Pressearbeit, PR und Medienkommunikation

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  • Michael van Laar
    Michael van Laar    Premium Member   Group moderator
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    "Schaltest du eine Anzeige, veröffentliche ich deine Pressemeldung"
    Durch die Kritik von BDZV-Präsident Helmut Heinen an der geplanten Neuregelung der EU-Fernsehrichtlinie und damit an der Legalisierung von Product Placement in Teilen des Fernsehprogramms wurde in der letzten Woche auch Stimmen laut, die die Praxis so manches Verlages bzgl. der Trennung von Werbung und Redaktion in den Printmedien anprangerten.

    Aus meiner eigenen PR-Erfahrung - insbesondere mit Fachzeitschriften, die oft nur mit einem sehr dünnen finanziellen Polster ausgestattet sind - kenne ich die gängige Praxis nur zu gut, sich das Wohlwollen von Redaktionen mit der Schaltung von Anzeigen zu erkaufen. Dabei rede ich nicht von den bezahlten Beiträgen, die klar als "Anzeige" oder "Advertorial" gekennzeichnet sind.

    Je kleiner die Zeitschrift, desto offener werden PR-Verantwortliche aus Unternehmen darauf hingewiesen, dass das Anzeigenvolumen Einfluss auf die redaktionelle Erwähnung hat. Und auch wenn es nicht offen zur Sprache kommt, steigt die Anzahl der veröffentlichter Pressemeldungen in einem Titel oft auf wundersame Weise, nachdem das Unternehmen ein paar Tausend Euro für Anzeigen ausgegeben hat. Natürlich handeln nicht alle Verlage so. Und natürlich hat auch diese Medallie zwei Seiten: Pressefreiheit und unabhängige Berichterstattung stehen dem oft schwierigen finanziellen Überleben der Zeitschrift oder sogar des Verlags gegenüber.

    Mich würde Ihre Meinung interessieren: Sollen Verlage in dieser Hinsicht stärker kontrolliert werden? Ist die - im Hinblick auf das Fortbestehen mancher Zeitschriften unvermeidbare - Wechselwirkung von Anzeigenverkauf und redaktionellen Inhalten eine Gefahr für das Vertrauen der Leser? Oder überwiegen die positiven Aspekte für Verlage und Unternehmen - und die aufgeklärten Leser von heute müssen einfach nur noch stärker zwischen den Zeilen lesen und das vorhandene Informationsangebot selbst stärker filtern?

    Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

    Weitere Infos sowie Links zu Artikeln zum Thema in den Online-Ausgaben verschiedener Zeitschriften finden Sie übrigens in meinem Blog-Beitrag: http://www.marketingblogger.de/archiv/2005/10/entry_54.html

    Viele Grüße!

    Michael van Laar


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    Licht- und Seitenblicke aus Marketing, Werbung und PR:
    http://www.marketingblogger.de
  • Stefan Kaus
    Stefan Kaus    Premium Member   Group moderator
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    Re: "Schaltest du eine Anzeige, veröffentliche ich deine Pressemeldung"
    Hallo Herr van Laar,

    ja ja dieses Thema ist immer wieder aktuell!

    Aus meiner eigenen PR-Erfahrung - insbesondere mit Fachzeitschriften, die oft nur mit einem sehr dünnen finanziellen Polster ausgestattet sind - kenne ich die gängige Praxis nur zu gut, sich das Wohlwollen von Redaktionen mit der Schaltung von Anzeigen zu erkaufen. Dabei rede ich nicht von den bezahlten Beiträgen, die klar als "Anzeige" oder "Advertorial" gekennzeichnet sind.
    Gerade realisieren wir eine kleine regionale (Haus-)Messe rund um das Thema Lifestyle. und auch hier erleben wir es ständig. Gekoppelt mit einer Anzeige ist eine Erwähnung oder Veröffentlichung kein Problem. Doch schon für den Veranstaltungskalender kommt gelegentlich die Forderung, dass dies doch eher auf eine Anzeige hinauslaufen muss.

    Vom Konzept ist diese Messe, "5-Seenland Lifestyle Messe" am 09. Okotber 2005 von 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der Alten Brauerei Stegen am Ammersee, jedoch im Schwerpunkt auf reine Verbraucherinfo ausgelegt, alles wird zum Selbstkostenpreis realisiert und die Aussteller können sich froh sein, wenn Sie Ihre Standgebühren wieder finanzieren können.

    Mich würde Ihre Meinung interessieren: Sollen Verlage in dieser Hinsicht stärker kontrolliert werden? Ist die - im Hinblick auf das Fortbestehen mancher Zeitschriften unvermeidbare - Wechselwirkung von Anzeigenverkauf und redaktionellen Inhalten eine Gefahr für das Vertrauen der Leser? Oder überwiegen die positiven Aspekte für Verlage und Unternehmen - und die aufgeklärten Leser von heute müssen einfach nur noch stärker zwischen den Zeilen lesen und das vorhandene Informationsangebot selbst stärker filtern?
    Kontrolle? Nein finde ich nicht nötig. Jedoch finde ich das Verhalten der Zeitungen schade. Wenn das Thema nicht interessant ist, sollen die Redakteure das sagen und fertig. Schlimm finde ich es (langfristig für die Qualität der jeweiligen Zeitung) wenn gegen Geld alles redaktionell bearbeitet und gedruckt wird, auch wenn es kein interessantes Thema ist.

    Herzlichst

    Stefan Kaus
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