Pop Culture
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Carsten Marmulla Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^10: Fernsehen 2006: Kreative Querschnittslähmung
Manuela Zimmermann schrieb:
Ich bin mir nicht sicher, ob fehlende Authentizität oder Realitätsnähe das Problem sind. Auch in Amerika werden Pathologen nicht nach Feierabend in der Wohnung ihrer Leiche stöbern, wie beispielsweise das Personal in "Crossing Jordan" . Oder Ärzte nach einer 30 Stunden -Schicht noch in die Wohnung des Patienten einbrechen, wie bei "Dr House". Die Realität sieht hier doch ein wenig anders und vielleicht ein bisschen dröge aus.
Deshalb sprach ich ja von *Authentizität* und nicht von Realismus. Natürlich sind die Stories und die Charaktere regelmäßig überspitzt, überzogen und polarisieren dadurch stärker als dies realistisch wäre. Es gelingt allerdings diese Übertreibungen glaubwürdig rüberzubringen. Es sind ja letztlich fiktive Geschichten, keine Dokumentationen - somit kann und muß es nicht realistisch sein.
Was mir in den amerikanischen Serien auffällt, ist eine Art von psychologischer Authentizität, die in dt Serien oder Filmen oft genug nicht erreicht wird.
Darauf wollte ich hinaus. ;-)
Authentisch ist nicht, dass ihre Mutter ermordet wurde, dieses Problem dürfte glücklicherweise nur ein winziger Prozentsatz der amerikanischen Bevölkerung haben, sondern dass sich daraus ihr Drang nach Aufklärung dieses einen Mords und von Straftaten generell erklärt. Diese Triebnatur und die mit dem Verlust der Mutter verbundene Bindungsunfähigkeit stattet die Figur mit einer menschlichen Tiefe aus, die es interessant macht, ihr zuzusehen.
Ich würde das mal das "Batman"-Prinzip nennen, es hat sich bewährt. ;-)
Oder der Kommissar (ich kann mir schlecht Namen merken) in CSI Miami,...
Horatio Caine, gespielt von David Caruso.
Meiner Meinung nach fehlt der Mut zu solchen Anti-Helden in deutschen Fernsehen. Überhaupt der Ansatz, durch die Psycho-Pathologie der Figuren Spannung zu erzeugen, fehlt. Oft genug sind Figuren im dt Fernsehen nicht tief genug, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich zu ziehen.
Voll ins Schwarze! Bei den Charakteren habe ich immer den Eindruck, dort würde noch mit 2-dimensionalen Pappkameraden statt mit echten Darstellern gearbeitet. Wenn das Drehbuch endlich mal die Wertschätzung bekäme, die das Product-Placement und das Styling/Makeup bekommt, wären vielleicht die Charaktere mitsamt ihrer Dialoge nicht mehr arg so stereotyp angelegt.
This post was modified on 04 Apr 2007 at 07:22 pm.- 04 Apr 2007, 7:21 pm
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