Reboot
Posts 1-1 of 1
-
Matthias Müller-Prove Group moderatorThe company name is only visible to registered members.donation sites
Hi Sebastian,
this must be a site of your taste. Instead of donating an abstract amount of money you can "buy" very specific things that are really needed.
https://wecanbuildanorphanage.com/
I found this site via Kai Krause, who wrote at
http://www.byteburg.de/website/g_second_page/index.html
>>>
Worum geht es also überhaupt, warum mach ich hier so ein Theater?
Nun, es ist ganz schlicht und einfach die Bottom Line: talk is cheap, einfach mal was machen!
Und Martin hat sich da konsequent etwas ausgesucht, vorgenommen und... durchgezogen.
Mit seinem Partner Luke, einem French Canadian, sind die beiden in die allerunterste Schublade der nötigen Hilfe gekrabbelt die man sich wohl überhaupt vorstellen kann: im fast ärmsten Land der Welt, Haiti, und dort Waisenkinder und die auch noch mit AIDS... wirklich die extremste aller Notsituationen.
Der Plan war vor einigen Jahren nach einigen Besuchen: dort ein brandneues Waisenhaus aufbauen. Und das allein wär‘ ja schon ein beträchtliches Unterfangen, schwierig, intensiv, sowohl in Zeit, Energie, Geld und rundherum der Fokus. So etwas - tausende Meilen entfernt für die beiden - kann einen vollkommen auffressen - und es ist dabei auch nicht gerade ungefährlich obendrein. Hut ab also allein schon für die Idee und die Nerven, anzufangen... und den nächsten Hut dann dafür, durchzuhalten, über Jahre hinweg.
Die beiden haben mit wirklich intensivem Aufwand es dann auch geschafft: Da steht es, ein neues Häuschen, sogar mehrere, und die ersten Kinder sind dort, die ersten Krankenschwestern, Ärzte, Lehrer kommen, Essen, Medizin, alles ist in der ersten Phase angekommen und absolut klasse umgesetzt.
Das ganze wäre eine tolle Aktion, liebenswert, lobenswert, und hier erwähnenswert, auch wenn es Martin ganz alleine finanziert hätte. Denn sicherlich gibt es Leute, die es sich leisten können, durch welche Umstände auch immer, das sie solch ein Projekt in einem Schwupp sozusagen aus rein philanthropischen Motiven aus dem Ärmel schütteln könnten. Aber hier nun setzt das ein, was mich ganz besonders an der Sache beeindruckt und geradezu begeistert.
Martin hat mit seinem Team aus dem IT Bereich zu der ganzen Sache eine Webseite entwickelt, und zwar nicht eine simple Spendenaufrufseite, sondern ein ganzes System für sich. Ich sehe es fast als eine generelle Lösung für alle möglichen Projekte, die auf Spenden angewiesen sind... Hier ist es zugeschneidert auf dieses erste Projekt, aber es könnte eigentlich auf HUNDERTE andere passen.
Und ich sage das mal einfach so in den Raum hinein: ich glaube kaum, dass ich je irgendeine andere Seite gesehen habe, die so effektiv das Ziel verfolgt, jemanden zu einer Spende für einen guten Zweck zu verleiten, und das ohne Schreckensnachrichten, ohne pathetisch zu werden, ohne nur Schuldgefühle auszulösen oder ewig auf die gleichen Pavlov Knöpfchen zu drücken, ohne Tricks ehrlich und offen, und dann aber auch nicht blauäugig oder schönredend - oder noch schlimmer -schöngerechnet. Mit einem kleinen Lächeln, einer kleinen Träne und einem großen Herzen.
Das ist keine kleine Aufgabe, im Gegenteil, wenn man sich mit der Materie im Detail vertraut macht, wird einem klar wie viele Faktoren dort zusammentreffen - allein schon die Logistik. Bis hin zum secure server und Kreditkarten, anerkannten Non-Profit Status zu bekommen, man könnte eine ganze kleine Firma daraus bauen - oder anders: es IST eine ganze Firma, die da entsteht. In dem Sinne ist es fast genau soviel Aufwand wie es die ganz großen betreiben, das Rote Kreuz, World Wildlife Fund, Caritas oder Unesco, etc etc etc. Aber sie machen es aus meiner Sicht sogar noch effektiver und einfach liebenswerter.
Von hier aus ist es nicht sinnvoll über die Details zu sprechen, ohne dass man sich das selbst wenigstens ganz kurz angesehen hat, und ich möchte so intensiv wie möglich darum bitten, dafür ein paar Minuten locker zu machen...
Das ganze ist noch nicht 100% fertig, aber die wichtigsten Dinge laufen. Es ist im Moment unvermeidlich, dass es erst einmal nur in Englisch ist, aber es dürften kaum sprachliche Hindernisse im Wege stehen, die Seite intuitiv zu verstehen, und den Inhalt zu begreifen.
Martin hat dafür sinnig und stimmig eine ganz simple Adresse gewählt: die alles summiert und die man auch kaum vergessen kann: "Wir können ein Waisenhaus bauen!" Punkt. Aus.
https://wecanbuildanorphanage.com/
Das ist also die URL, einfach der Satz, ohne spaces, bang.
Es macht keinen Sinn hier jetzt eine Beschreibung abzugeben wie ein Schulaufsatz "meine liebste Webseite" oder was...ich setze einfach voraus dass jeder mal einen Blick werfen wird.
Was ich so absolut wunderbar finde: es ist klar und sauber und doch mit einer Leichtigkeit, spielerisch ohne verspielt zu sein, fröhlich ohne etwas vertuschen zu wollen. Im Thema der kleinen Kinder ist alles in baby pink und blue gehalten, alles etwas schräg, übereinander, in Ebenen, alles kommt zu seiner Zeit und hat dann aber auch gut Platz. Dazu dann die vielen kleinen Überraschungen: wenn man sich zu einer Spende entschließt, kann man aus einer visuellen Liste die Dinge in eine Kiste (adressiert Nach: Haiti) ziehen, was nicht nur eine kleine interaktive Nettigkeit ist sondern subtil mehr: es wird einem erst wirklich bewusst, wie viele Dinge nötig sind, von der Milch Flasche für $1.25 zum Kabel und Windeln und Benzin und Medizin, bis hin zu den Betten und Waschbecken, und dann das Land, das Holz, die Werkzeuge...und schließlich eine Stunde Krankenschwester, ein Tag Kinderhelferin, ein Tag Lehrer, Zimmermann, Koch.
und man sieht auch: ich kauf ein Baby Söckchen für 95 cents... UND DIE BRAUCHEN 176 davon!
Ein Jahr Seife: sie brauchen über 1000, ein Tag Hausmeister kostet $17.52, aber es braucht 1718 davon...und 49 cents für ein Stückchen Land, aber 140.000 sind nötig....
So kann jeder, aber auch wirklich jedes kleine Kind, sich überlegen "to sponsor something", statt einer anonymen Spende, auf ein Konto mit ein paar Zahlen, kann man 'nur eine Spritze' oder 'einen Hammer' quasi "adoptieren", ein Gefühl bekommen wo genau es hin soll und warum es gebraucht wird.
Weiter noch ist es so aufgebaut dass Freunde der Sache eigene kleine Unterseiten bauen können, und sich selbst ein Ziel setzen, im eigenen Freundeskreis eine Summe zu erreichen, meist um die $100 bis $500. Jetzt in der Beta Phase, noch ohne wirkliche PR, sind es ein paar Dutzend Leute insgesamt die begonnen haben, das erste Prozent ist erreicht, wie man auch lieb an einem sich langsam füllenden Gläschen sehen kann.
Und dann sieht man Videos, die wirklich wunderbar die Balance halten, die schrecklichen Bilder zu verpacken, human zu bleiben, es fast fröhlich wirken zu lassen, aber eben doch sehr deutliche Zeichen zu setzen, dass das hier keine Spielerei ist, sondern Leben und Tod. Das allein schon ist eine wirkliche Gratwanderung, den Ton zu treffen, die Bilder zu machen. Luke der absolut unerschrockene Praktiker, Martin der sehr sensible ebenso praktische und auch subtil vorausdenkende...mit vielen Helfern und Freiwilligen, die noch etwas mehr "credits" verdient haben. Das fehlt noch.. Es sieht den wirklich noblen Jungs ähnlich, die "wir über uns" Teile ganz zuletzt anzupacken, und sich erst um die unsichtbaren und schwierigen Details zu kümmern wie Kreditkarten Annahme fast aller Art, mit secure Server Verbindung, persönlicher email Bedankung, etc etc etc.
Die "Starter Orphanage" Seite zeigt detailliert das erste Dutzend Kinder und es bleibt absolut keinerlei Raum für 'Zweifel' oder 'Kritik' auch für den zynischsten Hinterwäldler: man sieht es einfach, dass hier jeder Cent gebraucht wird und sinnvoll angewandt wird, dass sich niemand bereichern wird, nichts verschwendet oder verloren geht...
Und im Big Plan wird dann auch klar, man sollte nicht denken, ach jetzt haben sie es ja gleich geschafft... und gut is....
Denn nichts ist gut. Das alles will weiter bestehen, will instand gesetzt werden, die Lebensmittel, Medizin, die Lehrer und Ärzte, alles will immer wieder neu bezahlt sein... Und: das ist immer nur noch ein Tropfen natürlich. Die nächste Phase steht schon geschrieben: auf 100 Kinder erweitern, mit Schule und Spielplatz....
Das ist das wirklich Schöne hieran: es fühlt sich an, als kann das weiter seinen Weg gehen, sowohl das Projekt dort, aber auch diese ganze "Engine".... Es ist ja eigentlich ein Baukasten für fast jegliche Art von Lass-es-uns-einfach-machen-verdammt-noch-mal.
Ob das nun ein Abenteuerspielplatz in Worpswede ist, oder eine Dorfbücherei in der Eifel, oder eine archaeologische Ausgrabung, ein Notkrankenhaus oder eine Schule für Hochbegabte am Rande des Schwarzwalds.... überall und immer, an jeder Ecke in jeder Stadt, in diesem Land und jedem anderen... überall sind eklatante Missstände, ist Leiden, ist Not.
Und sicher, man sieht diese großen Fernsehsendungen, aufwändig gemacht mit live Publikum, Promis die was erzählen, dicke Preise die man gewinnen kann, und vielen Stellen die aufblinken sollen als Ziel dieses Jahr, in die Millionen, am besten ein Rekord über letztes Mal natürlich.... und keiner will denen etwas wegnehmen, ich will ihnen nicht absprechen, Gutes zu tun, die besten Absichten zu haben, und auch wirklich etwas zu bewegen....
und doch...
irgendwie fühlt sich dieses Projekt anders an. Kleiner aber konkreter, und spezifischer angepackt, mit viel besserer Umsetzung der Hebelkraft, dort wo es gespürt wird. Es macht einfach SINN.
Was man in der Vision am Horizont sehen wollen würde, wären dann Dutzende oder gar Hunderte solcher Grass-Roots Schritte. In allen möglichen Grössenordnungen, und vor allem eben auch nur lokal in einer kleinen Region. Nicht immer muss es Aids und Kinder und Waise am Ende der Welt sein - obwohl es sicher Sinn machte für sie das so anzupacken.
Mich kitzelt aber genauso der weniger krisenhafte panische Aufruf von Leben und Tod sondern einmal nur "wir brauchen eine kleine Brücke" oder "unser Dorf kriegt 30 neue Abfalleimer und einen Leerdienst", oder "Der Sportplatz kriegt neue Fussballtore für die Jungs", etc. etc. etc.
Begabte Kinder, talentierte Musiker, es ist nicht nur negative Not sondern auch positives Potential das alle Hilfe verdient hätte. Sicher sollte diese eigentlich von "der Gesellschaft" längst als Priorität erkannt sein und von uns allen zentral und vernünftig gefördert werden.
Aber Pustekuchen, iss nich, brauchen wir nicht lange zu bejaulen, es weiss jeder. Weltweit.
Endlos die kleinen Löcher die überall nicht gestopft werden können, jeder Bürgermeister im Lande schlägt sich herum mit der vergeblichen Anfragerei und dem Warten nach Länder- und Bundesmitteln. Und es sieht nicht gerade danach aus, als würde da irgendetwas leichter in den kommenden Jahren.
Und so ist meine Absicht hier zunächst einmal nur einer kleinen Gruppe von Leuten die sich einfach nur schon dadurch etwas absetzen, solange wie bis HIER hin lesen zu können ( da fällt ja schon einiges an Bevölkerung durchs Sieb ;). Auch wenn es bei genauer Betrachtung gerade mal 3 Minuten gedauert hat.
<<<
impressed
Matthias
This post was modified on 07 Oct 2009 at 10:29 am.- 07 Oct 2009, 10:29 am
