Politics

Politics

Posts 1-4 of 4
  • Christine Reimann
    Christine Reimann    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Verbietet Studien!
    Zugegeben, der Titel ist provokant;)

    Mir ist klar, dass Studien durchaus Wert und Berechtigung haben im Rahmen von Richtung und Controlling, aber:

    Nach welchen Parametern wird entschieden, WELCHE Studien von politischer Relevanz werden sollen? Wie wird entschieden, welche Studien überhaupt substanziell sind? - Und WARUM sind "beruhigende" Aussagen in Studien so wenig relevant??

    Beispiel 1:

    Untersuchungen zum Vorkommen und zur gesundheitlichen Relevanz von Bakterien in Innenräumen UMWELTFORSCHUNGSPLAN DES BUNDESMINISTERIUMS FÜR UMWELT, NATURSCHUTZ UND REAKTORSICHERHEIT

    Auf Seite 169 werden gesundheitliche Beschwerden / Symptome der Bewohner in den untersuchten Objekten diskutiert. Es wird festgestellt:
    Die Beschwerden sind typisch für die im Zusammenhang mit mikrobiellen Schäden in Innenräumen häufig genannten Symptome. In allen Fällen waren die Bewohner durch einen Umweltmediziner untersucht worden, der aufgrund der Anamnese und Diagnostik eine Umweltnoxe vermutete.
    und jetzt kommt's:

    Auch wenn ein Zusammenhang zwischen einem Teil der Symptome und den in den Objekten vorhandenen mikrobiellen Schäden zu befürchten ist, kann man einen kausalen Zusammenhang auch im Rahmen dieses Projektes aus mehren Gründen nicht herstellen. http://www.kinderumweltgesundheit.de/KUG/index2/pdf/dokument...

    Ja, ja, schon klar. Wenn man nichts finden konnte, ist nur nicht ausdauernd genug gesucht worden, aber:

    Da wird ein Riesenbohei gemacht, von Sagrotan bis hin zu Schimmelpilzbesprechungsdienstleistungen...und dann kann der "kausale Zusammenhang" in einem Forschungsbericht des Bundesumweltamtes gar nicht erbracht werden? Die ganze Werbe-Panikmache also für die Katz? Nichts ist, wie es scheint, wird aber zunehmend nicht mal mehr hinterfragt.

    Beispiel 2:
    KIM-Studie 2008: Kinder und Medien, Computer und Internet
    Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland

    Ein Forschungsbericht des medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Ab Seite 68 lesen wir:

    Auch im zehnten Jahr der Studienreihe KIM zeigt sich, dass die Mediennutzung von Kindern nicht an Relevanz verloren hat. Vielmehr zeigt sich, dass der Medienwandel auch die Kinder tangiert und deren Alltag durch neue Entwicklungen verändert wird. Handy, Computer und Internet haben längst Einzug in die Kinderzimmer gehalten und sind für viele Kinder selbstverständlich. 6- bis 13-Jährigen steht heute ein großes Potential an > Mediengeräten zur Verfügung. Fast alle Haushalte, in denen Kinder aufwachsen, haben Computer und Internet. In den Kinderzimmern finden sich am häufigsten Spielkonsolen, jedes zweite Kind hat ein eigenes Handy, kaum weniger haben einen eigenen Fernseher. Nur ein eigener Computer findet sich noch eher selten im Kinderzimmer.
    Allerdings haben sich trotz des großen und veränderten Medienangebots viele Elemente der Kindheit bewahrt. Themen wie Freundschaft, Sport, Tiere und Musik haben für Kinder weiterhin große Bedeutung, was sich auch in den Freizeitaktivitäten widerspiegelt. Drei Viertel der Kinder unternehmen regelmäßig etwas mit der Familie und ebenso viele sind sportlich aktiv.
    Nanu? Das hört sich doch mehr als normal an.

    Die wichtigste Medientätigkeit bleibt bei Kindern zwischen 6 und 13 Jahren das Fernsehen.
    Jo, wenn Medien, dann TV - war ja auch bei den meisten von uns so;)

    Es wird am häufigsten genutzt und ist neben dem Treffen mit Freunden und dem Spielen auch die beliebteste Tätigkeit. Nach Auskunft der Eltern wird die meiste Medienzeit der Kinder vor dem Fernsehbildschirm verbracht. Der Fernseher ist auch das Medium, auf das Kinder am wenigsten verzichten könnten. Inhaltlich werden vor allem Kindersendungen genutzt und Sender mit einem expliziten Kinderprogramm, wie der Kinderkanal von ARD und ZDF oder Super RTL, stehen bei Kindern hoch im Kurs. Beim Stimmungsmanagement der Kinder spielt das Fernsehen weiterhin eine große Rolle: Egal ob Überwindung von Langeweile oder Einsamkeit, Ablenkung vom Alltag, oder ob man Spaß oder Spannung erleben will – das Fernsehen ist aus der Sicht der Kinder am besten geeignet, diese Bedürfnisse zu befriedigen.
    Das Buch als traditionelles Medium konnte sich bislang gegen die elektronische Konkurrenz relativ gut behaupten. Jedes zweite Kind hat Freude am Lesen, mehr als vier Fünftel lesen zumindest selten ein Buch. Allerdings ist die Zahl der Nichtleser in der Tendenz steigend.
    Das klingt doch nach GANZ NORMALEN Kindern:) - Und dann so ein Affenbohei in den Medien, welches offensichtlich jeder Grundlage entbehrt, bzw. ZUMINDEST immer wieder dringend hinterfragensbedürftig ist.

    Schon klar, ich will nichts "schönreden", aber wenn man bedenkt wieviele anständige Menschen sich zunehmend sorgen um Gesundheit und Kindheit, dann finde ich es beschämend, dass Studienergebnisse wie diese nicht mehr Medienaufmerksamkeit erhalten...Na, und wenn Studien für irrationale Panikmache verwendet werden, dann sollte man sie vielleicht tatsächlich lieber verbieten.

    Wie sehen Sie das?

    Fragende Grüße,
    Christine Reimann
  • Andreas Bichweiler
    Andreas Bichweiler
    The company name is only visible to registered members.
    Re: Verbietet Studien!
    Meistens betrifft es ohnedies nicht einem selbst, sondern stets die Anderen. Wenn dann dennoch Bezug darauf genommen wird, dann im passenden Moment und genau dort, wo es der Meinungsuntermauerung dient. Sind wir nicht schon soweit, dass wir im Regal der Untermauerungen stets für jede auch nur aufkommende Streitfrage eine Studie oder gar ein Gutachten haben - ja sogar brauchen, weil der eigene Sachverstand schon kurz vor dem "Flöten gehen' ist..."?
    Hier bedarf es durchaus einer Bereinigung und Rückbesinnung auf die eigenen Erfahrungen, denn seltsamerweise haben wir alles überlebt, was hier an Gefahren aufgezeigt werden - mit den Ausnahmen, die sich absolut wie das Kontergan negativ auf die Menschheit ausgewirkt haben.
    Ich würde für eine Grundreinigung und eine Zusammenfassung von Studien plädieren, um dann auch besser auf kausale Zusammenhänge zu kommen. Das würde uns dann auch helfen, alles besser zu verstehen.
    Die kommerziellen Studien können wir ohnedies als Verbraucher vergessen, da sie ohnedies etwas über uns aussagen, was wir insgesamt ohnedies schon wissen, da es genau das belegt, was wir im Endeffekt ohnedies schon kennen - und nur für die Industrie bzw. die Hersteller von Interesse ist, um uns besser beliefern zu können - kurz: Marktforschung.
  • Post visible to registered members
  • Andreas Bichweiler
    Andreas Bichweiler
    The company name is only visible to registered members.
    Re^2: Verbietet Studien!
    "Aber würden sich...." - sag ich nur: wenn der eigene Verstand "Flöten geht"...
    Im Grunde genommen die Suche nach eigener Selbstdarstellung, Selbstgeltung und im Endeffekt sogar eine Selbstbefriedigung der besonderen Art: Dominanz der Gesellschaft!