Krankenpflege

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  • Wolfgang Pasch
    Wolfgang Pasch    Premium Member
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    Thesen zum Thema Fortbildung in der Pflege
    Liebe Gruppenmitglieder,

    immer wieder nehme ich wahr, dass sich die Fortbildungsmöglichkeiten für Pflegekräfte verändert haben. Diese Wahrnehmung setzt sich aus eigenen Beobachtungen und einigen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Einrichtungen zusammen.

    Die Personalsituation in der Pflege wirkt auf vielfältige Weise auf den Arbeitsalltag der Pflegenden aus. Auch in Bezug auf das Thema Fortbildung und hierzu möchte ich ein paar Thesen und Fragen mit der Gruppe teilen:

    1. Es wird durch die Arbeitsverdichtung in der Pflege schwieriger, an Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen, vor allem dann, wenn es um ganztägige Formate und damit um komplexere Themen geht.
    2. Vor allem Fortbildungsthemen, die der personalen, sozialen oder selbstfürsorglichen Kompetenz (z.B. Umgang mit Konflikten, Kommunikation, Selbstpflege u. –Burn-out-Prophylaxe) zugeordnet werden können, werden weniger angeboten bzw. wahrgenommen.
    3. Fortbildungen, die sich der klassischen Fachkompetenz widmen, sind hiervon deutlich weniger betroffen.
    4. Personale und kommunikative Kompetenzen wirken sich positiv auf die Patientenzufriedenheit und das Arbeitsklima aus.
    5. Gerade in schwierigen Zeiten mit hoher Belastung ist die Förderung der Mitarbeiter, gerade in Bezug auf die ganze Person und Persönlichkeit wichtig

    Wie sind Ihre / Eure Erfahrungen? Gibt es ganz andere Wahrnehmungen? Was sollte getan werden und von wem?

    Es interessiert mich sehr, wie Sie / Ihr zu diesen Thesen steht.

    Beste Grüße vom etwas wolkenverhangenen Niederrhein
    Wolfgang Pasch
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  • Christian Pirker
    Christian Pirker    Group moderator
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    Re: Thesen zum Thema Fortbildung in der Pflege
    Hallo Herr Pasch,

    ich möchte Ihnen auf Ihren Beitrag antworten.

    Ich stimme Ihnen schon zu, dass sich die Fortbildungsmöglichkeiten für Pflegekräfte verändert haben. Allerdings meine ich, dass sie sich insbesondere in dem Bereich den ich kenne bzw. in dem ich auch tätig bin - die Möglichkeiten eher verbessert haben. Das ist auch das Feedback, das ich von einem sehr guten Freund bekomme, der schon mehrere Jahrzehnte in der Branche tätig ist. Aber vielleicht ist das einfach nur in Österreich anders?

    Ich hatte gerade letzte Woche ein mehrstündiges Gespräch mit einem hochrangigen Vertreter eines der größeren Unternehmen im Bereich der Pflege in Österreich. Da haben wir über Dinge gesprochen, die Ihre Thesen widerlegen bzw. Ihre Fragen entschärfen (könnten). Das kann aber auch die Ausnahme zur Regel sein, weil dieser Herr im Branchenvergleich sicherlich überdurchschnittlich kompetent und bemüht ist und weil er mit mir gesprochen hat und da kann er nur über relativ komplexe Fragestellungen reden, weil sonst müßte er nicht zu mir kommen.

    These/Frage 1: Wir haben hier nur über mehrtägige Formate gesprochen, in denen ziemlich komplexe Themen behandelt werden sollen.

    These/Frage 2: Das waren neben klassischen Führungsthemen auch Themen die von Ihnen im Punkt 2 angesprochen worden sind.

    3: "Klassische Fachkompetenz" könnte ich gar nicht vermitteln, weil ich nicht aus der Pflege komme.

    4: Er hat erkannt, dass es so ist und dadurch ist er bereit einiges dafür zu investieren. Es ist ja nicht so, dass die Seminare und Workshops nichts kosten werden.

    5: Genau das hat er erkannt. Zudem hat er von mir einmal die Frage gehört "Wie attraktiv ist unsere Einrichtung für die besten Fachkräfte?" Genau darum geht es auch aus "ökonomischer" Sicht, es gibt ja nicht zu viele Fachkräfte, sondern eher zu wenig. Die suchen sich die Einrichtungen aus, wo sie gut arbeiten können und wo sie sich nicht mit ewigen Konflikten oder organisatorischen "Wahnsinn" beschäftigen müssen.

    Ich weiß, dass mein persönlicher Zugang zum Thema nicht repräsentativ ist, weil ich als Unternehmensberater und Managementtrainer wirklich von Außen komme und das in mehrfacher hinsicht. Wenn ich mich dann noch mit Themen wie Führung, Organisation oder Organisationsentwicklung und Teamentwicklung in der Pflege beschäftige, dann sind das vermutlich nicht die klassischen Kernthemen, um die es in der Pflege geht. Dadurch ist meine Perspektive eine andere.

    Dennoch zeigt sich, dass es Ausnahmen gibt, die vielleicht nur die Regel bestätigen, aber jedenfalls klar aufzeigen, dass es auch anders geht! Vielleicht brauchen wir da ein wenig Aufklärung, um lange nach Kant doch noch aus unserer "selbstverschuldeten Unmündigkeit" herauszukommen?

    Beste Grüße

    Christian Pirker
    This post was modified on 07 Dec 2009 at 10:40 am.
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  • Christian Pirker
    Christian Pirker    Group moderator
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    Re^2: Thesen zum Thema Fortbildung in der Pflege
    Hallo Frau Kirstein,

    ein klarer Kopf ist immer gut!

    Mit besten Grüßen aus Klagenfurt

    Christian Pirker