Pop Culture
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Volker Tzschucke Premium MemberThe company name is only visible to registered members.You'll never walk alone
ok, steuer mal wieder eine rezension bei... bezieht sich auf Florian Webers Fußball-Musik-Roman, zumindest heißt es so beim Verlag...
Ein dünner roter Faden
Schlagzeuger Florian Weber bemüht den Schreibgriffel
Echt begabten Nachwuchsschriftstellern müssen solche Bücher übel aufstoßen: Man müht sich, man tut und macht, schreibt, sendet Bücher an Verlage – und alles nur für eine Sammlung der schönsten Absagebriefe. Und dann so etwas: Ein Musiker beginnt aus Tourlangeweile ein Buch zu schreiben, schreibt es auch zu Ende, sendet es an einen Verlag und siehe da – es wird veröffentlicht. Angesichts einer gewissen Popularität des nunmehrigen Autors allerdings liegt nach der Lektüre der Gedanke nahe, daß die Veröffentlichung eher den erwarteten hohen Abverkäufen bei den Fans des Musikers als der literarischen Qualität seines Geschriebenen geschuldet ist.
Der Drummer der Sportfreunde Stiller hat einen Roman geschrieben, Rowohlt hat ihn veröffentlicht: „You’ll never walk alone“. Fußballfreunde wissen, dies ist auch ein Liedtitel, der gern in den Stadien dieser Welt gesungen wird. So deutet es der Titel an: In Florian Webers Buch geht es um Fußball und um Musik. Diese beiden schönsten Nebensachen der Welt sind die Leidenschaften seines Protagonisten, der sich einer unbeschwerten Jugend auf dem Lande erfreuen kann. Weber zeichnet ein Bild vom Leben in der Provinz, das vor sich hintrödelt, in dem Auseinandersetzungen mit dem Latein-Lehrer, ein mißratender Ministrantendienst und ein Einbruch in den Fundus der Schultheatergruppe die Höhepunkte bilden. Weber erzählt von all diesen und noch ein paar anderen Begebenheiten. Dies tut er durchaus zuweilen mit Witz und gar nicht uneleganter Sprache, in den meisten Fällen jedoch in bedrückender Plattheit – Episödchen, aneinandergereiht wie auf einem Pop-Album, alle drei Minuten eine neue Geschichte. Einen Roman ergibt das nicht.
Doch doch, es gibt auch einen roten Faden im Buch: Der ältere Bruder des Protagonisten ist bekennender Schlachtenbummler, prügelt sich gern auf Verabredung mit den Fans der gegnerischen Mannschaft. Und sein kleiner Bruder ist in Sorge darüber, hilft aber beim Ausstieg aus diesem beginnenden Hooliganismus. Dieser Faden hätte wohl durchaus Stoff für einen Roman geben können. Aber leider: Er scheint – und man verzeihe das doppelte Wortspiel mit dem Namen des Autors – so schwach gewebt, daß selbst ein Floh sich nicht daran durch die Lektüre hangeln könnte.
Und so mag man Florian Weber eigentlich nur raten: Vertausche nicht allzu oft mehr die Schlagzeugsticks mit dem Schreibgriffel. Bringe lieber noch ein paar Mal das Schauspielhaus mit „Ich rocke“ zum Beben. Das ist allemal erhebender. Dann bist Du auf der guten Seite!
Florian Weber: You’ll never walk alone. Ein Fußballmusikroman. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag 2006. ISBN: 978-3-499-24291-5. 222 Seiten. 10,00 Euro.
Beste Gruesse, Volker Tzschucke
- 24 May 2006, 02:12 am
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Michael Strogies Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^3: You'll never walk alone
Das ist vielleicht die Angst, den hart erarbeiteten Erfolg zu verlieren. Also dupliziert man sich selber. Eine Kopie, von der Kopie, von der Kopie ...........
Und wenn einem die Fans die leergetrunkenen Cola-Dosen von der Bühne klauen, warum sollen sie dann nicht auch einen Roman kaufen ?!
- 30 May 2006, 4:36 pm
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Michael Strogies Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^5: You'll never walk alone
Das ist ein heißes Thema....... Wer berät eine Band? Das ist sehr unterschiedlich. Eigentlich sollte das Aufgabe des Managements sein, bestenfalls der entsprechend PM im Label (vorausgesetzt Du hast sowas). Aber Mangements gibt es eben solche und solche. Und Markenpflege bedeutet im Musikbiz kontinuierlich Geld dazu geben.
Also wird der schnelle Erfolg gesucht und versucht den zu halten, wenn er sich einstellt.
Und dann hast Du eben die Phänomene wie zahllose Bands, die versuchen, das Rezept ihres Erfolges zu kopieren. Klingt von aussen gesehen dämlich, wenn Du aber drinsteckst und mitbekommst, wieviele Misserfolge nötig sind, um einmal erfolgreich zu sein, kannst Du das sogar nachvollziehen.
Natürlich gibt es auch genausoviel andere Beispiele, die sich eben immer wieder neu erfinden. Aber auf jede Band, die das schafft, kommen 70, die es nicht schaffen.
Chio Schuhmacher schrieb:
An der Stelle frage ich mich, warum schlachtet man die Kuh, die Milch gibt?
Wer berät denn so eine Band? Wenn man die behutsam weiterentwickelt hätte, könnten die noch jahrelang Platten verkaufen.
- 31 May 2006, 10:59 am
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Michael Strogies Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^7: You'll never walk alone
Zumal Du als Band ja auch nicht im luftleeren Raum arbeitest. Plötzlich bist Du nämlich auch Arbeitgeber für Leute, die dich vielleicht jahrelang für lau unterstützt haben. Da kommt dann auch noch Verantwortung auf.
Einmal Erfolg haben ist das eine. Erfolg halten etwas ganz anderes.
- 31 May 2006, 2:08 pm
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