Hallo Mr. Lawrence,
Adam StJohn Lawrence schrieb:
Klar, weil in mehr als 90% der Fälle braucht man überhaupt kein Powerpoint/Keynote/was-immer. Es lenkt nur ab.
Ist diese Behauptung nicht stark an der Realität vorbei?
Mag ja sein, dass SIE jede Präsentation allein mit Ihrer Performance stemmen und sei sie noch so komplex, technisch, zahlenlastig. Sie beschäftigen sich auch permanent damit. Das tun jedoch Referenten normalerweise nicht, sie haben ihre Kernkompetenz auf ganz anderem Gebiet. Präsentationen entstehen fast immer unter Zeitdruck, es bleibt wenig Zeit zum Einstudieren bühnenreifer Inszenierungen. Dabei ist noch gar nicht berücksichtigt, dass nicht in jedem Referent ein Steve Jobbs steckt.
Worum geht es denn in den meisten Businesspräsentationen? Was erwarten die Hörer? Einen Topredner?
Doch eher eine Lösung für ihre Probleme und die Präsentation ist der erste Schritt zu zeigen, dass man diese Probleme lösen kann.
Der langen Vorrede kurzer Sinn: um etwas Komplexes verständlicher zu machen, ist Visualisierung gut. Sagt die Lernpsychologie. Menschen verstehen besser, wenn Gesprochenes visualisiert wird. Schon deshalb, weil es gerade im Businessleben viel mehr visuell geprägte Menschen gibt, die Informationen besser über Bilder aufnehmen, als auditive oder emotionale.
Bei einem Teil der Präsentationen sind Folien sicher überflüssig (10 %?). Sonst sind sie jedoch die bestmögliche Ergänzung, professionelle Handhabung vorausgesetzt.
Herzliche Grüße
Beate Strauß

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Beate Strauß Premium Member
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Beate Strauß (danke!) wrote:
Ist diese Behauptung nicht stark an der Realität vorbei?
Ich glaube nicht, nein. Vielleicht rede ich etwas überspitzt, aber ich bin überzeugt das 6 von 10 Präsentationen hätten gar nicht stattfinden sollen, und von den restlichen 4, wären 3 ohne Folien besser gewesen.
Mag ja sein, dass SIE jede Präsentation allein mit Ihrer Performance stemmen und sei sie noch so komplex, technisch, zahlenlastig. Sie beschäftigen sich auch permanent damit. Das tun jedoch Referenten normalerweise nicht, sie haben ihre Kernkompetenz auf ganz anderem Gebiet. Präsentationen entstehen fast immer unter Zeitdruck, es bleibt wenig Zeit zum Einstudieren bühnenreifer Inszenierungen.
Es stimmt, ich bin Bühnenprofi - aber ich coache oft Menschen, die kein Profis sind. Wenn ich sie überzeugen kann, den ganzen Technikkramm liegen zu lassen, und aus dem Herzen zu reden sind sie - und ihre Zuschauer - immer positiv überrascht. In der Tat kamen die beste Präsentationen die ich jemals gesehen haben von Nichtprofis, ganz ohne technische Hilfsmittel, und ohne viel Vorbereitung.
Übrigens, die Vorbereitung einer bühnenreife Inszenierung wäre völlig an den Zweck vorbei - sie würde leblos, tot, überpoliert wirken - und die Zuschauer zum einschlafen bringen. Aber geübt muß sein (am besten die Stofffragmente frei üben, so das der Struktur flexible sein kann).
Kein Zeit zum Proben? Meistens inakzeptabel. Wieviel ist die Zeit aller anwesenden Menschen wert? Präsi Absagen, PDF schicken! (Es sei denn, Sie brennen dermassen dafür, dass sie ein Plädoyer aus dem Stehgriff hinkriegen. Kann funktionieren...)
Dabei ist noch gar nicht berücksichtigt, dass nicht in jedem Referent ein Steve Jobbs steckt.
Doch, der steckt immer da drinn. :)
Was Steve Jobs so gut macht ist weder seine lange Probenstunden, noch seine hervorragend einfache Visuals. Es ist der Tatsache, dass er fest glaubt an das was er sagt. Er ist wirklich begeistert von den Produkten die sein Firma vorbringt, und das kommt klar rüber. Ich sage immer zu meinen Coachees - "wenn Sie für die Sache brennen, ziegen Sie mir das! Wenn nicht, sagen Sie die Präsentation ab, schicken Sie einen PDF und verschwenden Sie die Zeit ihrer Zuschauer nicht."
Worum geht es denn in den meisten Businesspräsentationen? Was erwarten die Hörer? Einen Topredner?
Jeder ist ein Topredner, wenn er über das Spricht, wofür er Leidenschaft empfindet - und sich traut, diese Leidenschaft zu ziegen.
Doch eher eine Lösung für ihre Probleme und die Präsentation ist der erste Schritt zu zeigen, dass man diese Probleme lösen kann.
Wenn Sie meinen Sie wollen vermitteln, dass die Lösung aus Schritte A, B, C und so weiter bis Z besteht, denn ist eine Präsentation sowieso das falscher Werkzeug. Um information zu vermitteln - besonders wenn es "komplex, technisch, zahlenlastig" ist - sind Präsentationen eher ungeeignet (und da sehen wir meine 6 von 10 Präsentationen die hätten abgesagt werden müßen). Dokumente, Wikis, WBTs, Workshops & Coachings sind nachweisbar effektiver weil der "Empfänger" seine eigene Geschwindigkeit und Schwerpünkte bestimmen kann.
Wenn es darum geht, Menschen zu überzeugen das ein Problem losbar _ist_, ist meine eigene Überzeugung das starkster Werkzeug. Als Unterstützung funktionieren Geschichten, Beispiele & Metapher am besten - und dazu braucht der Redner keine Folien die von seinen überzeugten Gesicht und Stimme ablenken.
Der langen Vorrede kurzer Sinn: um etwas Komplexes verständlicher zu machen, ist Visualisierung gut. Sagt die Lernpsychologie. Menschen verstehen besser, wenn Gesprochenes visualisiert wird. Schon deshalb, weil es gerade im Businessleben viel mehr visuell geprägte Menschen gibt, die Informationen besser über Bilder aufnehmen, als auditive oder emotionale.
Gern, aber wer sagt das die Visualisierung über Folien gehen muß? Was ist mit Modelle, Requisite (anfassbar!), Vorführungen (echter!)... Und neueste Studien ziegen auch, dass wenn ähnliche Stoff gleichzeitig gehört und gesehen wird, die zwei Informationskanale sich gegenseitig "blockieren" und noch weniger ankommt. (Noch ein Grund "Bulletpoints" nie vorzulesen!)
Bei einem Teil der Präsentationen sind Folien sicher überflüssig (10 %?).
Eher 75%. Und natürlich nur von den 40% die stattfinden dürften. >:-)
Sonst sind sie jedoch die bestmögliche Ergänzung, professionelle Handhabung vorausgesetzt.
Sie sind gar nicht übel in ein paar ganz spezifische Situationen. Aber die bestmögliche Ergänzung sind sie bei weitem nicht. Und nochwas - unsere Auge wird immer Richtung Licht gezogen - also wenn ich die beste alle Werkzeuge einsetzte, um meinen Publikum zu überzeugen (die menschliche Körper, Stimme, Gesicht) brauche ich diese Aufmerksamkeitssumpf nicht.
Herzliche Grüße
Beate Strauß
Herzlichst zurück, und Danke für den Austausch,
Adam Lawrence
workplayexperience.blogspot.com
Native Speaker of English with apologies to all German speakers
This article was modified on 10 Nov 2009 at 04:44 pm.

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Adam StJohn Lawrence Premium Member
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