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Franc Grimm Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Politiker, die wir (nicht) brauchen - Anregungen für neuen Politikstil
Hi,
mit diesem Beitrag (kostenloses E-Buch - siehe unten) möchte ich deutlich machen, dass ein neuer Politikstil dringend benötigt wird. Ich werde jedoch nicht nur die Gründe dafür benennen, sondern auch Anregungen für den neuen Politikstil geben. Starten möchte ich mit einem Praxisbeispiel (Haushaltskonsolidierung in Schleswig-Holstein). Hierbei werde ich bestehende Missstände in den politischen Entscheidungsprozessen deutlich, konkret und auch bewusst emotional ansprechen, um meine Kritik zu verdeutlichen und die Leser für ein Umdenken zu sensibilisieren.
Das kostenlose Paper könnt Ihr hier herunterladen:
http://www.consideo-modeler.de/downloads/paper-politikstil-f...
Einen Auszug findet Ihr unten.
Kennt Ihre ähnliche politische Entscheidungsprozesse, die uns einfach nur noch staunen lassen? Wie sieht Eurer Meinung nach der neue Politikstil aus? Hätte der neue Politikstil Eurer Meinung nach eine Chance?
Bin gespannt auf Euer Feedback.
Lieben Gruß
Franc Grimm
Auszug:
1. Ziele des Beitrags
„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“. Albert Einstein soll dies über die Weltwirtschaftskrise von 1929 gesagt haben. Mit Blick auf die vielfältigen Probleme unserer Gesellschaft (Energie- und Umweltpolitik, Entwicklungspolitik, Wirtschafts- und Sozialpolitik etc.) und der nach wie vor aktuellen Finanzkrise müssten wir erkennen, dass diese Erkenntnis noch heute gültig ist. Und obwohl wir uns Wissensgesellschaft nennen und wir über viele Informationen verfügen, scheinen wir nicht zu erkennen, dass WIR ein wichtiger Bestandteil der Problemlagen sind. Wir bekämpfen zwar unermüdlich die Symptome unserer Probleme, verschließen jedoch gleichzeitig die Augen vor den wahren Ursachen und verschieben die ganzheitliche Problemlösung ständig auf die Zukunft und verschlimmern dadurch die Probleme weiter und weiter.
„Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ zitiert Björn Engholm (Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein a.D.) Immanuel Kant im Hinblick auf die in den folgenden Abschnitten beschriebenen politischen Entscheidungsprozesse in Schleswig-Holstein (Eine Stadt sieht Gelb – Wie Lübeck seine Uni rettet – Die Chronik, Julia Offe, 2011,
http://www.eine-stadt-sieht-gelb.de), die auch den Anstoß für diesen Artikel gaben. Den Verstand zu bedienen, um „mit seiner Hilfe Dinge zu erfassen, zu beurteilen und größere Zusammenhänge, Kausalketten, zu erkennen und deren Bedeutung entsprechend zu handeln.“ Als Rat für norddeutsche Regierende brachte Björn Engholm es auf Althochdeutsch auf die einfache Formel: „FARSTAN – verstehen, begreifen, durchschauen. Und dann so handeln, dass durch die Wirkung des Handels nichts zerstört wird“.
Dieser Forderung nach „Vernetztem Denken“ möchte ich mich uneingeschränkt anschließen.
Den endgültigen Entschluss, diesen Beitrag zu schreiben, fasste ich jedoch erst nach Veröffentlichung der Ergebnisse der Studie „Die Ängste der Deutschen 2011“ der R+V-Versicherung. Hiernach hatten 73 Prozent der in Schleswig-Holstein und Hamburg Befragten erklärt, Angst davor zu haben, dass die Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind. Diese Schlechten Noten für unsere Mandatsträger im Norden kamen für mich weniger überraschend (das nachfolgende Praxisbeispiel wird dies auch noch begründen). Alarmierend fand ich jedoch den anschließenden Umgang unserer Mandatsträger mit den Ergebnissen. Anstatt sich mit diesem eindeutigen Warnsignal ehrlich auseinanderzusetzen, wehrte sich insbesondere die FDP-Fraktion im Landtag gegen die Studie und wies diese als nicht sehr aussagekräftig und seriös zurück. Der CDU-Landtagspräsident erklärte zudem, die Politik sei viel besser, werde nur schlecht vermarktet. Diese fehlende Einsicht und Selbst-Reflexion brachte für mich das Fass endgültig zum Überlaufen. Als wäre der Politikverdruss und Vertrauensverlust nicht auch so schon offensichtlich genug und als hätten wir nicht gerade selbst hautnah miterleben dürfen, wie gut Politik im Land tatsächlich funktioniert.
Mit diesem Beitrag möchte ich deutlich machen, dass ein neuer Politikstil dringend benötigt wird. Ich werde jedoch nicht nur die Gründe dafür benennen, sondern auch Anregungen für den dringend benötigten neuen Politikstil geben. Starten möchte ich mit einem Praxisbeispiel. Hierbei werde ich bestehende Missstände deutlich, konkret und auch bewusst emotional ansprechen, um meine Kritik zu verdeutlichen und die Leser für ein Umdenken zu sensibilisieren. Es dient ausdrücklich nicht dazu, bestimmte Personen bzw. Personengruppe oder Parteien zu diffamieren bzw. bloßzustellen. Dies ist nicht meine Absicht. Daher werde ich nur dann Ross und Reiter benennen, wenn ich Bezug auf öffentliche Diskussionen oder öffentliche Stellungnahmen der betroffenen Personen nehme.
Da ich eine öffentliche Diskussion anregen möchte, freue ich mich über Ihre Beiträge in unserem Forum (
http://www.modeler-forum.com) unter der Rubrik „Beispiele, Anwendungsfelder“ und dann unter „Wirtschaftsentwicklung und Politik“, die ich dann auch gerne kommentieren werde. Ich freue mich auf die Diskussion und wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Schmökern.
2. Praxisbeispiel: Haushaltskonsolidierung in Schleswig-Holstein
Warum dieses Beispiel?
Beispiele für Politiker, die wir (nicht) brauchen, gibt es sicherlich genügend. Man muss lediglich die Tageszeitung aufschlagen und findet ähnliche Abläufe wie in diesem Beispiel skizziert. Ich habe mich jedoch ganz bewusst für das Thema „Haushaltskonsolidierung in Schleswig-Holstein“ entschieden, da zum einen die Abläufe sehr gut dokumentiert sind und zum anderen der gesamte Entscheidungsprozess fast alle Punkte beinhaltet, die ich kritisiere. Natürlich hätte man auch „Stuttgart 21“ oder die Atompolitik auf Bundesebene nehmen können, aber hierzu wurde bereits viel geschrieben und die Entscheidungsprozesse sind zudem noch nicht ganz abgeschlossen. Anders sieht es bei meinem Beispiel aus Schleswig-Holstein aus. Hier droht eher der endgültige Abschluss des Themas, ohne den gesamten Entscheidungsprozesses vorher nochmals reflektiert zu haben. Eine gute Möglichkeit, aus Fehlern zu lernen und die eigene Vorgehens- und Denkweise zu hinterfragen, wird erneut vertan. Dieser Beitrag soll dies vermeiden und eine gemeinsame Reflexion/Diskussion anregen. Hierbei stelle ich das Vorgehen so dar, wie ich es direkt erlebt habe – und ausdrücklich nicht, wie es sich tatsächlich zugetragen hat. Für letzteres fehlen mir sicherlich viele Insider-Informationen. Aus diesem Grunde fokussiere ich mich auf das Erlebte und auf das, was in der hiesigen Presse oder von den direkt Betroffenen (z.B. „Lübeck kämpft“ unter
http://www.luebeck-kaempft.de oder „Eine Stadt sieht Gelb“ – die Chronik: siehe oben) veröffentlicht wurde...........................
- 24 Sep 2011, 5:15 pm
