Pressearbeit, PR und Medienkommunikation

Pressearbeit, PR und Medienkommunikation

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  • Klaus Wolfrum
    Klaus Wolfrum    Premium Member   Group moderator
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    Sind Presse-/PR-Dienstleister schon auf das Online-Zeitalter eingestellt?
    Aus meiner kleinen Mikrokosmos-Perspektive möchte ich die Frage mit einem "Nein" beantworten.

    Exemplarisch: Wir betreiben in der Metropolregion Nürnberg ein Veranstaltungsportal mit rund einer viertel Million Nutzern pro Monat. Rund 1.300 registrierte Veranstalter nutzen das Portal.

    Nur 5 Promille (!) Anteil haben wir hier an PR-Dienstleistern, die für ihre Kunden aktiv die Digitalisierung der Daten übernehmen und eine ganze Runde mehr darbieten (leisten) und sich aktiv darum kümmern, dass die PR-/Pressinformationen online kommen.

    99,95% schickt uns altgedient Verteiler-E-Mails und sogar Pressemitteilungen per Fax (gar noch per Post). Und dies Jahr für Jahr und ohne darauf zu achten, ob der Schmackes auch online kommt.

    Es kommt noch schlimmer: Das Beantworten einer solchen Pressemitteilung, dass man Termininformationen ausschliesslich online annimmt und keinen Verteilerbezug wünscht, interessiert nicht. "Immer druff mit dem E-Mailverteiler". Man hat da manches Mal den Eindruck, die Mail hat nur einen menschlichen Namen zur Tarnung bekommen, sie wird von einer Maschine erstellt und versandt. Bei Frankentipps.de muss man übrigens schon eine Meisterleistung vollbringen, uns eine Pressemail zukommen zu lassen.

    Nicht eine einzige Veranstaltung per E-Mail hat es bisher bei uns in den Status online geschafft

    Ich finde die Abeitsweise, dass sich zum einem nicht nur mit einem Medium nicht auseinandergesetzt wird, desweiteren die Arbeitsweise mit fast im Eindruck fehlender Erfolgskontrolle nicht nur beeindruckend, sondern fast erschreckend.

    Im Medienstrukturwandel verändern sich die Medien und auch insbesondere die Pressearbeit

    Ich bin davon überzeugt, dass die Digitalisierung von Daten und deren Distribution zukünftig DAS zentrale Thema werden wird - nicht nur bei unserem Thema Veranstaltungskalender.

    "Digitalisierungs-PR-Dienstleistern" wird in der Zeit der immer weiter steigenden Portalanwendungen, ob es nun Bewertungsportrale, ein Veranstaltungskalender oder soz. Netzwerke sind, ein großes Potential ermöglichen. Noch so tolle "do it yourself-Portale" (uns eingeschlossen) nützen nichts, wenn der Informationsanbieter keine Zeit und Muse hat, sie zu nutzen und keinen findet, der die Leistung "Digitalisierung seiner Leistung" anbietet/übernimmt bzw. hierfür keine personellen Ressourcen schafft.

    Gleichfalls werden jedoch auch die PR-Dienstleister oder Mitarbeiter, die weiterhin auf die Presseverteiler-E-Mail setzen, z.B. im Kulturmarketingbereich in naher Zukunft weniger existieren bzw. weniger Daseinsberechtigung mehr haben.

    Wir haben Veranstalter, die uns kontaktieren und wehklagen, dass ihr Presse-Dienstleister nicht diese Arbeit macht. ich empfehle ihm generell, den Anbieter zu wechseln. ich nutze dafür immer gerne die 10 Adressen aus unserem 5-Promille-Bestand.

    Viele Grüße

    - Klaus Wolfrum
    http://www.Frankentipps.de
  • Ulrike Peter
    Ulrike Peter    Premium Member
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    Re: Sind Presse-/PR-Dienstleister schon auf das Online-Zeitalter eingestellt?
    Guten Tag, Herr Wolfrum,

    Sie beantworten die Frage "Sind Presse-/PR-Dienstleister schon auf das Online-Zeitalter eingestellt?" mit einem klaren "Nein". Aus ihrer Perspektive heraus mag dies richtig sein. Ich kann sie aus meiner Sichtweise und meinem Erfahrungsschatz mit einem eindeutigen "Ja" beantworten.

    Ich denke, man muss hier differenzieren. Ihre Zielgruppe benötigt vielleicht noch ein wenig Zeit, um sich mit den neuen Arbeitsweisen und Methoden vertraut zu machen. Wir als Agentur arbeiten für Unternehmen aus dem IT-Bereich und hier ist es bereits seit Jahren gang und gäbe, dass sich unsere Pressemeldungen in diversen Portalen wiederfinden, in die wir sie eigenhändig einstellen. Wir passen uns dabei immer den jeweiligen Anforderungen der Medien an. Manche wünschen die Pressemeldungen nach wie vor postalisch, die anderen lieber per E-Mail und die nächsten bieten eben ein Portal, in das man seine Informationen selbst einstellt.

    Wie gesagt, ich glaube, es gibt Branchen, die arbeiten diesbezüglich fortschrittlicher und fortgeschrittener - andere weniger. Aber ich bin überzeugt, dass sich diese "modernen Methoden" mittelfristig übergreifend durchsetzen werden - zwangsläufig. Wir leben im Online-Zeitalter und es ist als PR-Dienstleister fast unmöglich, sich NICHT mit den entsprechenden Instrumentarien auseinanderzusetzen, wenn man langfristig im Markt bestehen möchte. Der Medienstrukturwandel verlangt nach einer veränderten Arbeitsweise und wer sich dieser nicht anpasst, wird auf der Strecke bleiben. Es ist also Ihrerseits Geduld angesagt - alles eine Frage der Zeit ;-).

    Beste Grüße,
    Ulrike Peter