Politics

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  • Werner Riegler
    Werner Riegler    Premium Member   Group moderator
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    Wie macht man eigentlich Politik ?
    unter den von "uns" geschaffenen Rahmenbedingungen...

    Zitat:
    "...man schaut den Leuten aufs Maul,
    und schei..t ihnen ins Hirn!" [edit: hier bitte 2 idente Zischlaute einsetzen, Kinder bitte nicht nachmachen!]
    [edit: von einem ehem. Kolumnist einer Österr. Tageszeitung vergl. mit der Deutschen Bild]

    anders ausgedrückt, ebenfalls Zitat:
    "...wird immer mehr zur organisierten Verantwortungslosigkeit".
    [edit: aus einem Artikel im brand eins magazin]

    "Volks-ver-treter" müssen "uns" ja fragen was wir "wollen",
    und wenn dann dabei etwas "weniger brauchbares" herauskommt.
    werd hat dann "Schuld" ?
    (Nur werden all zu häufig die "falschen Bilder" vermittelt und umgesetzt.)

    Oder haben Sie in letzter Zeit
    brauchbare Visionen und Konzepte gesehen,
    für die es sich wieder lohnen würde
    bedingungslos "die Ärmel hoch zu krempeln" ... ?

    ... und ist dann endlich ein Fuken einer brauchbaren Idee da,
    wird das Ding so kompiziert gemacht, dass es tot bürokratisiert wurde,
    bevor es atmen konnte...

    lg
    //o
    Dipl.-Ing. Werner Riegler
    memeticor®

    [Neue Bilder braucht die Welt.]

    edit: nach Aufforderung durch Co-Moderator Zitat spezifiziert und "böhses" Wort entschärft zwecks Erhaltung der Jugendfreiheit - wenn es in der Politik auch so zugeht :-)
    This post was modified on 14 Jun 2007 at 09:18 am.
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  • Meike Jensen
    Meike Jensen    Premium Member   Group moderator
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    Re: Wie macht man eigentlich Politik ?
    Hallo Herr Riegler,

    Werner Riegler schrieb:
    unter den von "uns" geschaffenen Rahmenbedingungen...
    Oder haben Sie in letzter Zeit
    brauchbare Visionen und Konzepte gesehen,
    für die es sich wieder lohnen würde bedingungslos "die Ärmel hoch zu krempeln" ... ?

    Haben Sie persönlich denn eine Vision für die Sie gerne die Ärmel hochkrempeln würden, bzw. haben Sie es schon einmal getan? Oder warten Sie darauf, dass andere Visionen entwickeln? Wenn ja: Warum?

    Viele Grüße

    Meike Jensen
  • Werner Riegler
    Werner Riegler    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Re^2: Wie macht man eigentlich Politik ?
    Hallo Herr Koch:
     
    "Volks-ver-treter" müssen "uns" ja fragen was wir "wollen",
     
    Hallo Herr Riegler,
    genau da liegt meines Erachtens das Problem:
    Jeder Wahl-Bürger glaubt das der Politiker/die Partei die er wählt genau seine Interessen vertren muß.
    Die Politiker sind aber eben nicht die Vertreter von Herrn Jedermann sondern wie sie offiziell heissen "Volksvertreter". Sie müssen also das ganze Volk im Blick haben. Das da Kompromisse geschlossen werden müssen liegt auf der Hand.
     
    Genau, aber wie kommen dann endlich (wieder?) "wirklich brauchbare" Ideen zustande.
    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass vor lauter Kompromisse schliessen,
    die eigentlichen Ziele aus den Augen verloren werden.

    Wenn ich weiss wo ich hin will, ist es mir doch eigentlich egal,
    ob ich rechts oder links herum laufe.

    Nur wenn ich unendlich lange, umständlich und mühsam streite ob rechts oder links,
    und dabei gar nicht mehr überlege wohin,
    dann wird es zur Farce.

    (Beispiel: Gesetzt die zu kompliziert für Otto Normalverbraucher sind)

    lg
    aus Wien
  • Werner Riegler
    Werner Riegler    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Wie macht man eigentlich Politik ?
    Hallo Frau Jensen

    Haben Sie persönlich denn eine Vision für die Sie gerne die Ärmel hochkrempeln würden, bzw. haben Sie es schon einmal getan? Oder warten Sie darauf, dass andere Visionen entwickeln? Wenn ja: Warum?
    Ja, ich bin für die bedingungslose Vereinfachung der Bürokratie und Kommunikation,
    durch Transparenz und nachhaltige Visualisierung.

    Dazu gehören für mich die Bündelung unserer Anstrengungen, Resourcen und Energien
    auf wertschöpfende und für alle Beteiligte möglichst sinnvolle Vorhaben.

    Aus mathematischer Sicht kann ich ein Gesamtoptimum nicht erreichen,
    wenn ich immer nur Suboptima anstrebe - ich muss auch bereit sein,
    bereits "erklommene Hügel" wieder aufzugeben und "Täler durchschreiten"
    um auf den "grossen Gipfel" zu gelangen.

    Dabei sollte aber Niemand als "Packesel" missbraucht werden.

    Schlecht finde ich daher:
    - übermässige und unintelligente (pro gewaltanwendende) Ausgaben für Rüstung und Überwachung
    - einseitges intransparentes Lobbying (Grossbetriebe, Monopole, Absprachen, ...)
    - Überbürokratisierung und Verkomplizierung und damit Aufblähung der Dienstleistungen und des Beamtentums (Judikatur, Verwaltung, Steuer- und Rechtsberatung, Förderunwesen, Patentunwesen und Telekommunikationsverkomplizierungen)
    - Machtpolitik mit Angstmache und sinnlosem Leistungsdruck (Gesundheitsunwesen, Schulunwesen, ...)

    Gut finde ich daher:
    - pragmatische Vereinfachungen (Grundgehalt, Faltrate, Finanz on-line, Telebanking, Teleworking, Handyparken, Schülerfreifahrt, etc.)
    - Schaffung neuer gemeinschaftlicher Ziele (neue Energien, Schaffung von Lebensräumen, neue Arbeitsformen, Verkehrsberuhigung, Stärkung der Regionen, Qualität statt Quantität, echter Klimaschutz, Friedensarbeit, sinnvolle eigenverantwortliche Forschung...)
    - transparente Kommunikationsmethoden (sozial Web, ...)
    - Individualisierung und Sachbezug

    Notwendig finde ich daher:
    - ganzheitliche Sichtweisen
    - einfache und menschenwürdige Kommunikationsformen
    - Offenheit und Transparenz (Karten auf den Tisch, für alle Argumente offen sein, Sachbezug statt Mauschelei)

    Anbieten tue ich daher (jetzt klinge ich schon fast wie der Jedi Meister Joda in StarWars :-):
    - ein graphisches Collaboration Management System für ganzheitliche und nachhaltige Kommunikation
    - Methoden für die dafür wichtigsten Kommunikationsmodelle (diskutierbar und anpassbar über teach-in)
    - Trainings um das auch umzusetzen zu können (Denkweise anpassen, Rahmenbedingungen schaffen, Konditionierung)
    - die besten Ideen "von Scheibbs bis Nebraska" (die entstehen ja auch unentwegt durch diese Dinge)

    (und dann wünsche ich mir noch gemeinsam mit allen (Top)Models den Weltfrieden :-))

    lg
    //o
    Dipl.-Ing. Werner Riegler
    memeticor®

    [Neue Ziele braucht die Welt.]
  • Meike Jensen
    Meike Jensen    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: Wie macht man eigentlich Politik ?
    Guten Morgen, Herr Riegler,

    nun habe ich schon einen Menge über Sie erfahren, vielen Dank für die Informationen!

    Ich frage mich, gehen Sie das auch politisch an? Das ist ja das eine, etwas zu wollen, etwas gut zu finden, wahlweise etwas schlecht, das andere ist eben es politisch anzugehen. Das kann ich noch nicht recht aus Ihren Zeilen heraus lesen. Haben Sie schon Ideen, wie Sie das politisch umsetzen wollen?

    Die Ausgangsfrage war ja: Wie macht man eigentlich Politik? Also: Wenn ich eine Vision habe, wie wird die dann am besten realisiert? Wie macht man das politisch?

    Naja, jedenfalls ist das eine der Fragestellungen unter der Überschrift.....

    Herzliche Grüße

    Meike Jensen
  • Werner Riegler
    Werner Riegler    Premium Member   Group moderator
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    Re^4: Wie macht man eigentlich Politik ?
    Haben Sie schon Ideen, wie Sie das politisch umsetzen wollen?
     
    Die Ausgangsfrage war ja: Wie macht man eigentlich Politik? Also: Wenn ich eine Vision habe, wie wird die dann am besten realisiert? Wie macht man das politisch?
     
    Naja, jedenfalls ist das eine der Fragestellungen unter der Überschrift.....

    yep - nein - daher ja die Frage
  • Meike Jensen
    Meike Jensen    Premium Member   Group moderator
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    Re^5: Wie macht man eigentlich Politik ?
    Gut, oder auch nicht......schade........dann warten wir doch mal ab, ob es in den großen Weiten dieser Plattform jemanden gibt, der etwas Zielführendes dazu beitragen kann.....ich bin .......ehrlich......gespannt!
  • Uwe H. Berlo
    Uwe H. Berlo    Premium Member   Group moderator
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    Re^4: Wie macht man eigentlich Politik ?
    Meike Jensen schrieb:
    Die Ausgangsfrage war ja: Wie macht man eigentlich Politik? Also: Wenn ich eine Vision habe, wie wird die dann am besten realisiert? Wie macht man das politisch?
    Vielleicht macht mann/frau keine Politik, sondern es geht darum, politische Vorstellungen umzusetzen, indem man sich politisch betätigt (Das ist ein nicht nur sprachlicher Unterschied). Machen hängt mit Macht zusammen. Machen kann man nur wenn man durch Betätigung Macht in Form von Positionen, Ämtern etc. erreicht hat. Die Regel ist dann ganz einfach. Man muss Mehrheiten schaffen.

    Und damit beginnt das Problem.

    Grundsatz eins: Demokratie kennt Enthaltung nicht wirklich.
    Egal auf welcher Ebene - wer schweigt stimmt der relativen Mehrheit zu und macht diese ggf. zur absoluten Mehrheit. -> Beispiel: wenn von 10 Leuten 3 zur Wahl gehen und die Wahl geht 2:1 aus, machen die 7 Schweiger die 2 Aktiven zur absoluten Mehrheit.

    Grundsatz zwei: Nur die absolute Mehrheit ist eine gestaltende Mehrheit.
    Geht eine Wahl 5:3:4 aus, haben weder A noch B noch C eine Gestaltungs-Mehrheit. Zu A haben 7 nein gesagt, zu C 8 und zu B sogar 9, indem sie sich für eine andere Politik entschieden haben. Deshalb ist in Koalitionen der kleinere Partner in der Regel relativ zu seiner Stärke mächtiger. Denn nur durch ihn kommt der Partner überhaupt zur Mehrheit, obwohl eine ausgeweisene Mehrheit dessen Politik gar nicht will und sich explizit für andere Politiken entschieden hat.

    Grundsatz 3: Macht wird auf Zeit delegiert und muss sich rechtfertigen. Der Wille zur Macht (weil nur Macht gestalten kann) führt dazu, dass man Minderheitenpositionen in seine Politik einfließen lässt. Nicht weil man Gutmensch ist, sondern weil man seine Wählerbasis vergrößeren will und muss, will man dauerhaft (nachhaltig wie das heutzutage so schön heißt) gestalten.

    Wenn man diese Grundlagen verinnerlicht hat, beginnt der lange Weg, Mehrheiten auf den verschiedenen Ebenen zu sammeln.
    Gewählt wird man in einer repräsentativen Demokratie, wenn es gelingt, dem jeweiligen Wähler (parteiintern und in öffentlichen Wahlen) zu vermitteln, dass man bei Abstimmungen im wesentlichen so abstimmen würde, wie wenn es der Wähler selbst täte. Dabei kommt es nicht auf den Einzelfall, sondern den Durchschnitts- und Regelfall an. Es geht dabei also um Vertrauen. Wobei der Bürger als Wähler irrt, wenn er glaubt, er könne durch Nichtbeteiligung ALLEN Kandidaten sein Vertrauen entziehen --> siehe Grundsatz 1.Einem vertraut er wegen der Regeln immer. Enthält er sich, weiss er lediglich nicht, wem ;-)) er sein Vertrauen geschenkt hat.

    Wer das vermieden will, keinen findet, dem er vertraut, muss er sich selbst engagieren. Ist er dazu zu faul, braucht er sich auch nicht zu beschweren.

    In der Regel muss man 2-5 Stufen erklimmen, bis man Kandidat einer Partei wird. Parteien haben gegenüber dem Einzelkämpfer den Vorteil, dass einem dort geholfen wird durch die anderen Mitglieder, Wähler zu überzeugen. Unabhängige Knadidaten sind in der Geschichte der BR DEUTSCHLAND auf Bundes- und Landesebene glaub ich nie gewählt worden. Das hängt weniger mit der Parteiendemokratie, sondern mit der Größe unseres Landes zusammen.

    Hat man dann das Mandat erreicht, kann man alle seine Ideen einbringen - im Weuttstreit mit all den anderen Mandatsträgern und deren Ideen. Weil zur Umsetzung braucht man wieder: Mehrheiten.

    Ganz einfach. Vor dem Erfolg steht "Kärrner-Arbeit". Visionen verwirklichen sich nicht von alleine oder weil sie (vorgeblich) gut sind. Es gibt auch keine dummen Wähler, sondern lediglich Politiker, denen es nicht gelungen ist, eine Mehrheit von ihren Visionen zu überzeuegn.

    ;-))
    Uwe Berlo

    EDIT: Nächtliche Gehirn- und Rechschreibtrübungen aufgearbeitet.
    This post was modified on 18 Jun 2007 at 09:14 am.
  • Werner Riegler
    Werner Riegler    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Re^5: Wie macht man eigentlich Politik ?
    Hallo Herr Berlo,

    Die Regel ist dann ganz einfach. Man muss Mehrheiten schaffen. ...
    Geht eine Wahl 5:3:4 aus, haben weder A noch B noch C eine Gestaltungs-Mehrheit. Zu A haben 7 nein gesagt, zu C 8 und zu B sogar 9, indem sie sich für eine andere Politik entschieden haben. Deshalb ist in Koalitionen der kleinere Partner in der Regel relativ zu seiner Stärke mächtiger. ...
    danke für die anschauliche "Rechenübung" !

    Sie haben damit sicherlich recht,
    denn Politik ist mit Sicherheit "berechenbar",
    und muss es in einer Demokratie wohl auch sein.

    Ganz einfach. Vor dem Erfolg steht "Kärrner-Arbeit". Visionen verwirklichen sich nicht von alleine oder weil sie (vorgeblich) gut sind. Es gibt auch keine dummen Wähler, sondern lediglich Politiker, denen es nicht gelungen ist, eine Mehrheit von ihren Visionen zu überzeuegn.
    Bleibt für mich die Frage warum es die amtierenden Politiker
    immer wieder schaffen, ohne "brauchbare" Visionen
    an die Macht zu kommen ?

    Könnte es sein, dass dieses "System" zwar
    "Stimmenarithmetiker" unterstützt,
    nicht aber "Visionäre" und "Inhalte" ?

    Der Schlüssel dazu liegt mit Sicherheit an den "Nichtwählern",
    da gebe ich auch gerne Ihnen Recht,
    aber liegt der Fehler daher nicht ebenso am System selbst,
    weil eben diese "Inhaltsverweigerer" zu "Umverteilungsstimme" gemacht werden,
    anstatt "brauchbarere Ziele" einzufordern ?

    Wer das vermieden will, keinen findet, dem er vertraut, muss er sich selbst engagieren
    Wer ist denn nun "zu faul" ?
    Der "Inhaltsverweigerer", oder "das System", oder "die Politiker"
    die darauf vertrauen auch ohne "brauchbare Visionen"
    die "Trägheit des Systems" für ihre "Stimmenarithemtik" weiter nutzen ("missbrauchen") zu können ?

    lg
    *** Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts ***