesundheitlichen Problemen. Mir schildern Kollegen, dass sie zunehmend das Gefühl haben, ihrer Arbeit nicht mehr gewachsen zu sein und mit Angst den Dienst antreten. Den Anforderungen an sich selbst und den eigenen Vorstellungen davon, was gute Pflege ist, werden sie kaum noch gerecht. Sie haben das Gefühl, keine vollwertigen Teammitglieder zu sein. Dabei verfügen sie über einen großen Erfahrungsschatz und viele Kompetenzen, die sie oft nicht angemessen einbringen können. Ich finde es unglaublich bitter, wenn jemand, der über Jahrzehnte hochqualifizierte Arbeit geleistet hat, am Ende seiner Arbeitsphase erfährt, dass er nicht taugt und stört - darüber vielleicht noch krank wird.

    Habt ihr Erfahrungen mit dieser Problematik? Kennt ihr Konzepte, die das Problem aufgreifen? Habt ihr Ideen oder Anregungen?
    Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen!

    Beste Grüße
    Wolfgang Pasch
  • Marcus Ruland
    Marcus Ruland    Premium Member
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    Re: Pflegende 50+
    Hallo,

    auch mir ist diese Problematik bekannt.

    In einem ehemaligen Haus gab es auch einen "altgedienten" Krankenpfleger im Operationsdienst. Mit der Zeit war er der rasch fortschreitenden Entwicklung in verschiedensten Bereichen (Neue Software, neue Operationstechniken, neue Osteisyntheseverfahren,...) nicht mehr gewachsen und auch die Belastungen des Bereitschaftsdienstes machten ihm auch körperliche Probleme. Als erste Maßnahme wurden ihm damals andere Aufgabengebiete (administrative, Lagerung, etc.) innerhalb des OP-Abteilung zugewiesen und die Anzahl der Bereitschaftsdienste reduziert. Infolge der in den Kranklenhäusern laufenden "quantitativen Optimierung" der Stellenanzahl konnte diese Lösung leider nicht lange aufrecht erhalten werden. Ferner war auch der Kollege unzufrieden mit dieser Lösung, da er seine Tätigkeit als Springer und Instrumentierender gerne beibehalten hätte und die neuen Aufgabenbereiche als eine Art "Degradierung" empfand. Bisher ist meines Wissens eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung nicht gefunden worden.

    Gruß,
    Marcus Ruland
  • Harald Kuhlmann
    Harald Kuhlmann    Premium Member
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    Re^2: Pflegende 50+
    Ältere, berufserfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pflegerischen Stationsalltag stehen häufig unter enormen Belastungen: Zeitnot, körperliche Anstrengung, Wissensvermittlung an unerfahrene Mitarbeiter aller Berufsgruppen, Berufserfahrungen weiter geben und gleichzeitig den Umgang mit neuer (en) Strukturen erlernen. Besonders schwierige Situationen, wie z. B. Trauerbegleitung von Angehörigen, Patientenbegleitung bei Diagnoseaufklärungsgesprächen etc. werden gerne den erfahrenen Kräften überlassen. Dies führt häufig zu dem subjektiven Gefühl der Überforderung.
    Dies ist ein Problem, welches Personalverantwortliche vor allem in Funktionsbereichen im nächsten Jahrzehnt besonders treffen wird und zu dem es auch noch wenig Lösungswege gibt. Ein hohes Durchschnittsalter beipielsweise auf Intensivstationen (bei gleichzeitigem Fachkräftemangel, siehe Diskussion bei Jobangeboten), wird zukünftig zu deutlichen Engpässen in der Patientenversorgung führen, bzw. dazu zwingen, andere Organisationsstrukturen aufzubauen...