Qimonda Intelligence Global Network

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  • Dr. Thomas Rößler
    Dr. Thomas Rößler    Group moderator
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    Aufruf zur Demo vor dem bayerischen Wirtschaftsministerium morgen Freitag 13.3.2009 ab 10:00 Uhr
    Für Ex-Qimondianer und alle, die momentan ihre Qimonda Mail nicht lesen: Aufruf des Qimonda Betriebsrat zu einer angemeldeten Spontan-Demonstration vor dem bayerischen Wirtschaftsministerium in München morgen Freitag 13.3.2009 ab 10:00 Uhr

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    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    leider häufen sich in den letzten Tagen auf allen politischen Ebenen (Europa, Deutschland und Bayern) die ablehnenden Aussagen bezüglich einer Unterstützung von Qimonda. Wir nahmen das bereits gestern zum Anlass, eine persönliche Email an 165 bayerische Landtagsabgeordnete zu versenden (siehe Anlage).

    Zu unserer Enttäuschung hat sich auch der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil negativ zur Rettung von Qimonda geäußert.

    (http://www.abendzeitung.de/nachrichten/wirtschaft/91232)

    Das hat unsere Spitzenmannschaft mit ihrem europäischen Alleinstellungsmerkmal nicht verdient!

    Wir als Betriebsrat Qimonda München werden deshalb Herrn Zeil morgen einen offenen Brief überreichen in dem er zu einer Stellungnahme aufgefordert wird. Die Übergabe dieses Briefes soll durch eine spontane Demonstration vor dem Wirtschaftsministerium unterstützt werden. Dazu laden wir alle Kolleginnen und Kollegen herzlich ein!

    Treffpunkt mit möglichst vielen Transparenten: Fußweg vor dem Ministerium (Es werden auch Transparente und Plakate von unserer letzten Demo vor Ort verfügbar sein)
    Wo: Prinzregentenstraße 28, U-Bahn Station Lehel
    Start / Beginn: Freitag 13.3.2009, 10:00 Uhr
    Ablauf:
    Unmutsäußerungen mittels Lärminstrumenten, Trommeln, Pfeifen, Tröten, Rasseln
    Eine 3-köpfige Delegation des Betriebsrats wird einen offenen Brief überreichen.

    Wir hoffen auf eine rege Teilnahme.
    Ihr Betriebsrat Qimonda München

    Anhang:
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    Subject: Qimonda hat Zukunft
    Thread-Topic: Qimonda hat Zukunft
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    Sehr geehrte(r) Abgeordnete(r) des bayerischen Landtags,

    in der öffentlichen Diskussion um Qimonda geht leider häufig unter, welche Argumente klar für eine Weiterführung unseres Unternehmens und damit für den Erhalt der Technologie und der Patente zum Vorteil von Bayern, Deutschland und Europa sprechen.
    Wir, der Betriebsrat der Qimonda AG München, möchten Ihnen kurz und sachlich diese Argumente aufführen:
    * 37 Professoren deutscher Universitäten warnen eindringlich vor einem schweren Verlust für die deutsche und europäische Mikroelektronikindustrie sollte Qimonda liquidiert werden und machten dies in einem offenen Brief an Fr. Merkel vom 28.2.2009 deutlich (Anhang 1)
    * Nach Meinung von 24 angesehenen Professoren ist der Qimonda Entwicklungsstandort München ein wesentlicher Baustein der Hochtechnologie in Bayern, Deutschland und der EU (Anhang 2).
    * Die von Qimonda entwickelte Buried Wordline Technologie ist weltweit führend bezüglich Produktionskosten und Energieeffizienz. Eines der namhaftesten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften - Price Waterhouse Coopers - bestätigte Qimonda einen 18 monatigen Technologievorsprung vor den Wettbewerbern. Der weltweit kleinste und somit profitabelste DRAM Speicherchip steht vor der Produktionseinführung. Über 15.000 Qimonda eigene Patente sind ein eindeutiger Beleg für die technologische Spitzenstellung unseres Unternehmens.
    * Schwerpunkt des DRAM-Geschäfts bei Qimonda sind Serveranwendungen.. In der Studie "Zukunftsmarkt energieeffiziente Rechenzentren" des Umweltbundesamtes wurde bereits 2005 der Stromverbrauch von Rechenzentren auf 1% des weltweiten Gesamtstromverbrauchs beziffert. Für 2010 wird allein durch den Stromverbrauch deutscher Rechenzentren eine CO2 Emission von mehr als einem Drittel des deutschen Flugverkehrs prognostiziert.
    Qimondas neue Technologie senkt den Stromverbrauch des Speichers um 50% und kann dadurch wesentlich zur Kosten- und CO2 Einsparung beitragen!
    Es besteht also aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht eine Notwendigkeit und ein klarer Marktvorteil für Qimondas DRAM-Technologie (Anhang 3).
    * Die DRAM Produktion und Entwicklung ist die Schlüsseltechnologie für die Halbleiter-Zulieferindustrie in ganz Europa. Aufgrund des enormen Kostendrucks bewegt sich die DRAM Industrie traditionell an der Spitze des technologisch Machbaren und ist damit Wegbereiter für künftige Entwicklungen. So ermöglichte z.B. die weltweit erste 300mm DRAM-Scheibenfertigung Qimondas in Dresden den Zulieferfirmen - vor allem aus Deutschland und der EU - ihre Geräte hier für den Weltmarkt zu entwickeln und zu optimieren.
    * Deutschlands exportorientierte Industrie (Maschinenbau, Automobile, Anlagenbau...) ist in hohem Maße von einer zuverlässigen Zulieferung von Halbleiterbauelementen abhängig. Lieferengpässe von Schlüsselbausteinen haben in der Vergangenheit schon zu schwerwiegenden Problemen geführt.
    * Aus strategischen Gründen wurde von Siemens vor 25 Jahren das MEGA Projekt mit staatlicher Unterstützung gestartet, um den technologischen Rückstand der Halbleiterindustrie aufzuholen und die Innovationsfähigkeit der deutschen Industrie zu erhalten.
    Der Hightechstandort München und das Land Bayern haben von diesem Programm maßgeblich profitiert. Die aus diesem Projekt hervorgegangenen Firmen Infineon und Qimonda sind heute technologisch führend, stehen aber durch massive finanzielle Eingriffe außereuropäischer Staaten in die Märkte vor großen wirtschaftlichen Problemen.
    In Taiwan wurden die Zeichen der Zeit erkannt. Die dortige Regierung wird mit Gründung von "Taiwan Memory" die einheimischen, schwer angeschlagenen Unternehmen zusammenführen und mit staatlicher Unterstützung auf die Zeit nach der Krise vorbereiten (Anhang 4).
    * Das Fortführungskonzept von Qimonda sieht eine Konzentration auf die europäischen Standorte sowohl für die Entwicklung als auch für die Produktion vor. München ist Produktentwicklung; Dresden Technologieentwicklung und Scheibenproduktion (Vorfertigung); Porto Gehäusemontage (Endfertigung) und Test. In Sachsen und Portugal wird dieses Konzept von den Regierungen unterstützt.
    Der Wirtschaftsausschuss des bayerischen Landtags hat einen Dringlichkeitsantrag zum Erhalt von Qimonda einstimmig angenommen. Ähnlich eindeutige positive Signale der bayerischen Staatsregierung sind uns leider nicht bekannt. Der fachlich zuständige Wirtschaftsminister Martin Zeil wurde vor zwei Wochen vom Ministerpräsidenten Horst Seehofer aufgefordert unverzüglich mit dem Betriebsrat Kontakt aufzunehmen. Dies ist bis heute nicht geschehen.

    Voraussichtlich wird am 1. April das Insolvenzverfahren eröffnet. Daraus ergibt sich die Chance auf eine neu strukturierte Firma frei von Schulden und Verbindlichkeiten.
    Es bedarf jetzt des politischen Willens zur Stärkung und Bewahrung der Entwicklung technisch anspruchsvoller Güter in unserem rohstoffarmen Land.
    Daher bitten wir sie um politische Unterstützung bei der Suche nach Investoren, dem Erhalt und der Weiterentwicklung dieser Schlüsseltechnologie in Bayern und Offenheit für vielversprechende Konzepte zur Fortführung unseres Unternehmens.


    Mit freundlichen Grüßen,
    Betriebsrat der Qimonda AG München



    PS: Diese Email wurde am 11. März 2009 an die Abgeordneten des bayerischen Landtags und den Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern Herrn Horst Seehofer gesendet.