Rhetorik bis Dialektik
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Michael Ehlers Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Bildungsnotstand - Lustig!?!
So,
hier ein kleiner Beitrag zur Bildungsdiskussion.
Wirklich amüsant, und es hat uns tatsächlich ein IHK-Mitarbeiter geschickt,
der sich für die Authentizität der Protokolle verbürgt.
(So stand es in einer Email die ich heute erhalten habe!)
Wahre Gespräche zwischen IHK-Prüfer und Azubis!!!
Prüfer: Sie gucken doch bestimmt Fernsehen. Wissen Sie was die Buchstaben ARD bedeuten?
Azubi: Kann ich auf Tafel schreiben?
Prüfer: Ja bitte.
Azubi (schreibt): Das ÄRDste
Prüfer: Und was heißt ZDF?
Azubi: Zweiter Deutschfunk.
Prüfer: Und PRO7?
Azubi: So für Kinder ab sieben, oder?
Prüfer: Wie heißt die Hauptstadt Deutschlands?
Azubi: Berlin.
Prüfer: Bevor Berlin Hauptstadt wurde, welche Stadt war da Hauptstadt?
Azubi: Da war Deutschland noch DDR, mit Hitler und so!
Prüfer: Ach so? Wie hieß denn die Hauptstadt bevor Berlin es wurde?
Azubi: Frankfurt, oder?
Prüfer: Wie, Frankfurt, oder? Frankfurt/Oder oder Frankfurt, oder?
Azubi: Jetzt weiß ich! Karlsruhe!
Prüfer: Wie viele Tage hat ein Jahr?
Azubi: 365.
Prüfer: Gut! Und in Schaltjahren?
Azubi: Einen mehr oder einen weniger, weiß nicht so genau.
Prüfer: Überlegen sie mal in Ruhe.
Azubi: Glaub einen weniger.
Prüfer: Sind Sie sicher?
Azubi: Dann einen mehr!
Prüfer: Okay, wo kommt denn der zusätzliche Tag hin?
Azubi: Ich glaub der wird in der Silvesternacht eingeschoben.
Prüfer: Wie bitte?
Azubi: Nee, Quatsch, das ist mit Sommerzeit, oder?
Prüfer: Es wird ja ein ganzer Tag irgendwo eingeschoben, da wäre es ja sinnvoll, wenn man
einen Monat nimmt, der sowieso wenig Tage hat. Welcher könnte das denn sein?
Azubi: Jetzt weiß ich, Februar!
Prüfer: Na also! Wissen Sie auch, wie oft wir Schaltjahre haben?
Azubi (freudestrahlend):
Ja, weiß ich ganz genau, alle vier Jahre, weil eine Cousine hat nämlich alle vier Jahre
keinen Geburtstag!
Prüfer: Wer war eigentlich John F. Kennedy?
Azubi: Der war wichtig, oder?
Prüfer: (schaut nur fragend)
Azubi: Nicht von Deutschland oder so…
Prüfer: Nein.
Azubi: Hab ich auf jeden Fall schon mal gehört, gibt es 'nen Film von.
Prüfer: Ja, aber wer war das?
Azubi: Hat der was erfunden?
Prüfer: (schaut fragend)
Azubi: Krieg oder so?
05.05.2008
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Prüfer: Wissen Sie, ob Deutschland eine Demokratie oder eine Monarchie oder eine Diktatur
hat?
Azubi: Weiß ich nicht so genau, war früher ja alles anders.
Prüfer: Ja, früher waren wir auch mal Monarchie.
Azubi: Ja weiß ich, mit Hitler.
Prüfer: Nicht ganz, aber was ist mit heute?
Azubi: Das hat sich ja erst neulich geändert.
Prüfer: Das wäre mir neu! Wann soll sich das denn geändert haben?
Azubi: So mit Mauerfall und so.
Prüfer: Was ist ein Euro-Scheck?
Azubi: Kannste Euro mit bezahlen, außer im Urlaub.
Prüfer: Erklären Sie mir bitte, was ein Dreisatz ist.
Azubi: Mit Anlauf und dann weit springen.
Prüfer: Was sind so Ihre Hobbys?
Azubi: Lesen, Musik und Rumhängen.
Prüfer: Was lesen Sie denn so?
Azubi: Programmzeitschrift.
Prüfer: Wir haben seit einigen Jahren den Euro als Währung. Wie hieß die Währung davor?
Azubi: Dollar!
Prüfer: Nein, das ist z.B. die Währung in Amerika.
Azubi: Ah Moment, jetzt weiß ich es: D-Mark.
Prüfer: Na also! Was heißt denn das ‘D’ in D-Mark?
Azubi: Demokratie?
Prüfer: Zwei Züge stehen 100 Kilometer voneinander entfernt und fahren dann mit genau 50
km/h aufeinander zu. Wo treffen sich die Züge, bei welchem Streckenkilometer?
Azubi: Kommt drauf an!
Prüfer: Worauf kommt das an?
Azubi: Ob die nicht vorher schon zusammenstoßen.
Prüfer: Haben Sie eine Ahnung, wer die Geschwister Scholl waren?
Azubi: Nö?
Prüfer: Ich sehe aber in den Unterlagen, dass Sie zehn Jahre auf der Geschwister-Scholl-
Schule waren.
Azubi: Geschwister Scholl (Pause) Geschwister Scholl (Pause)… Nee, keine Ahnung.
Prüfer: Schon mal was von der ‘weißen Rose’ gehört?
Azubi: Aaaaah! Jetzt fällt’s mir ein: Musik, oder?
Prüfer: In welchem Land ist die Königin von England Königin?
Azubi: Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?
Prüfer (Unschuldsmiene):
Nein, wieso?
Azubi: Weil die schon tot ist!
Prüfer: Nennen Sie mir doch bitte drei skandinavische Länder?
Azubi: Schweden, Holland und Nordpol.
Prüfer: Wieviele Ecken hat ein Quadrat?
Azubi (nimmt den Taschenrechner):
Sagen sie mir noch die Höhe bitte!
Prüfer: Julius Cäsar, schon mal gehört? Wer war das eigentlich?
Azubi: Hat der nicht Jesus hinrichten lassen, so mit Bibel und so kenn ich mich nicht aus, bin
evangelisch.
05.05.2008
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Prüfer: Nennen Sie mir doch bitte drei große Weltreligionen.
Azubi: Christentum, katholisch und evangelisch.
Prüfer: Der Papst lebt im Vatikan. Wo aber bitte liegt der Vatikan?
Azubi: Ist ein eigener Staat.
Prüfer: Ja richtig, aber der Vatikanstaat ist komplett vom Staatsgebiet eines anderen Landes
umschlossen.
Azubi: Hmmmm….
Prüfer (will helfen): Aus dem Land kommen viele Eisverkäufer.
Azubi: Langnese oder was?
Prüfer: Wenn es in Karlsruhe zehn Minuten nach Eins ist, wie spät ist es dann im Köln um 12
Uhr mittags?
Azubi: Da müsste man jetzt einen Atlas haben!
Prüfer: Wenn ein Sack Zement 10 Euro kostet und der Preis jetzt um 10 % erhöht wird, wie
teuer ist er dann?
Azubi: Mit oder ohne Mehrwertsteuer?
Prüfer: Es geht jetzt nur um den Endpreis.
Azubi (rechnet wie wild mit dem Taschenrechner)
Prüfer: Und?
Azubi: Elf.
Prüfer: Elf was?
Azubi: Prozent.
Prüfer: Sagen Sie mir einfach 10 Euro plus 10 Prozent, wieviel ist das?
Azubi: 10 plus 11 ist Einundzwanzig!
Prüfer: Was ist die Hälfte von 333?
Azubi: 150 Rest 1.
Prüfer: In welcher Stadt steht der Reichstag?
Azubi: Vor oder nach der Wende?
Prüfer: Heute.
Azubi: Ist jetzt nicht mehr Deutschland, oder?
Prüfer: Wer ist Helmut Kohl?
Azubi: Kann ich jemanden anrufen?
Prüfer: Durch welches Ereignis wurde der Erste Weltkrieg ausgelöst?
Azubi: Ui, sowas dürfen Sie mich nicht fragen. (Kicher)
Prüfer: Doch, überlegen Sie mal, das könnten Sie wissen.
Azubi: Fragen Sie mich was von Next Generation und das weiß ich!
05.05.2008
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Prüfer: In einer Waschmaschine benötigen Sie pro Waschgang 100 Gramm Waschpulver. In
einem Karton sind 10 Kilogramm. Wie oft können Sie damit waschen?
Azubi: Ja, wie jetzt?
Prüfer: 10 Kilogramm haben Sie, jedes Mal verbrauchen Sie 100 Gramm.
Azubi: Ich hab ja nix an den Ohren.
Prüfer: Ja und die Antwort?
Azubi: Ey, ich lern Reisebürokaufmann, nicht Waschfrau.
Prüfer: Gut, ein Reiseprospekt wiegt 100 Gramm. Sie bekommen einen Karton von 10
Kilogramm. Wie viel Prospekte sind da drin?
Azubi: Das ist voll unfair!
Prüfer: Das ist doch ganz einfach.
Azubi: Weiß ich auch.
Prüfer: Dann rechnen Sie doch mal.
Azubi: Was?
Prüfer: 100 Gramm jeder Prospekt, 10 Kilo im Karton.
Azubi: Komm, mach Dein Kreis, dass ich durchgefallen bin, so’n Scheiß mach ich nicht!
Gleiche Aufgabe, anderer Prüfling:
Prüfer: Rechnen Sie doch bitte mal!
Azubi: Klar, kein Problem! Zehn Kilogramm sind 20 Pfund. 5 Prospekte sind ein Pfund. 100
Prospekte!
Prüfer: Prima! (Freut sich, dass der Prüfling, zwar über den Umweg des Pfundes, sicher und
schnell zum Ergebnis gekommen ist.)
Azubi: Und das Ganze jetzt mal 10!
Prüfer: Wann war der Dreißigjährige Krieg?
Azubi: In Vietnam oder?
Prüfer: Was bedeuten die Begriffe brutto und netto?
Azubi: Irgendwie so mehr oder weniger.
Prüfer: Ach was?
Azubi: Doch, brutto ist mit Verpackung…
Prüfer: Und netto?
Azubi: Das ist das Gewicht der Verpackung.
Prüfer: Was ist dann Tara?
Azubi: Der hat das erfunden, oder?
Prüfer: Bevor es Geld gab, wie haben die Menschen da Waren gehandelt?
Azubi: Tauschhandel.
Prüfer: Ja.. (wird vom Azubi unterbrochen)
Azubi: Wenn man da eine Playstation wollte, mußte man einen Haufen Spiele abdrücken, um
sie zu kriegen.
Prüfer: Wann wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet?
Azubi: Das war in Österreich.
Prüfer: Nicht wo, sondern wann.
Azubi: Vorher!
Prüfer: Wann fand die deutsche Wiedervereinigung statt?
Azubi: Als die Ossis gehört haben, dass wir den Euro haben, sind sie alle rüber.
Prüfer: Wann?
Azubi: Als Hitler in Berlin den Krieg verloren hat.
Prüfer: Wer war Ludwig Erhardt?
Azubi: Den haben meine Eltern so gerne geguckt. War doch der mit der dicken Brille.
Prüfer: Und was war Ludwig Erhardt?
Azubi: Schauspieler!
Prüfer: Sie meinen Heinz Erhardt!
Azubi: Heinz Erhardt war doch der Helfer von Rudi Carrell, oder?
05.05.2008
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Prüfer: Im Zusammenhang mit der Börse hört man immer den Begriff DAX. Was ist denn der
DAX?
Azubi: Nee, ich weiß schon, ist kein Tier, oder?
Prüfer: (schüttelt den Kopf)
Azubi: Nee, ist klar.
Prüfer: Und?
Azubi: Ne Abkürzung?
Prüfer: (nickt)
Azubi: Es gibt kein Wort das mit X anfängt!
Prüfer: Vielleicht gibt es ja ein Wort, das mit X aufhört!
Azubi: Taxi!
Prüfer: Ein Kubikmeter besteht aus wie vielen Litern? Rechnen Sie doch mal, wie viele Liter
passen in einen Kubikmeter!
Azubi: (starrt den Prüfer mit offenem Mund an)
Prüfer: Können Sie das?
Azubi: (starrt den Prüfer weiter verständnislos an)
Prüfer: Schauen Sie, einen Liter Wasser kann man ja auch in einen Würfel bestimmter
Kantenlänge umrechnen, wie viele Würfel passen dann in ein Kubikmeter?
Azubi: Ja aber Liter ist doch für Wasser und Kubikmeter für Wohnungen.
Prüfer: Wie bitte?
Azubi: Ja, die Wohnung von meinen Eltern ist 85 Kubikmeter groß.
Prüfer: Was Sie jetzt meinen ist ein Flächenmaß, Sie meinen Quadratmeter!
Azubi: Ich dachte, Quadratmeter ist nur wenn es viereckig ist und Kubikmeter wenn es etwas
ungünstig geschnitten ist.
Prüfer: Wer war denn Carl Benz?
Azubi: (war laut Unterlagen auf dem Carl-Benz-Gymnasium): Ein berühmter Erfinder!
Prüfer: Und was hat er erfunden?
Azubi: (mit stolzgeschwellter Brust): Das BENZin!
Prüfer: Wenn ein Artikel 85 Cent kostet, wieviele Artikel können Sie dafür kaufen, wenn Ihnen
12 Euro zur Verfügung stehen?
Azubi: Ich würde eine Analyse machen.
Prüfer: Sie könnten aber auch einfach rechnen.
Azubi: Ich würde Angebot und Nachfrage analysieren, den Markt studieren und versuchen
herauszufinden, wo ich den Artikel billiger bekomme.
Prüfer: Das ist ja alles schön und gut. Aber jetzt stellen Sie sich vor, sie hätten das schon alles
gemacht und hätten herausgefunden, dass der Artikel exakt für 85 Cent zu bekommen
ist.
Azubi: Ich würde entweder warten bis ich mehr Geld hätte oder bis der Artikel einen besseren
Preis hat.
Prüfer: Warum machen Sie es sich so schwer?
Azubi: Weil 85 Cent nicht in 12 Euro passt.
Prüfer: Passt doch!
Azubi: Aber nicht wirklich!
Prüfer: Konrad Adenauer, haben Sie diesen Namen schon mal gehört?
Azubi: Ja klar.
Prüfer: Und wer war das?
Azubi: Hat der nicht die D-Mark erfunden?
Prüfer: Wer war der erste deutsche Bundeskanzler?
Azubi: Helmut Kohl.
Prüfer: Der war nicht der erste.
Azubi: Doch, der war schon Kanzler als ich geboren wurde.
Prüfer: Und vorher? Gab es da keine Kanzler?
Azubi: Nur den Hitler.
05.05.2008
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Prüfer: Nennen Sie mir doch bitte sechs Länder, die an die Bundesrepublik Deutschland
grenzen.
Azubi: Holland, Niederlande, Schweden, Spanien, Portugal, England.
Prüfer: Die moderne EDV erleichtert den Büroalltag. Nennen Sie Beispiele dafür.
Azubi: Haben wir nicht mehr gehabt, wir haben schon Computer.
Prüfer: Nennen Sie mir einige Länder der europäischen Gemeinschaft.
Azubi: Kenn ich alle! Frankreich, Belgien und das dritte fällt mir jetzt nicht ein.
Prüfer: Der längste Fluß Deutschlands ist welcher?
Azubi: Der Nil.
Prüfer: Wer war Napoleon?
Azubi: Der mit der Guillotine?
Prüfer: Erzählen Sie mir doch etwas über die Bedeutung der folgenden Erfindungen: Das Rad,
die Dampfmaschine, das Telefon, der Computer.
Azubi: Sie haben ein vergessen: dem Handy!
Prüfer: Nee, nee, Telefon habe ich gesagt.
Azubi: Telefon ist doch mit Kabel, Handy ohne!
Prüfer: Der erste Mensch im Weltall, wie hieß der?
Azubi: James Tiberius Kirk! Da staunen Sie, oder?
Prüfer: Allerdings!
Azubi: Dass ich sogar wusste, was das “T” in James T. Kirk bedeutet.
Prüfer: Schon mal was von Juri Gagarin gehört?
Azubi: Selbstverständlich!
Prüfer: Ja und?
Azubi: Der hat doch so Löffel verbogen, im Fernsehen.
Prüfer: Aha, und Mr. Spock war der erste Mann auf dem Mond.
Azubi: Nein, das war Louis Armstrong!
- 09 Dec 2008, 10:29 pm
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Beate Strauß Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Bildungsnotstand - Lustig!?!
Hallo,
lustig zum Lesen...
und man fragt sich, woher kommt es? Denn alle diese Azubis haben diese Dinge mehrmals in der Schule gehört, im Fernsehen mitbekommen, in Gesprächen zu Hause usw. Zudem scheint es sich ja um Gymnasiasten zu handeln,
Das Problem ist offenbar, dass sie es nicht aufnehmen, weil es sie nicht interessiert. Zu irgendeinem Zeitpunkt haben Sie ja alles Mögliche über Napoleon oder über die deutschen Bundeskanzler für irgendeinen Test gelernt, eine Zwei geschrieben. Aber sie verinnerlichen diese Inhalte nicht, weil sie sich für ganz andere Dinge interessieren und da kennen sie sich dann ganz erstaunlich gut aus. Sie blenden das gelernte Wissen einfach aus zugunsten der Dinge, die sie wirklich interessieren. Weil ingesamt zu viel auf sie einstürmt?
Mein Neffe, 24, studiert Tontechnik, ist erfolgreicher Unternehmer (Websiten für Unternehmen und kleine Werbefilme, Inhaber eines Tonstudios), aber dass man ein geschäftliches Mail mit einer höflichen Anrede beginnt und mit einem netten Gruß beendet und in ganzen Sätzen schreibt, musste er erst mühsam lernen (einsehen?). Diese Diskrepanz habe ich immer wieder bei jungen Leuten erlebt. Sie sind sicher nicht dümmer als die Generationen davor, sie haben nur mehr Komplexität, die sie erst nach und nach für sich ordnen müssen.
Lieben Gruß
Beate Strauß
- 12 Dec 2008, 10:20 am
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László Bencze Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Bildungsnotstand - Lustig!?!
Lustig? Im ersten Moment: Ja! Man ist schnell geneigt, über diese Jugendlichen zu lachen. Mir geht es auch so. Doch dann bleibt mir das Lachen im Hals stecken. Denn in Wahrheit ist dies kein Armutszeugnis der Jugendlichen, sonder ein Armutszeugnis für uns Erwachsene!
Wie Beate S. schon richtig anmerkt: "Das Problem ist offenbar, dass sie es nicht aufnehmen, weil es sie nicht interessiert.". Und sie nehmen es nicht auf, weil wir ein miserables Bildungssystem haben. Und die meisten Erwachsenen, egal ob Eltern, Leherer, oder andere Pädagogen (die Politikern will ich gar nicht mehr erwähnen) nehmen das einfach hin.
Ich bin unter anderem auch in der Erwachsenenbildung tätig. Erst als Fachmann. Dann habe ich begonnen, mir nach und nach auch das pädagogische Rüstzeug anzueignen. Wie ein guter Lehrer Wissen aufbereitet. Wie der Untericht geplant wird. Welche Unterichtsformen es gibt. Von mal zu mal wächst das Erstaunen, was alles an Wissen da ist - und die Wut darüber, dass nichts davon in unsere Schulen Einzug hält. Frontaluntericht zB, die unsere Schulen beherrschende Unterichtsmethode, ist eine der denkbar ungünstigsten Formen der Wissensvermittlung. Warum wurde ich 13 Jahre damit gequält? Mehr noch: Ein Gymnasiallehrer kann sein Studium abschließen, ohne je auch nur ein Wort über Pädagogik gelernt zu haben! Wußten Sie das?
Unsere Regelschulen prüfen und bewerten Wissen immer noch nach dem Prinzip des auswendig Lernens. Der Wissenstransfer spielt dabei keine Rolle. Lerneinheiten zu 45 Minuten. Keine Vernetzung des Wissens. Richtig ist was der Lehrer will. Und die Prüfungen geben nicht die späteren Anforderungen wieder. Was erwarten wir da eigentlich? Wer soll sich für so etwas begeistern?
Jetzt höre ich schon die Argumente: Aber aus uns ist doch auch was geworden, wir waren doch auch auf Regelschulen. Aber das ist Unsinn. Den
1) Zumindest zu meiner Zeit war die Schule noch sehr autoritär. Wir haben gelernt, weil es sonst - meist von den Eltern unterstützt - drakonische Strafen gegeben hätte. Nicht aus Überzeugung. Heute haben auch die Kinder schon Rechte. Und sind selbstbewußter. Und das ist auch gut so. Das Rad will auch keiner mehr zurückdrehen (hoffe ich). Also müssen wir Kinder begeistern, und uns Ihre Aufmerksamkeit verdienen! Das ist den Mitgliedern dieses Forums wohl bekannt? Na klar, in unseren Kursen und Coachings mit Erwachsenen können wir gar nicht anders agieren. Aber erklären Sie das mal einem Regelschullehrer...
2) Wäre diese Argumentation an sich schon verkehrt: Es gibt Kinder, die schwer Mißhandelt wurden, und als Erwachsene Top Leistung erbrachten. Sollen wir deshalb nun beginnen, Kinder zu mißhandeln? Und mal ganz ehrlich; also zumindest meinen Erfolg erreichte ich TROTZ der Schule, und nicht wegen...
Natürlich, die berühmten "Sachzwänge". Der Lehrplan, das Kultusministerium, die Erwartungen der Eltern, und vieles mehr. Tatsächlich kann es passieren, dass trotz der Lehrerausbildung ein guter Pädagoge entsteht. Er trotz seiner Kollegen seinen Idealismus behält, und den Kindern Tolles bietet ... bis die Eltern kommen. Beispiel gefällig? Eine junge Lehrerin am Gymnasium unseres großen Sohnes erklärte den Eltern, wie Musikalität und Mathematik zusammenhängen. Sie zeigt Ergebnisse empirischer Forschung auf. Und erklärt, sie möchte das gerne auch praktisch umsetzen: Vor der Mathematik-Stunde musizieren. Das ging solange gut, bis die Eltern in den Weihnachtsferien mitbekommen haben, dass die Kinder der anderen Klasse im Mathebuch ein paar Seiten weiter waren. Wahnsinn! Geht es Ihnen nicht auch so? Sie stellen bestimmt auch viel lieber Mitarbeiter ein, die zu den schnelleren im Mathebuch gehört haben, oder?
Doch auch die Erwachsenenbildung krank an solchen Symptomen. Als ich für einen großen Bildungsträger Kurse und Prüfungen entwickelt und abgehalten habe, vertrat ich die Ansicht, dass meine Prüflinge alles das in der Prüfung verwenden dürfen, was Ihnen an ihrem späteren Arbeitsplatz auch zur Verfüng stünde. Meine Teilnehmer wussten aber auch, dass wenn sie alles nachschauen müssen, sie maximal 50% schaffen und damit durchgefallen sind. Meine Kollegen ließen keine Hilfsmittel zu und fragten somit auswendig gelerntes Wissen ab. Die Quintessenz: Wenn einer meiner Prüflinge gut abschnitt, war er in seiner Firma in dieser Disziplin auch gut. Bei meinen Kollegen gab es Prüflinge mit 100%-igen Ergebnissen, die keine Probezeit überstanden. Wem ist denn damit geholfen?
'Tschuldigung, da sind mir die Gäule durchgegangen! Ich könnte über dieses Thema noch Stunden weiter referieren. Und hätte noch hunderte von Beispielen parat. Aber Ihre Zeit ist auch kostbar, deshalb folgt hier gleich mein Apell:
Machen Sie sich stark für eine gute Ausbildung unserer Kinder. Lassen Sie sich das, was uns als Schule angeboten wird nicht gefallen. Organisieren Sie private Schulen, die Gehirn- und Menschengerechten Untericht anbieten - das Wissen, was dazu nötig ist, existiert schon lange. Und wenn Sie sich schnell einen guten Überblick verschaffen wollen, investieren Sie 30 Euro in die DVD "Treibhäuser der Zukunft - Wie Schulen in Deutschland gelingen" (erhältlich zB bei
http://www.archiv-der-zukunft.de/filme/treibhaeuser-der-zuku...). Finde ich sehr empfehlenswert!
Ich zB unterstütze in Augsburg die Montessori Schule (
http://www.montessori-schule-augsburg.de) und das Kinderatelier (
http://www.kinderatelier-augsburg.de). Beides Einrichtungen, die Kindern alles geben was sie brauchen, um tolle Erwachsene zu werden. Wenn jemand von Ihnen in der Gegend wohnt, empfehle ich einen Besuch. Und wenn jemand in der Gegend eine Firma hat oder leitet, in der er Praktika anbietet, würde ich mich sehr über Angebote freuen: Die Schüler dieser Schule machen ab der fünften Klasse Praktika - und sind stets auf der Suche nach interessanten Praktikumsplätzen.
Helfen Sie Kindern so schlau zu werden, dass solche lustigen Antworten nicht mehr vorkommen. Lassen Sie die Kinder Ihre Firma, Ihre Arbeit kennenlernen und von Ihrem Wissen partizipieren. Meine Kontaktdaten finden Sie in meinem Profil. Ich freue mich aber über jede Art von Unterstützung. Diese Träger brauchen Werbung, Webseitengestaltung, PR. Oder einfach mal "Keynote Speaker", die in die Schule kommen, und über ihre Arbeit berichten.
... na ja, Sie sehen: Es gibt auch Auswege aus der Misere. Wir müssen sie nur machen!
- 16 Dec 2008, 7:32 pm
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László Bencze Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^3: Bildungsnotstand - Lustig!?!
Lieber Herr BL,
Sie fragen, ob unser Bildungssystem "schon immer" miserabel gewesen sei "oder wurde es erst miserabel - wenn ja, wodurch, was hat sich geändert?"
Früher war das System einfach: Es gab klare Hierarchien und Gehorsam. Das ist heute nicht nehr der Fall, und ehrlich gesagt, finde ich das gut so. Ich bin der Meinung, dass eine Person nicht einfach deshalb Respekt verdient, weil sie einen bestimmten Status hat, sonder sich diesen verdienen muss. Wohin Gehorsam führt, zeigen viele Beispiele, bis hin zum Dritten reich oder den Mauerschützen der DDR. Nichtsdestotrotz finde ich Ihre Forderung nach Disziplin berechtigt. Daran mangelt es durchaus. Ich möchte an dieser stelle aber Gehorsam und Disziplin klar unterscheiden.
Das unser Bildungssystem in Summe gut sei, kann ich nicht teilen. Ich arbeite seit über einem Jahrzent in der Erwachsenenbildung, und habe mir das pädagogische Rüstzeug im Nachhinein erworben. Und je mehr ich erfahren habe, desto öfter fragte ich mich, wieso dieses Wissen in den meisten unserer Schulen nicht umgesetzt wird:
- Frontzalunterricht ist für die Wissensvermittlung die denkbar schlechteste didaktische Form, nimmt aber den Großteil des regulären Unterrichts ein
- vernetztes Denken wird nicht gefördert, wenn Fachwissen isoliert unterrichtet wird. Schicken sie einen Mitarbeiter in einen Kurs für Projektmanagement, und später - damit er das Werkzeug lernt - in einen Kurs für entsprechende Software. Und dann einen anderen ebenso guten in einen Kurs, in dem das Projektmanagement zusammen mit dem Werkzeug unterrichtet wird. Auf Schulen umgesetzt heißt das; statt Deutsch, Zeichnen, Geschichte als Einzelfäscher, erstellen die Schüler im Rahmen einer Projektarbeit ein Referat zu einem geschichtlichen Thema, zu dem es selber illuistrierte Handouts gibt.
- in 45 Minuten schaffen sie kaum ein Thema. Dieser unselige Rhythmus erzeugt viel Leerlauf und ermööglicht kaum konzentriertes Arbeiten
- ein Lehrer kann maximal 10 Schüler einigermaßen individuell fördern
...
Es gibt gute Ansätze bei Privatschulen. Aber an den Regelschulen rührt sich nichts :-(
Ich bin der Meinung, die meisten der Schüler werden im Arbeitsleben gute Mitarbeiter TROTZ ihrer Schulischen Laufbahn, nicht wegen ...
Die eben genannten Privatschulen kennen auch durchaus die positive Bedeutung der Pflicht. Aber es wird überzeugt, nicht überredet oder gar befohlen. Ein Beispiel: Schüler der ersten Klasse dürfen Referate halten, die der zweiten sollen, die der dritten müssen. Das führt dazu, das bis die Pflicht eingetreten ist, es inzwischen jeder freiwillig macht - und das mit viel Spaß und Eifer. Und noch ein Wort zur Pflicht. Auch wenn ein Erstklässler nicht muss: Hat er sich freiwillig für ein Referat entschieden, wird es zur Pflicht. Und: Es erinnert ihn niemand an Vorlauf, Vorbereitung und den Termin. Für all das wird Eigenverantwortung erwartet - und gegeben :-)
Ich teile Ihre Meinung, dass die s nicht nur auf die Schulreform geschoben werden darf. Die Schule der vergangenen Jahrhunderte vermimsse ich nicht. Im Gegenteil, ich bin froh, dass es sie nicht mehr gibt. Aber die Schule unserer Zeit ist noch nicht etabliert. Aber ich setze mich dafür ein, dass es passiert - so wie ich kann.
Und vielen Dank für Ihre Denkanstöße.
- 27 Oct 2009, 2:26 pm
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