Die Schweiz
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Pascal Merz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Zuerst müssen wir unsere Hausaufgaben machen
Niemand bestreitet, dass die USA punkto Doppelmoral unter allen Demokratien den Weltmeistertitel verdienen. Trotzdem reicht es nicht im Falle der neuerlichen Ultimaten und Androhungen gegen unsere Banken auf die angeblich bösen imperialistischen Amerikaner zu zeigen. All jene Banken, die nun im Fadenkreuz Amerikas stehen, wollten aus dem Fall UBS nichts lernen. Im Gegenteil. Während die bürgerlichen Politiker unter dem Eindruck der Affäre UBS plötzlich über Weissgeldstrategie philosophierten, hatten einige Banken das Gefühl schlauer zu sein und nichts ändern zu müssen. Und heute stehen sie dafür in der Bredouille, auch weil die Politik einmal mehr die amerikanische Seite unterschätzt und die Dimensionen des Falles unterschätzt hat. Nun droht wieder eine neue Feuerwehrübung. An ihrem Anfang stand aber das Fehlverhalten einiger Schweizer Banken, die den kurzfristigen Profit höher gewichteten, als eine nachhaltige und vernünftige Strategie. Natürlich haben jene Stimmen, die die USA auffordern zuerst vor der eigenen Haustüre zu wischen, absolut Recht. Die Machtverhältnisse jedoch sind klar und diese spielt Amerika aus. Wir als kleines Land – und hier ist vor allem die SVP angesprochen – brauchen in internationalen Angelegenheiten befreundete Staaten. Dies ist das einzige Mittel, um in internationalen Gremien für weltweit gleiche Spieße zu kämpfen. Doch zuerst muss unser Finanzplatz endlich seine Hausaufgaben machen und die Politik ist gut beraten, ihm dabei sehr genau auf die Finger zu schauen.
- 06 Feb 2012, 12:57 pm
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Pascal Merz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^2: Zuerst müssen wir unsere Hausaufgaben machen
P.R.A. schrieb:
I". Die Schweiz ist ein souveräner Staat mit vielen tollen Eigenschaften und Eigenheiten.
Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, füge aber noch hinzu: mit sehr vielen internationalen Verflechtungen und Abhängigkeiten
Ja, wir haben eine schwache Regierung zurzeit (Unsere Finanzministerin frohlockt am WEF nach dem Meeting mit dem US-Finanzminister, das Steuerabkommen zwischen den beiden Staaten sei so gut wie geregelt - und ein paar Tage später folgt der Angriff seitens der USA auf unsere Banken).
Ich finde nicht, dass wir eine schwache Regierung haben. Letztlich sind in den USA sehr viele Akteure mit unterschiedlichen Interessen an dieser Affäre beteiligt und wir sollten nicht vergessen, dass das wiederholte Fehlverhalten von unseren Banken gemacht worden ist.
Im übrigen, gäbe es sicher auch von unserer Seite einige Druckmittel, die wir gegen das grosse Amerika einsetzen könnten. Auch sollten wir inbezug auf gewisse aktuelle Situationen jetzt handeln. Beispielsweise lagern wir Gold in den USA, das wir schleunigst zurückfordern sollten. Man müsste ja damit rechnen, dass die USA diesen Goldhort als Druckmittel gegen die Schweiz verwendet und die Hände darauf legt.
Ich denke wir sollten uns nicht auf ein Kräftemessen mit den USA einlassen, diesen Kampf haben wir von vornherein verloren. Wir sollten diese Affäre nutzen um bei uns reinen Tisch zu machen und nachher die Gleichberechtigung über die OECD und andere internationale Gremien einfordern.
Ich finde die Doppelmoral der USA abscheulich (neuestes Beispiel: Ein Kandidat, der das höchste Amt in den USA anstrebt und seine Gattin, die ein unversteuertes Konto in der Schweiz unterhält).
Die Doppelmoral der USA ist geradezu weltmeisterlich, aber that's america. Leider
Freundliche Grüsse
Pascal Merz
This post was modified on 06 Feb 2012 at 08:55 pm.- 06 Feb 2012, 8:54 pm
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Pascal Merz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^2: Zuerst müssen wir unsere Hausaufgaben machen
P.R.A. schrieb:
Genau das ist der springende Punkt in allen diesen Auseinadersetzungen mit andern Staaten und Institutionen: Die Schweizer treten immer mit der Devise an, dass der Kampf schon von vornherein verloren ist. Wenn man mit dieser Einstellung jedesmal antritt, dann ist es klar das man keine Chance hat. Wir sollten aufhören mit dem Cliché "nur big is beautiful".
Ich denke viele exportorientierte KMU beweisen uns tagtäglich, dass in der Wirtschaft Grösse alleine kein Erfolgsfaktor ist. Insofern sehe ich dies nicht so, dass wir Schweizer uns immer kampflos in die Niederlage begeben im Gegenteil. Trotzdem gilt es mit seinen Kräften - gerade als Kleinstaat - ökonomisch und haushälterisch umzugeben. Gelegentlich ist es sinnvoller nicht zu kämpfen. Und es gilt die Chancen realistisch einzuschätzen. Vielleicht haben Sie Recht und ich Unrecht. Irren ist bekanntlich menschlich.....
- 07 Feb 2012, 12:04 pm
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Pascal Merz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Ein farbiger Leuchtturm in der Schwarz-Weissgeld Umgebung
Was haben wir in den letzten Jahren auf unserem Finanzplatz erreicht? Respektive mit welcher Strategie haben wir diesen weiter entwickelt? Das Wort Strategie ist mit Blick auf Realität wohl das falsche Wort. Chaotischer Rückzug und unkoordinierte Schnellschussaktionen tritt es wohl besser. Im Wissen darum, dass wir ein Hort des Schwarzgeldes waren, wollten wir trotzdem nicht von diesen unethischen Geschäftspraktiken abweichen. Vor allem die bürgerliche Politik hat die Augen davor verschlossen und trägt eine starke Mitverantwortung am heutigen Schlamassel. Obwohl wir schmerzhafte Erfahrungen mit unserem Nichthandeln gemacht haben, scheinen wir nach wie vor nicht daraus lernen zu wollen. Die USA haben uns mit Macht und Härte demontiert. Die EU wird ebenfalls weiter Druck machen und so lange wir nach wie vor auch den notwendigen Anlass zu diesen teils berechtigten Forderungen geben, bleibt dieser Druck auf unseren Finanzplatz aufrecht. Mit Raiffeisenbank-Chef Pierin Vincenz fordert ausgerechnet ein Banker die Politik auf, ihre Scheuklappen endlich abzulegen und über einen direkten Informationsaustausch mit der EU zu diskutieren und zu verhandeln. Wohl die einzig erfolgsversprechende und nachhaltige Finanzplatz-Strategie für die Schweiz und ihre Zukunft.
- 28 Feb 2012, 5:57 pm
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