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  • Re: Mobility Pricing 04.11.2009, 14:00

    Ja was kommt günstiger, ein Verkehrssystem auf Spitzenbelastung ausbauen und die restliche Zeit mal warten was passiert, oder den aufkommenden Verkehr möglichst auf den Tag verteilen?

    Unter dem Strich sicher günstiger und eine kleinere Belastung für die Kasse.

    Eigenartig, privat tun alle ziemlich das selbe, Irgend welche Belastungen ausnivellieren, nur der Bund soll das nicht können dürfen?

    Ja,bin auch gespannt, ob überhaupt reagiert wird.

    Gruss, Werner Witschi
  • Re: Mobility Pricing 04.11.2009, 18:02

    Lieber Herr Zimmerli

    Sie sagen: 'Anstatt sich als Umweltminister zu freuen, will er die Einnahmen sicherstellen indem sämtliche Verkehrsteilnehmer auf Strasse wie Schiene zeitenabhängig zur Kasse gebeten werden (modernes Wegelagerertum sage ich da)'

    Dann sind in ihren Augen die Fluggesellschaften moderne Wegelagerer. In der Reisebranche sind die Preise schon seit langem an die Nachfrage gekoppelt.

    Die Idee finde ich prüfenswert. Schäppchenjäger reisen in der Zukunft am Nachmittag.

    Liebe Grüsse
    Reto Donatz
  • Re^2: Mobility Pricing 04.11.2009, 18:19

    Ich bin sehr skeptisch was die Pläne anbelangt, den Verkehr zeitlich zu steuern. Wie soll das funktionieren? Wenn der normale Arbeitnehmer zwischen 7:30 und 8:30 bei der Arbeit sein muss, dann ist das nun mal halt so bzw. hat schlussendlich mit betrieblichen Abläufen zu tun. Die SBB hat schon versucht, die Verkehrsströme zu steuern, indem sie bessere Preise für Fahrten ausserhalb der Stosszeiten anbietet - meines Wissens mit bescheidenem Erfolg. Abgesehen davon: wer will kontrollieren, ob einer mit dem Auto um 8:00 oder 10:00 eine bestimmte Strecke fährt? Bei geschlossenen, städtischen Systemen (Beispiel London) oder mit Mautstationen (Italien, USA, usw.) liesse sich das lösen. Die Kosten für so etwas dürften aber wohl exorbitant sein.

    Wesentlicher erscheint mir in dem Kontext das Eingeständnis, dass unsere fast grenzenlose Mobilität schlicht viel zu günstig ist. Seien wir mal ehrlich: kaum jemand würde eine halbe oder gar eine Stunde und mehr täglich pendeln, wenn die Transportkosten nicht massiv subventioniert wären. Dass die Autofahrer - da zähle ich mich dazu - die von ihnen verursachten Kosten nicht annähernd decken, ist bekannt. Und das unser wirklich hervorragendes ÖV-System ohne Hunderte von Millionen Franken des Bundes nicht existieren würde, ist auch bekannt. Zu dem Thema findet sich übrigens ein interessanter Artikel auf Tagi Online: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Pendler-zah....

    Nun bin ich gewiss der Letzte, der einen Schritt zurück machen möchte und beispielsweise das ÖV-Angebot einschränken oder die Strassen nicht mehr unterhalten - das wäre unsinnig. Aber vielleicht kommt der Tag, da wir uns damit abfinden müssen, den realen Preis für eine Fahrt von A nach B bezahlen zu müssen. Das mag dann bedeuten, dass man sich bewusster entscheidet, ob man wirklich in Luzern wohnen und in Zürich arbeiten will. Natürlich höre ich schon den Aufschrei: was heisst hier will - ich muss da arbeiten, wo ich Arbeit finde. Es ist mir durchaus bewusst, dass nicht jeder frei in diesem Entscheid ist. Es kommen aber wieder Zeiten, da Arbeitgeber um gute Mitarbeiter buhlen und dann hat man etwas mehr Auswahl und kann vielleicht einen bewussten Entscheid fällen, in der Nähe Arbeit zu suchen.

    Ich bin kein grüner Romantiker und auch kein Grossverdiener, der sich um ein paar Franken mehr für das Auto oder die Bahn nicht scheren müsste. Trotzdem versuche ich den Realitäten ins Auge zu sehen und zumindest mal mir selbst einzugestehen, dass ich die von mir verursachten Mobilitätskosten nicht decke. Daraus ergibt sich eine gewisse Bereitschaft, auch höhere Preise dafür in Kauf zu nehmen. Seien wir doch ehrlich: kann ich für 700 Franken in die USA fliegen, mache ich es vielleicht - für 1500 Franken überlege ich mir das viel eher. Wenn das Benzin 1.30 kostet, juckt es mich weniger, ob ich nun mal zum Plausch in der Freizeit 100 Kilometer fahre. Kostet der Sprit aber 2.50 pro Liter, verordnet mir schlicht mein Budget, die Fahrt vielleicht besser bleiben zu lassen. Vielleicht bin ich da ja der Exot, aber bei mir steuert sich auch das ökologische Denken ein Stück weit über das Portemonnaie.
    Dieser Artikel wurde am 04.11.2009 um 18:20 Uhr geändert.

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