bewusste Realitätsgestaltung

bewusste Realitätsgestaltung

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    P. Hermann
    (not a XING member)
    Frage an Aufstellungsleiter bzw alle Interessierten
    Nun bin ich gespannt. Ich habe eine Frage die die bewusste Realtitätsgestaltung angeht.

    Es kommt nicht oft, aber doch auch mal vor, dass ein Klient mit der Reaktion der Stellvertreter rein gar nichts anfangen kann. Das zum Beispiel laut der Aussage des Klienten die Mutter der "Täter" ist und sie, das Kind also, das "Opfer".

    In der Aufstellung zeigte sich das BIld vor dieser Aussage (auch danach weiterhin) genau umgekehrt.

    Was ist der Grund dafür?

    Ich hatte schon heiße Überlegungen mit Kollegen ;-)

    Peggy
    This post was modified on 08 Jan 2008 at 02:26 pm.
  • ChrisTina Maywald
    ChrisTina Maywald    Premium Member   Group moderator
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    Re: Frage an Aufstellungsleiter bzw alle Interessierten
    Hi Peggy,

    naja, ich würd sagen, ist ganz einfach - weil die Aufstellung eben auf einer Metaebene wirkt, wo sich wirklich das zeigt, was wirkt - und nicht das, was der Klient gerne sehen möchte.

    Es ist ja auch bei der beuwssten Realitätsgestaltung so, dass wir uns manchmal "etwas einreden können", dies dann aber nicht unbedingt auch wirk-lich in uns wirken muss - und von daher dann auf Dauer auch nicht funktioniert.

    Ist jetzt für mich kein Widerspruch zur bewussten Realitätsgestaltung, weil ich mir auch bewusst bin, dass mir nur 10 bis 20 % meiner Realität wirklich bewusst sind - und da im Unbewussten ein ganzer Haufen von Dingen liegt, welche das, was ich gerne hätte, behindern kann.

    Zu deinem konkreten Beispiel - wenn der Klient von etwas bewusst überzeugt ist (max. 20 %) , dann kann es da unbewusst sehr viele gegenteiligen Überzeugungen geben (min. 80 %), welche dann in einer Aufstellung eben "zu Tage treten" oder eben aufgestellt und von den Repräsentanten wahrgenommen werden als die "echten" Dynamiken im Familiensystem.


    Jetzt speziell in Bezug auf Opfer und Täter - wie viele "typische" Opfer kennst du, die sich dessen bewusst sind - und wie viele Täter kennst du, die sich dessen bewusst sind - oder auch - sich dessen bewusst sein wollen?

    Ich hatte es im letzten Buch auch versucht, heraus zu arbeiten - speziell diese Dramadynamiken auch in einer zweiten Ebene an zu schauen, also die Täter und Retter innerhalb der Opfer nur als ein zu nennendes Beispiel.

    Vielleicht wars ja nur mir wirklich so extrem aufgefallen voriges Jahr, dass eben viele der auf den ersten blick als Retter erscheinenden Menschen eigentlich so grundsätzlich aus ihrer eigentlichen Ausrichtung her Opfer sind, die das allerdings zu kaschieren versuchen, indem sie sich zum Retter aufschwingen.

    Ich kenns auch aus der eigenen Familie, dass ich jahrzehntelang dachte, meine Mutter wäre ein Opfer - aber eigentlich hatte sie das nur kommuniziert, um von ihrem Tätersein ab zu lenken. Drum ist es mir persönlich auch ein Bedürfnis, immer weider genau hin zu schauen, in welcher Dramapoistion ich mich grade wirklich befinde, wenn ich derartige Anwandlungen erkenne.


    Tausend Dank für deine Frage, war etwas, worüber ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht habe, aber ein weiteres Puzzleteil in meine Sammlung meines Weltbildes eingebracht hat.

    Liebe Grüße
    ChrisTina