Artificial Intelligence as a subject of computer science
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Gunnar Sohn Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Deep Fritz auf dem Weg zur Künstlichen Intelligenz
Bonn – Schachweltmeister Wladimir Kramnik hat das Mensch-Maschine-Duell in der Bonner Bundeskunsthalle gegen den von der Hamburger Firma Chessbase
http://www.chessbase.de entwickelten Schach-Computer Deep Fritz klar verloren. Schon im Vorfeld des Wettkampfes galt der Schachcomputer als klarer Favorit. „Von einigen Spitzenspielern weiß ich, dass sie sehr beunruhigt wären, gegen den Computer überhaupt erst anzutreten und dass sie einen solchen Zweikampf vielleicht vermeiden würden. Dies ist verständlich, denn eine klare Niederlage kann dein künftiges Spiel stark beeinflussen. Es ist klar, dass sich dieses Rechenmonster jedes Jahr, jeden Monat, jeden Tag ständig verbessert und ich weiß, dass mein Gegner unglaublich stark ist. Vielleicht habe ich ja als letzter Mensch die Chance, die Maschine zu besiegen. Mein Team und ich werden alle Energie aufwenden, um die so genannte künstliche Intelligenz noch einmal in die Schranken zu weisen“, sagte Kramnik vor Beginn der auf sechs Partien angesetzten Veranstaltung, die der Schachcomputer mit 4 zu 2 Punkten für sich entschied.
Vor vier Jahren erreichte Kramnik in Bahrein noch ein Unentschieden. „Die Maschine hat sich verbessert. Allein die nackte Rechengewalt ist enorm ausgebaut worden“, so Helmut Pfleger, Internationaler Schachgroßmeister und Kommentator des Turniers. Deep Fritz analysiert in jeder Sekunde acht Millionen Stellungen. Bei einer Bedenkzeit von fünf Minuten sind das 2,4 Milliarden Züge. Dabei erreicht er eine Spieltiefe von 18 bis 20 Halbzügen. Zum Vergleich: Kramnik untersucht pro Sekunde einen Zug.
„Das Match wurde von beiden Kontrahenten auf einem sehr hohen Niveau ausgetragen und hätte auch zugunsten des Schachweltmeisters ausfallen können. Gegen den Computer konnte Kramnik mithalten. Das Mensch-Maschine-Duell ist trotz der Niederlage von Kramnik noch nicht entschieden“, erklärte Pfleger. Deep Fritz habe aber gewaltige Fortschritte in Richtung von Künstlicher Intelligenz gemacht. „Schachcomputer waren früher materialistisch eingestellt, sie agierten als dreiste Straßenräuber. Jetzt opfern sie sogar Figuren“, analysierte Pfleger. Erstmals hatte die Frage, ob eine Maschine überhaupt denken könne, der britische Computerwissenschaftler Alan Turing in den Fünfzigerjahren gestellt. Könnten unabhängige Beobachter nicht mehr unterscheiden, welche Antwort von einem Menschen oder einer Maschine stammt, müsste man dieser „Intelligenz“ zubilligen. „Als grundsätzliches Resümee muss man feststellen, dass Deep Fritz immer menschlicher spielt. Es ist überhaupt nicht mehr zu unterschieden, was ist der Mensch und was ist der Computer“, stellte Pfleger fest. Nach dem Kriterium von Turing sei das Fritz-Schachprogramm nicht nur ein Rechenmonster, sondern auch intelligent. Siehe auch
http://www.ne-na.de.
- 07 Dec 2006, 2:37 pm
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Gunnar Sohn Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^2: Deep Fritz auf dem Weg zur Künstlichen Intelligenz
Deep Fritz rechnet natürlich unglaublich schnell, schneller als alles, was auf dem Schachcomputermarkt zu haben ist. Nur mit dem Unterschied, dass er auch taktisch vorgeht, mit Bauernopfer etc. arbeitet, mit Springer- und Läufer-Stellungen besser zurecht kommt.
Hier sieht Pfleger eben menschliche Züge, die bislang von den Rechenmonstern so nicht praktiziert wurden.
- 20 Dec 2006, 5:57 pm
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Jochen BareisThe company name is only visible to registered members.Re^4: Deep Fritz auf dem Weg zur Künstlichen Intelligenz
Ich denke, dass die eigentliche Leistung eines Menschen darin besteht nicht unbedingt eine bestimmte Taktik zu verfolgen, sondern die Taktik des Gegners zu erkennen und diese in die Überlegung des besten, "richtigen" Zuges mit einzubinden. Der grösste Vorteil eines Rechners ist natürlich seine Rechenleistung und die Möglichkeit die Chancen für sehr viel mehr Züge und deren Wirkung zu berechnen. Dennoch muss er sich letztendlich für einen Zug entscheiden ...
Soweit ich weiss, konnte bisher kein Programm den Turing Test bestehen. Nur weil ein Programm sich zeitweise wie ein Mensch verhalten kann, muss dieses nicht unbedingt intelligent sein. Intelligenz ist IMHO das Erkennen und Abstrahieren von Informationen - Wissen, um dadurch wiederum fest definierte Probleme zu lösen.
Gruß
Jochen
- 01 Feb 2007, 5:35 pm
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Gunnar Sohn Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Terminhinweis: Weizenbaum und Wahlster auf der Call Center World in Berlin!!!!!
Eliza und die Grenzen der Künstlichen Intelligenz - KI-Kritiker und KI-Forscher im Streitgespräch: Weizenbaum und Wahlster auf der Call Center World in Berlin
Berlin – Der 84jährige Joseph Weizenbaum
http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Weizenbaum zählt zu den legendären Persönlichkeiten der Forschungsszene für Künstliche Intelligenz (KI). Der „Pionier, Dissident und Computerguru“, der als Professor für Computerwissenschaften am MIT in Cambridge unterrichtete und mittlerweile wieder in Berlin lebt, entwickelte 1966 ein Computerprogramm namens Eliza, das einen einfachen Dialog mit einem Menschen führen konnte. Das Projekt spielt auf Eliza Doolittle aus George Bernhard Shaws Schauspiel Pygmalion an: „Meine Idee war, dass mein Sprach-Analyse-Programm in seiner sprachlichen Ausdrucksweise immer besser, also differenzierter, genauer und raffinierter werden würde, genau wie die Blumenverkäuferin aus dem Musical, unter der Anleitung ihres Lehrers Professor Higgins“, erläutert Weizenbaum.
„Eliza versteht mich" hätten ihm so manche zugeraunt, die an einem Terminal des MIT ein paar Zeilen mit der automatischen Pseudo-Psychiaterin ausgetauscht hatten, erinnert sich Weizenbaum. Dabei war sein Rezept simpel: Man nehme die Eingabe, suche nach wichtigen Begriffen und treibe mit dem Echo solcher Sätze das Gespräch voran: „Mein Freund hat mich hergeschickt". „Ach so, Ihr Freund hat Sie hergeschickt“. „Er sagt, ich sei oft depressiv". „Tut mir leid zu hören, dass Sie oft depressiv sind“. Wenn diese Regel nicht greift, helfen ein paar Fragen weiter, die die Aussage aufnehmen: „Es ist wahr, ich bin unglücklich". „Hilft es Ihnen, hierher zu kommen, um nicht mehr unglücklich zu sein?" – so entlockte das Programm den freiwilligen Versuchskaninchen intime Geständnisse: „Schaut man sich die Struktur der therapeutischen Gesprächstechnik an, die von Carl Rogers entwickelt wurde, so fällt dabei auf, dass sie wie eine Art Echo funktioniert“, so Weizenbaum.
Das Ganze sei vor allem eine Projektion. „Je mehr Zuwendung jemand braucht, umso stärker ist er bereit, diese Fähigkeiten auf sein Gegenüber zu projizieren“, sagt Weizenbaum. Die Resonanz auf das Experiment war enorm. Überall in den USA tauchten an den Universitäten Kopien davon auf. „Eliza war wirklich in aller Munde. Aber was mich überraschte, waren ganz spezifische Reaktionen. Ich beobachtete, welch enge Beziehung die menschlichen Gesprächsteilnehmer aufnahmen und zwar in kürzester Zeit. Das äußerte sich so, dass sie darüber sprachen wie über einen Menschen und ihm menschliche Eigenschaften zuschrieben. Am extremsten erlebte ich es bei meiner Sekretärin. Als ich einmal ihr Zimmer betrat, war sie mitten im ‚Gespräch’ mit ‚Doctor’. Es war ihr sichtlich unangenehm, dass ich ihre Sitzung störte und bereits nach kurzer Zeit forderte sie mich auf, sie doch eine Weile allein zu lassen“, wundert sich Weizenbaum.
Sogar Therapeuten lobten die Mensch-Maschine-Interaktion, wollten es ausgebaut haben und sahen Möglichkeiten, es für Routinearbeiten in ihren Praxen einzusetzen. Das war für Weizenbaum ein „Damaskus-Erlebnis“. Er wandelte sich vom Forscher für Künstliche Intelligenz zum Kritiker einer übertriebenen Computergläubigkeit. Seine These ist, dass die Menschen, auch wenn sie einst den Computern Intelligenz zubilligen, niemals zulassen dürften, dass Computer für sie Entscheidungen fällen.
Die Kritik von Weizenbaum hat sich nach Ansicht des Spracherkennungsexperten Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge
http://www.semanticedge.de, auf die KI-Forschung positiv ausgewirkt: „Es geht nicht mehr darum, in den konstruierten Computern oder Robotern den besseren Menschen zu erkennen und auf eine postbiologische Welt zuzusteuern. Das sind Wahnvorstellungen. Heute geht es darum, dass sich der Mensch nicht länger dem Computer anpassen muss. Die Informationstechnik muss sich an den Menschen anpassen. Softwaresysteme müssen daher intelligenter werden, damit sie besser verstehen, was der Mensch von ihnen will und damit sie sich umgekehrt dem Menschen einfacher verständlich machen: Das gilt besonders für die automatische Spracherkennung per Telefon. Es geht nicht um eine Nachahmung der Kommunikation zwischen Menschen, sondern um eine angemessene Behandlung des Menschen im Dialog mit dem Computer“, so Pape.
Auch Wolfang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI)
http://www2.dfki.de und einziges deutsches Mitglied des Nobelpreiskomitees, rückt humanistische Ziele in den Vordergrund seiner Forschungsarbeiten. „Die semantische Wende ist die größter Herausforderung für die Informatik in den nächsten Jahren. Nicht die Interaktion über komplizierte Kunstsprachen mit Tastatur und Maus, sondern die Kooperation in der Alltagsbegrifflichkeit mit Sprache und Gestik sollen in Zukunft im Zentrum einer ‚Informatik für den Menschen’ stehen“, sagt Wahlster.
Auf der Call Center World in Berlin
http://www.callcenterworld.de werden Weizenbaum, Wahlster und Pape bei einem Expertenforum (27. Februar 2007, 14 bis 15 Uhr, Hotel Estrel, Berlin-Neukölln, Halle 1 B 5) über die Chancen und Grenzen der Mensch-Maschine-Kommunikation diskutieren. Moderiert wird die Runde von Deutschlandfunkredakteur Jürgen Liminski.
- 23 Feb 2007, 4:42 pm
