Pressearbeit, PR und Medienkommunikation

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  • Dietrich Homburg
    Dietrich Homburg    Premium Member   Group moderator
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    10 Tipps, sich bei Redakteuren unbeliebt zu machen
    Zehn gute Tipps, sich bei Redakteuren unbeliebt zu machen, gibt das Buch „Wirkungsvolle Produkt-PR" (ISBN-13: 9783869800141) auf S 177 im Kapitel "Populäre Irrtümer der Pressearbeit". Die Sammlung ist aber sicher nicht vollständig:

    Formulieren Sie Ihr Anschreiben zu einer Textaussendung so nichtssagend und unpersönlich wie möglich.

    Rufen Sie beim Redakteur an und fragen ihn, ob er Ihre vor zwei Monaten versandte Pressemeldung inzwischen veröffentlicht hat oder noch besser:

    Rufen Sie vor jeder Aussendung einer Pressemeldung an, um den Redakteur auf die Aussendung vorzubereiten.

    Benennen Sie verschickte Bilder und Texte so, dass sie sich anhand des Dateinamens weder einander noch Ihrem Unternehmen zuordnen lassen.

    Binden Sie Bilder direkt in die Textdatei ein oder stellen Sie auf andere Weise sicher, dass sich das Bildmaterial nur mit möglichst viel Aufwand weiter verarbeiten lässt.

    Blähen Sie Textdateien so gut es geht auf, indem Sie beispielsweise Logos oder Bilder einbinden, damit es möglichst lange dauert, bis der Redakteur Ihren Text öffnen und ansehen kann.

    Schalten Sie auf keinen Fall irgendwo in der Fachpresse Anzeigen.

    Lassen Sie den Redakteur wissen, wie dankbar er Ihnen sein kann, dass Sie ihn mit der Zulieferung Ihres Textes beim Erstellen seines Heftes unterstützen.

    Bestehen Sie darauf, Einfluss aufs endgültige Textlayout nehmen zu dürfen.

    Sagen Sie einem Redakteur, dass Sie einen Beitrag in seiner Zeitschrift „schalten“ wollen.
    This post was modified on 05 Nov 2010 at 10:10 am.
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  • Dietrich Homburg
    Dietrich Homburg    Premium Member   Group moderator
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    Re^4: 10 Tipps, sich bei Redakteuren unbeliebt zu machen
    Prima Ergänzungen! Bei einer Neuauflage sollten die mit ins Buch.
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  • Nadja Merl-Stephan
    Nadja Merl-Stephan    Premium Member
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    Re^6: 10 Tipps, sich bei Redakteuren unbeliebt zu machen
    Und den Firmennamen mit Versalien schreiben und Patentzeichen® einfügen - mehrfach!
  • Frank G. Gerigk
    Frank G. Gerigk    Premium Member
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    Re^7: 10 Tipps, sich bei Redakteuren unbeliebt zu machen
    - Benennen Sie Fotos und Abbildungen mit möglichst kryptischen Zeichen. Eingängige Beschriftungen könnte man übersehen!

    - Die Fotos sind selbstverständlich als klein aufgelöstes pdf beizugeben. Die zweitbeste Lösung sind reine Bildschirmansichten mit 72 dpi.

    - Die Texte haben wenig Interpunktion, keine Absätze und keinesfalls Zwischenüberschriften. (Dafür sind ja die Redakteure da!)

    - Verwenden Sie keinesfalls eine Rechtschreibprüfung, denn diese könnte fehlerhaft sein. Beschweren Sie sich stattdessen mehrfach bei Redaktion und Verlagsleitung, sobald ein Tippfehler in der abgedruckten Meldung erscheint.

    - Die Firmenanschrift ist ja schon im Anschreiben. In den Dokumenten sollte sie daher immer fehlen.

    - Es ist vollkommen überflüssig, das Dokument als Presseaussendung zu kennzeichnen.

    - Verwenden Sie ein möglichst altes, kaum bekanntes oder superaktuelles Textverarbeitungsprogramm und belassen Sie es bei diesem Speicherformat!

    - Die wichtigsten Passagen sollten verschiedenfarbig markiert sein. Um dem Redakteur die Arbeit zu erleichtern, weisen Sie mit Smileys und animierten GIFs auf die wichtigsten Aussagen hin. Je mehr, umso besser.

    - Nehmen Sie möglichst hoch aufgelöste Bilder und fügen Sie diese in das Textdokument ein. Wenn ein Text 20 MB hat, fällt jedem Redakteur dessen Wichtigkeit sofort auf.

    - Nehmen Sie Kontakt mit Verlags- und Anzeigenleitung auf, falls ein Redakteur nicht spurt. Weisen Sie zur Not auch andere Redaktionen auf die Unfähigkeit gewisser Redakteure hin, denn diese sind für solche Informationen dankbar.

    - Sie haben aus Güte vor fünf Jahren schließlich mal eine Anzeige geschaltet. Daran sollten alle Beteiligten immer erinnert werden. Zumindest in jeder einzelnen Mitteilung von Ihnen!
  • Frank G. Gerigk
    Frank G. Gerigk    Premium Member
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    Re^8: 10 Tipps, sich bei Redakteuren unbeliebt zu machen
    Einen hab ich noch:

    - Verwenden Sie buntes Papier. Das fällt in Redaktionen positiv auf. Je geringer der Kontrast zum ausgedruckten Text, umso besser. Das gilt auch für Bilderdrucke. Auch Farbbilder sollten übrigens in s/w ausgedruckt werden. Keinesfalls größer als 6 x 6 cm jedoch.

    - Vergessen Sie die Seitennummerierungen. Ihre Texte werden auf losen Blättern eingereicht.

    - Ordern Sie den Werkstatt-Praktikanten mit Migrationshintergrund, den Pressetext abzufassen. Für gutes Deutsch sind schließlich die Redakteure zuständig.

    - Der Pressetext über Ihr Unternehmen von 1998 kam schließlich gut an. Versenden Sie ihn jährlich erneut. Selbstverständlich auf Disketten.

    - Haben Sie noch die schöne Produktvorstellung von damals auf VHS-Cassette? Legen Sie dies am besten gleich mit bei.

    - Schicken Sie die Pressemitteilung per Mail? Dann kommen alle weniger wichtigen Redakteure in cc. Keinesfalls sollten die Redakteure namentlich angesprochen werden, schließlich könnten diese sonst übermütig werden.

    - Werbegeschenke kommen immer gut an. Wenn Sie allerdings keine von den Redakteuren erhalten, sollten diese von Ihnen auch keine bekommen. Falls Ihr Chef Sie dennoch zwingt, gutes Wetter zu machen, sollten Sie Geschenke verwenden, die die Redakteure auch brauchen können. Bleistifte.

    - Man sollte wissen: Die Redakteure warten flehentlich auf nur Ihre Meldungen. Behandeln Sie sie auch so am Telefon. Persönlicher Kontakt ist unwichtig.

    - Aktuelle Meldungen, die nicht älter sind als 1 Jahr, können auch per Fax verschickt werden. Auch mit Abbildungen!
  • Frank G. Gerigk
    Frank G. Gerigk    Premium Member
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    Re^9: 10 Tipps, sich bei Redakteuren unbeliebt zu machen
    Einen hab' ich noch:

    - Wesentlich ist, was Ihr Chef will, nicht der Leser. Schließlich bezahlt dieser sowohl Sie als auch die Anzeigen und damit den Redakteur. Teilen Sie das dem Redakteur unmissverständlich mit!

    - Änderungen an Ihren Texten seitens der Redaktion bezeugen zumindest Unfähigkeit und Willkür, womöglich gar einen persönlichen Angriff! Nehmen Sie das nicht hin! Gehen Sie zu Ihrem Chef, erläutern das Problem und schlagen Sie vor, in diesem Blatt, das von Inkompetenten geführt wird, keine Anzeigen mehr zu schalten.

    - Das Presserecht berührt das Geschreibsel der Redaktion, doch keinesfalls Ihre Pressetexte. Verinnerlichen Sie diesen Standpunkt und treten Sie selbstbewusst gegenüber unwissenden Redakteuren auf.

    - Verwenden Sie Digitalfotos aus Klein- und Kompaktkameras, und niemals das größte Speicherformat. Bildverarbeitung ist Sache der Grafiker der Zeitschriften. Das Namensschild Ihrer Firma muss dabei immer größer sein als das jeweilig interessierende Objekt.

    - Lassen Sie den Praktikanten fotografieren. Verzichten Sie auf überteuerte Fotografen, die ihr Geld sowieso nicht wert sind. Ausreichende Beleuchtung ist was für Mädchen. Foto ist Foto, basta!

    - Experimentieren Sie mit Datei-Formaten. Die Aufmerksamkeit der Redaktion erlangen Sie in jedem Fall, wenn Sie Ihre Dateien statt in A4 in A3 oder burmesischen Druckformaten anlegen. Die Schriftgröße sollte 9 Punkte nicht überschreiten. 5 Schriftarten pro Dokument sollten schon sein, mindestens 1 davon Hoch-Mandarin.

    - Ist Ihre Pressemappe auf einem Datenträger gespeichert, sollten die Dateien übersichtlich geordnet sein. Verzichten Sie auf individuelle Benennungen. "Datei 1" bis "Datei 43" ist vollkommen ausreichend, vollkommen unabhängig vom jeweiligen Speicherformat oder der jeweiligen Zugehörigkeit.