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  • Re: Appell gegen Rot-Rot 22 Oct 2009, 10:00 am

    ... hatte der Wähler nicht bereits am 27.09. entschieden???

    Ohne eine angemessene Argumentation kommt mir dieser Aufruf etwas deplatziert vor.
    Ich bin kein Anhänger der LINKEN, dennoch kann ich respektieren, dass sie offensichtlich hier eine Fangemeinde hat. Auch das Führungspersonal der Partei ist zweifelsfrei fragwürdig, aber sie wurden gewählt.

    Potsdam lebte in den letzten Jahren von seinen Widersprüchen und von einem diametralen Trend zur Bundespolitik. Eine große Koalition auf Dauer verstärkt die Umstände, dass eine Scheindemokratie gesellschaftliche Akzeptanz findet. Wie Positionen und Inhalte nach einer Wahl verwässert werden, sehen wir beispielsweise in den Kursveränderungen und Verhandlungen auf der Bundesebene, die letztendlich beispielhaft sind und als Orientierung für die Länder gelten.

    Frau Wanka hat sich wahrscheinlich doch noch nicht mit ihrer Oppositionsrolle abgefunden...
  • Re: Appell gegen Rot-Rot 22 Oct 2009, 4:36 pm

    Auch wenn es wohl leider zu spät sein wird, so unterstütze ich Ihre Aktion doch sehr gerne, Herr Bachmann! Allein die Tatsache, dass die Fraktionchefin auf einen Ministerposten aufgrund ihrer Vergangenheit verzichtet, sagt mir alles...
  • Re^2: Appell gegen Rot-Rot 23 Oct 2009, 10:13 am

    Vielleicht will der MP Regine Hildebrand ehren oder hat Karl Kraus gelesen?
    "Ungerechtigkeit muss sein, sonst kommt man zu keinem Ende. [Karl Kraus]"
  • Re^3: Appell gegen Rot-Rot 26 Oct 2009, 09:59 am

    Ronald Sima schrieb:
    "Ungerechtigkeit muss sein, sonst kommt man zu keinem Ende. [Karl Kraus]"
    ... Karl Kraus war ein weiser Mann mit Weitblick!
    Weil die o. g. Aussage so treffsicher ist, darf ich noch ein Zitat von Kraus anfügen:

    "Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten."

    Schön, dass VIELES nicht neu erfunden werden muss ...
  • Re^4: Appell gegen Rot-Rot 08 Nov 2009, 01:14 am

    zu Karl Kraus:

    Heisst es die Sonne der Kultur oder die Sonne der Weisheit? Ich kenne zweiteres.
    Gefällt mir auch besser.
    Erstaunlich ist, dass das Thema nur noch emotional beackert wird. Die Inhalte sind verschwunden.
    Warum eigentlich?
    This article was modified on 08 Nov 2009 at 01:16 am.
  • Re^5: Appell gegen Rot-Rot 08 Nov 2009, 12:54 pm

    Rainer Speer schrieb:
    zu Karl Kraus:
     
    Heisst es die Sonne der Kultur oder die Sonne der Weisheit? Ich kenne zweiteres.
    Gefällt mir auch besser.

    Im umfassenden Sinne schließt Kultur die Weisheit nicht grundsätzlich aus, wohingegen Politik im Kontext zur Weisheit sich eher in Verführung und Verhängnis im Zuge kurzfristiger Interessen blockiert.

    Meine bescheidenen Quellen beziehen sich auf die "Sonne der Kultur", obwohl die Vermutung nahe liegen könnte, dass K. K. im Sinne der Kultur im Allgemeinen hier den Weisheitsgedanken ggf. nur umschrieben hat.

    Der Bezug zur WEISHEIT gefällt mir allerdings auch besser. Weisheit kennt weder Alter noch Herkunft, ebenso zeigt sich die Weisheit nicht zwangsläufig im Grad der Ausbildung oder in einem akademischen Titel. Das sind Normen, die wir über- und annehmen.

    In diesem Zusammenhang und in Analogie zum eigentlichen Thema, nämlich das aktuelle politische Geschehen, vielleicht bis zur Kombination von Wahl und Krise, kann davon ausgegangen werden, dass weit reichende Entscheidungen in der Politik unter dem Druck und den Zwängen der Wahl(versprechen) sich als Bumerang er-WEISEN. Im Grunde wird wenig nach wirtschaftlich-ökonomischen Erfordernissen entschieden, sondern vielmehr nach dem Sicherheitsprinzip bezüglich der eigenen Person und seiner Position.

    Ich muss gerade an die Wirtschaftsweisen denken, die in der momentanen wirtschaftlichen Situation weit weniger im öffentlichen Focus standen, als sie in den Zeiten und den Zeichen der Konjunktur Rede und Antwort gaben. Plötzlich war deren WEISHEIT nicht mehr gefragt, dagegen haben jetzt die Wirtschaftswissenschaftler und Volkswirte eine noch nie vorher da gewesene Aufmerksamkeit.
    Nun haben wir den Pfad der Weisheit verlassen und berufen uns auf die Erkenntnisse des Tages und weniger auf die des Marktes, weil der leider durch politische Entscheidungen hinsichtlich des Wettbewerbs verzerrt wird.
    Gestehen wir K.K. zu, dass auch er die Weisheit, wenigstens zum Teil, gemeint hat, so müssen wir resümieren, dass die Schatten bei den "Zwergen" lang genug sind, um die Zeit zu gewinnen oder besser zu überstehen, bis die Kurve der wirtschaftlichen Parameter das Tal verlassen hat. Weisheit und Politik können keine Ehe eingehen, auch kein Zweckbündnis. So lassen wir die Weisheit vorzugsweise bei den Philosophen und schlagen die Brücke mit den Worten von Wilhelm Busch (1832-1908): Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie.

    Erstaunlich ist, dass das Thema nur noch emotional beackert wird. Die Inhalte sind verschwunden.
    Warum eigentlich?

    Ich sehe das im zeitgemäßen Zusammenhang und meine dass uns das Jahr 2009 als Jubiläum wichtiger ist. Das Thema wird derart emotional durch die Medien bearbeitet und die dauernde Präsenz erledigt das Übrige. Wer soll sich da für ganz konkrete politische Aspekte interessieren? Der globale Kurs wird bundesweit im Rahmen der Koalition verankert, damit verliert der regionale Konsens zwischen Rot-Rot in Brandenburg an Bedeutung.
    Aus meiner Sicht könnte es auch daran liegen, dass die Politik auf Bundesebene stärker als je zuvor mediale Aufmerksamkeit generiert. Die Bundeskanzlerin und das Kabinett dominieren die politische Bühne in der öffentlichen Wahrnehmung und die Bedeutung der Nebenschauplätze, sprich die Landespolitik, sinkt stetig.
    Das ist ein schleichender Prozess. Politik wird in D. tendenziell immer weniger hinsichtlich regionaler Einflüsse betrachtet und unterschieden.

    Genauso gut könnte auch der Wert einer "Rede" betrachtet werden. Die Symbolik der Rede im politischen Sinne ist immens gewachsen. Das finde ich erstaunlich, wie wichtig Reden geworden sind. Niemand interessiert sich allerdings später dafür, ob die Inhalte und Aussagen jemals "gemessen" oder bilanziert werden. Aber sie hat einen emotionalen Wert, der nachhaltig wirkt, unabhängig von der Messlatte.
    This article was modified on 08 Nov 2009 at 12:59 pm.
  • Re^6: Appell gegen Rot-Rot 08 Nov 2009, 5:02 pm

    Karl Kraus bezog sich wohl doch auf die Weisheit:

    http://www.unmoralische.de/zitate2/Karl_Kraus.htm

    im Netz findet man allerdings beide Varianten.
  • Re^5: Appell gegen Rot-Rot 09 Nov 2009, 11:26 am

    Rainer Speer schrieb:
    Erstaunlich ist, dass das Thema nur noch emotional beackert wird. Die Inhalte sind verschwunden.
    Warum eigentlich?
    Emotionen sind immer richtig. Sie können argumentativ nicht widerlegt werden. Inhalte schon...

    Unter den angegebenen Link habe ich dann auch den Trost für die "Emotionalen" gefunden: "Es gibt Dinge, die sind so falsch, daß noch nicht einmal das absolute Gegenteil richtig ist." Und damit sind wir wieder bei der Ungerechtigkeit. Hat sich nun der Kreis geschlossen oder ist das ein circulus vitiosus? ;-)
    This article was modified on 09 Nov 2009 at 11:33 am.
  • Re^6: Appell gegen Rot-Rot 11 Nov 2009, 11:00 am

    ... willkommen in der Dualität...

    Aus meiner bescheidenen Sicht ist das Unrechtsempfinden nicht nur emotional belegt, es ist auch zugleich ein rein subjektiver Vorgang und liegt immer im Auge des Erfahrenden. Das „Recht“ in verklausulierter Form als Gesetz ist letztendlich nur eine allgemeingültige Form von Normen und Regeln, die uns einen gewissen Grad an gesellschaftlicher Ordnung suggeriert und im Zweifel den Richter bemüht, um eben dieser Ordnung Rechnung zu tragen. Wobei mit und durch die reine Existenz von Gesetzen und ihrer Anwendung nicht zwangsläufig Recht - dem Sinne nach - praktiziert wird.

    Zudem agieren spitzfindige Zeitgenossen gern in rechtsfreien Räumen. Da, wo die Regeln fehlen und sich Gesetzeslücken auftun, beginnt der Reiz am Spiel mit den Emotionen. Bestes Beispiel ist die derzeitige Krise. Die fehlenden Regularien heizen die Gemüter auf beiden Seiten an. Der Eine sitzt am Hebel und der Andere fühlt sich ohnmächtig! Gerät die Waage ins Ungleichgewicht werden vermehrt Emotionen ausgetauscht - das nennt man auch LEBEN! Und das finde ich mehr als spannend!

    Zurück zum Thema:

    Rot-Rot ist nun handlungsfähig und wird nun mit ihrem Wahlprogrammen konfrontiert: Die Bildung war ja so ein zentrales Thema. Seit nunmehr einigen Tagen scheinen sich die Studenten der Potsdamer Universität daran zu erinnern. Sie streiken! Die Forderungen, die sie stellen sind nicht wirklich neu, aber sie werden jetzt eingefordert. Insoweit könnte der Verlauf der Aktion interessant sein, nämlich wie sich die neue Regierung dazu positioniert.
    Auch, wenn ich die Aussage eines Studenten kürzlich nicht vollständig erfasst habe, wahrscheinlich bin ich verbal und intellektuell der Generation 20+* entwachsen, so kann ich mir dennoch vorstellen, dass im Groben die Bedingungen an der Uni und die Strukturierung der neuen Studiengänge gemeint waren.
    Das ist doch ein Trost für die Menschen hier zu Lande, die die aktuellen Herausforderungen zu meistern haben, weil sie wissen, dass die Politik nun Antworten bereithalten sollte, auch zum Thema Bildung! Und vielleicht schaut der Eine oder Andere etwas genauer hin, in welcher Form Lösungen präsentiert werden, oder eben auch nicht! Wir wissen ja, dass nicht nur FREIRÄUME in der Bildung bestehen, sondern auch im Rechtswesen!

    * Meine Töchter sind knapp über 20 und studieren beide, aber nicht in Potsdam! Und, ja ich verstehe sie!
    This article was modified on 11 Nov 2009 at 12:35 pm.

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