Rhetorik bis Dialektik
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Michael Ehlers Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Über den Umgang mit Kunden
Der Umgang mit Kunden
Glauben Sie, dass die Klagen über Ihre Kümmernisse die Kunden interessiert? Glauben Sie wirklich mit dem Mitleid des Kunden können Sie besser verkaufen? Hier finden Sie die nicht ganz ernst gemeinten Ratschläge dafür.
1.
Sagen Sie einem reklamierenden Kunden, Sie waren mit Ihrer Firma noch weniger zufrieden als er. Spenden Sie ihm Trost. Sagen Sie Ihm, wie glücklich er sein kann, dass ihm nicht mehr passiert ist. Nennen Sie Ihm schlimmere Reklamationsfälle.
2.
Wecken Sie das Mitleid des Kunden. Klagen Sie ihm Ihr schweres Schicksal. Arbeiten Sie nach der Jammermasche. Weinen Sie Ihre Tour ab. Jeder Kunde verfügt über einen Spendenetat.
3.
Zeigen Sie dem Kunden bereits durch Ihre Kleidung, wie stark Sie auf seine Aufträge angewiesen sind. Schiefe Absätze sind die Basis, auf der sich das Mitgefühl des Kunden aufbaut.
4.
Machen Sie sich nicht die Mühe, Einzelkenntnisse über Ihr Leistungsangebot zu erwerben. Der Kunde wird Ihnen früh genug mitteilen, was mit Ihrem Angebot los ist.
5.
Entwickeln Sie für sich ein Energie-Erhaltungs-Programm. Entspannen Sie sich, während der Kunde redet. Sichern Sie sich den Kraftzufluss positiven Denkens. Lassen Sie Ihre Gedanken wandern. Lassen Sie sich nicht lähmen durch das Negative, das der Kunde vor sich hinredet. Aktives Zuhören verkrampft. Sollten Sie einen Hörapparat haben, dann nehmen Sie die Batterie am besten vor dem Besuch heraus.
6.
Bedienen Sie sich nicht einer Sprache, die der Kunde versteht. Wählen Sie immer Fachbegriffe. Je weniger der Kunde Sie versteht, um so mehr betrachtet er Sie als Fachmann und folgt Ihrem Urteil.
7.
Es ist gefährlich, sich auf Verkaufsgespräche vorzubereiten, denn das Studium der Kundenunterlagen stimmt Sie eventuell pessimistisch. Erhalten Sie sich Ihren Optimismus. Die Information ist der Feind der guten Laune. Nichts wissen, nichts sehen, nicht zuhören.
8.
Kümmern Sie sich um die Familie des Kunden. Fragen Sie, wie es dem Sohn geht, der vor fünf Jahren als Tochter geboren wurde. Auch einen kleinen Irrtum dieser Art wird man Ihnen nicht übelnehmen - man hatte sich ohnehin einen Sohn gewünscht.
9.
Verlangen Sie von einem Kunden keine Entscheidungen. Lassen Sie Ihm Monate Zeit. Er hat einmal in seinem Leben eine Entscheidung getroffen. Die sieht er jetzt jeden Abend zu Hause. Sie werden verstehen, dass er jetzt etwas zurückhaltender mit Entscheidungen ist.
10.
Vereinbaren Sie keine Besuchstermine. Woher wollen Sie im voraus wissen, wann Sie gerade Zeit für den Kunden haben.
11.
Lassen Sie Ihre Zigarettenasche auf den Teppich des Kunden fallen, besonders wenn der Teppich neu ist. Das lenkt den Kunden von seinen Wünschen ab. Blasen Sie dem Kunden den Zigarettenrauch in die Augen. Dann kann er den kleingedruckten Text in Ihren Geschäftsbedingungen nicht lesen.
- 09 Sep 2010, 12:28 pm
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Gerd HanssonThe company name is only visible to registered members.Re: Über den Umgang mit Kunden
Der Beitrag könnte ja auch "Ratschläge für schlechte VerkäuferInnen" genannt werden und ist offenbar direkt oder indirekt angeregt durch Tucholskys "Ratschläge für einen schlechten Redner"; er hat dann allerdings auch "Ratschläge für einen guten Redner" hinzugefügt.
Diese Serie ließe sich noch grundsätzlich erweitern: "Ratschläge für schlechte AutorInnen", "Ratschläge für schlechte Lehrkräfte", "Ratschläge für schlechte Coaches".... Vor allem aber "Ratschläge für schlechte Ratgeber". In dieser Branche versuchen sich gegenwärtig ja viele Leute, die selber guten Rat bitter nötig hätten.
- 09 Sep 2010, 2:59 pm
