WE - Regionalforum Weimar

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  • Christian A. Meyer
    Christian A. Meyer    Premium Member   Group moderator
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    Weimar macht bunt ... aber bitte doch nicht so!
    In der TLZ wurde bzgl. Entente Florale ein offener Brief veröffentlicht, der sich mit den Zuständen in Weimar bezüglich Ordnung und Sauberkeit befasst. http://www.tlz.de/tlz/tlz.weimar.volltext.php?kennung=on9tlz...

    Meiner Meinung nach steht in dem Brief viel wahres, aber leider fehlen die Idee zum Abstellen. Ich wehre mich gegen Gedanken, dass Videoüberwachung, Blockwarte oder mehr Polizei allein für Abstellung sorgen.

    Wie denken Sie über das Thema Ordnung und Sauberkeit in Weimar und wie stellen Sie sich Lösungen für eine Verbesserung der Zustände vor.

    Nun noch der Brief:

    =================================== schnipp ===================================
    " Wir alle sind berechtigt sehr stolz auf die Leistungen vieler Bürger, der Hauptakteure aus der Wirtschaft und dem Gewerbe, der Verwaltung und den Vereinen im deutschlandweiten Wettbewerb Entente Florale 2008, die eine exzellente Anerkennung durch die Jury fanden. Aber sind es wirklich alle, die nun in diesem Jahr noch Besseres geben wollen? Jetzt, wo der Schnee und das Eis weichen, wird an vielen Stellen der Stadt sicht- und ruchbar, dass es wohl eine nicht unerhebliche Anzahl von Egoisten, Gleichgültigen und sogar Böswilligen gibt, die eine verwerfliche Art von privatem "Terror" gegen die Mehrheit praktizieren - feige und versteckt anonym, meist im "Schutze" der Nacht hinterlassen diese ihre Spuren.

    Zu diesen Bürgerinnen und Bürgern - die diesen Titel eigentlich gar nicht beanspruchen dürften - zählen wir insbesondere:

    . einen Teil der Hundehalter, die, gleichgültig gegenüber den Regeln der Stadt, ihre Hunde auf Grünflächen, Baumscheiben, Kinderspielplätzen und anderen öffentlichen Flächen "kacken" lassen, ohne ihrer Halterpflicht, den Kot mit einer Tüte aufzunehmen und zu entsorgen, nachzukommen. Schuld an dieser "Schweinerei" sind nicht die Tiere, sondern die Halter am anderen Ende der Leine!

    . die Rowdys und Vandalen, die in ihrer brutalen Zerstörungswut, offensichtlich meist in den Nachtstunden umherstreunend, nur Schaden anrichten wollen und dabei Pflanzen aus den Anlagen ausreißen, Pflanzgefäße umstürzen, junge Bäume umknicken, Verkehrsschilder beschädigen, Gebäude beschmieren, Bänke zerbrechen, Wertstoffbehälter anzünden und so weiter - damit auch Angst, Schrecken und Unsicherheit verbreiten, was ja wohl deren Absicht ist! Sind wir denn diesen Außenseitern ohnmächtig und schutzlos ausgeliefert?

    Ignoranten von Bürgerpflichten

    Offensichtlich glauben die oben bezeichneten Hundehalter, dass mit dem Bezahlen der Hundesteuer auch das "Recht" erkauft wurde, den Kot ihrer "Lieblinge" einfach liegen lassen zu können! Was glauben denn diese Ignoranten von Bürgerpflichten, von Hygiene im öffentlichen Raum eigentlich, wer diesen stinkenden Schmutz wegräumen soll? Können sie sich den Ekel vorstellen, dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Betriebe ausgesetzt sind, wenn sie in der wöchentlichen Summe von Kubikmetern diese "Nacharbeit" für die "Gesetzesbrecher" verrichten müssen? Welche Menschenverachtung liegt dieser Nachlässigkeiten zu Grunde?

    Wenn solche Missetäter wirklich einmal erwischt werden, sollten sie nicht nur kostenpflichtig bestraft werden, sondern eine Woche lang diese menschenunwürdige Drecksarbeit selbst ausführen.

    Aber wer soll sie denn erwischen? Wir schauen doch oft bei Spaziergängen im Park oder auch sonst angewidert weg und scheuen die eigentlich geforderte Zivilcourage - zumal wenn der Hund so groß ist, dass man weder ihn noch seinen Halter zum Gegner haben möchte. Erfreulicherweise haben die Stadt und die Wohnungsgesellschaft inzwischen an einigen bevorzugten "Kotstellen" so genannte Hundeklos aufgestellt, die auch von vielen Pflichtbewussten angenommen - aber leider auch von einigen missbraucht werden. Das sind keine Spielgeräte, aus denen man zum Spaß "Tütenschlangen" ziehen kann!

    Mit ähnlicher Wut registrieren wir eine überbordende Zahl von Sprayer- und Fettstift-Schmierereien an Gebäuden und Anlagen, Bäumen und Mauern und vermehrt an Denkmalen. Auffällig ist für uns die Häufung dieser Untaten auf den Wegen zwischen den Jugendherbergen und der Innenstadt sowie zeitlich im Zusammenhang mit den Hauptbesuchszeiten von Schulklassen in Weimar! Allerdings sind hier wohl auch einige "Akteure" zu finden, aber die Haupttäter sind unter uns. Wir können und wollen uns mit diesen kriminellen Handlungen nicht abfinden, können sie auch nicht als jugendlichen Leichtsinn oder Übermut entschuldigen oder gar als "Kunst" akzeptieren. Unserer Meinung nach handelt es sich um feindselige Positionen gegen unsere Bürgergesellschaft, den Willen einiger Chaoten, mit allen Mitteln und um jeden Preis und auch ohne alle Rücksicht, Schaden anzurichten, das friedliche Zusammenleben zu zerstören und unsere Kultur zu sabotieren.

    Der Oberbürgermeister rief zur Entente Florale 2008 dazu auf, "... machen Sie Weimar bunt!" Damit wollte er ganz sicher nicht die Schmierfinken-Sprayer ermuntern!

    Was können wir gegen den Vandalismus tun, was müssen wir einfordern? Was nutzen uns Gesetze, Ordnungen und Regeln, wenn die öffentlichen Regeln, wenn die öffentliche Kraft nicht ausreicht, diese auch - gemeinsam mit den gutwilligen Bürgern - durchzusetzen, zu kontrollieren und in der Bevölkerung zu verbreiten? Was machen wir bei der Erziehung und Bildung der jungen Generationen falsch?

    Unserer Meinung nach wird viel zu vordergründig, zu schnell und zu oft, aber auch zu leichtfertig auf die notwendige Zivilcourage verwiesen. Zweifellos ist der Mut der Bürger unerlässlicher Teil der erforderlichen Maßnahmen, aber sie kann doch wohl, bei der Brutalität mancher Taten und Täter, nicht das Allheilmittel sein. Hier muss das Gewaltmonopol des Staates viel präsenter und konsequenter eingesetzt werden.

    Für den Ruf einer Kulturstadt

    Wir fühlen uns jedenfalls immer mehr allein gelassen und ohnmächtig dazu. Können wir so unsere wunderschöne Stadt im internationalen Wettbewerb "Entente Florale 2009" als Aushängeschild Deutschlands präsentieren? Denken wir stets daran, es geht nicht "allein" um die floral blühende Stadt sondern auch um . die Gestaltung und den Erhalt l(i)ebenswerter Städte und Gemeinden für ihre Bewohner, . die Förderung einer nachhaltigen Grün- und Freiraumentwicklung im Sinne der lokalen Agenda 21, . den Umwelt- und Naturschutz im besiedelten Raum, . die Förderung von Handel und Gewerbe durch Schaffung von vielfältigen und lebendigen Innenstädten, . die Steigerung der Attraktivität für Touristen sowie um . die Förderung des Engagements der Bürger und Bürgergruppen.

    Wir fordern alle Kulturbürger auf, sich mit dem Elan von 2008 progressiv für unsere Stadt einzusetzen, für ihr Ansehen und Aussehen, für ihren Ruf als Kulturstadt Europas, aber damit auch für unseren Anspruch auf Ordnung, Disziplin und Anstand.
    =================================== schnapp ===================================
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  • André Benthaus
    André Benthaus    Premium Member
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    Re: Weimar macht bunt ... aber bitte doch nicht so!
    Hallo

    ich glaube das es für dieses Problem keine Lösung geben wird. Jeder einzelne von uns kann nur bei sich und seinem direkten Umfeld ansetzen.

    Das Problem wird man nicht abstellen können weil man die betreffenden Leute nicht finden wird und weil diese Leute auch unsere Argumente nicht verstehen können.

    Egal was man auch macht auf die eine oder andere Weise wird es immer unbefriedigend sein. Überwachung ist auch keine Lösung. Es wird uns am Ende nicht s anderes übrig bleiben als still und stumm zu leiden und das Verhalten bestimmter Personen zur Kenntnis zu nehmen.

    Danke
  • Christian A. Meyer
    Christian A. Meyer    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Weimar macht bunt ... aber bitte doch nicht so!
    André Benthaus schrieb:
    ich glaube das es für dieses Problem keine Lösung geben wird. Jeder einzelne von uns kann nur bei sich und seinem direkten Umfeld ansetzen.
    Das ist doch schon eine Lösung. Die andere ist, sich doch den Problemen bzw. deren Verursachern zu stellen und sie auf ihr Fehlverhalten anzusprechen. Gerade bei Hundehalten handelt es sich um Nachbarn mit denen man sprechen kann.

    Zudem wird in Weimar viel zu oft weg gesehen. Diesen Eindruck konnte ich auch gewinnen, als ich von Ordnungsamt eine entsprechende Antwort auf meine Anfrage bekommen habe. Fazit war im Großen und Ganzen, dass man keine Mittel habe, um sich um die Brennpunkte zu kümmern und man ja eine Ordnungsbehördliche Verordnung habe. Leider nutzt die nur etwas, wenn sie auch durchgesetzt wird.

    Wenn sich die Polizei dann aber an die Durchsetzung macht, wird das auch wieder nur negativ bewertet.

    André Benthaus schrieb:
    Das Problem wird man nicht abstellen können weil man die betreffenden Leute nicht finden wird und weil diese Leute auch unsere Argumente nicht verstehen können.
    Da möchte ich widersprechen. Bestes Beispiel hatte ich am Sonntag im Weimarhallenpark. Ein Pärchen ließ ihren Hund frei laufen und meine Tochter hatte doch Angst. Eine kurze Frage und der Hinweis, dass Hunde im Park nicht frei laufen dürfen und der Hund war ohne Probleme an der Leine. Bei 80% kommt man mit einem freundlichen Hinweis ans Ziel.

    André Benthaus schrieb:
    Egal was man auch macht auf die eine oder andere Weise wird es immer unbefriedigend sein. Überwachung ist auch keine Lösung. Es wird uns am Ende nicht s anderes übrig bleiben als still und stumm zu leiden und das Verhalten bestimmter Personen zur Kenntnis zu nehmen.
    Ich weigere mich persönlich eigentlich stumm zu leiden und erhoffe mir durch Thematisierung der Problematik Besserung. Es gibt den Begriff des "Broken Window" (http://de.wikipedia.org/wiki/Broken-Windows-Theorie) - soll heißen, geht eine Scheibe an einem Gebäude kaputt, traut sich eher ein andere einen Stein zu nehmen und weitere Scheiben gehen zu Bruch. Gerade durch das stille Dulden verschlimmert sich der Zustand und genau das gilt es zu verhindern.