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  • Andreas H. Heuberger
    Andreas H. Heuberger    Premium Member   Group moderator
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    Jubiläum ist, wenn man trotzdem feiert - obwohl der (halb)runde Geburtstag eigentlich noch gar nicht ansteht. Das wissen auch die Networker von Rhein-Main und XING und zeigen Mut zur Lücke: Wenn schon die halbe Nation am ominösen 11. 11. Kopf steht, die Narretei einläutet oder sich das Ja-Wort gibt, warum soll man dann nicht einen Tag vorher vier mal vier Jahreszeiten Stammtisch "bei Giovanni" feiern? "Wenn wir es zu unserem Fünfjährigen oder gar Zehnjährigen richtig krachen lassen wollen, dann müssen wir doch schon mal üben", lacht Anna Pirmann, die die geselligen Abende im "Le Figaro" seit vier Jahren mitgestaltet.

    Und tatsächlich: Bis zu 43 alte und neue Freunde unseres Stammtisches finden an jenem 10. 11. den Weg in unser Stammlokal. Geschäftsleute und Personalchefs treffen auf Journalisten, PR-Leute und sonstige Multiplikatoren, tüfteln neue Konzepte und Kulturpogramme aus. Man spürt förmlich, wie vorher die Drähte heiß gelaufen sind, wie Anna und unser erster Vorsitzender Andreas Heuberger Kurzmails und SMS durch den Äther gejagt haben: " 4jhr. pizza giovanni, hm? ;-)" Und tatsächlich hat unser Wirt gut lachen, kredenzt uns Schweinelendchen mit Ratatouille "a la calabrese", das heißt ein bisschen pikanter und würziger - eben das, was auch unseren Stammtisch ausmacht.

    Denn längst geht es nicht mehr nur um Business und neue Aufträge, um die Märkte in schwachen Zeiten zu retten."Du bist doch ein lustiger Kerl und hast gerne Wein, Weib und Gesang", animierte mich der Künstler Antonio Balbi vor gut drei Jahren."Dann geh mal zum Stammtisch nach Bockenheim. Die machen dort auch nichts anderes." Will heißen, das Menschliche kommt bei all den neuen Kontakten und Anregungen nicht zu kurz. Man trifft nette Leute und findet neue Freunde, bringt sich ein, wie man kann und mag. Unsere Runde lebt nicht von Deals per Handschlag bei Wein und Bier, die sich sofort in barer Münze auszahlen. Sie lebt von kreativen Geistern, die ihre Ideen und neue Leute mit einbringen- denn unser Treffen ist eine bleibende Größe, jeden Donnerstag, außer zu jenen heiligen Tagen, an denen auch Giovanni feiert und seine Küche kalt bleibt.

    Ich kannte einen skandinavischen Stammtisch in Heidelberg, der so lange blühte, bis der letzte Wikinger gen Norden abzog. Unsere Runde ist offen genug für Landsleute aus aller Welt. Da ist unsere Annick aus Belgien, die junge Leute zum Tanztheater motiviert und sich freut, dass ich mir die Studentenabenteuer ihrer Söhne in Louvain-La-Neuve so lebhaft vorstellen kann. Da ist Franco, unser singender Stadtführer, der sich mit mir und anderen Gleichgesinnten vernetzt, um unsere Mainmetropole mit ihren vielen Facetten noch mehr Besuchern schmackhaft zu machen. Ebenso schmackhaft wie die Pizza von Giovanni, der sein Lokal mit den Bildern von Antonio schmückt. So entsteht ein Markt der Möglichkeiten für Künstler, Kommunikatoren und Kulturschaffende. Klar, die brauchen Geschäftsleute, um ihre Ideen an den Mann zu bringen und Geld zu verdienen. Aber wichtig ist doch, dass unsere Stadt lebens- und liebenswerter wird. Darauf kommt es letztlich an. Heute, und hoffentlich auch in vielen Jahrzehnten.

    Von Gernot Gottwals

    Fotos dazu unter:
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