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  • Christine Reimann
    Christine Reimann    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Wie kriegen wir das öffentliche Bildungswesen kaputt?
    Hallo Thomas,

    Antolin fand ich persönlich für einen meiner 4 Söhne sehr hilfreich. Den Jahresbeitrag für die ganze Klasse hat damals ein Vater aus eigener Tasche bezahlt. Keiner der anderen Eltern wusste, daß die Aktion Geld kostet. Die Lehrerin fand damals nur, es sei eine gute Idee. Da geb ich Ihr auch heut noch recht.
    Nicht mißverstehen! Ich habe die inhaltliche Qualität dieses Portals noch gar nicht bewertet! Es ist auch ein Unterschied, finde ich, wenn ein Elternteil oder eben eine Privatperson so etwas als zusätzliches Gadget spendiert. Warum nicht? Auch kann ich mir dann immer noch überlegen, ob meine Tochter mitmachen sollte/wollte - es stünde ihr individuell frei und es entstünde kein kollektiver Klassendruck, ggf. noch einschließlich der Lehrkraft - nur weil sie so eine olle, penetrante Mutter hat, verstehen Sie?;)

    Eine andere Ebene wiederum ist meine Ansicht, dass man aus dem Bücherlesen kein Wettbewerb machen sollte (Punkte sammeln o.ä.). Aber das ist durchaus meine persönliche Meinung, die ich gar nicht zum Maß aller Dinge machen will.

    Eine weitere Ebene ist, dass sich die Lehrkraft dort mit vielen Daten, einschließlich Schule anmelden muss und schon auf diesem Infozettel suggeriert wird, es sei besser ("erleichtert die Arbeit", ja, ne, is klar), wenn sich das Kind mit Vor- und Zunamen anmelden würde. In deren Datenschutzerklärung (die man erst nach einigem Suchen auf dem eigentlichen Portal, einem anderen nämlich) findet, wird dann auch darauf hingewiesen, dass man die Daten - wenn auch anonymisiert - auswerten wird "zur Verbesserung des (Anm. eigenen) Online-Angebots".

    Der Punkt ist einfach der, dass ICH, als Mutter, die sich Gedanken macht, als "Spielverderberin" da stehen werde - und indirekt meine Tochter auch, die das jedoch dann sehr direkt (weil vor Ort) dann empfinden wird - und alles nur, weil soviele Lehrer nicht nachdenken, aber deren Kompetenz dann unantastbar sehen wollen *nerv* sorry;)

    Es gibt andere Möglichkeiten, einer Schule finanziell unter die Arme zu greifen. In der Grundschule meines Ältesten waren damals die Regenrinnen und Fallrohre kaputt. Einige Eltern der Grundschüler waren selbstständig mit kleinen Handwerksbetrieben. Allerdings durften die nicht einmal kostenlos die Probleme beheben. Am Jahresende war dann die Rinne voll Laub und ein Reinigungsunternehmen kam im Auftrag der Verwaltung mit einer Hebebühne. Die besagten Eltern mit Baufirmen haben dem Chef der Firma nachmittags die Fallrohre und Rinnen gebracht und Ihm ein paar Scheine in die Hand gedrückt. Am nächsten Tag war alles neu.
    Kaputte Stühle hab ich mit in meine Werkstatt genommen und repariert
    JA!! Es könnte SO einfach sein!!

    Nur, es steht nirgends drauf "gesponsort von...". Und das ist gut so!
    Absolut richtig!

    Ich mache mir darüber viel Gedanken, denn bei meinem eigenen Engagement steht ja schließlich auch etwas von "sponsoring" drauf;)

    Bei mir jedoch ist damit gemeint, dass es eben KEINE direkte Gegenleistung aus der Schule geben wirdm sondern ich genau solche Menschen wie SIE "sammle", für die es eine Selbstverständlichkeit ist, mit ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten etwas für Schulen und Schüler zu tun.

    Auch geht es nicht um Geld - und ich würde jeden vom Acker jagen, der meint, er müsste seine professionellen (kommerziellen) Leistungen jetzt IN der Schule an den Mann bringen! Auf der anderen Seite hat eben jeder von uns etwas davon, wenn wir das Bildungswesen mit unseren eigenen Möglichkeiten unterstützen - und allein dadurch erhalten wir einen "Gegenwert". Außerdem sollte man auch zeigen dürfen, wenn man Wissen und Zeit investiert, um sich an einer Schule zu engagieren - aber es muss eben neutrales Wissen sein!

    Gerade weil ich selbst auch auf diesem Gebiet ehrenamtlich aktiv bin, reagiere ich so allergisch darauf, wenn einerseits kollektiv ganze Klassenzugänge zu einem kommerziellen Portal finanziert werden können, andererseits aber offensichtlich kein Geld für neutrale Schulhefte vorhanden ist.

    Die Logik dahinter erschließt sich mir nicht wirklich.

    Gruß zur guten Nacht,
    Christine