WE - Regionalforum Weimar

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Posts 1-4 of 4
  • Ralf Dannemeyer
    Ralf Dannemeyer    Premium Member   Group moderator
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    Mieten in Weimar
    Guten Morgen,

    die Miete für eine Wohnung in Weimar liegt nach einem Beitrag in "Spiegel online" 20 % unter dem Bundesdurchschnitt (zum Vergleich: München 72 drüber). Demnach müsste die durchschnittlliche Nettokaltmiete für einen Quadratmeter in Weimar 4,71 € betragen (zum Vergleich: München: 10,12 €). Entspricht das den allgemeinen Erfahrungen?

    Der ganze Beitrag steht hier:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,735110,00.ht...

    Herzliche Grüße

    Ralf Dannemeyer
  • Tufan Topcu
    Tufan Topcu    Premium Member
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    Re: Mieten in Weimar
    Hallo,

    denke dass das hinkommt. Wobei es nach meiner Erfahrung innerhalb von Weimar, wie auch in anderen Städten, große Unterschiede gibt. Je nach Lage, Altbau/Neubau und vor allem Sanierungszustand können es auch 8€ werden. Insgesamt finde ich die Mieten in Weimar o.k. Immerhin kann man sich hier eine schöne Altbauwohnung auch leisten, was in München schon schwieriger wird. Ich habe lange in Mainz gewohnt. Neben einem allgemein höheren Mietspiegel gibt es nur wenig schöne Altbausubstanz; und dies treibt natürlich auch die Mietpreise.

    Problem sind nur die Nebenkosten. Diese sind nach meiner Erfahrung im vgl. zu anderen Regionen (Mainz, Karlsruhe) doch höher.
  • Daniel Schmidt
    Daniel Schmidt
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    Re^2: Mieten in Weimar
    Wer in den letzten Monaten versucht hat, eine familienfreundliche Altbauwohnung zu finden (z.B. ~100qm, 4 Zi., Balkon), der durfte feststellen, daß auch in B-Lagen 6,50 schnell erreicht sind. Im dauerbeliebten Südwestviertel sind Freunde bereits häufiger auch auf Quadratmeterpreise jenseits der 8 € gestoßen. Fast noch schlimmer als die hohen Preise ist der nahezu gesättigte Markt – gute Angebote innerhalb weniger Stunden weg.
    Entsprechend hat sich auch die Höhe der Courtagen verändert. Waren vor 3-4 Jahren noch 1,5 Monatsmieten verhandelbar und unter der Hand auch eine Monatsmiete machbar, sind es heute nicht selten mehr als 2 - ohne Verhandlungsspielraum nach unten.
    Schaut man auf die Single-Wohnungen, deren Markt ja etwas beweglicher, sind schon länger Mietpreise zwischen 6-7 € für ordentliche Sanierungen üblich.
    Mietimmobilienbesitzer in Weimar, von denen mehrere in unserem Bekanntenkreis sind, freuen sich im Moment über jeden Mieterwechsel, weil das Mietrecht und die hiesigen Gepflogenheiten eine Preisanpassung bei Bestandsverträgen in dem Tempo wie der Markt sich entwickelt nicht ermöglichen.

    Problematisch ist das vor allem deswegen, weil die Gesamtmiete aufgrund hoher Nebenkosten in Weimar damit schon nahe am Bundesdurchschnitt ist, ohne dass das Einkommensniveau damit einhergeht. Das belegt deutlich das letzte Städteranking. Auch Dienstleistungen und Gastronomie sind in Weimar für ostdeutsche Verhältnisse relativ hochpreisig. So erleben wir bereits in einigen Vierteln, z.B. der Nordvorstadt, Tendenzen von Gentrifizierung.

    Um es etwas unpopulär auszudrücken: der Zuzug zahlungskräftiger älterer Bevölkerungsgruppen macht sich auf dem Weimarer Mietmarkt für viele Weimarer negativ bemerkbar, weil Mietniveau und Einkommensverhältnisse häufig nicht mehr zusammen passen.
    Dabei bedeutet einkommensschwach nicht unbedingt bildungsfern. Aufgrund des starken Kulturbetriebs und des akademischen Milieus gibt es auch zahlreiche einkommensschwache ›Kulturbürger‹, für die die aktuelle Mietsituation besonders ärgerlich ist, da der Anspruch an die Wohnqualität und Mietpreise nicht mehr zueinander passen. Auf Deutsch gesagt: Ein Musiker zieht nun mal nicht in die Platte, ein Theatermensch ebenso ungern und auch ein junger Architekt hat keine Lust auf Weimar Nord. In diesem Umfeld führen die hohen Lebenshaltungskosten in Weimar sogar zur Abwanderung des akademischen Potentials.

    Ich würde mir an dieser Stelle ansetzende Konzepte der Stadtspitze erwarten, um in Zukunft Einkommens- und Mietniveau wieder zueinander zu führen. Da die Mieten sicher nicht sinken werden, bedeutet dies ein massives Engagement im Bereich der Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Wer hier scheitert, provoziert auf Dauer einen massiven Konflikt zwischen Alt- und Neu-Weimarern, fördert die Entfremdung der einkommensschwachen Bevölkerungsschichten von ihrer Stadt und riskiert den sozialen Frieden.
    This post was modified on 20 Dec 2010 at 11:51 am.
  • Beate Kluge
    Beate Kluge
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    Re^3: Mieten in Weimar
    Ich schließe mich da an, dass die Lage über den Preis entscheidet.

    Während wir in den Randgebieten fast bei "2 Wohnungen mieten, 1 bezahlen" sind, kriegt man vergleichsweise in Süd- und Innenstadt gerade so ein WG-Zimmer dafür.

    Aber ich denke das ist in vielen Städten so.
    In Weimer ist tatsächlich das Hauptproblem, dass viele "Gutverdiener" und Rentner die Gebäudeeigentümer in Sicherheit wiegen lassen.

    Dann hatte Jena Mitte des Jahres verkündet, dass alle Wohnungen voll sind - somit ziehen die Studenten nach Weimar.

    Angebot und Nachfrage regelt den Preis.
    Lasst uns froh sein, dass wir noch keine Münchner Verhältnisse haben - wo sich 40-50-jährige Singles eine Wohnungen teilen müssen, weil man sie sich alleine nicht leisten kann.

    Gelassene Grüße aus dem Bahnhofsviertel
    Beate Kluge