Poesie und Lyrik
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Reinhard Eberl-Pacan Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Gruppen-Newsletter: "Trauermonat" Februar
Mit „Ein Baby ist da“ hat Claudia im Januar die erste Seite des irdischen Lebens aufgeschlagen, nunmehr will der Moderator mit „Ich bin nicht hier“ die letzte Seite aufschlagen.
Der Februar ist in seiner Weise ein gefühlter Trauermonat und wäre da nicht Karneval oder Fasching, er würde dem November seinen Rang ablaufen. Es ist vielleicht diese seltsame Art von Kälte, die der Februar mit sich bringt, die uns an den Abschied und den Tod erinnert.
Bei dem Thema Abschied und Tod kommen jedem, der sie einmal gehört oder gelesen hat, die Gedichte
Qui vuol mie sorte c'anzi tempo i' dorma:
Nè son già morto: e ben c' albergo cangi,
resto in te vivo, c' or mi vedi e piangi;
se l'un nell' altro amante si trasforma.
Qui son morto creduto; e per conforto
del mondo vissi, e con mille alme in seno
di veri amanti: adunche, a venir meno,
per tormen' una sola non son morto.
Michelangelo Buonarroti, 1475-1564 - Rime 194
(Es sandte mir das Schicksal tiefen Schlaf.
Ich bin nicht tot, ich tauschte nur die Räume.
Ich leb in euch, ich geh in eure Träume,
da uns, die wir vereint, Verwandlung traf.
Ihr glaubt mich tot, doch dass die Welt ich tröste,
leb ich mit tausend Seelen dort, an diesem wunderbaren Ort,
im Herzen der Lieben. Nein, ich ging nicht fort,
Unsterblichkeit vom Tode mich erlöste.)
und
„do not stand at my grave and weep“
von Mary Frye (1932 geschrieben)
Do not stand at my grave and weep
I am not there; I do not sleep.
I am a thousand winds that blow,
I am the diamond glints on snow,
I am the sun on ripened grain,
I am the gentle autumn rain.
When you awaken in the morning's hush
I am the swift uplifting rush
Of quiet birds in circled flight.
I am the soft stars that shine at night.
Do not stand at my grave and cry,
I am not there; I did not die.
in den Sinn.
Sie beinhalten den Gedanken, dass der Tod kein Ende sondern nur eine Verwandlung markiert.
Der Gedanke spendet Trost und beruhigt die aufgewühlten Sinne – auch abseits aller Religionen. Er hebt sich positiv ab von der Endgültigkeit des Todes in 1 Mose 3:19: „Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zur Erde, denn von ihr bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staube wirst du zurückkehren!“ (Im Hebräischen heißt Mensch „adam“ und Erde „adama")
So beginnt denn das Lied „Ich bin nicht hier“ bei der grauen Scholle des Grabes und verwehrt ihm die Kraft und die Macht, die Seele einzufangen. Im Sinne griechischer, ägyptischer und nicht zuletzt buddhistischer Philosophie begibt sie sich auf die „Seelenreise“
Auf die Seelenreise auch zurück zu uns Trauernden. Sie zeigt uns die Welt aus einer neu gewonnenen Perspektive; „schau mit mir/ ...“, „... lausch mit mir/ ...“ „Erspür mit mir ...“.
Und am Ende ist Wasser ein entscheidendes Element – das Wasser des Totenflusses Acheron über den uns Charon, der Fährmann geleitet, aber auch das Element des Lebens, das aus Erde Humus und neues Leben entstehen lässt.
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Dieser Newsletter wurde von Moderator Reinhard Eberl-Pacan für die Gruppe "Poesie und Lyrik" verfasst.
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- 07 Feb 2010, 08:54 am
