Die Schweiz
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Pascal Merz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Reich, reicher, superreich gleich instabiler
Die Reichen sind also wieder mal reicher geworden genaugenommen um 21 Milliarden Franken. 300 Menschen besitzen in der Schweiz rund 470 Milliarden. In der Vermögensverteilung gleicht die Schweiz einem Drittweltland. Gemäss neuen Quellen ist die Hälfte unserer 300 Superreichen mittels Erbe in diesen erlesenen Klub aufgestiegen. Also überspitzt formuliert sind also 150 Superreiche ohne Eigenleistung zu ihrem Vermögen gekommen. Auch wenn diese 300 Menschen ihr Geld in Firmen und anderen Vereinen investiert haben, gefährdet diese Konzentration von Vermögen mittel- bis langfristig die Stabilität unseres Landes. Vor allem wenn die Kaufkraft des Mittelstandes und der unteren Einkommen gleichzeitig sinkt. Ich missgönne den Superreichen ihr Vermögen nicht, auch mein Neid hält sich sehr in Grenzen, doch ich mache mir Sorgen, um das stabile Fundament der Schweiz. Die Entwicklung von so genannten Reichenghettos in steuergünstigen Gemeinden sollte uns definitiv zu denken geben. Noch nicht genug wie die Ablehnung der Steuerinitiative der SP gezeigt hat. Revolutionen und Aufstände kennen wir vor allem noch aus der Geschichte, doch diese kann sich wiederholen. Der Druck jedenfalls steigt. Die Zeit ist mehr als reif für eine nationale Erbschaftssteuer und würde das Druckventil wieder ein bisschen öffnen.
- 07 Dec 2010, 8:29 pm
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Pascal Merz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^2: Reich, reicher, superreich gleich instabiler
Guten Tag Herr Voss
Letztlich geht es doch darum, dass der erarbeitete Wohlstand möglichst breit verteil wird, so dass möglichst viele Menschen genug zum Leben haben. Niemand wünscht sich kranke Verhältnisse im Gegenteil. Doch es ist auch in der Schweiz ein Faktum, dass sich die Schere zwischen arm und reich öffnen. Nun können Sie natürlich verschiedenartig damit umgehen. Beispielsweise die USA. Kontinuierliche Entlastung einer reichen Elite zuungunsten der breiten Bevölkerung. Nebenbei bemerkt haben die USA die höchste gemessene Gefangenenquote der Welt. Und Sie dürfen 3x raten, welche Schicht von Menschen hauptsächlich in US Gefängnissen einsitzt.
Nun bleibt die Frage, reagieren Sie bevor das System krank ist oder agieren Sie allenfalls bevor es soweit kommt. Grundsätzlich hat die Wirtschaft die Möglichkeit das erarbeitete BIP so fair als möglich zu verteilen. Leider wird dies mehr und mehr verpasst, so dass Sie nicht darum herum kommen, eine staatliche Umverteilung vorzunehmen. Wir könnten uns diesbezüglich sehr viel Bürokratie ersparen, doch letztlich ist der starke Staat die noch einzig wirksame Bremse, um die perversesten Ausprängungen des Kapitalismus, zu glätten.
Und noch einen Bemerkung zu ihrer Aussagen von wegen gesundem System. Der heile Welt Mythos rund um die Schweiz kommt jeweils bös ins Wanken, wenn Sie sich die Selbstötungsrate anschauen. In diesen Ranglisten möchte wohl kein Land der Welt einen Spitzenplatz belegen. Doch wir tun es? Nicht unbedingt ein Indikator dafür, dass unser System vor Gesundheit strotzt. Ich gebe Ihnen jedoch insofern Recht, dass wir auf sehr hohem Niveau jammern. Bei rund 20'000 Menschen, die tagtäglich an Hunger sterben.
Freundliche Grüsse
Pascal Merz
This post was modified on 22 Dec 2010 at 09:37 am.- 20 Dec 2010, 4:49 pm
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Pascal Merz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^4: Reich, reicher, superreich gleich instabiler
Hallo Herr Lingg
Ich bin absolut bei Ihnen, dass eine Umverteilung über den Staat schwerfällig, bürokratisch und auch teuer ist. Doch dann müssen Sie bei den Löhnen ansetzen und den erzielten Wohlstand in den Unternehmungen besser verteilen. Natürlich kommt dann sofort das Argument wegen der Wettbewerbsfähigkeit. Auch hier kann Abhilfe geschaffen werden. Eine ökologische Steuerreform und dafür die Steuern bei der Arbeit herunterzufahren. Dies hätte nämlich den Vorteil, dass wir die Ressourcenverschleuderung auf Kosten unserer nachfolgenden Generationen endlich anfangen einzudämmen und nachhaltiges Wirtschaften auch wirklich belohnt wird. Dann brauchen wir letztlich auch weniger Umverteilung, weil die Wirtschaft eine gerechtere Verteilung vornimmt. Sollte dies in absehbarer Zeit nicht passieren, muss der Staat halt auch hier anfangen zu regulieren und dann wird das Thema gesetzlicher Mindestlohn wieder aufs Tapet kommen.
- 27 Dec 2010, 7:20 pm
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Pascal Merz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^6: Reich, reicher, superreich gleich instabiler
Guten Tag Herr Voss
Falscher Ansatz! Sie müssen die Marktkräfte STÄRKEN und Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Wir in Deutschland machen gerade das Gegenteil, der Arbeitsmarkt ist faktisch abgeschafft. Und der zweite Ansatz fehlt völlig.
Ich plädiere ja nicht darür, einen staatlichen Mindestlohn einzuführen, sondern es muss doch im ureigenen Interesse der Unternehmen liegen, dass möglichst viele Menschen über die Kaufkraft verfügen, um die von den Unternehmen produzierten oder angebotenen Güter auch kaufen und konsumieren können. Insofern ist eine gerechte Einkommensversteilung im Sinne eines funktionierenden Volkswirtschaft. Wir sind in der Schweiz weit davon entfernt, deutsche Verhältnisse im Arbeitsmarkt einzuführen und dies ist auch gut so.
Hilfe zur Selbsthilfe hiesse, Arbeitslose in den 2. Bildungsweg zu schicken - wer nicht lernt, bekommt weniger Stütze. Und sie dazu befähigen, sich selbständig zu machen... Hierzulande werden Schüler zu Arbeitnehmern erzogen, nicht zu Unternehmern.
Der Ansatz wurde in Deutschland mit den so genannten Ich AG's ja ansatzweise versucht. Nicht jeder Mensch ist zum Unternehmer geboren und kann auch nicht dazu erzogen werden. Und sie können auch nicht "nur" eine Akademiker-Gesellschaft staatlich herbei-"züchten". Schlussendlich wird es wohl immer mehr Arbeitnehmer brauchen als Unternehmer und wir brauchen auch weiterhin Handwerker und Praktiker. Doch letztlich ist es doch bedenklich, dass ein gewöhnlicher Handwerker eine Familie mit 2 Kindern beinahe nicht mehr ernähren kann. Dies ist eben auch die andere Seite der Schnäppchen-Medaille.
Aber das Problem fängt in der Schule an, die PISA - Ergebnisse bescheinigen uns eine schlechte Bildungspolitik, nur etwa 16% machen Abitur. Und DAS ist die Schere, die Sie ansprechen. Ihr Lösungsweg ist eine Sackgasse. Sie gehört in den ideologieverstaubten Muff Deutschlands, nicht in die Schweiz.
Ich gebe Ihnen insofern Recht, dass Bildung und Chancengleichheit der viel versprechendste Lösungsansatz sind, um die Schere wieder in die andere Richtung zu begeben. Doch ein Prozentsatz sagt noch nichts über die Qualität aus. Sie müssen danach auch für die Abitur-Absolventen auch die notwendigen Einsatzmöglichkeiten bieten können, ansonsten ist dies für das jeweilige Land ein Verlustgeschäft. Weil diese Menschen sind heute mobil und schneller weg aus ihrer ehemaligen Heimat als sie denken.
Grüsse
Pascal Merz
- 15 Jan 2011, 3:43 pm
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